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Absturz eines Alt-Right-StarsMaga schiebt sich ab

Als rechter Blogger forderte Milo Yiannopoulos harte Abschiebungen. Nun fliegt er selbst aus den USA – zur Freude seiner Rivalen im Trump-Lager.

Sebastian Moll

Aus New York

Sebastian Moll

Milo Yiannopoulos sieht schlecht aus auf dem Foto, das seit Freitag von ihm kursiert: tiefe Ringe unter den Augen, Fünftagebart, wirres Haar. Geradezu eine Peinlichkeit für jemanden, der sonst auf sein hippes Styling extrem viel Wert legt.

Das Foto symbolisiert trefflich den tiefen Fall des einstigen Stars der Alt-Right Szene. Es war ein erkennungsdienstliches Bild von Trumps Abschiebebehörde ICE, aufgenommen am Flughafen von New Orleans. Dort hatte man den rechtsextremen Blogger mit britischer Staatsbürgerschaft festgenommen, weil sein Visum abgelaufen war, und ihn zur Abschiebung vorbereitet. Ein Sprecher des US-Heimatschutzministeriums teilte der Nachrichtenagentur dpa mit, dass Yiannopoulos am Freitag in sein Heimatland abgeschoben wurde.

Dass ausgerechnet einer der lautesten Befürworter strikter Ausweisungspolitik in den USA außer Landes verwiesen wird, lädt zu Schadenfreude ein. Doch der Fall offenbart vor allem die Machtkämpfe und Zerwürfnisse innerhalb der MAGA-Bewegung.

Im Zentrum der jetzigen Intrige steht die Influencerin Laura Loomer, der man seit Langem nachsagt, sie habe großen Einfluss auf Donald Trump. Loomer hatte monatelang Yiannopoulos’ abgelaufenen Aufenthaltsstatus öffentlich gemacht und seine Abschiebung gefordert.

Trump distanzierte sich zunehmend von Yiannopoulos

So feierte Loomer lautstark auf der Plattform X, dass es Yiannopoulos nun erwischt habe, und fügte gleich die Gründe für ihr Ressentiment an. Nachdem man Yiannopoulos ausgeschaltet habe, solle man gleich die „Verräterin“ Marjorie Taylor Greene dafür verhaften, einen illegalen Einwanderer gedeckt zu haben. Somit hätte Loomer gleich zwei einstige Rivalen im Rechtsaußen-Universum aus dem Weg geräumt und sich gleichzeitig noch mehr bei Trump eingeschmeichelt.

Tatsächlich hatte Yiannopoulos 2022 für die damalige Abgeordnete Greene gearbeitet, die sich seinerzeit als extrem rechts und extrem Trump-treu positioniert hatte. Im vergangenen Jahr machte Greene Schlagzeilen, als sie ihren Abgeordnetensitz abgab und sich öffentlich gegen Trump stellte. Zwischenzeitlich soll Yiannopoulos sogar bei ihr gewohnt haben.

Yiannopoulos' Probleme mit Trump hatten allerdings bereits früher begonnen. Während Trumps erster Amtszeit erreichte Yiannopoulos den Höhepunkt seiner Popularität als Star der „Alt-Right“, die sich als jugendliche Variante der MAGA-Bewegung inszenierte. 2017 mobilisierte er bei einer Campus-Tour noch Massen, doch bald häuften sich Widersprüche. Er heiratete einen männlichen Partner, nur um später Homosexualität als widernatürlich zu verurteilen und seinen Mann zu einem Mitbewohner zu degradieren. Er behauptete, als Kind missbraucht worden zu sein, nur um dann sexuelle Beziehungen zu Minderjährigen als „gesund“ zu bezeichnen. Er bezog zunehmend antisemitische Positionen, obwohl seine Mutter Jüdin war.

Trump distanzierte sich zunehmend von ihm, was Yiannopoulos offenbar tief verletzte. Trump verrate die Menschen, die ihn am meisten liebten, klagte er und schwor, ihn zu bekämpfen und die Republikanische Partei zu zerstören. Im Wahlkampf 2024 unterstützte er Rapper Kanye West, für dessen Firma er bis vor Kurzem arbeitete.

Damit ist Yiannopoulos endgültig an den Rand jener politischen Bewegung geraten, in der er einst zu den bekanntesten Figuren gehörte. Laura Loomer hingegen scheint auf dem Höhepunkt ihrer Macht in der MAGA-Welt angekommen zu sein.

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