Abnehmspritze und Schwangerschaft: Wie sicher sind Ozempic-Babys?
Wie die Abnehmspritze auf eine Schwangerschaft wirkt, ist noch unklar. Manche Risiken kann ihr abruptes Absetzen erhöhen, zeigt eine neue Studie.
Jahrelang klappt es trotz Kinderwunsch nicht, schwanger zu werden, dann plötzlich doch. Diese Erfahrung machen immer wieder Frauen, die etwa Semaglutid, den Wirkstoff hinter Ozempic oder Wegovy, spritzen. Eigentlich nehmen sie das Medikament, um ihren Typ-2-Diabetes zu behandeln oder um abzunehmen.
Schon länger ist bekannt, dass sich Adipositas und Diabetes negativ auf den Zyklus und die reproduktive Gesundheit von Frauen und Männern auswirken. Gewichtsreduktion und wieder gestiegene Insulinempfindlichkeit können den Zyklus normalisieren. So ist die erhöhte Fruchtbarkeit womöglich nur ein Nebeneffekt der Abnehmspritze. Inwieweit das künstliche Hormon in dem Medikament auch direkt auf die Geschlechtsorgane wirken könnte, ist derzeit unklar.
Die Fachwelt schaut mit gemischten Gefühlen auf die sogenannten Ozempic Babys. Zu wenig ist bisher bekannt darüber, wie sicher Semaglutid in einer Schwangerschaft und für die Entwicklung des Kindes ist. Bisher ist das Medikament daher nicht für Schwangere zugelassen, Frauen mit Kinderwunsch sollten mindestens zwei Monate vorher oder spätestens mit Bekanntwerden der Schwangerschaft die Spritzen absetzen.
Die Studie
Gebärende, die vor oder zu Beginn der Schwangerschaft die Abnehmspritze einsetzten, nahmen nach dem Absetzen während der Schwangerschaft mehr Gewicht zu und hatten ein höheres Risiko wie Frühgeburten, Bluthochdruck und Schwangerschaftsdiabetes. Zu dem Ergebnis kommt nun eine im Fachmagazin <i>Jama</i> veröffentlichte Studie.
Diese untersuchte rückblickend die Schwangerschaften von Probandinnen, die in den drei Jahren vor ihrer Schwangerschaft oder in den ersten 90 Tagen ihrer Schwangerschaft mindestens einmal ein Medikament wie Ozempic verschrieben bekamen. Die Vergleichsgruppe hatte nie Kontakt zu dem Medikament. Dabei sei die erhöhte Gewichtszunahme nicht unbedingt verwunderlich, sagen Expert*innen.
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Der Jojo-Effekt, der nach dem Absetzen von Abnehmmedikation häufig auftritt, ist schon länger bekannt. Zudem sind Schwangere mit Übergewicht grundsätzlich eine vulnerable Gruppe, die stärker von den Schwangerschaftsrisiken betroffen sind. Allerdings kann eine Gewichtsabnahme vor der Schwangerschaft eben auch genau diese Risiken senken. Da die Studie aber nicht das Körpergewicht vor der Medikation erfasst hat, können mögliche positive Effekte durch die vorige Gewichtsabnahme nicht beurteilt werden.
Was bringt’s?
Die Erkenntnisse können Ärzt*innen helfen, die Betroffenen noch enger im Vorhinein zu begleiten. Außerdem macht die Studie deutlich, wie wichtig Lifestyle-Umstellungen schon während der Einnahme von Ozempic und Co. sind. Aus medizinischer Sicht wäre es sinnvoller, nach abgeschlossener Therapie mit stabilem Gewicht schwanger zu werden.
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