AOC bei der Met-Gala: The dress is the message

Alexandria Ocasio-Cortez (AOC) trug bei der Met-Gala ein Kleid mit Aufschrift und löste damit eine Debatte aus. Auf Instagram verteidigte sie sich.

Alexandria Ocasio-Cortez bei der Met-Gala

Aurora James und Alexandria Ocasio-Cortez bei der Met-Gala Foto: Getty Images

Kim Kardashian, vom Kopf bis zu den Fingerspitzen vernäht in schwarzem Stoff der Modefirma Ba­len­ciaga, sah aus wie ihr eigener menschgewordener Schatten. Die Sängerin Billie Eilish wirkte in pastellfarbenem Tüll von Oscar de la Renta stets nur einen Windstoß davon entfernt, „Happy Birth­day“ zu hauchen. Und Rapper Lil Nas X wechselte im Laufe des Abends zweimal das Outfit, schritt zunächst aber als eine Art goldener „Star Wars“-Droide an den Fo­to­gra­f:in­nen vorbei. Ver­sace, klar.

Die Met Gala in New York ist so etwas wie der Karneval für US-Promis, ein exklusiver Kostümball des New Yorker Metropolitan Museum of Art. Jedes Jahr gibt es ein maximal vages Motto, das meist das Wort Fashion beinhaltet und jegliche Interpretation zulässt. In diesem Jahr war es: „In America: A Lexicon of Fashion“.

Dieser Text stammt aus der taz am wochenende. Immer ab Samstag am Kiosk, im eKiosk oder gleich im Wochenendabo. Und bei Facebook und Twitter.

Das mit dem Nachschlagewerk nahm eigentlich nur eine richtig ernst. Alexandria Ocasio-Cortez ging als ihr stark kondensiertes Wahlprogramm. Die demokratische Kongressabgeordnete und Vertreterin des linken Parteiflügels forderte auf der Rückseite ihres weißen Kleides in roten Lettern „Tax the rich“ – „Besteuert die Reichen“. Entworfen war das Kleid nicht von Givenchy, Chanel oder Stella McCartney, sondern von der jungen Schwarzen Designerin Aurora James, die ihre nachhaltige Mode vor nicht allzu langer Zeit noch auf Flohmärkten in Brooklyn verkaufte.

Auf Vorwürfe auch aus den eigenen Reihen, es sei höchst widersprüchlich, gar heuchlerisch, auf solch einem exklusiven Event in Designerrobe derartige Forderungen zu stellen, wehrte sich AOC in mehreren Posts auf Instagram: Nein, sie habe keine 35.000 Dollar Eintritt gezahlt, das Kleid sei geliehen und Veranstaltungen dieser Art zu besuchen, sei Teil ihrer Aufsichtsfunktion über staatlich geförderte Einrichtungen.

Gleichzeitig ist das Outfit als Erinnerung an ihre Par­tei­kol­le­g:in­nen zu verstehen, die im Kongress gerade Steuererhöhungspläne entschärfen wollen. Und natürlich als unausweichliche Fashion-Inspo für all diejenigen auf dem roten Teppich, die ihre politischen Statements lieber dezent auf die Handtasche sticken, als Pin an den Kragen stecken oder gleich ganz in Tüll ersticken: Tragt dicker auf!

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de