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400.000 landeseigene Wohnungen in BerlinPlan erfüllt, und nun?

Mehr als 90.000 neue Wohnungen haben die landeseigenen Wohnungsunternehmen in zehn Jahren dazu bekommen. Doch der Neubau ist teuer und stockt.

Gäbe es in Berlin noch die Planwirtschaft, könnte der Berliner Senat von sich behaupten, gleich zwei Fünfjahrespläne erfüllt zu haben. Vor zehn Jahren nämlich hatte Rot-Schwarz die Parole ausgegeben, die Zahl der landeseigenen Wohnungen von damals 312.000 auf 400.000 zu erweitern. „Roadmap 2016–2026“ nannte sich der ehrgeizige Plan.

Und er ist aufgegangen, wie die sieben landeseigenen Wohnungsunternehmen (LWU) am Mittwoch bei einer Bilanzveranstaltung verkündeten. Stand Dezember 2025 beträgt der Bestand der LWU 404.170 Wohnungen. Bis Ende des Jahres sollen es sogar 412.454 Wohnungen sein.

„Versprochen, gehalten – und übertroffen“, lautete denn die Überschrift einer gemeinsamen Presseerklärung von Berlinovo, degewo, Gesobau, Gewobag, Howoge, Stadt und Land und WBM. Und natürlich durften auch der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler (SPD) bei der feierlichen Planerfüllung ein Wörtchen mitreden.

Beide betonten, welche Rolle die LWU für den Wohnungsmarkt spielten. Wegner bezeichnete die Durchschnittsmiete von 7,09 Euro als Erfolg. „Wo wir eine Herausforderung haben, das sind die Angebotsmieten“, sagte er. Grund seien die Baukosten, die in den vergangenen Jahren stark gestiegen sind.

Tatsächlich machen die Baukosten den Neubauplänen der landeseigenen Gesellschaften oft einen Strich durch die Rechnung. Im „Versprechen“ der Roadmap von 2016 war geplant, den Zuwachs von 80.000 Wohnungen vor allem durch den Neubau zu erzielen. 53.400 Wohnungen sollten neu errichtet und 26.600 Wohnungen zugekauft werden.

Mehr Ankauf als Neubau

Dieser Plan ging nicht auf. Tatsächlich wurden nur 51.649 Wohnungen neu gebaut. Der Zukauf dagegen fiel mit 48.876 höher aus als erwartet. „Das Land Berlin hat uns den Handlungsspielraum gegeben, flexibel auf veränderte Bedingungen zu reagieren“, sagte dazu Stadt-und-Land-Chef Ingo Malcher.

Positiv werteten die Vertreter der LWU, dass fast die Hälfte der neu gebauten Wohnungen gefördert waren. Ursprünglich war nur eine Förderquote von 30 Prozent vorgesehen.

Kaltmieten zwischen 14 und 20 Euro sind für die breite Bevölkerung nicht leistbar

Wibke Werner, Berliner Mieterverein

Dem Berliner Mieterverein ist selbst das noch zu niedrig. Für die bereits angekündigte Roadmap 2.0 fordert Geschäftsführerin Wibke Werner einen Förderanteil von 70 Prozent. „Im frei finanzierten Segment werden Kaltmieten zwischen 14 und 20 Euro aufgerufen – was für die breite Bevölkerung nicht leistbar ist“, sagt Werner zur Begründung.

Die Planerfüllung selbst begrüßt der Mieterverein. „Wir beglückwünschen den Senat und die Wohnungsunternehmen zum Erreichen dieses Meilensteins von mehr als 400.000 Wohnungen“, sagt Wibke Werner.

Lob und Kritik gab es auch von der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus „Es ist ein Erfolg, dass die LWU ihren Bestand in den vergangenen zehn Jahren deutlich erweitern konnten“, teilt der wohnungspolitische Sprecher der Fraktion, Niklas Schenker, mit.

Dass der Neubau sozialer ausgerichtet und die Mietentwicklung abgedämpft wurden, sei allerdings kein Zufall, so der Linken-Politiker. „Es ist das Verdienst des Mietenvolksentscheids und der ehemaligen Bausenatorin Katrin Lompscher unter der rot-rot-grünen Koalition“.

Die soziale Ausrichtung der landeseigenen Wohnungsunternehmen hätten gegen die SPD und die CDU sowie viele Vorstände durchgesetzt werden müssen, so Schenker.

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