+++ Nachrichten aus dem Nahen Osten +++: USA: Einigung zwischen Israel und Hisbollah
Laut US-Angaben sollen sich Israel und Hisbollah auf Waffenruhe geeignet haben. Zuvor war es zu Gefechten gekommen. Geplante Verhandlungen zwischen USA und Iran verschoben
Inhaltsverzeichnis
US-Regierungsvertreter: Israel und Hisbollah einigen sich auf Waffenruhe
rtr | Israel und die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz im Libanon haben sich nach US-Angaben auf eine Waffenruhe geeinigt. Die Feuerpause solle am Freitag um 16.00 Uhr Ortszeit in Kraft treten, wie ein hochrangiger US-Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters sagte. „Die Hisbollah und Israel haben sich auf eine Waffenruhe geeinigt“, erklärte der Regierungsvertreter. Vermittler aus den USA und Katar hatten die Vereinbarung mit Unterstützung des Iran ausgearbeitet.
„Wir gehen davon aus, dass nach dem Schusswechsel am heutigen Tag nun eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah in Kraft ist“, sagte der Regierungsvertreter weiter.
Heftige neue Angriffe zwischen Israel und der Hisbollah
afp | Heftige gegenseitige Angriffe zwischen Israel und der pro-iranischen Hisbollah im Libanon haben das Rahmenabkommen zur Beendigung des Iran-Krieges kurz nach dessen Unterzeichnung gefährdet. Das Gesundheitsministerium des Libanon meldete am Freitag mindestens 21 Tote bei neuen israelischen Angriffen im Süden und Osten des Landes. Israel meldete den Tod von vier Soldaten durch Hisbollah-Beschuss. Der libanesische Präsident Joseph Aoun erklärte, mit diesen Angriffen würden alle Bemühungen zur Beendigung des Krieges untergraben.
Die israelische Armee hatte zunächst am Freitagmorgen Angriffe auf „Hisbollah-Terroristen und -Infrastruktur in mehreren Gebieten im Südlibanon“ gemeldet. Später meldete die Armee den Tod von vier Soldaten bei Hisbollah-Angriffen im Süden des Libanon. Die mit dem Iran verbündete Miliz hatte mitgeteilt, israelische Streitkräfte nahe der Stadt Nabatijeh mit „Raketen und Mörsergranaten“ beschossen zu haben.
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Rechtsextremer Minister will den Libanon „brennen sehen“
afp | Die vom Iran unterstützte Miliz werde für ihre Attacken einen „sehr hohen Preis“ zahlen, erklärte der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu am Freitag. Um die Orte im Norden Israels zu schützen, werde Israels Armee „so lange wie nötig in der Sicherheitszone im Süden des Libanon bleiben“. Israel werde „keinen Angriff auf unsere Soldaten oder unser Territorium hinnehmen“, fügte Netanjahu hinzu.
Der rechtsextreme israelische Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir ging noch weiter und forderte nach dem Tod der Soldaten: „Der gesamte Libanon muss brennen.“ Die Sicherheit israelischer Staatsbürger sei „nicht verhandelbar“.
Iran verlangt Registrierung von Schiffen in Straße von Hormus
ap | Der Iran verlangt von Schiffen in der Straße von Hormus eine Registrierung bei einer neu geschaffenen Behörde. Diese veröffentlichte am Freitag Vorgaben für die Registrierung, auch wenn die Durchfahrt von Schiffen in der für den Transport von Öl, Gas und anderen Gütern strategisch wichtigen Meerenge nach deren Wiedereröffnung im Rahmen einer vorläufigen Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran für ein Kriegsende kostenlos sein soll.
Beobachter werteten den Schritt als Signal für eine Absicht Teherans, Schiffen für die Nutzung des Wasserwegs künftig Gebühren abzuverlangen.
Irans Chefunterhändler verweist auf „rote Linien“ und droht
afp | Der iranische Chefunterhändler für das Friedensabkommen mit den USA, Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf, hat auf die „roten Linien“ Teherans bei den Gesprächen mit Washington verwiesen. „Wie wir im bisherigen Verlauf der Verhandlungen gezeigt haben, sind wir standhaft darin, die vorgegebenen Bedingungen und roten Linien einzuhalten, und darin, die Interessen der iranischen Nation zu verteidigen“, erklärte Ghalibaf am Freitag laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Wenn „der Feind“ sich exzessiv in seinen Forderungen zeige, „haben wir bewiesen, dass unsere Finger am Abzug sind und dass wir nicht zögern, dem Feind eine vernichtende Antwort zu geben.“
Zahl der Durchfahrten durch Straße von Hormus deutlich gestiegen
afp | Nach der Unterzeichnung eines Rahmenabkommens für ein Ende des Iran-Kriegs sind nach Daten eines Schiffstracking-Unternehmens am Donnerstag 25 Handelsschiffe durch die Straße von Hormus gefahren. Das sei die höchste Zahl seit dem 18. April, erklärte das Unternehmen AXSMarine am Freitag. Es könnte sein, das die tatsächliche Zahl sogar höher liegt, denn einige Schiffe stellen ihr Signal aus oder manipulieren die Daten, um bei der Passage der Meerenge nicht bemerkt zu werden.
Bern: Für Freitag in der Schweiz geplante US-Iran-Verhandlungen „verschoben“
afp | Die für Freitag geplanten Verhandlungen zwischen den USA und Iran über eine umfassende Friedensvereinbarung sind nach Angaben der Schweizer Regierung vorerst „verschoben“ worden. Die Schweiz sei „weiterhin bereit, diese Gespräche zu moderieren, die entsprechenden Vorbereitungsarbeiten werden fortgesetzt“, teilte das Außenministerium in Bern am Freitag zudem der Nachrichtenagentur AFP mit. Einzelheiten zu einem neuen Termin für Gespräche wurden zunächst nicht genannt.
Delegationen der USA und Irans sowie der Vermittlerstaaten Katar und Pakistan sollten am Freitag eigentlich im Luxusresort Bürgenstock für den Auftakt der Verhandlungen zusammenkommen. Zuvor hatten beide Seiten ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Irankriegs unterzeichnet, den die USA und Israel Ende Februar mit Angriffen auf den Iran begonnen hatten. Das Abkommen sieht vor, innerhalb von 60 Tagen ein endgültiges Abkommen für einen Frieden und ein Ende des iranischen Atomprogramms zu schließen.
Vance sagt Reise zu Gesprächen ab
rtr US-Vizepräsident J. D. Vance hat seine geplante Reise in die Schweiz bereits am Donnerstagabend abgesagt. Dort sollte er mit iranischen Unterhändlern über die Umsetzung des 14-Punkte-Rahmenabkommens sprechen, teilte ein Sprecher des Weißen Hauses mit. Vance und die US-Delegation seien bereit zur Abreise gewesen, sobald die Pläne für die Gespräche abgeschlossen seien, heißt es in einer Mitteilung des Weißen Hauses. Die Logistik dieser Verhandlungen sei jedoch nie einfach oder vorhersehbar gewesen.
Eine unmittelbare Reaktion der iranischen Regierung lag zunächst nicht vor. Die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Tasnim meldete jedoch bereits am Donnerstag, die iranischen Unterhändler müssten von den USA erst Anzeichen für die Umsetzung des Rahmenabkommens sehen, bevor die nächsten Runden der Gespräche beginnen könnten.
Israel bestätigt Angriffe auf Libanon
ap | Bei israelischen Luftangriffen im Libanon sind nach Angaben der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA mindestens 16 Menschen getötet worden. Das israelische Militär teilte am Freitag mit, es seien Ziele im Süden des Nachbarlandes angegriffen worden. Auch die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah berichtete von schweren Gefechten in dem Gebiet.
Die israelische Militärpräsenz im Südlibanon und die anhaltenden Kämpfe mit der Hisbollah sind ein wichtiger Streitpunkt in den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran, der mit der Miliz verbündet ist. Al-Majadin, ein der Hisbollah nahestehender Sender, hatte berichtet, Teheran zögere die Entsendung seiner Delegation in die Schweiz wegen der anhaltenden israelischen Militärkampagne im Libanon hinaus.
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