+++ Nachrichten im Irankrieg +++: Trump: „Ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben“
Vor Ablauf seines Ultimatums droht der US-Präsident Iran, die Revolutionsgarden drohen mit Angriffen jenseits der Golfregion. Israel greift Brücken an.
Weißes Haus: Vance hat dem Iran nicht mit Atomwaffen gedroht
Das Weiße Haus hat bestritten, dass die US-Regierung dem Iran mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht hat. Das Weiße Haus kommentierte am Dienstag im Onlinedienst X den Videoclip einer Rede von Vizepräsident J. D. Vance in Budapest. Darin sagt Vance in Richtung Iran: „Wir haben Werkzeuge im Kasten, deren Einsatz wir bisher noch nicht beschlossen haben.“ Von einigen Nutzern auf X wurden die Worte des Vizepräsidenten so interpretiert, als habe er einen Einsatz von Nuklearwaffen angedeutet. Das Weiße Haus schrieb dazu: „Wortwörtlich nichts von dem, was (der Vizepräsident) hier gesagt hat, ‚deutet das an‘“. Alle, die das Gegenteil behaupteten, seien „absolute Vollidioten“.
Vance bezog sich in der Rede auf das Ultimatum von Präsident Donald Trump gegen den Iran. Dieser hatte der Führung in Teheran mit massiven Angriffen auf Brücken und Kraftwerke gedroht, sollte der Iran nicht ein Abkommen zum Ende seines Atomprogramms schließen und die Straße von Hormus wieder öffnen. Kurz vor Ablauf der Frist um 20.00 Uhr US-Ostküstenzeit (Mittwochfrüh 02.00 Uhr MESZ) legte Trump nach und drohte mit der Auslöschung „einer gesamten Zivilisation“. Vance äußerte sich in seiner Rede „zuversichtlich“, dass es nicht zum Äußersten kommen werde. Er verwies auf weiter laufende Gespräche. (afp)
Netanjahu: Israels Luftwaffe greift Bahnstrecken im Iran an
Israels Luftwaffe hat nach Angaben des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu im Iran Eisenbahnstrecken und Brücken angegriffen. Diese würden von den Revolutionsgarden genutzt und dafür „verwendet, Rohstoffe für Waffen, Waffen selbst sowie die operativen Kräfte zu transportieren, die uns, die USA und auch die Länder der Region angreifen – jene operativen Kräfte, die zugleich das iranische Volk unterdrücken“, sagte Netanjahu nach Angaben seines Büros. Die Vorwürfe lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Die israelische Armee teilte mit, es seien im Iran acht Brücken angegriffen worden, die für den Transport von Waffen und militärischer Ausrüstung genutzt worden seien. Darunter seien Brücken in Teheran, Karadsch, Tabris, Kaschan und Ghom. Die Übergänge seien angegriffen worden, um zu verhindern, dass die iranische Führung sie weiterhin für den Transport von Waffen und militärischer Ausrüstung nutzen könne. Es seien zuvor Maßnahmen ergriffen worden, um Schaden für die Zivilbevölkerung zu minimieren.
Netanjahu sagte ferner, man zerschlage den iranischen Machtapparat „mit zunehmend wachsender Kraft“. Die israelischen Attacken zielten nicht darauf ab, das iranische Volk anzugreifen, bekräftigte der Regierungschef. „Im Gegenteil – sie sollen das Schreckensregime schwächen und zerschlagen, das sie seit 47 Jahren unterdrückt.“ Zur Lage in der Region nach mehr als fünf Wochen Krieg sagte er: „Das ist nicht mehr derselbe Iran, und es ist auch nicht mehr dasselbe Israel. Wir verändern das Kräfteverhältnis grundlegend.“ (dpa)
Golfstaaten melden weitere Angriffe
Im Zuge des Irankriegs melden die Golfstaaten weitere Angriffe auf ihre Territorien. Das emiratische Verteidigungsministerium teilte mit, dass die Luftverteidigungssysteme im Einsatz gegen Raketen- und Drohnenbedrohungen seien. Im Emirat Schardscha habe es einen „Vorfall“ auf ein Verwaltungsgebäude einer Telekommunikationsfirma mit einer aus dem Iran stammenden ballistischen Rakete gegeben. Zwei pakistanische Staatsangehörige seien verletzt worden. Das saudische Verteidigungsministerium teilte mit, in den vergangenen Stunden vier Drohnen abgefangen und zerstört zu haben. Nach Angaben aus Bahrain wurden in dem Land seit Ausbruch der jüngsten Eskalation bisher fast 500 Drohnen und 188 Raketen abgefangen. (dpa)
Tschechien deckelt Spritpreise
Angesichts der aktuellen Energiekrise infolge des Irankriegs deckelt Tschechien die Spritpreise an den Tankstellen. Das Finanzministerium in Prag veröffentlichte erstmals zulässige Höchstpreise, die von Mittwoch an gelten. Sie liegen bei 43,15 Kronen (umgerechnet rund 1,76 Euro) je Liter Benzin und 49,59 Kronen (2,02 Euro) je Liter Diesel. Die Vorgaben sollen täglich aktualisiert werden. (dpa)
Libanon meldet mehr als 1.500 Tote durch israelische Angriffe
Die israelischen Angriffe im Libanon haben seit Beginn des Irankriegs laut dem örtlichen Gesundheitsministerium mehr als 1.500 Menschen das Leben gekostet. Mehr als eine Million Menschen seien vertrieben worden, teilte das Ministerium am Dienstag mit. Unter den 1.530 Toten waren den Angaben zufolge 130 Kinder und 57 Sanitäter. Die Zahl der getöteten Mitglieder der schiitischen Hisbollah-Miliz ist unklar. Mehr als 4.800 Menschen wurden in dem Krieg verletzt. Elf israelische Soldaten kamen ums Leben. Der Krieg begann, nachdem die Hisbollah am 2. März aus Solidarität mit dem Iran Raketen auf Nordisrael abgefeuert hatte. (ap)
Katar warnt vor Kontrollverlust im Irankrieg
Angesichts der Drohungen von US-Präsident Donald Trump im Irankrieg hat Katar eindringlich vor einem Kontrollverlust in der Region gewarnt. Man stehe unmittelbar vor einem Punkt, an dem die Gewaltspirale nicht mehr zu stoppen sei, sagte Katars Außenamtssprecher Madschid al-Ansari in der Hauptstadt Doha. „Wir haben seit 2023 davor gewarnt, dass eine ungebremste Eskalation uns in eine Situation führen wird, die unkontrollierbar ist. Wir sind diesem Punkt nun sehr nahe.“ Er forderte alle beteiligten Parteien auf, den Krieg zu beenden, bevor er vollständig eskaliere. Al-Ansari verurteile die andauernden Angriffe Irans auf die Golfstaaten. „Die Eingriffe Irans in unsere Souveränität sind in keiner Weise zu rechtfertigen“, sagte er. „In diesem Krieg gibt es keine Gewinner, sondern nur Verlierer“, betonte der Sprecher. Der Kreis der Betroffenen vergrößere sich durch die wirtschaftlichen Auswirkungen jeden Tag. (dpa)
CDU-Wehrexperte Röwekamp sieht in Trump-Drohungen „keine Strategie“
Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Deutschen Bundestag, Thomas Röwekamp (CDU), sieht in den Drohungen von US-Präsident Donald Trump zur Zerstörung von Brücken im Iran keine nachvollziehbare militärische Strategie. Die Situation sei „unabgesprochen in der Nato, unabgesprochen auch mit uns als Partner“, sagte Röwekamp am Dienstag dem Nachrichtensender Welt TV. „Zumindest können wir dahinter keine Strategie erkennen.“ „Wir werben als deutsche Bundesregierung sehr intensiv darum, dass diese Kampfhandlungen eingestellt werden und es möglichst schnell zu einer Vereinbarung kommt“, sagte der CDU-Verteidigungsexperte.
Klar sei aber auch, dass der Iran daran mitwirken müsse. „Insbesondere muss sichergestellt sein, dass künftige militärische Angriffe – sei es aus dem Iran selbst oder über seine Proxys, insbesondere auf Israel – sowie eine Bedrohungslage auch in Europa aufgegeben werden.“ An einen Austritt der USA aus der Nato, wie von Trump mehrfach angedroht, glaubt Röwekamp nicht. Das sei Teil der inzwischen vom US-Präsidenten gewohnten Rhetorik. „So einfach geht das ja nicht, einfach aus der Nato auszutreten, auch für einen amerikanischen Präsidenten nicht.“ Die Bündnisverpflichtungen seien wechselseitig. Dazu hätten beiden Seiten feste Vereinbarungen getroffen. „Ich habe keinen Zweifel, dass die USA sich auch in Zukunft an die getroffenen Vereinbarungen innerhalb der Nato halten werden“, sagte Röwekamp. (afp)
Vance: Vor Ablauf des US-Ultimatums laufen Gespräche mit dem Iran
Kurz vor Ablauf eines US-Ultimatums an den Iran wird es nach Angaben von US-Vizepräsident J. D. Vance noch Verhandlungen geben. Es werde „zahlreiche Gespräche“ geben, sagte Vance am Dienstag bei einem Besuch in der ungarischen Hauptstadt Budapest. Medien zufolge sprechen Unterhändler der USA und des Iran unter Vermittlung Pakistans seit Tagen über eine Waffenruhe.
Demnach sind sich beide Konfliktparteien aber in zahlreichen Punkten uneins. Für den Fall, dass es keine Verhandlungslösung gebe, hätten die USA aber „Werkzeuge im Kasten“, für deren Einsatz sie sich bislang noch nicht entschieden hätten, fügte Vance hinzu. Er sei aber „zuversichtlich“, dass es dazu nicht kommen werde. Die militärischen Ziele hätten die USA „weitgehend erreicht“. (afp)
Macron: Zwei im Iran inhaftierte Franzosen sind frei
Die französischen Staatsbürger Cecile Kohler und Jacques Paris sind nach dreieinhalb Jahren Haft im Iran frei und auf dem Weg nach Frankreich. Das teilt Präsident Emmanuel Macron auf der Plattform X mit. Die Abgeordneten in der französischen Nationalversammlung begrüßen die Ankündigung mit Applaus. (rtr)
Medien: USA greifen Dutzende Ziele auf Ölinsel Charg an
US-Streitkräfte haben Medienberichten zufolge Dutzende militärische Ziele des Irans auf der Insel Charg im Persischen Golf angegriffen. Die Angriffe erfolgten in der Nacht zum Dienstag und am frühen Morgen, wie etwa der US-Sender Fox News unter Berufung auf einen hochrangigen US-Beamten meldete. Der Sender NBC News berichtete ebenfalls gestützt auf einen US-Beamten, dass es Luftangriffe entlang der Nordseite der für den iranischen Ölexport zentralen Insel gegeben habe, jedoch keinerlei Bodeneinsatz. Die Angriffe richteten sich demnach gegen Militärbunker und Lagerstätten, Luftabwehrsysteme und andere militärische Einrichtungen, nicht aber gegen Irans Öl. (dpa)
Trump: „Ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen“
Stunden vor Ende seines Ultimatums richtet US-Präsident Donald Trump noch einmal eine harsche Drohung an den Iran. „Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen, um nie wieder zurückzukehren“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Er wolle nicht, dass das passiere, aber es werde wahrscheinlich dazu kommen. Trump bekräftigte in seinem Post allerdings auch seine bekannte Darstellung, dass im Iran bereits „Regime Change“ stattgefunden habe – und man es nun mit anderen, „klügeren und weniger radikalisierten“ Personen zu tun habe. Vielleicht könne „etwas revolutionär Wunderbares geschehen“, schrieb er – und schob hinterher: „WER WEIß DAS SCHON?“
Man werde es heute Nacht erfahren. Trump, der dafür bekannt ist, nicht mit Superlativen zu sparen, sprach von einem der „wichtigsten Momente in der langen und komplexen Geschichte der Welt“. Er betonte, dass Jahrzehnte der Erpressung, Korruption und des Todes – herbeigeführt durch den Iran – zu Ende gehen würden. „Gott segne die großartigen Menschen des Irans!“. Bereits am Vortag hatte er einerseits von guten Verhandlungen mit dem Iran gesprochen und dem Land andererseits mit einer militärischen Eskalation gedroht, sollte es nicht einlenken. Für diesen Fall drohte Trump mit einer schnellen Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke. Er sagte, die USA könnten innerhalb von vier Stunden eine „völlige Zerstörung“ herbeiführen. „Das ganze Land kann in einer Nacht ausgelöscht werden, und das könnte schon morgen Nacht sein.“ Die Frist, die er Teheran zur Öffnung der Straße von Hormus gesetzt hat, läuft nach deutscher Zeit um 2.00 Uhr in der Nacht zum Mittwoch ab. (dpa)
AP-Informationen: US-Militär greift iranische Insel Charg an
Das US-Militär hat vor dem Ablauf eines von US-Präsident Donald Trump gesetzten Ultimatums zur Öffnung der Straße von Hormus nach Informationen der Nachrichtenagentur AP erneut die iranische Insel Charg angegriffen. Aus Kreisen des Weißen Hauses erfuhr die AP, der Angriff auf die für die iranische Ölindustrie wichtige Insel im Persischen Golf habe sich gegen militärische Ziele gerichtet. (ap)
Irans Botschafter in Kuwait: Golfstaaten sollen „Tragödie“ verhindern
Irans Botschafter in Kuwait hat die Golfstaaten aufgerufen, angesichts der jüngsten von US-Präsident Donald Trump geäußerten Drohungen eine „Tragödie“ zu verhindern. „Wir hoffen, dass die Länder in der Region alle ihre diplomatischen und politischen Möglichkeiten nutzen werden, um zu verhindern, dass solch eine Tragödie die Region befällt,“ sagte Mohammed Tutunidschi der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag. Laut dem iranischen Botschafter in Pakistan, das zwischen dem Iran und den USA vermittelt, nähern sich die Bemühungen, den Krieg zu beenden, einer entscheidenden Phase. (afp)
Israel: Haben weitere wichtige Brücke im Libanon zerstört
Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben eine weitere strategisch wichtige Brücke über den Litani-Fluss im Süden des Libanons zerstört. Die israelische Armee warf der Hisbollah-Miliz vor, darüber Waffen in den Süden des Landes geschmuggelt zu haben. Der Angriff fand demnach bereits am Montag statt. Nach israelischen Militärangaben wurden in den vergangenen Wochen sieben Brücken und Übergänge im Süden des Landes zerstört. Sie gehören zur zivilen Infrastruktur des Landes und verbinden den Süden mit dem restlichen Teil des Landes. Libanesische Sicherheitskreise bestätigten, dass bisher sieben wichtige Brücke durch israelische Angriffe zerstört wurden. Zugangs- und Transportwege zum Süden seien damit erheblich eingeschränkt. (dpa)
Italiens Verteidigungsminister warnt vor weiterer Eskalation
Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto hat vor einer weiteren Eskalation im Irankrieg gewarnt. Die aktuelle Weltlage bezeichnete er in einem Interview der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“ als „beispiellos in den vergangenen Jahrzehnten“. Crosetto sagte weiter: „Ich fürchte, dass das, was ohnehin schon tragisch ist, noch schlimmer werden könnte.“ Mehrere Krisen überlagerten und verstärkten sich gegenseitig. Auf die Frage nach Einflussmöglichkeiten auf US-Präsident Donald Trump erklärte Crosetto, dieser sei als Staatschef eines souveränen Landes von außen nicht zu beeinflussen. „Ich glaube einfach, dass er mutigere Berater haben sollte“, sagte der Minister im Kabinett von Regierungschefin Giorgia Meloni, der ein guter Draht zu Trump nachgesagt wird. „Eines der Probleme dieser Präsidentschaft ist, dass niemand es wagt, dem Chef zu widersprechen.“ (dpa)
Rakete trifft Telekommunikationsgebäude in den Emiraten – Verletzte
Bei einem Raketenangriff auf ein Telekommunikationsgebäude in den Vereinigten Arabischen Emiraten sind nach Angaben örtlicher Behörden zwei Menschen verletzt worden. Eine ballistische Rakete aus dem Iran habe ein Verwaltungsgebäude des Unternehmens Thuraya getroffen, hieß es. Die Verletzten, zwei pakistanische Staatsangehörige, seien in ein Krankenhaus gebracht worden. (ap)
Rettungsdienst: Frau bei Raketenangriff im Norden Israels verletzt
Bei einem Raketenangriff auf die Stadt Naharija im Norden Israels ist nach Angaben von Sanitätern eine Frau verletzt worden. Die 20-Jährige sei mit einer von Splittern verursachten, leichten Kopfverletzung in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom mit. Feuerwehr und Sanitäter berichteten, nach einem direkten Einschlag in einer Wohnstraße seien mehrere Autos in Brand geraten. Zudem seien Gebäude beschädigt worden. Raketen- und Drohnenangriffe der vom Iran unterstützten Schiitenmiliz Hisbollah lösten am Dienstag in israelischen Gemeinden nahe der Grenze zum Libanon immer wieder Warnsirenen aus. (ap)
Iranische Behörden melden Angriffe auf Brücken
Bei Luftangriffen im Iran sind nach Angaben örtlicher Behörden mindestens zwei Brücken getroffen worden. Angegriffen worden seien eine Eisenbahnbrücke in Kaschan, ein Bahnhof in Mesched und eine Autobahnbrücke der Schnellstraße zwischen Täbris und Teheran in der Nähe von Täbris, hieß es. Weder die USA noch Israel reklamierten die Angriffe umgehend für sich. (ap)
Israels Armee: Stationierung entlang „Verteidigungslinie“ im Südlibanon abgeschlossen
Israels Armee hat im Zuge ihres Vorgehens gegen die pro-iranische Hisbollah im Libanon nach eigenen Angaben die Stationierung von Bodentruppen im Süden des Nachbarlandes abgeschlossen. Zum derzeitigen Zeitpunkt hätten die Soldaten ihre Posten „entlang der Verteidigungslinie gegen Panzerabwehrraketen“ bezogen, erklärte die israelische Armee am Dienstag. Die Truppen sind demnach „weiterhin in dem Gebiet im Einsatz, um die vordere Verteidigungsstellung zu stärken und Gefahren für die Bewohner und Gemeinden im Norden Israels zu beseitigen“.
Genaue geografische Einzelheiten wurden zunächst nicht genannt. Laut israelischen Medienberichten ist es derzeit nicht vorgesehen, Soldaten weiter auf libanesisches Territorium vorrücken zu lassen als etwa 20 Kilometer nördlich der Grenze. Die Streitkräfte hätten die „Frontlinie“ erreicht, die in den genehmigten Einsatzplänen festgelegt worden sei, berichtete die linksgerichtete israelische Tageszeitung „Haaretz“ unter Berufung auf Armeekreise. Diese Linie umfasst dem Bericht zufolge „südliche Dörfer, die etwa zehn Kilometer vom Litani-Fluss entfernt liegen – einem Gebiet, das unter israelischer Armeekontrolle steht“. Verteidigungsminister Israel Katz hatte in den vergangenen Wochen mehrfach vom Einrichten einer „Sicherheitszone“ im Südlibanon bis zum Litani-Fluss gesprochen, der etwa 30 Kilometer von der Grenze entfernt verläuft. (afp)
Pakistan und Ägypten fordern vor Ablauf von Trump-Frist Deeskalation
Vor dem Ablauf eines von US-Präsident Donald Trump gesetzten Ultimatums für die Öffnung der Straße von Hormus haben Pakistan und Ägypten die Konfliktparteien im Irankrieg ein weiteres Mal zur Deeskalation aufgerufen. Pakistans Außenminister Ishaq Dar tauschte sich nach Angaben seines Ministeriums am Dienstagmorgen mit seinem ägyptischen Amtskollegen Badr Abdel-Atti über die jüngsten Entwicklungen in dem Krieg zwischen den USA und Israel und dem Iran aus, auch mit Blick auf die Frist Trumps, nach deren Ablauf in der Nacht zum Mittwoch (MESZ) der US-Präsident Angriffe auf Kraftwerke und Brücken im Iran angedroht hat.
Das pakistanische Außenministerium erklärte, die beiden Top-Diplomaten hätten die Notwendigkeit von Deeskalation und Dialog unterstrichen. Zudem hätten sie vereinbart, im Austausch zu bleiben, während sich die Situation weiterentwickle. Pakistan bemüht sich mit Unterstützung anderer Länder der weiteren Region, in dem Konflikt zu vermitteln, um die USA und den Iran an den Verhandlungstisch zu bringen. Laut dem ägyptischen Außenministerium sprach Abdel-Atti auch mit dem US-Gesandten Steve Witkoff und dem irakischen Außenminister Fuad Hussein. Bei den Telefonaten sei es um eine Einschätzung der Lage und um Bemühungen gegangen, eine Verständigung zwischen den USA und dem Iran zu erreichen, um den Abbau von Spannungen zu ermöglichen, teilte das Ministerium mit. (ap)
Bericht: US-Militär greift Ziele auf iranischer Insel Charg an
Das US-Militär greift einem Medienbericht zufolge militärische Ziele auf der iranischen Insel Charg an. Dies berichtet das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten hochrangigen US-Regierungsvertreter. (rtr)
Toter bei Schusswechsel vor israelischem Konsulat in Istanbul
Vor dem israelischen Konsulat in Istanbul haben drei Angreifer nach Behördenangaben am Dienstag das Feuer auf Polizisten eröffnet. Einer der Angreifer sei getötet worden, zwei weitere seien verletzt gefangen genommen worden. Auch zwei Polizisten hätten bei dem Vorfall leichte Verletzungen erlitten, sagte der Istanbuler Gouverneur Davut Gül zu Journalisten. Innenminister Mustafa Cifti schrieb auf der Plattform X, die Angreifer seien mit einem Mietwagen aus der Stadt Izmit angereist, die etwa 100 Kilometer östlich von Istanbul liegt. Einer der Angreifer habe Verbindungen zu einer Gruppe, die „Religion ausbeutet“, erklärte er, ohne die Organisation zu nennen.
Zwei der Angreifer waren nach Behördenangaben Brüder, einer war im Zusammenhang mit Drogen vorbestraft. Der türkische Sender Habertürk hatte zunächst von zwei getöteten Angreifern und einem verletzten Polizisten berichtet. Der türkische Justizminister Akin Gürlek sagte, dass Ermittlungen eingeleitet worden seien. Habertürk berichtete, das Konsulat belege ein bis zwei Etagen eines Hochhauses in der türkischen Metropole. (ap)
Iran meldet landesweite Angriffe auf Verkehrsinfrastruktur
Der Iran hat landesweite Angriffe auf seine Verkehrsinfrastruktur gemeldet. Neben der Bombardierung einer Eisenbahnbrücke waren auch mehrere Autobahnen Ziel von Luftangriffen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete. In der Provinz Ost-Aserbaidschan etwa sei eine Autobahn nach Einschlägen von Geschossen gesperrt worden. Das Krisenmanagement der Provinz forderte die Bevölkerung auf, nicht notwendige Reisen bis auf weiteres zu unterlassen.
In derselben Provinz sei außerdem eine Autobahnbrücke auf der Strecke zwischen der Millionenstadt Tabris und der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Sandschan attackiert worden, berichtete die Zeitung „Etemad“. Nahe der Pilgerstadt Ghom südlich von Teheran meldeten iranische Medien unterdessen einen Angriff auf eine Brücke an einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt. Die staatliche und englischsprachige Zeitung „Tehran Times“ meldete Angriffe auf das Schienennetz in Karadsch, einer Millionenstadt westlich von Teheran. (dpa)
Iran meldet Angriff auf Eisenbahnbrücke
Der Iran hat nach israelischen Angriffsdrohungen die Bombardierung einer Eisenbahnbrücke gemeldet. Bei dem Luftangriff nahe der Kulturstadt Kaschan seien zwei Menschen ums Leben gekommen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Drei Menschen seien verletzt worden. Das Ausmaß der Schäden war zunächst unklar. Bei der Strecke handelt es sich um die Nord-Süd-Verbindung. Die Wüstenstadt Kaschan, ein beliebtes Touristenziel, liegt etwa drei Autostunden von der Hauptstadt Teheran entfernt. (dpa)
EU-Koordinierungsgruppen beraten über Folgen des Irankriegs
Die Öl- und Erdgas-Koordinierungsgruppen der Europäischen Union (EU) beraten am Mittwoch und Donnerstag über die Marktauswirkungen des von den USA und Israel geführten Krieges gegen den Iran. Dies sagt die Sprecherin der EU-Kommission, Anna-Kaisa Itkonen, auf einer Pressekonferenz. (rtr)
Revolutionsgarden drohen mit Angriffen außerhalb der Golfregion
Die iranischen Revolutionsgarden drohen mit Angriffen außerhalb der Golfregion, sollten die USA rote Linien überschreiten. In einer Erklärung kündigen sie zudem an, die Infrastruktur der USA und deren Partner in der Region ins Visier zu nehmen. Die Öl- und Erdgasversorgung aus der Region könnte jahrelang unterbrochen werden, heißt es weiter. Man gebe die Zurückhaltung auf. US-Präsident Donald Trump hat dem Iran eine Frist bis Mittwoch, 02.00 Uhr MESZ gesetzt, um die Straße von Hormus wieder freizugeben. Anderenfalls will er Brücken und Kraftwerke in der Islamischen Republik zerstören lassen. (rtr)
Drohnenangriffe in Kurdenregion im Nordirak
Im Norden des Iraks ist es zu Drohnenangriffen gekommen. In Erbil, der Hauptstadt der autonomen Region Kurdistan, sei dabei ein Kämpfer der Kurdenmiliz Peschmerga und seine Frau getötet worden, schrieb der Ministerpräsident der Kurdenregion, Masrur Barsani, auf der Plattform X. Er verurteile den Angriff aufs Schärfste. Nach Angaben des Gouverneurs war Erbil seit Montagabend Ziel von mindestens zehn Drohnenangriffen. Zum Ursprung der Drohnen gab es zunächst keine Angaben.
Ziele in der Region Kurdistan stehen immer wieder unter Beschuss durch den Iran und ihm nahestehende schiitische Milizen im Irak. Teheran betrachtet die autonome Region Kurdistan als Verbündeten des Westens und Israels auf irakischem Boden. In Erbil befindet sich ein multinational genutzter Stützpunkt, auf dem Soldaten der USA und auch der Bundeswehr stationiert sind. Auch dieser stand schon unter Beschuss. (dpa)
Gasmangel drosselt in Indien Verbrauch von Speiseöl und Zucker
Der Mangel an Flüssiggas (LPG) senkt in Indien den Verbrauch von Zucker und Speiseöl, da viele Restaurants in der Sommersaison ihren Betrieb einschränken müssen. Der Rückgang könnte die indischen Importe von Speiseölen verringern, darunter Palmöl aus Indonesien und Malaysia sowie Soja- und Sonnenblumenöl aus Argentinien, Brasilien, Russland und der Ukraine, sagt B.V. Mehta, Direktor des Branchenverbands SEA. Die indischen Speiseölimporte seien im März im Vergleich zum Vormonat um fast neun Prozent auf 1,2 Millionen Tonnen gesunken. Indien ist der weltweit zweitgrößte Importeur von LPG. Im vergangenen Jahr lag der Verbrauch bei 33,15 Millionen Tonnen. Importe decken etwa 60 Prozent der Nachfrage, wobei rund 90 Prozent dieser Einfuhren aus dem Nahen Osten stammen. Die Regierung kürzt die Lieferungen an die Industrie zugunsten privater Haushalte. (rtr)
Insider: Iran fordert sofortigen Stopp der Angriffe und Hormus-Gebühren
Ein hochrangiger iranischer Insider nennt Bedingungen der Islamischen Republik in den Verhandlungen mit den USA. Eine vorübergehende Feuerpause lehne man ab, sagt die Person der Nachrichtenagentur Reuters. Gespräche über einen dauerhaften Frieden setzten die sofortige Einstellung der Angriffe, Garantien gegen deren Wiederaufnahme sowie eine Entschädigung für entstandene Schäden voraus. Im Rahmen eines dauerhaften Abkommens fordere Teheran zudem Gebühren für die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus. Die Höhe solle von der Art des Schiffes, seiner Ladung und den jeweiligen Umständen abhängen. Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna hatte am Montag gemeldet, es gebe insgesamt zehn Punkte. Trump wies den Vorschlag als unzureichend zurück. (rtr)
Iran meldet Explosionen auf Ölinsel Charg
Der Iran hat neue Explosionen auf der Insel Charg im Persischen Golf gemeldet. Die Nachrichtenagentur Mehr berichtete, die Insel werde angegriffen. Dort hatte das US-Militär bereits Mitte März Luftangriffe ausgeführt. Details zu den möglichen Zielen waren zunächst nicht bekannt. (dpa)
Insider: Israel verzichtet auf Angriffe auf libanesisch-syrischen Übergang
Das israelische Militär verzichtet einem Insider zufolge vorerst auf einen Angriff auf den wichtigen Grenzübergang Masnaa zwischen Syrien und dem Libanon. Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam habe nach Gesprächen mit syrischen Vertretern eine US-Garantie erwirkt, dass der Übergang nicht angegriffen werde, sagt die mit der Angelegenheit vertraute Person. Israel hatte mit einem Angriff gedroht, da die libanesische Hisbollah-Miliz den Übergang für Waffenschmuggel nutze. Dem Insider zufolge ist Masnaa gegenwärtig geschlossen. (rtr)
Iran meldet Angriff auf saudiarabische Energie-Anlage
Der Iran hat nach eigenen Angaben eine petrochemische Anlage in Saudi-Arabien angegriffen. Die Meldung der halboffiziellen Nachrichtenagentur Fars bezieht sich auf den Komplex in Dschubail im Osten des Landes. Eine Stellungnahme der Regierung in Riad liegt zunächst nicht vor. (rtr)
Israelische Armee warnt Iraner vor Zugfahrten am Dienstag
Die israelische Armee hat die Bevölkerung in Iran aufgerufen, am Dienstag auf Zugfahrten zu verzichten. „Für Ihre eigene Sicherheit fordern wir Sie auf, ab sofort bis 21 Uhr iranischer Zeit im ganzen Land auf die Nutzung von Zügen oder Zugfahrten zu verzichten“, schrieb die Armee im Onlinedienst X. Zugfahrten sowie Aufenthalte in der Nähe von Gleisen „bringen Ihr Leben in Gefahr“, hieß es in dem Beitrag weiter.
Am Dienstagmorgen gab die israelische Armee zudem eine neue Angriffswelle gegen Iran bekannt. Dabei sei „Infrastruktur des iranischen Terror-Regimes in Teheran und in zusätzlichen Gebieten in Iran“ anvisiert worden, teilte die Armee auf X mit. Zugleich erklärte sie, die israelische Luftabwehr reagiere derzeit auf Raketenangriffe aus Iran. Iranische Staatsmedien meldeten derweil Explosionen aus Teheran und der nahegelegenen Stadt Karadsch. (afp)
Frankreich erwägt Spritrabatte für mobile Pflegekräfte und Landwirte
Angesichts der hohen Spritpreise hat Frankreich finanzielle Hilfe für mobile Pflegekräfte und besonders betroffene Landwirte in Aussicht gestellt. „Wir werden die Hilfen auf diejenigen beschränken, deren Branchen besonders betroffen sind“, sagte die beigeordnete Energieministerin Maud Brégeon am Dienstag dem Sender BFM. Einen Preisdeckel wie von Gewerkschaftsseite gefordert lehnte die Ministerin ab. „Dies würde erst recht zu Versorgungsengpässen führen“, betonte sie. Eine „allgemeine Hilfe“ könne sich Frankreich zudem nicht leisten, erklärte sie. (afp)
Iran meldet 18 Tote bei Luftangriff im Norden des Landes
Ein Luftangriff hat in der iranischen Provinz Albors nordwestlich von Teheran laut staatlichen Medienberichten mindestens 18 Menschen getötet. Weitere 24 Menschen seien bei dem Angriff am Dienstag verletzt worden, berichtete die der Justiz nahestehende Nachrichtenagentur Misan. Das genaue Ziel des Angriffs war zunächst unklar. Eine Reihe schwerer Luftangriffe traf auch Ziele in der iranischen Hauptstadt Teheran, darunter ein mögliches Waffenlager in den Bergen und Wohngebiete. (ap)
Bericht: Synagoge in Teheran beschädigt
In der iranischen Hauptstadt Teheran ist eine Synagoge bei einem Luftangriff schwer beschädigt worden. Die Bombardierung erfolgte um etwa 4.00 Uhr nachts, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete. Für den Angriff wurde Israels Luftwaffe verantwortlich gemacht. Ein Video der Nachrichtenagentur zeigte ein fast vollständig zerstörtes Gebäude in einer engen Gasse sowie Aufräumarbeiten. Andere iranische Medien berichteten, das Gotteshaus sei vollständig zerstört worden.
Die Synagoge wurde laut einem Bericht der iranischen Zeitung Shargh im 20. Jahrhundert erbaut und vor allem von Juden aus dem Nordosten Irans genutzt. Weitere Informationen zu Opfern gab es zunächst nicht. In Iran ist die schiitische Strömung des Islams Staatsreligion. Laut einem Bericht der israelischen Nachrichtenseite „ynet“ lebt in Iran die größte jüdische Gemeinde außerhalb Israels in der Region. In der Hauptstadt Teheran gibt es Dutzende Synagogen, die teils mehrere Hundert Jahre alt sind. (dpa)
Peseschkian: Millionen Iraner wollen ihr Leben opfern
Millionen Iranerinnen und Iraner sind laut Präsident Massud Peseschkian bereit, im Krieg ihr Leben zu opfern. Er selbst gehöre dazu, schrieb Peseschkian am Dienstag auf der Plattform X. US-Präsident Donald Trump hatte am Wochenende angekündigt, in der Nacht zum Mittwoch (MESZ) Kraftwerke und Brücken in Iran zu bombardieren, sollte das Land den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus weiterhin blockieren. „Mehr als 14 Millionen Iraner haben ihre Bereitschaft erklärt, ihr Leben im (selbstaufopfernden) Kampf zu opfern“, schrieb Peseschkian. „Auch ich war, bin und werde bereit sein, mein Leben für Iran zu geben.“
Die Angabe ist doppelt so hoch wie die zuvor von staatlichen Medien genannten Zahlen zu den Freiwilligen, die die Regierung im Laufe des Krieges per SMS und über die Medien aufgefordert hatte, sich zu melden. In Iran leben 90 Millionen Menschen. Viele von ihnen lehnten die blutige Niederschlagung der landesweiten Proteste gegen die Regierung ab. Die Zahl von mutmaßlich 14 Millionen Freiwilligen dürfte auch als Signal der Geschlossenheit angesichts der angekündigten amerikanischen Bombardierung gedacht sein. (ap)
AFP-Reporter: Mehrere Explosionen in Teheran zu hören
In Teheran ist es am Dienstag zu mehreren Explosionen gekommen. Wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete, waren aus dem Norden der Hauptstadt mehrere Explosionen zu hören. Zuvor hatten die staatliche Nachrichtenagentur Mehr sowie die Tageszeitungen Schargh und Ham Mihan von Explosionen geschrieben. (afp)
Luftangriffe auf Teheran und Militärstandorte gemeldet
Aus der iranischen Hauptstadt Teheran sind Luftangriffe gemeldet worden. Dabei seien unter anderem Wohngebiete getroffen worden, berichtete das staatliche Fernsehen. Auch der schiitische Wallfahrtsort Ghom sei Ziel von Angriffen geworden. Ziel waren dem Bericht zufolge Gebiete um Parchin, einen Militärstützpunkt, der dem iranischen Raketenprogramm zugeordnet wird, sowie Bereiche südlich der Teheraner Innenstadt. Auch der internationale Flughafen Chorramabad wurde am Dienstag angegriffen, wie die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan berichtete. In der Vergangenheit richteten sich Angriffe auf Wohngebiete gegen Mitglieder der iranischen Regierung und der Sicherheitskräfte. (ap)
Wichtige Brücke zwischen Saudi-Arabien und Bahrain wieder geöffnet
Eine wichtige Brücke zwischen Saudi-Arabien und dem Inselstaat Bahrain ist nach stundenlanger Schließung wegen der Gefahr iranischer Angriffe am Dienstag wieder geöffnet worden. Die für die Brücke King Fahd Causeway zuständige Behörde gab das auf der Plattform X bekannt. Zuvor hatte es geheißen, der Fahrzeugverkehr sei „als Vorsichtsmaßnahme“ gestoppt worden. Es drohten iranische Angriffe auf die Östliche Provinz von Saudi-Arabien, hieß es. Die 25 Kilometer lange Brücke ist die einzige Straßenverbindung zwischen Bahrain und der arabischen Halbinsel.
Saudi-Arabien berichtete am Dienstag, dass sieben ballistische Raketen aus Iran die Östliche Provinz des Landes angegriffen hätten. Raketen-Trümmerteile seien in der Nähe von Energieeinrichtungen herabgefallen, teilte ein Militärsprecher mit. Zunächst war unklar, welche Einrichtungen betroffen waren. (ap)
Saudi-Arabien wehrt erneut Angriffe ab
Saudi-Arabien hat erneut Angriffe aus Iran abgewehrt. In den letzten Stunden seien 18 Drohnen abgeschossen worden, teilte das Verteidigungsministerium am Morgen (Ortszeit) mit. Verletzte wurden zunächst nicht gemeldet. (dpa)
Flughafen im Westen Irans Ziel von Angriffen
Im Westen Irans ist ein Flughafen Ziel von Luftangriffen geworden. In der Stadt Chorramabad sei der Flughafen bombardiert worden, berichtete die Nachrichtenagentur Mehr unter Berufung auf den Vizegouverneur der Provinz Lorestan. Bei dem Angriff gab es seinen Worten zufolge keine Todesopfer. Das Ausmaß der Schäden blieb unklar. Seit mehr als fünf Wochen führen Israel und die USA Krieg gegen Iran. (dpa)
Linken-Politiker Bartsch: Berlin und Verbündete müssen Druck auf Trump erhöhen
Der Linken-Politiker Dietmar Bartsch sieht kaum Möglichkeiten, den Kurs von US-Präsident Donald Trump im Irankrieg noch zu beeinflussen. Deutschland müsse wie andere Länder dennoch versuchen, den Druck auf Trump nochmals zu erhöhen, sagte Bartsch am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“. Der Krieg müsse „schnellstmöglich beendet werden“. Allerdings sei Trump „die Meinung auch von (Bundeskanzler) Friedrich Merz sehr, sehr wenig wert“. Der Einfluss Deutschlands sei „gering“.
Dass Trump nun drohe, auch zivile Infrastruktur in Iran zu bombardieren, sei „schlicht der Wahnsinn“, sagte Bartsch. Es sei „unverantwortlich“, dass von Trump nun „immer mehr zivile Opfer ins Kalkül“ gezogen würden. Das Vorgehen des US-Präsidenten habe nichts mehr zu tun mit dem Ziel, „ein Mullah-Regime“ zu beseitigen. „Das ist ein Krieg um des Krieges willen.“ Trumps Drohungen, Brücken und Kraftwerke anzugreifen, würden „zu einer weiteren Eskalation führen“, sagte Bartsch. Zu glauben, Iran ließe sich wie von Trump behauptet „zurückbomben in die Steinzeit“, sei „ein Fehler“. Der US-Präsident habe offensichtlich „keinen Plan“. (afp)
Frankreich warnt vor „Teufelskreis“ der Eskalation in Iran
Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot hat Angriffe auf zivile Einrichtungen und Energieinfrastruktur in Iran abgelehnt. Solche Angriffe verstießen gegen die Regeln des Krieges und des Völkerrechts und würden mit Sicherheit Vergeltungsmaßnahmen Irans auslösen, sagte der Minister am Dienstag dem Fernsehsender France Info. US-Präsident Donald Trump hatte mit solchen Angriffen gedroht, sollte Teheran die Straße von Hormus nicht bis Mittwochmorgen (MESZ) für den Schiffsverkehr öffnen.
Angriffe auf zivile Anlagen würden zweifellos eine neue Eskalationsphase und Vergeltungsmaßnahmen auslösen, erklärte Barrot. Das würde die Region und die Weltwirtschaft in einen besorgniserregenden Teufelskreis ziehen. „Wir erleben bereits einen starken Anstieg der Kraftstoffpreise“, sagte der Minister. „Sollten Energieanlagen in Iran angegriffen werden, müssen wir mit Vergeltungsmaßnahmen des iranischen Regimes rechnen, die die ohnehin schon besorgniserregende Lage weiter verschärfen würden.“ (ap)
Bericht: Drei Kinder bei Luftangriff nahe Teheran getötet
Bei einem Luftangriff nahe der iranischen Hauptstadt Teheran sind einem Bericht zufolge drei Kinder ums Leben gekommen. Bei der Attacke am frühen Morgen sei ein Wohnhaus in der Pendlerstadt Pardis getroffen worden, berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur Mehr. Insgesamt seien aus den Trümmern bislang sechs Leichen geborgen worden. Seit mehr als fünf Wochen nun führen Israel und die USA Krieg gegen Iran. Augenzeugen in Teheran berichteten ebenfalls von schweren Bombardierungen in der vergangenen Nacht.
In Pardis östlich der Millionenmetropole wurden in den vergangenen 15 Jahren riesige Neubausiedlungen für Teherans wachsende Bevölkerung errichtet. Viele Menschen in der Mittelschicht erwarben dort in den Hochhäusern Eigentum, oft in der Hoffnung auf erschwinglichen Wohnraum und einen sozialen Aufstieg am Rand der Hauptstadt. Nutzer in den sozialen Medien berichteten über mehrere Raketeneinschläge in Pardis, davon mutmaßlich auch mit bunkerbrechenden Bomben. „Fenster und Häuser haben gezittert“, zitierte der bekannte Netzaktivist Vahid auf seinem Telegram-Kanal einen Bewohner aus der Stadt. (dpa)
IEA-Chef: Irankrieg wird Lage im Energiebereich ändern
Die Energiekrise infolge des Irankriegs wird nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) die geopolitische Lage im Energiebereich „grundlegend verändern“. IEA-Direktor Fatih Birol sagte der französischen Zeitung Figaro vom Dienstag, die aktuelle Krise sei „schwerwiegender als die Krisen von 1973, 1979 und 2022 zusammen“. Es gebe aber auch „Gründe für Optimismus“: So werde die Energiekrise etwa den Ausbau der Erneuerbaren Energien beschleunigen. Die Veränderungen im Energiebereich würden „Jahre dauern“, sagte Birol. Bestimmte Technologien würden sich aber schneller weiterentwickeln als andere – etwa Solar- und Windenergie, wo Anlagen „sehr schnell“ installiert werden könnten. Zudem werde die Krise auch „den Schwung zugunsten der Kernenergie, einschließlich kleiner modularer Reaktoren, wiederbeleben“.
Aktuell aber müssten die Staaten Energie „so vorsichtig wie möglich“ nutzen, sparen und die Effizienz verbessern, riet Birol. Denn „dieser Krieg legt eine der Lebensadern der Weltwirtschaft lahm“, betonte Birol – die Straße von Hormus. Betroffen seien Lieferungen nicht nur von Öl und Gas, sondern auch von Düngemitteln, Petrochemikalien, Helium und vielem mehr. Der IEA-Direktor warnte vor einem „schwarzen April“: „Der März war sehr schwierig, aber der April wird noch viel schlimmer“, wenn die Straße von Hormus de facto geschlossen bleibe. (afp)
Iran greift Tel Aviv erneut mit Streumunition an
Bei einem neuen Raketenangriff auf den Großraum Tel Aviv hat Iran nach israelischen Militärangaben erneut international geächtete Streumunition eingesetzt. Am Morgen heulten auch im Stadtzentrum der Küstenmetropole die Sirenen, die Bürger liefen in Schutzräume. Es waren dumpfe Explosionen zu hören. Ein israelischer TV-Sender berichtete, es habe etwa zehn Einschlagsorte gegeben. Dabei sei Sachschaden an Gebäuden und Fahrzeugen verursacht worden. Berichte zu Verletzten gab es zunächst nicht. Auch die Hafenstadt Eilat an der Südspitze Israels wurde nach Medienberichten mit Streumunition angegriffen. Eine Rakete mit Streumunition zerbricht häufig über dem Ziel in der Luft und verteilt dann Submunitionen, auch Bomblets genannt, über einem großen Gebiet. Diese können von der Luftabwehr kaum abgefangen werden. (dpa)
Erdölkomplex in Saudi-Arabien bei Angriffen beschädigt
In Saudi-Arabien ist laut einem Augenzeugenbericht in der Nacht zum Dienstag ein bedeutendes Erdöl-Industriegebiet angegriffen und beschädigt worden. In den Industrieanlagen des Konzerns Saudi Basic Industries Corporation (Sabic) im ostsaudiarabischen Dschubail sei nach einem Angriff ein Brand ausgebrochen, es hätten sich „sehr starke Detonationen“ ereignet, hieß es von einem Menschen vor Ort gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Das Industriegebiet von Dschubail ist eines der größten der Welt. Dort befinden sich Stahlwerke, Erdölraffinerien und Fabriken für weitere Erdölprodukte, Schmieröl und Kunstdünger. Zuvor hatte die saudiarabische Luftabwehr nach Angaben des Verteidigungsministeriums einen Angriff mit sieben ballistischen Raketen abgewehrt. Am Montag hatte die israelische Luftwaffe nach Angaben von Verteidigungsminister Israel Katz einen „heftigen Angriff“ auf das iranische Erdölindustriegebiet Asalujeh am Persischen Golf geflogen. (afp)
Bericht: Iran fordert Sicherheitsgarantien
Iran fordert für eine Feuerpause mit Israel und den USA laut einem Medienbericht Sicherheitsgarantien und ein Ende israelischer Angriffe auf die Hisbollah-Miliz im Südlibanon. Die New York Times schrieb unter Berufung auf zwei nicht namentlich genannte iranische Regierungsvertreter, Teheran wolle zudem Zusicherungen, künftig nicht Ziel weiterer Angriffe zu werden. Nach dem Bericht sieht Teherans Vorschlag vor, die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr zu öffnen. Iran wolle jedoch eine Gebühr von rund zwei Millionen Dollar pro Schiff erheben. Die Einnahmen würden mit Oman geteilt, das an die Wasserstraße angrenzt.
Iran wolle seinen Anteil an den Einnahmen für den Wiederaufbau von Infrastruktur verwenden, die bei US-israelischen Angriffen beschädigt worden sei, berichtete die New York Times weiter. Auf direkte Entschädigungsforderungen würde Teheran demnach verzichten. US-Präsident Donald Trump bezeichnete den Vorschlag am Montag als „bedeutend“, erklärte später jedoch, er sei nicht ausreichend. Trump hatte Teheran ein Ultimatum für die Öffnung der Straße von Hormus gesetzt und dieses mehrfach verlängert. Derzeit gilt es offenbar bis Dienstag 20.00 Uhr Ortszeit (Mittwoch 02.00 Uhr MESZ). (afp)
Brücke zwischen Saudi-Arabien und Bahrain geschlossen
Eine wichtige Brücke zwischen Saudi-Arabien und dem Inselstaat Bahrain ist wegen der Gefahr iranischer Angriffe am Dienstag geschlossen worden. Die für die Brücke King Fahd Causeway zuständige Behörde gab das auf der Plattform X bekannt. Der Fahrzeugverkehr sei „als Vorsichtsmaßnahme“ gestoppt worden. Es drohten iranische Angriffe auf die Östliche Provinz von Saudi-Arabien, hieß es. Die 25 Kilometer lange Brücke ist die einzige Straßenverbindung zwischen Bahrain und der arabischen Halbinsel. (ap)
Tokio: In Iran inhaftierter Japaner freigelassen
Ein seit Januar in Iran inhaftierter japanischer Staatsbürger ist der Regierung in Tokio zufolge freigelassen worden. Die japanische Botschaft in Iran habe bestätigt, dass der Japaner, der am 20. Januar festgenommen wurde, am 6. April freigelassen worden sei, erklärte der japanische Regierungssprecher Minoru Kihara am Dienstag. Der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo zufolge handelte es sich um den Leiter des Teheran-Büros des Rundfunksenders NHK.
Der Journalist sei nach seiner Festnahme in das berüchtigte Evin-Gefängnis gebracht worden, hieß es in japanischen Medien. Regierungssprecher Kihara sagte vor Journalisten lediglich, der japanische Botschafter in Iran habe sich mit dem Freigelassenen getroffen und sich vergewissert, „dass er bei guter Gesundheit ist“. Erst im März hatte die japanische Regierung die Freilassung eines weiteren japanischen Staatsbürgers in Iran bekanntgegeben. Die japanische Regierungschefin Sanae Takaichi teilte derweil mit, dass „Vorkehrungen“ für ein Telefongespräch mit dem iranischen Präsidenten Masud Peseschkian getroffen würden. (afp)
Russland gewinnt Milliarden durch Hormus-Blockade
Russland erzielt nach Berechnungen der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer durch die faktische Sperrung der Straße von Hormus mit seinen Rohstoffexporten hohe zusätzliche Milliardeneinnahmen. Die Gewinne Russlands beim Export von Öl, Gas und Dünger beliefen sich auf monatlich mehr als zehn Milliarden Euro, teilte die Kammer mit. „Russland ist damit der große Gewinner des neuen Krieges im Nahen Osten“, sagt Matthias Schepp, der Vorstandschef der Kammer, der Deutschen Presse-Agentur.
Russland profitiert von den gestiegenen Preisen für Rohstoffe auf dem Weltmarkt, weil es andere Exportrouten nutzt. Das könnte „Russland einen unverhofften Geldsegen in historischem Ausmaß bescheren“, wie Schepp in Moskau sagt. Allein bei einem anhaltenden Ölpreis von etwa 100 US-Dollar kann Russland demnach mit einem Plus gegenüber dem Haushaltsplan von 71,8 Milliarden US-Dollar (62,1 Milliarden Euro) jährlich rechnen. Der russische Haushalt ist zu großen Teilen vom Verkauf von Öl und Gas abhängig. „Beim aktuellen Preisniveau kann Moskau allein aus Öl und Gas rund 50 Milliarden Dollar Mehreinnahmen pro Jahr generieren“, so die Kammer. Russland finanziert aus den Einnahmen aus dem Rohstoffverkauf auch seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine.
Die Kammer hat auch ausgerechnet, was der Preisanstieg für Deutschland bedeutet. So können die deutsche Ölimportrechnung bei einem Preis von 100 US-Dollar je Barrel auf mehr als 60 Milliarden Euro steigen. „Zusammen mit den Gas-Mehrkosten droht der deutschen Industrie ein Kostenschock, der die erhoffte wirtschaftliche Erholung 2026 zunichtemacht“, sagt der Energieexperte der Kammer, Thomas Baier. Beim Dünger könnte Russland in einem mittleren Szenario bis zu 8,9 Milliarden Euro an Mehreinnahmen erzielen. Dagegen drohten deutschen Landwirtschaftsbetrieben Mehrkosten pro Hektar Ackerland von 36 bis 145 Euro jährlich, teilte die Kammer weiter mit. (dpa)
Resolution zur Straße von Hormus im UN-Sicherheitsrat
Der UN-Sicherheitsrat soll voraussichtlich an diesem Dienstag über einen Resolutionsentwurf von Bahrain zum Schutz der Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus abstimmen. In dem Entwurf werden betroffene Staaten dazu aufgefordert, ihre defensiven Maßnahmen zu koordinieren, um zur Sicherheit der Schifffahrt beizutragen, wie es von Diplomaten hieß. Dafür soll Iran seine Angriffe auf Handels- und Frachtschiffe einstellen. Um den Resolutionstext war tagelang im Hintergrund gerungen worden. In einer älteren Version des Dokuments wurde explizit auf Kapitel 7 der Charta der Vereinten Nationen verwiesen, das dem Sicherheitsrat die Befugnis einräumt, Maßnahmen von Sanktionen bis zu militärischer Gewalt zu ergreifen. Dagegen hätten sich etwa die Vertreter Russlands und Chinas gewehrt, hieß es. (dpa)
Drohne aus Iran tötet zwei Menschen im Nordirak
In der Kurdenregion im Nordirak sind Behördenangaben zufolge bei dem Einschlag einer Drohne aus Iran zwei Menschen getötet worden. Das Paar sei getötet worden, „als eine mit Sprengstoff beladene Drohne aus Iran in ein Wohnhaus im Unterbezirk Dara Schakran in der Provinz Erbil einschlug“, erklärte der Anti-Terror-Dienst der autonomen Region am Dienstag. Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete zudem von zwei Explosionen nahe dem Flughafen von Erbil. Wenige Stunden zuvor hatten Luftabwehrsysteme Sicherheitskreisen zufolge vier Raketen im Anflug auf den US-Konsulatskomplex in Erbil abgeschossen. Auf dem Flughafen der Stadt sind Soldaten der von den USA geführten Anti-Dschihadisten-Koalition stationiert.
Seit Beginn des Irankriegs Ende Februar ist die Kurdenregion im Nordirak immer wieder attackiert worden. Die Angriffe wurden pro-iranischen Gruppen zugeschrieben. Die meisten Geschosse wurden von der Luftabwehr abgefangen, darunter auch Drohnen über Erbil. In den vergangenen Tagen waren mehrfach Explosionen im Stadtgebiet von Erbil zu hören gewesen. (afp)
Israels Armee verkündet neue Angriffswelle gegen Iran
Die israelische Armee hat eine neue Angriffswelle gegen Iran bekanntgegeben. Dabei sei „Infrastruktur des iranischen Terror-Regimes in Teheran und in zusätzlichen Gebieten im Iran“ anvisiert worden, teilte die Armee am Dienstag auf X mit. Zugleich erklärte sie, die israelische Luftabwehr reagiere derzeit auf Raketenangriffe aus dem Iran. Iranische Staatsmedien meldeten derweil Explosionen in Teheran und der nahegelegenen Stadt Karadsch. Irans staatliche Nachrichtenagenturen Fars und Mehr gaben keine weiteren Details bekannt. Zuvor hatte die israelische Armee mitgeteilt, in der Nacht zum Montag hätten die israelischen Streitkräfte Angriffe auf die Teheraner Flughäfen Bahram, Mehrabad und Asmajesch ausgeführt und dabei mehrere iranische Flugzeuge und Hubschrauber ins Visier genommen. (afp)
UN-Chef warnt vor Angriffen auf Irans zivile Infrastruktur
UN-Generalsekretär António Guterres hat die USA und Israel aufgefordert, Irans Kraftwerke und andere zivile Infrastruktur nicht anzugreifen. Solche Angriffe würden gegen internationales Recht verstoßen, sagte sein Sprecher Stéphane Dujarric in New York. „Selbst, wenn bestimmte zivile Infrastruktur als militärisches Ziel eingestuft werden könnte, würde das humanitäre Völkerrecht Angriffe darauf dennoch verbieten“, wenn „übermäßige“ Schäden für Zivilisten zu erwarten seien. Es sei „höchste Zeit, dass die Parteien diesen Konflikt beenden“, sagte Guterres laut dem Sprecher. US-Präsident Donald Trump hat Iran mit der Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke binnen weniger Stunden nach Ablauf seines jüngsten Ultimatums gedroht. (dpa)
Irans Armee weist Trumps „arrogante Rhetorik“ zurück
Irans Militärführung hat die Warnungen von US-Präsident Donald Trump vor einer Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke des Landes als „arrogante Rhetorik und haltlose Drohungen“ abgetan. Trump sei „wahnhaft“, sagte der Sprecher der Khatam-al-Anbiya-Kommandozentrale, Ebrahim Zolfaqari, laut Staatsmedien. Die „rüde, arrogante Rhetorik und haltlosen Drohungen des wahnhaften US-Präsidenten“ würden die Angriffe gegen die „amerikanischen und zionistischen Feinde“ nicht stoppen, wurde der Militärsprecher zitiert. (dpa)
IAEA warnt vor „sehr realer Bedrohung“ von AKW Buchehr
Angesichts des bereits vierten Angriffs auf das Gelände des iranischen Atomkraftwerks Buschehr hat die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) vor einer „sehr realen Bedrohung für die nukleare Sicherheit“ gewarnt. Luftangriffe auf ein in Betrieb befindliches Akw „könnten einen schweren radiologischen Unfall mit schädlichen Folgen für Mensch und Umwelt im Iran und darüber hinaus“ verursachen, erklärte IAEA-Chef Rafael Grossi am Montag auf X. Diese „sehr reale Bedrohung“ müsse aufhören. Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Irna war am Samstag bei einem Angriff auf das Gelände von Buschehr ein Sicherheitsmann getötet worden. An den Atominstallationen seien jedoch keine Schäden entstanden. Der Angriff sei jedoch lediglich 75 Meter von dem Akw-Gelände entfernt eingeschlagen, erklärte Grossi basierend auf einer IAEA-Auswertung von Satellitenbildern. „Eine Nuklearanlage und ihre Umgebung sollten niemals angegriffen werden“, warnte er. Das Akw Buschehr im Südwesten Irans verfügt über den einzigen in Betrieb befindlichen Atomreaktor des Landes, der nach Angaben der IAEA im Jahr 2011 erstmals ans Stromnetz angeschlossen worden ist.
Russland war an dem Bau des Akw beteiligt, russische Techniker unterstützten den Betrieb vor Ort. Wenige Stunden nach dem jüngsten Angriff auf Buschehr erklärte Moskau, dass 198 weitere russische Arbeiter von dem Atomkraftwerk abgezogen worden seien. Bereits Ende März waren gut 160 russische Arbeiter nach US-israelischen Angriffen von dem Gelände fortgebracht worden. Nach Einschätzung der IAEA ist Iran das einzige Land ohne eigene Atomwaffen, das Uran auf 60 Prozent anreichert. Westliche Staaten werfen Iran seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben, was Teheran bestreitet. (afp)
Trump droht Journalisten wegen Infos zu Piloten-Rettung
US-Präsident Donald Trump fordert von einem Medium den Namen eines angeblichen Informanten zur Rettung der Kampfjet-Besatzung in Iran und droht mit Gefängnis. Um welches Medium es geht, sagte er nicht. Er ergänzte, man werde unter Verweis auf die nationale Sicherheit die Herausgabe des Namens bei Androhung von Gefängnis verlangen. Der Präsident sagte, man habe zunächst nicht über die erste Rettung – die des Piloten – gesprochen. Dann habe jemand etwas durchgestochen, ergänzte Trump. Durch die Information zur Rettung des Piloten und deren Veröffentlichung sei in Iran klar gewesen, dass das zweite Besatzungsmitglied noch vermisst werde. Das habe die Rettung erschwert. (dpa)
Trump: Fehlende Nato-Hilfe wird ewiger Makel sein
Wenige Tage vor einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte hat US-Präsident Donald Trump seine Kritik am Bündnis bekräftigt. „Ich glaube, das ist ein Makel für die Nato, der niemals verschwinden wird“, sagte er bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus mit Blick auf die Haltung der Partner zum Irankrieg. Er warf Verbündeten vor, zu spät Unterstützung in Aussicht gestellt zu haben. „Ich brauche keine Hilfe, nachdem wir gewonnen haben“, sagte er weiter. Der Republikaner hatte die Nato-Alliierten kurz nach Beginn des Krieges mit Iran gedrängt, den USA bei der Sicherung der Straße von Hormus zu Hilfe zu kommen. Damit sollte der freie Warenhandel auf der für den globalen Öltransport wichtigen Schiffsroute gewährleistet werden. Wegen des Krieges ist die Straße faktisch fast vollständig blockiert, das hat dramatische Folgen für die Ölpreise.
In den vergangenen Wochen hatte Trump die zukünftige Rolle der USA in der Nato thematisiert. So sagte er der Financial Times, die Nato werde vor einer düsteren Zukunft stehen, sollten sie nicht bei der Sicherung der Straße von Hormus helfen. Sollte es „keine Reaktion geben oder sollte die Reaktion negativ ausfallen, wird dies, denke ich, sehr schlecht für die Zukunft der Nato sein“, wurde Trump zitiert. Dem Telegraph sagte er, es stehe kaum noch zur Debatte, dass die Mitgliedschaft der USA nach dem Ende des Krieges überdacht werden müsse. Die Nato sei ein „Papiertiger“. (dpa)
Brücken, Kraftwerke: Trump droht Iran mit Zerstörung
US-Präsident Donald Trump hat Iran mit einer Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke binnen weniger Stunden nach Ablauf seines Ultimatums gedroht. Die USA könnten innerhalb von vier Stunden eine „völlige Zerstörung“ herbeiführen, sagte Trump im Weißen Haus. Die Frist, die er Teheran zur Öffnung der Straße von Hormus gesetzt hat, läuft nach deutscher Zeit um 2.00 Uhr in der Nacht zum Mittwoch ab.
Über seine angedrohte Zerstörung iranischer Brücken und Kraftwerke sagte Trump, man wolle nicht, dass das passiert. Er betonte aber zugleich: „Wir haben einen Plan.“ Jedes Kraftwerk werde in diesem Fall vom Netz gehen, brennen, explodieren und niemals mehr genutzt werden können. Kurz zuvor hatte er bereits gedroht: „Das ganze Land kann in einer Nacht ausgeschaltet werden, und diese Nacht könnte morgen sein“.
Trumps Angriffsdrohungen gegen auch zivile Infrastruktur sind auch in den USA umstritten. Kritiker warnen vor möglichen Kriegsverbrechen. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, der ebenfalls an der Pressekonferenz im Weißen Haus teilnahm, kündigte dort an, die amerikanischen Luftangriffe im Irankrieg auszuweiten: „Heute wird – auf Anweisung des Präsidenten – der größte Umfang an Angriffen seit Beginn des Einsatzes geflogen“, sagte er. „Und dann hat Iran eine Wahl.“ (dpa)
Trump dringt auf Deal
Diplomatische Bemühungen für einen Ausweg aus dem Krieg laufen nach Darstellung Trumps unterdessen weiter. Man verhandele mit Iran – er denke, es laufe gut, sagte er. Zu Bemühungen um eine Waffenruhe könne er nichts sagen. Er könne jedoch sagen, dass Iran gerne eine Einigung erzielen wolle. Der US-Präsident hatte in der Vergangenheit bereits häufiger von guten und produktiven Gesprächen gesprochen und betont, dass Iran einen Deal wolle. Teheran hatte die US-Angaben teilweise zurückgewiesen. Aus pakistanischen Geheimdienstkreisen hieß es am Ostermontag, den Kriegsparteien sei ein Plan für eine 45-tägige Waffenruhe mit Friedensgesprächen vorgelegt worden. Eine Annäherung, insbesondere für die Öffnung der von Iran blockierten Straße von Hormus, schien aber weit entfernt.
Die iranische Führung übermittelte eigenen Angaben nach jüngst ihre „Forderungen und Ansprüche“ an die Vermittler. Die Forderungen der USA seien „überzogen und inakzeptabel“, sagte Außenamtssprecher Ismail Baghai laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Im Gespräch ist seit längerer Zeit ein 15-Punkte-Plan der USA, der von Iran große Zugeständnisse fordert. Neben Pakistan vermitteln Saudi-Arabien, Ägypten und die Türkei zwischen Washington und Teheran. Iran setzte seine Raketen- und Drohnenangriffe auf die Nachbarländer am Golf derweil auch zu Wochenbeginn fort.
Das US-Nachrichtenportal „Axios“ berichtete unter Berufung auf Aussagen von vier US-amerikanischen, israelischen und regionalen Quellen, die 45-tägige Waffenruhe sei die einzige Chance, eine dramatische Eskalation noch zu verhindern. Nach einem Bericht des iranischen Staatssenders Irib übermittelte Iran allerdings ein zehnseitiges Forderungspapier, in dem er eine Waffenruhe ablehnt und stattdessen unter anderem ein dauerhaftes Kriegsende fordert sowie Reparationen. Trump betonte nun, man brauche eine Einigung und Teil davon müsse es sein, dass ein freier Transport von Öl durch die Straße von Hormus wieder gewährleistet sei. (dpa)
Israels Militär rüstet sich für wochenlangen Kampf gegen Iran
Das israelische Militär stellt sich auf andauernde Gefechte gegen Iran ein. Generalstabschef Ejal Zamir habe bereits Schlachtpläne für die kommenden drei Wochen gebilligt, falls es keine Feuerpause gebe, berichtete Militärsprecher Effie Defrin am Montag vor Reportern. „Mit jedem Tag, der vergeht, treffen wir sie immer stärker. Wir haben bereits sehr gute Erfolge erzielt und wollen hervorragende Ergebnisse erreichen.“ (ap)
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