+++ Nachrichten im Iran-Krieg +++: Trump nennt Krieg „fast vorüber“
Der US-Präsident deutet mögliche weitere Gespräche mit Iran an, die Türkei und Pakistan vermitteln derweil. Kämpfe zwischen Israel und Hisbollah gehen weiter.
Iran erwartet pakistanische Delegation noch am Mittwoch
Pakistan betätigt sich weiter als Vermittler im Iran-Krieg. Das iranische Außenministerium teilt staatlichen Medien zufolge mit, man erwarte am Mittwoch eine pakistanische Delegation, die Botschaften aus den USA überbringen solle. Ein Datum für eine Fortsetzung der Gespräche zwischen Teheran und Washington stehe jedoch noch nicht fest, berichtet die Nachrichtenagentur Mehr. Seit der Rückkehr der iranischen Delegation aus Pakistan am Samstag laufe der Nachrichtenaustausch weiter. Bei den Gesprächen gehe es um ein vollständiges Ende des Krieges, die Aufhebung von Sanktionen sowie um Entschädigungen für US-israelische Angriffe auf den Iran. Berichte über eine Verlängerung der Waffenruhe bestätigt das Ministerium nicht. (rtr)
Trump: China wird Iran keine Waffen liefern
China hat nach Angaben von US-Präsident Donald Trump einen Verzicht auf Waffenlieferungen an den Iran erklärt. Die Volksrepublik sei „sehr glücklich, dass ich die Straße von Hormus dauerhaft öffne“, schrieb Trump am Mittwoch in sozialen Medien. „Sie haben zugestimmt, keine Waffen an den Iran zu liefern.“ Berichten zufolge hat China erwogen, Waffen an den Iran zu liefern. Das chinesische Außenministerium hat in den vergangenen Tagen wiederholt bestritten, dass die Volksrepublik den Iran in irgendeiner Form militärisch unterstützt. Trump sagte am Dienstag in einem Interview, der chinesische Präsident Xi Jinping habe in Abrede gestellt, dass China den Iran mit Waffen versorge. (ap)
Trump rudert nach Kritik an Spritpreis-Aussage zurück
US-Präsident Donald Trump ist nach kritischen Reaktionen auf seine Äußerungen zur Entwicklung der Spritpreise zurückgerudert. In einem Interview mit Fox News hatte er am Sonntag eingeräumt, dass die Öl- und Benzinpreise bis zu den Kongresswahlen im November auf dem aktuell hohen Niveau bleiben oder „vielleicht ein bisschen höher“ ausfallen könnten. Doch in einem weiteren Gespräch des Nachrichtensenders, das am Dienstag im Weißen Haus aufgezeichnet und am Mittwoch ausgestrahlt wurde, behauptete er, dass er falsch zitiert worden sei.
Trump sagte, er sei zufrieden mit einem Ölpreis von etwa 92 Dollar pro Barrel (159 Liter). „Er wird sehr stark nach unten gehen, sobald das hier vorbei ist“, erklärte er mit Blick auf den Iran-Krieg. „Und ich denke, das kann sehr bald vorbei sein.“ Im späteren Verlauf des Interviews sagte der Präsident voraus, dass die Benzinpreise, die derzeit im Schnitt etwas über vier Dollar pro Gallone (3,785 Liter) liegen, bis zu den Wahlen „deutlich niedriger“ sein würden. Mit Verweis auf den Krieg prophezeite er: „Wenn das geregelt ist, werden die Benzinpreise enorm sinken.“ (ap)
Trump: Iran-Krieg steht kurz vor dem Ende
US-Präsident Donald Trump geht davon aus, dass der Krieg im Iran in Kürze enden wird. Er betrachte den Krieg als beinahe beendet, sagt er in einem am Dienstag aufgenommenen Interview mit dem Sender Fox Business Network. Die Führung in Teheran werde sich auf eine Vereinbarung einlassen. Zudem öffne sich die Straße von Hormus wieder. Zugleich warnt Trump Länder, die den USA ihre Hilfe verweigert haben: Zu diesen Staaten unterhalte man nicht mehr dieselbe Beziehung. (rtr)
Iran droht wegen Seeblockade mit Angriffen
Irans Militärführung hat angesichts der US-Seeblockade mit einer Wiederaufnahme von Angriffen gedroht. Sollte die Blockade die Sicherheit von iranischen Handelsschiffen und Öltankern bedrohen, werde sie einen Bruch der Waffenruhe einleiten, hieß es in einer Mitteilung der Militärführung, wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete. Als mögliche Konsequenzen auf einen Bruch der Waffenruhe nannte die Militärführung auch eine Blockade im Roten Meer, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete. Konkret könnte die mit Teheran verbündete Huthi-Miliz im Jemen den Schiffverkehr in der Meerenge Bab al-Mandab mit Drohungen und Angriffen blockieren. Sie verbindet über den Suezkanal Europa mit Asien und gehört zu den wichtigsten Routen für den Handel auf See. (dpa)
Trotz Libanon-Gesprächen in den USA: Angriffe zwischen Israel und Hisbollah fortgesetzt
Nach den ersten direkten Gesprächen zwischen Vertretern Israels und des Libanon seit Jahrzehnten sind die gegenseitigen Angriffe zwischen der israelischen Armee und der libanesischen Hisbollah-Miliz unvermindert weitergegangen. Israel beschoss am Mittwoch eine Reihe von Zielen im Südlibanon. Die pro-iranische Hisbollah feuerte ihrerseits zahlreiche Raketen auf den Norden Israels ab. Die israelische Armee teilte am Mittwoch mit, sie habe innerhalb von 24 Stunden mehr als 200 Hisbollah-Ziele im südlichen Libanon angegriffen. Getroffen worden seien unter anderem „Terroristen“, militärische Infrastruktur und rund 20 Raketenwerfer. Angaben zu möglichen Toten durch die Angriffe machten die israelischen Streitkräfte nicht.
Kurz zuvor hatte die israelische Armee eine neue Evakuierungsaufforderung an die Bevölkerung herausgegeben. „Die Luftangriffe gehen weiter“, hieß es darin. Alle Bewohner sollten sich „unverzüglich“ in Gebiete nördlich des Flusses Sahrani zurückziehen. Der Fluss liegt rund 40 Kilometer nördlich der Grenze zwischen dem Libanon und Israel. Die amtliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete von zwei israelischen Luftangriffen auf Fahrzeuge im Süden des Libanons. Eine Attacke erfolgte demnach in der Ortschaft Sadijat, eine weitere auf einer Küstenstraße im nahen Dschijeh. Auch andere Orte im Süden des Landes wurden demnach attackiert. Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete von einem ausgebrannten Lieferwagen, aus dem Rettungskräfte menschliche Überreste bargen. Die Hisbollah erklärte ihrerseits, Israel mit zehn Raketen angegriffen zu haben. Das israelische Militär bestätigte den Beschuss. Es gab die Zahl der Raketen, die bis zum Vormittag auf israelisches Gebiet abgefeuert worden seien, aber mit 30 an. Die Hisbollah berichtete darüber hinaus von heftigen Kämpfen um die grenznahe Stadt Bint Dschubail. (afp)
Trump: Habe Chinas Präsidenten Xi gebeten, dem Iran keine Waffen zu liefern
US-Präsident Donald Trump hat den chinesischen Präsidenten Xi Jinping nach eigenen Angaben in einem Brief gebeten, dem Iran keine Waffen zu liefern. Xi habe daraufhin geantwortet, dass China die Regierung in Teheran nicht beliefere, sagte Trump in einem am Dienstag aufgezeichneten Interview mit dem US-Sender Fox Business Network. Wann der Briefwechsel stattfand, ließ er offen. Trump hatte in der vergangenen Woche Ländern mit sofortigen Zöllen von 50 Prozent gedroht, sollten sie Waffen an den Iran liefern. Die Entwicklungen auf dem globalen Ölmarkt wegen des Krieges im Iran und der Veränderungen in Venezuela dürften sich Trump zufolge nicht auf sein geplantes Treffen mit Xi im kommenden Monat auswirken. „Er ist jemand, der Öl braucht. Wir nicht“, sagte Trump. (rtr)
Iranische Armee droht mit Blockade im Roten Meer
Die iranische Armee hat mit einer Blockade der Schifffahrt durch das Rote Meer und den Persischen Golf gedroht, falls die USA weiterhin iranische Häfen in der Straße von Hormus blockieren. Sollten die USA ihre Blockade fortsetzten und damit weiter iranische Handelsschiffe und Öltanker in Gefahr bringen, würde dies „eine Vorstufe“ zu einer Verletzung der geltenden Waffenruhe darstellen, sagte Armeekommandeur Ali Abdollahi laut einem Bericht des iranischen Staatsfernsehens. In diesem Fall würden die iranischen Streitkräfte „keinerlei Exporte oder Importe durch den Persischen Golf, den Golf von Oman und das Rote Meer zulassen“, warnte Abdollahi. (afp)
Pakistan kündigt tägliche Stromabschaltungen an
Angesichts der stark gestiegenen Ölpreise infolge des Iran-Kriegs hat Pakistans Regierung angekündigt, dass im Großteil des Landes künftig täglich für zwei Stunden und 15 Minuten der Strom abgeschaltet wird. Dies werde abends zwischen 17.00 Uhr und 1.00 Uhr erfolgen, teilte die Regierung am Mittwoch mit. Damit solle die Nutzung teurer Brennstoffe reduziert und ein starker Preisanstieg verhindert werden. Ausgenommen sind die Städte Karachi und Hyderabad im Süden des Landes. Dort stehe eine „kostengünstige Stromerzeugung zur Verfügung“, erklärte die Regierung. (afp)
Agentur: VAE und Iran telefonieren zu möglicher Deeskalation im Krieg
Der Vizepräsident der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Scheich Mansur bin Sajid, und der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf haben der staatlichen Nachrichtenagentur WAM zufolge über eine Deeskalation im Iran-Krieg beraten. Das seltene Telefonat fand vor dem Hintergrund der jüngsten Spannungen statt. Die VAE haben iranische Angriffe auf Golfstaaten als Terrorakte verurteilt und fordern eine bedingungslose Öffnung der Straße von Hormus. (rtr)
Lawrow: Russland könnte angereichertes Uran aus Iran einlagern
Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat eine Einlagerung von angereichertem Uran aus dem Iran in Russland vorgeschlagen. Moskau sei bereit, bei der Lösung der Frage nach dem Umgang mit dem Uran mitzuwirken, sagte Lawrow bei einem Besuch in China am Mittwoch. Für die Rolle Moskaus seien verschiedene Szenarien denkbar, neben einer Verbringung des Atommaterials nach Russland etwa die Verarbeitung hoch angereicherten Urans zu Brennstoffqualität. Denkbar sei alles, was für den Iran akzeptabel sei, „ohne – ich wiederhole – sein unveräußerliches Recht zu verletzen, Uran für friedliche Zwecke anzureichern, wie es das Recht jedes anderen Staates ist“, sagte Lawrow in Peking. (ap)
Norwegens Ölexporte im März auf Rekordwert gestiegen
Die Ölexporte Norwegens, des größten Ölproduzent Europas, haben im März wegen des Iran-Kriegs einen Rekordwert erreicht. Das Land führte im vergangenen Monat Öl im Wert von 57,4 Milliarden norwegische Kronen (5,2 Milliarden Euro) aus, das waren knapp 68 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie am Mittwoch das norwegische Statistikamt mitteilte. Der Preis pro Barrel (159 Liter) lag demnach im Monatsdurchschnitt bei 107,52 Dollar (91,2 Euro). Die enorme Steigerung kommentierte am Dienstag auch US-Präsident Donald Trump. Er forderte, dass Großbritannien mehr Öl fördern soll.
„Europa leidet unter einem akuten Energiemangel, und dennoch weigert sich das Vereinigte Königreich, das Nordseeöl, eines der größten Ölfelder der Welt, zu erschließen. Tragisch“, schrieb er am Dienstag in seinem Onlinedienst Truth Social. „Norwegen verkauft sein Nordseeöl zum doppelten Preis an das Vereinigte Königreich. Die verdienen ein Vermögen.“ Norwegen ist der wichtigste Öllieferant für Deutschland: Im vergangenen Jahr kamen mit einem Anteil von 16,6 Prozent die meisten Rohölimporte aus dem skandinavischen Land. Darauf folgten mit 16,4 Prozent die USA und mit 13,8 Prozent Libyen. (afp)
Türkei bemüht sich um Verlängerung von US-Iran-Waffenruhe
Die Türkei setzt sich nach den Worten von Präsident Tayyip Erdogan für eine Verlängerung der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran ein. Ankara arbeite daran, die Spannungen abzubauen und die Fortsetzung von Gesprächen zu sichern, sagt Erdogan vor Abgeordneten in Ankara. Die Angriffe Israels auf den Libanon schadeten den Friedenshoffnungen. Das durch die Waffenruhe geschaffene Zeitfenster müsse genutzt werden. (rtr)
Hisbollah-Abgeordneter: Spaltung im Libanon könnte sich vertiefen
Die Spaltung im Libanon könnte sich laut der Hisbollah wegen der Gespräche zwischen Israel und der libanesischen Regierung vertiefen. Der Hisbollah-Abgeordnete Hassan Fadlallah fordert die Regierung auf, diesen Schritt zu überdenken. Die mit dem Iran verbündete Gruppe strebe einen umfassenden Waffenstillstand an und keine Rückkehr zu den fast täglichen israelischen Angriffen und Attentaten, wie es sie nach dem Abkommen auf eine Waffenruhe vom November 2024 gegeben habe, fügt er hinzu. (rtr)
Vermittler bemühen sich um Verlängerung der Waffenruhe im Iran-Krieg
Vermittler zwischen dem Iran und den USA streben nach Angaben von Regierungsvertretern aus der Golfregion eine Verlängerung der in einer Woche auslaufenden Waffenruhe an. Auf diese Weise solle die Diplomatie eine weitere Chance erhalten, sagten zwei Regierungsvertreter am Mittwoch. Die Kriegsparteien hätten einem solchen Schritt prinzipiell zugestimmt. Die Vermittler wollen die Waffenruhe, die am 22. April ausläuft, den Angaben zufolge um mindestens zwei Wochen verlängern. Sie arbeiteten zudem an einem Kompromissvorschlag für die Hauptstreitpunkte – das iranische Atomprogramm, die Schifffahrt in der Straße von Hormus und ein Ausgleich für Kriegsschäden, sagte einer der Regierungsvertreter, der in die Vermittlungsversuche eingebunden ist. (ap)
Zeitung: USA wollen Tausende weitere Truppen nach Nahost verlegen
Die USA bereiten einem Medienbericht zufolge die Verlegung Tausender weiterer Soldaten in den Nahen Osten vor. Dies solle in den kommenden Tagen geschehen, berichtet die „Washington Post“ unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute US-Regierungsvertreter. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump wolle so den Druck auf den Iran erhöhen, einem Abkommen zuzustimmen. Der Bericht ließ sich zunächst nicht bestätigen. (rtr)
Moskau betont Recht des Iran auf Uran-Anreicherung zu zivilen Zwecken
Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat dem Iran ein Recht auf Uran-Anreicherung attestiert. „Das Recht auf Uran-Anreicherung für zivile Zwecke ist ein unveräußerliches Recht der Islamischen Republik Iran“, sagte Lawrow am Mittwoch während eines Chinabesuchs. Russland werde jeden Ansatz akzeptieren, der diesem Prinzip Rechnung trage, unabhängig davon, ob der Iran sein Recht nach Verhandlungen mit den USA für eine bestimmte Zeit aussetze oder nicht. Lawrow betonte, Russland und China unterstützten nachdrücklich die Gespräche zur Beendigung des Krieges im Nahen Osten, „damit die Parteien realistische und faire Ziele erreichen können, wobei die legitimen Rechte jeder Partei in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht voll respektiert werden“ müssten. (ap)
Organisation: Journalist in Kuwait festgenommen
In Kuwait ist ein Journalist, der auch US-Staatsbürger ist, nach der Verbreitung von Videos zum Iran-Krieg festgenommen worden. Seit sechs Wochen gebe es kein Lebenszeichen von Ahmed Schihab-Eldin, teilte das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) mit, das sich für den Schutz von Reportern weltweit einsetzt. Es werde davon ausgegangen, dass dem Journalisten unter anderem die Verbreitung von Falschnachrichten vorgeworfen werde. Er war Anfang März nach Kuwait gereist, um seine Familie zu besuchen. Von den Behörden in Kuwait gab es zunächst keine Bestätigung und auch keinen Kommentar zu dem Fall. Schihab-Eldin ist auch Staatsbürger Kuwaits und berichtete unter anderem für die Nachrichtensender CNN, PBS, Al Jazeera und die US-Zeitung „New York Times“. (dpa)
Südkorea umgeht bei künftigen Öllieferungen die Straße von Hormus
Südkorea will mit neuen Lieferverträgen für Öl und Naphtha die Auswirkungen des Iran-Krieges auf seine Wirtschaft in Grenzen halten. Das Land habe mit Golfstaaten und Kasachstan Abkommen über die Lieferung von 273 Millionen Barrel Öl und 2,1 Millionen Tonnen Naphtha geschlossen, teilte das Büro von Präsident Lee Jae Myung am Mittwoch mit. Die Verträge seien während seiner Besuche in Kasachstan, Oman, Saudi-Arabien und Katar in der vergangenen Woche erzielt worden, sagte Moons Stabschef Kang Hoon Sik.
Das Öl komme größtenteils aus Saudi-Arabien, sagte Kang. Ein Teil davon werde über das Rote Meer geliefert, um die Straße von Hormus zu umgehen. Oman wird etwa 1,6 Millionen Tonnen Naphtha liefern, einen wichtigen petrochemischen Rohstoff für die Kunststoffherstellung, den Südkorea bisher hauptsächlich über die Straße von Hormus bezog. Kriegsbedingte Engpässe bei der Versorgung mit Naphtha haben in Südkorea Befürchtungen über Unterbrechungen in der Industrie und Engpässe bei medizinischen Produkten wie Infusionsbeuteln und Spritzen aufkommen lassen. (ap)
Russland stellt China wegen Nahost-Krise mehr Energie in Aussicht
Russland stellt China und anderen Ländern angesichts der Engpässe durch den Iran-Krieg zusätzliche Energielieferungen in Aussicht. Außenminister Sergej Lawrow sagte am Mittwoch bei einem Besuch in Peking, Moskau sei bereit, Engpässe auf den Märkten auszugleichen. „Russland kann natürlich den Ressourcenmangel ausgleichen, mit dem sowohl China als auch andere Länder konfrontiert sind“, erklärte Lawrow russischen Nachrichtenagenturen zufolge. Voraussetzung sei eine gleichberechtigte Zusammenarbeit. (rtr)
IAEA-Chef fordert klare Kontrollmechanismen für Irans Atomprogramm
Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Rafael Grossi, hat zur Berücksichtigung klarer Kontrollmechanismen für das iranische Atomprogramm in einem möglichen Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran aufgerufen. Es brauche ein gründliches Verifizierungssystem für das Atomprogramm, sagte Grossi am Mittwoch. „Der Iran hat ein sehr ambitioniertes, breit gefasstes Atomprogramm, daher wird für all das die Anwesenheit von IAEA-Inspektoren erforderlich sein“, sagte Grossi zu Reporterinnen und Reportern in Südkorea. „Sonst wird man kein Abkommen haben. Man wird die Illusion eines Abkommens haben.“ Eine Vereinbarung über Atomtechnologie brauche „sehr detaillierte Verifizierungsmechanismen“, sagte er. (ap)
Pakistans Premier reist nach Saudi-Arabien, Katar und in die Türkei
Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif hat eine Reise nach Saudi-Arabien, Katar und in die Türkei angekündigt. Die Gespräche von Mittwoch bis Samstag sollten sich auf die bilateralen Beziehungen konzentrieren, teilte das Außenministerium mit. Pakistan versucht jedoch, die USA und den Iran in den kommenden Tagen erneut an einen Tisch zu bringen, bevor die Waffenruhe im Iran-Krieg am 22. April ausläuft. Es wurde erwartet, dass Sharif in Saudi-Arabien und Katar die Zusammenarbeit sowie Frieden und Sicherheit in der Region erörtern wird. In der Türkei wird er voraussichtlich an einem diplomatischen Forum teilnehmen und mit Präsident Recep Tayyip Erdogan und anderen ranghohen Politikern der Welt zusammentreffen. (ap)
Trump: Iran-Krieg ist „fast vorüber“
Der Iran-Krieg nähert sich nach Einschätzung von US-Präsident Donald Trump seinem Ende. Der Krieg sei „fast vorüber“, sagte Trump dem Sender Fox Business laut am Dienstag (Ortszeit) vorab veröffentlichten Interviewauszügen. Die iranische Führung wolle in Verhandlungen mit der US-Regierung „wirklich eine Einigung erreichen“. Zuvor hatte Trump eine mögliche neue Gesprächsrunde mit dem Iran angedeutet. „In den kommenden zwei Tagen“ könne mit Blick auf die Iran-Verhandlungen „etwas passieren“, sagte er einem Reporter der „New York Post“. (afp)
Sri Lanka fliegt nach US-Angriff gestrandete iranische Marinesoldaten aus
Rund sechs Wochen nach der Versenkung eines iranischen Kriegsschiff durch einen US-Angriff hat Sri Lanka 238 seither in dem Land gestrandete iranische Marinesoldaten in deren Heimat zurückgebracht. 32 von der versenkten „IRIS Dena“ gerettete iranische Seeleute sowie 206 Besatzungsmitglieder der „IRIS Buschehr“ seien mit einem Charterflug in den Iran zurückgekehrt, sagte Verteidigungs-Staatssekretär Aruna Jayasekara am Mittwoch. Die „IRIS Dena“ war Anfang März zu Beginn des Iran-Kriegs durch einen Torpedo-Treffer eines US-U-Boots vor Sri Lanka versenkt worden. 104 Besatzungsmitglieder wurden nach iranischen Angaben bei dem Angriff getötet. Nach dem Angriff hatte die „IRIS Buschehr“ Zuflucht in einem srilankischen Hafen gesucht. Sie ankert weiterhin vor der Nordostküste des Landes. (afp)
„Denke nicht über Verlängerung der Waffenruhe nach“
US-Präsident Donald Trump denkt nach eigenen Worten nicht über eine Verlängerung der noch eine Woche laufenden Waffenruhe mit dem Iran nach. Es könne so oder so ausgehen, sagte Trump am Dienstag dem Sender ABC News. Ein Abkommen sei jedoch vorzuziehen, da das Land dann den Wiederaufbau angehen könne. Die USA und der Iran hatten vor einer Woche eine zweiwöchige Waffenruhe vereinbart, um eine diplomatische Lösung des Konflikts zu erreichen.
US-Vizepräsident JD Vance gibt sich zuversichtlich über den Verlauf der Verhandlungen zur Beendigung des Iran-Krieges. Es gebe zwar viel Misstrauen zwischen Washington und Teheran, das nicht über Nacht gelöst werden könne, sagt Vance bei einer Veranstaltung. Die iranischen Unterhändler wollten jedoch eine Einigung erzielen. „Ich habe ein sehr gutes Gefühl, was unsere Position angeht“, sagte er. Die Gespräche könnten nach Angaben von Präsident Donald Trump in den kommenden zwei Tagen in Pakistan wiederaufgenommen werden. Eine fragile zweiwöchige Waffenruhe läuft noch eine Woche. (rtr)
EU plant wegen Iran-Kriegs niedrigere Stromsteuern
Die EU will einem Medienbericht zufolge die Stromsteuern senken und den Ausbau erneuerbarer Technologien beschleunigen. Damit sollen Verbraucher vor den deutlich gestiegenen Öl- und Erdgaspreisen infolge des Iran-Krieges geschützt werden, zitierte die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag aus einem Entwurf der EU-Kommission, der am 22. April veröffentlicht werden soll. Demnach soll Strom geringer besteuert werden als fossile Brennstoffe. Zudem soll es den Mitgliedstaaten erleichtert werden, die Stromsteuer für energieintensive Industrien auf null zu senken. Eine Sprecherin der EU-Kommission lehnte eine Stellungnahme ab.
Die europäischen Erdgaspreise hatten sich in den ersten drei Wochen des Iran-Krieges fast verdoppelt und lagen am Dienstag trotz eines leichten Rückgangs noch immer rund 35 Prozent über dem Vorkriegsniveau. Europa könne es sich nicht leisten, immer häufigeren Energieschocks ausgesetzt zu bleiben, hieß es in dem Entwurf laut Bericht. Jede verzögerte Investition in die Energiewende berge das Risiko höherer Kosten für die Gesellschaft.
Um Preisspitzen durch gleichzeitige Käufe zu vermeiden, plant die EU dem Bericht zufolge ab diesem Monat, die Befüllung der Erdgasspeicher zu koordinieren. Vor dem Sommer soll zudem ein Elektrifizierungsziel vorgeschlagen werden, um die Industrie zum Umstieg von fossilen Brennstoffen auf Strom zu bewegen. Im kommenden Monat sollen den Energieministern der Mitgliedstaaten darüber hinaus Investitionskataloge für energiesparende und kohlenstoffarme Technologien vorgelegt werden, flankiert von Vorgaben für die Finanzierung intelligenter Stromnetze. (rtr)
Iran nutzte chinesischen Spionagesatelliten für Angriffe auf US-Stützpunkte
Iran hat einem Zeitungsbericht zufolge heimlich einen chinesischen Spionagesatelliten erworben und damit während des Krieges im Nahen Osten US-Militärstützpunkte in der Region ins Visier genommen. Die Financial Times berichtete am Mittwoch unter Berufung auf durchgestochene iranische Militärdokumente, die Luft- und Raumfahrtkräfte der Iranischen Revolutionsgarde hätten den Satelliten TEE-01B Ende 2024 übernommen. Dieser sei von dem chinesischen Unternehmen Earth Eye gebaut und ins All gebracht worden. Die iranischen Kommandeure hätten mit dem Satelliten US-Militäranlagen beobachtet. Die Zeitung berief sich dabei auf mit Zeitangaben versehene Koordinatenlisten, Satellitenbilder und Orbitalanalysen.
Dem Bericht zufolge entstanden im März Aufnahmen vor und nach Drohnen- und Raketenangriffen auf diese Standorte. So habe der Satellit am 13., 14. und 15. März Bilder des Luftwaffenstützpunkts Prince Sultan in Saudi-Arabien gemacht. US-Präsident Donald Trump hatte am 14. März bestätigt, dass dort US-Flugzeuge getroffen worden seien. Zudem seien der Luftwaffenstützpunkt Muwaffaq Salti in Jordanien, Gebiete nahe dem Marinestützpunkt der Fünften US-Flotte in Manama in Bahrain sowie der Flughafen Erbil im Irak überwacht worden. Dies sei etwa zu der Zeit geschehen, als die iranische Revolutionsgarde erklärte, sie habe Einrichtungen in diesen Gebieten attackiert.
Teil der Vereinbarung sei auch der Zugang zu kommerziellen Bodenstationen des in Peking ansässigen Anbieters Emposat gewesen, berichtete die Zeitung weiter. Das Unternehmen betreibe ein Netzwerk, das sich über Asien, Lateinamerika und andere Regionen erstrecke. Stellungnahmen der USA und Chinas lagen zunächst nicht vor. Auch Earth Eye und Emposat äußerten sich auf Anfragen von Reuters vorerst nicht. (rtr)
Trump nach Papst-Kritik: Iran tötete 42.000 Demonstranten
Im Streit mit Papst Leo XIV. um dessen Appell für ein Ende der verschiedenen Kriege auf der Welt hat US-Präsident Donald Trump noch einmal nachgelegt. „Kann bitte jemand Papst Leo sagen, dass der Iran in den letzten zwei Monaten mindestens 42.000 unschuldige, völlig unbewaffnete Demonstranten getötet hat?“, schrieb Trump am späten Dienstagabend (Ortszeit) auf seiner Plattform Truth Social. Es sei „absolut inakzeptabel“, dass der Iran über eine Atombombe verfüge.
Die USA und Israel hatten Ende Februar einen Krieg gegen den Iran begonnen, unter anderem mit dem Ziel, das Atomprogramm Teherans und damit auch die Fähigkeit zum Bau von Atomwaffen zu verhindern. Derzeit gilt eine zweiwöchige Waffenruhe. Ende Dezember hatten Protesten begonnen, die zunächst durch eine Wirtschaftskrise ausgelöst worden waren. Rasch entwickelten sich die Demonstrationen jedoch zu politischen Aufständen gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Der Sicherheitsapparat ging brutal gegen die Proteste vor.
Papst Leo XIV. hatte am Samstag in Rom bei einem Friedensgebet im Petersdom mit eindringlichen Worten ein Ende von Kriegen gefordert. Zuletzt hatten sich die Friedensappelle des sonst zurückhaltenden Papstes vor allem mit Blick auf den Iran-Krieg verschärft. Die harschen Drohungen Trumps gegen den Iran verurteilte Leo – der erste Papst aus den USA – ungewöhnlich scharf und nannte sie „wirklich inakzeptabel“. Seitdem hört die Papst-Kritik von Trump und seinem Vize JD Vance nicht auf. (dpa)
US-Militär: Blockade iranischer Häfen umgesetzt
Im Konflikt mit dem Iran hat das US-Militär nach eigenen Angaben seine Sperre für die Schifffahrt erfolgreich umgesetzt. „Die Blockade iranischer Häfen ist vollständig ausgeführt worden“, teilte der Kommandeur des US-Regionalkommandos Centcom, Admiral Brad Cooper, auf der Online-Plattform X mit. Die US-Streitkräfte hätten ihre Überlegenheit auf dem Meer im Nahen Osten behauptet, erklärte Cooper. In weniger als 36 Stunden seit Beginn der Blockade hätten US-Streitkräfte den Handel in den Iran und aus dem Iran über das Meer vollständig zum Erliegen gebracht, hieß es weiter. Parallel erklärte Centcom in einem weiteren X-Beitrag, dass Zerstörer mit Lenkflugkörpern der Marine an der Blockade-Mission beteiligt seien. „Die Blockade wird unvoreingenommen gegen Schiffe aller Nationen durchgesetzt, die in die Küstengebiete oder Häfen des Irans einlaufen oder diese verlassen“, hieß es darin. (dpa)
Zehn Länder fordern Ende der Kampfhandlungen im Libanon
In einer gemeinsamen Mitteilung haben Kanada, Großbritannien, die Schweiz und sieben weitere Staaten „ein unverzügliches Ende der Kampfhandlungen im Libanon“ gefordert. Die Länder seien „zutiefst besorgt über die sich verschlechternde humanitäre Lage und die Vertreibungskrise im Libanon“, heißt es in der von Kanada verbreiteten Stellungnahme. Vor allem Zivilisten und zivile Infrastruktur müssten vor den Auswirkungen der Feindseligkeiten geschützt werden. Die Länder begrüßten die jüngst zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe. Aber auch im Libanon müssten nun die Waffen schweigen. (dpa)
USA: Libanon und Israel einigen sich auf weitere Verhandlungen
Bei einem ersten Treffen zwischen israelischen und libanesischen Vertretern auf politischer Ebene hat es nach US-Angaben „konstruktive Gespräche über Schritte zur Aufnahme direkter Verhandlungen“ gegeben. Das US-Außenministerium sprach von einem „historischen Meilenstein“. Die USA sicherten demnach beiden Ländern Unterstützung für weitere Gespräche zu. Alle Seiten hätten sich darauf geeinigt, direkte Verhandlungen zu einem später zu bestimmenden Zeitpunkt und Ort aufzunehmen. Einzelheiten wurden zunächst nicht genannt. Die USA äußerten die Hoffnung, dass die Verhandlungen zu einem „umfassenden Friedensabkommen“ führen könnten. Israelischen und libanesischen Berichten zufolge sollte das Treffen auf der Ebene von Botschaftern den Anfang der direkten Verhandlungen markieren.
Weiter hieß es in dem US-Statement, dass Israel das Recht auf Selbstverteidigung gegen anhaltende Angriffe der proiranischen Hisbollah im Libanon habe. Ein mögliches Ende der Feindseligkeiten müsse zwischen beiden Regierungen unter US-Vermittlung erreicht werden, nicht über getrennte Verhandlungskanäle. Geführt wurden die Gespräche am Abend von der libanesischen Botschafterin in den USA, Nada Hamadeh Moawad, und dem israelischen Vertreter in Washington, Jechiel Leiter. (dpa)
WSJ: Über 20 Handelsschiffe passieren Straße von Hormus
Über 20 Handelsschiffe haben nach Informationen der Zeitung „Wall Street Journal“ innerhalb von 24 Stunden die Straße von Hormus passiert. Das Blatt beruft sich auf US-Regierungskreise. Die Nachrichtenagentur Reuters kann den Bericht zunächst nicht unabhängig überprüfen. Zuvor teilte das US-Zentralkommando mit, dass kein Schiff die US-Seeblockade der iranischen Häfen und Küstengebiete durchbrochen habe. Sechs Handelsschiffe seien den Anweisungen zur Umkehr gefolgt. (rtr)
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