+++ Corona News vom 20. Mai +++: Über 300.000 Infizierte in Russland

Russland ist nach den USA das Land mit den meisten Infektionen. Slowenien lockert Beschränkungen. Die Nachrichten zum Coronavirus im Live-Ticker.

Mitarbeiter in Schutzanzügen desinfizieren einen Bahnhof in Russland

Zur Eindämmung der Pandemie werden in Russland die Bahnhöfe desinfiziert Foto: Alexander Zemlianichenko Jr/dpa

Den Live-Ticker bearbeiten Klaudia Lagozinski und Anselm Denfeld.

Den Haag besteht auf Reformen als Bedingung für Hilfen

15.30 Uhr: Die Niederlande wollen Milliardenzuwendungen im Rahmen eines europäischen Corona-Wiederaufbauprogramms von der Umsetzung von Reformen abhängig machen, sagte Ministerpräsident Mark Rutte. Gemeinsam mit Österreich, Schweden und Dänemark würden die Niederlande derzeit an einem Alternativmodell zur deutsch-französischen Initiative für einen Wiederaufbaufonds arbeiten. Angela Merkel und Emmanuel Macron hätten „einen relevanten Beitrag zur Diskussion“ geliefert, sagte Rutte. Wenn Länder Unterstützung erwarten, „darf man wohl zumindest fragen, was sie tun werden, um sich das nächste Mal selbst retten zu können“.

Rutte sagte nicht, wann der Gegenvorschlag vorgelegt werden soll. Merkel und Macron hatten am Montag ein Konzept für einen Wiederaufbauplan nach der Pandemie im Umfang von 500 Milliarden Euro unterbreitet. Krisenstaaten wie Italien oder Spanien, aber auch betroffene Branchen könnten Zuschüsse bekommen. Dafür müssen sich aber alle 27 EU-Länder einig werden. Die EU-Kommission will am kommenden Mittwoch ein Corona-Wiederaufbauprogramm vorlegen. (dpa)

Großteil der Deutschen will auf Urlaubsreise verzichten

15.12 Uhr: Im Sommerurlaub wollen einer Umfrage zufolge die meisten Deutschen im Land verreisen oder ganz zu Hause bleiben. Das geht aus einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Infratest Dimap im Auftrag der ARD hervor. 15 Prozent der Befragten sind sich noch unsicher über ihre Urlaubspläne, 84 Prozent haben klare Vorstellungen. Von ihnen wollen 50 Prozent nach aktuellem Stand dieses Jahr zu Hause bleiben. 31 Prozent planen für den Sommer eine Reise innerhalb Deutschlands, 19 Prozent eine ins europäische Ausland. (rtr)

Schweiz peilt Nachverfolgungs-App für Juni an

14.53 Uhr: Die Schweizer Regierung will abhängig von der Zustimmung des Parlaments noch vor Ende Juni eine Handy-App zur Nachverfolgung von mit dem Coronavirus Infizierten einführen. Die SwissCovid-App soll es ermöglichen, Personen zu benachrichtigen, wenn sie möglicherweise dem Erreger ausgesetzt waren. Die Teilnahme sei freiwillig, das System erfasse keine Standortdaten und solle wieder außer Betrieb genommen werden, sobald es nicht mehr erforderlich sei, teilt die Regierung mit. Die Daten würden dezentral gespeichert. In den kommenden Wochen soll das System in einer Pilotphase getestet werden. (rtr)

Slowakei lockert im Inland, bremst bei Grenzöffnung

14.47 Uhr: Die Slowakei hat weitere coronabedingte Einschränkungen für das Wirtschaftsleben gelockert. Bei Plänen einer Grenzöffnung zu den Nachbarländern stieg der konservative Regierungschef Igor Matovic hingegen wieder auf die Bremse. Die im Straßenbild sichtbarste Lockerungsmaßnahme war der Wegfall der Maskenpflicht im Freien. Bisher durfte man in der Slowakei ohne Bedeckung von Mund und Nase nicht die eigenen vier Wände verlassen. Seit heute müssen die Schutzmasken nur noch in Innenräumen getragen werden. Ebenfalls heute durften Einkaufszentren, Kinos und Theater unter strengen Bedingungen wieder öffnen. Von berufstätigen Eltern kritisiert wurde, dass ungeachtet aller Lockerungen für Firmen die Schulen und Kindergärten nicht vor dem 1. Juni wieder öffnen dürfen.

In der Außenpolitik zeigt sich hingegen Uneinigkeit in der Vier-Parteien-Koalition aus Konservativen, Rechtspopulisten und Liberalen. Kaum hatte der von den Liberalen nominierte Außenminister Ivan Korcok darüber informiert, dass Österreich und Tschechien eine Art „Mini-Schengen“ unter Einbeziehung der Slowakei planten, stellte Regierungschef Matovic das Projekt infrage: Über Grenzöffnungen hätten nicht Ministerien zu entscheiden, sondern die Gesundheitsexperten. (dpa)

Noch immer zu wenig Schutzmaterial in Kliniken

14.47 Uhr: Die Hamburger Krankenhausbewegung kritisiert, dass noch immer zu wenig Schutzmaterial gebe. Im Umgang mit infizierten Patienten stehe inzwischen ausreichend Schutzausrüstung für Beschäftigte zur Verfügung, sagte Karlheinz Fernau von der Hamburger Krankenhausbewegung am Mittwoch. „Doch bei den mutmaßlich Nicht-Infizierten ist Schutzmaterial flächendeckend nicht in ausreichender Zahl vorhanden.“ In diesen Bereichen könnten Mitarbeiter in einigen Krankenhäusern ihren Mundschutz deshalb nicht häufig genug wechseln. (dpa)

Jugendherbergen öffnen schrittweise wieder für Besucher

14.13 Uhr: Nach den jüngsten Lockerungen öffnen nun auch die Jugendherbergen schrittweise wieder für Besucher. Zunächst können rund 160 der insgesamt fast 450 Jugendherbergen in Deutschland gebucht werden, wie das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) mitteilte. Zudem wurde ein erweitertes Hygienekonzept erarbeitet, das demnächst bundesweit für alle Jugendherbergen genutzt werden soll. Angesichts der noch unklaren Lage bei Auslandsreisen rechnen die Jugendherbergen nach eigenen Angaben nun mit vielen Buchungen und schnell vergriffenen Kontingenten. (afp)

Cambridge bietet bis Sommer 2021 Online-Vorlesungen an

13.38 Uhr: Die renommierte Universität Cambridge wird ihre Kurse bis zum Ende des kommenden Hochschuljahres im Sommer 2021 ausschließlich online anbieten. „Die Universität passt sich laufend den sich entwickelnden Empfehlungen an“, erklärte ein Universitätssprecher. Weil die Einhaltung von Abstandsregeln weiter notwendig sei, habe die Hochschule entschieden, bis zum kommenden Hochschuljahr keine Kurse mehr vor Ort abzuhalten. Dennoch sind dem Sprecher zufolge bestimmte Kurse in Kleingruppen möglich, in denen die Abstandsregeln gewahrt bleiben. Die Ankündigung der Online-Vorlesungen bis zum Ende des kommenden Hochschuljahres erfolgt zeitgleich zu einer Debatte im Vereinigten Königreich über die Wiedereröffnung von Schulen ab dem 1. Juni. Dies stößt aber vielerorts auf Kritik. (afp)

Kritik an Singapur wegen Todesurteil per Video-Verhandlung

13.33 Uhr: In Singapur hat ein per Video-Verhandlung verhängtes Todesurteil für Empörung gesorgt. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) kritisierte die Art der Urteilsverkündung als „grausam und unmenschlich“. Ein 37-jähriger malaysischer Drogenhändler war nach Gerichtsangaben am Freitag über die Videokonferenz-Plattform Zoom wegen Drogenhandels zum Tode verurteilt worden. Wegen der Pandemie sei das Verfahren „zur Sicherheit aller Beteiligten“ aus der Ferne durchgeführt worden, teilte das Gericht mit.

Ein Angeklagter, dem die Todesstrafe drohe, sollte zumindest „das Recht haben, vor Gericht anwesend zu sein, um seine Ankläger zu sehen“, sagte der Vize-Asien-Direktor von HRW, Phil Robertson. Im Stadtstaat Singapur gelten strikte Betäubungsmittelgesetze. Die Todesstrafe ist ein Überbleibsel der britischen Kolonialherrschaft – Menschenrechtsgruppen fordern seit langem ihre Abschaffung. (afp)

Millionen Kleinkinder von Hunger bedroht

13.14 Uhr: Die Pandemie droht nach Einschätzung des Welternährungsprogramms (WFP) weltweit zusätzlich zehn Millionen Kinder in den Hunger zu treiben. Kinder unter fünf Jahren könnten zu den größten Opfern der Pandemie und ihrer sozialen und wirtschaftlichen Folgen werden, warnte das WFP. Die Zahl der lebensbedrohlich unterernährten Kinder werde um bis zu 20 Prozent steigen. Das Virus könne sich bei Kindern, die durch schlechte Ernährung ohnehin geschwächt seien, schlimm auswirken, warnte die UN-Organisation. Ausgangssperren träfen besonders stark arme Familien, die auf Tageslohn oder Überweisungen aus dem Ausland angewiesen seien. (epd)

Mögliche Infektion durch Nerze in den Niederlanden

12.52 Uhr: In den Niederlanden ist möglicherweise erstmals ein Mensch durch einen Nerz mit dem Coronavirus infiziert worden. Neuen Untersuchungen zufolge gelte es als wahrscheinlich, dass sich ein Mitarbeiter einer Nerzfarm bei einem Tier angesteckt hat, teilte das Landwirtschaftsministerium in Den Haag mit. Die Regierung wolle nun die Pelztierzüchter bewegen, Nerzfarmen früher als geplant zu schließen, erklärte Landwirtschaftsministerin Carola Schouten am Mittwoch nach Angaben der Nachrichtenagentur ANP. Unabhängig von der Pandemie müssen alle niederländischen Nerzfarmen laut Beschluss des obersten Gerichtshofs bis 2024 den Betrieb einstellen. (dpa)

Thailand testet Corona-Impfstoff

12.19 Uhr: Thailändische Wissenschaftler haben bei Tests eines Covid-19-Impfstoffkandidaten an Mäusen vielversprechende Ergebnisse erzielt. Das berichtete Dr. Taweesin Visanuyothin, ein Sprecher der Covid-19-Lageverwaltung. Der Impfstoffkandidat werde ab nächster Woche an Affen getestet werden. Ministerpräsident Prayuth Chan-o-cha habe angeordnet, die Entwicklungsarbeiten zu beschleunigen. Getestet wird von der Chualongkorn-Universität in Bangkok mit zwei Partnern aus dem öffentlichen Sektor. Er nutzt die mRNA-Technologie, die Teile des Erbguts des Virus einsetzt, um die Herstellung von Antikörpern im menschlichen Körper zu bewirken. (dpa)

NRW hebt Betretungsverbot in Kitas und Notbetreuung auf

12.08 Uhr: Nordrhein-Westfalen hebt das coronabedingte Betretungsverbot in Kindertagesstätten und bei Tageseltern zum 8. Juni komplett auf. Gleichzeitig wird die bisherige Notbetreuung aufgelöst, die bislang nur einem begrenzten Kreis von Kindern zur Verfügung stand. Das teilte das NRW-Familienministerium heute mit. (dpa)

Sánchez beantragt Verlängerung von Notstand

12.06 Uhr: Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez bittet das Parlament um Zustimmung zu einer Verlängerung des Notstands. Dieser gibt der Regierung die Macht, Grundrechte wie die Bewegungs- und Versammlungsfreiheit einzuschränken, um die Pandemie zu bekämpfen. Es wäre die fünfte zweiwöchige Verlängerung des Notstands. Bislang gilt er bis Sonntag. Es wird ein knappes Abstimmungsergebnis erwartet, obwohl Sánchez' Minderheitsregierung aus seinen Sozialisten und dem Linksbündnis Unidas Podemos sich die Zustimmung der konservativen Partei Ciudadanos gesichert hat. (dpa)

Stars überlassen Gesundheitsexperten Social-Media-Kanäle

12.05 Uhr: Inmitten der Krise überlassen Superstars ihre Social-Media-Kanäle Experten aus Medizin, Wirtschaft und Entwicklungspolitik. In der Aktion #PassTheMic der Entwicklungsorganisation One übernehmen für einen Tag etwa eine Krankenschwester oder eine Forscherin den Kanal von Promis. Mit dabei sind unter anderen Julia Roberts, Hugh Jackman, Penelope Cruz, die Tänzerin Motsi Mabuse oder Comedy-Größe Carolin Kebekus, wie One am Mittwoch in Berlin mitteilte. Den Anfang macht demnach die amerikanische Schauspielerin Julia Roberts am Donnerstag. Auf ihrem Instagram-Account darf sich der renommierte US-Immunologe Anthony Fauci äußern. (epd)

Oscar-Verleihung könnte verschoben werden

11.52 Uhr: Die für kommenden Februar geplante Oscar-Verleihung könnte einem US-Medienbericht zufolge wegen der Pandemie verschoben werden. Es sei „wahrscheinlich“, dass die Gala verschoben werde, zitierte das Branchenblatt Variety. Offiziell ist die Verleihung nach wie vor für den 28. Februar 2021 geplant. Dem Bericht zufolge gab es bislang keine konkreten Gespräche über eine Verschiebung. Die Oscar-Akademie selbst reagierte zunächst nicht auf eine Bitte der Nachrichtenagentur AFP um eine Stellungnahme.

Angesichts geschlossener Kinos, verschobener Filmstarts und unterbrochener Dreharbeiten hatte die Akademie aber bereits zahlreiche Änderungen bei den Regeln vornehmen müssen. So dürfen beispielsweise Streifen, die nicht im Kino laufen – etwa per Streaming gezeigte Filme –, ins Rennen um den begehrten Filmpreis gehen. (afp)

Lettland will Notstand nicht verlängern

11.50 Uhr: Lettland will den wegen der Pandemie noch zum bis 9. Juni verhängten Notstand nicht erneut verlängern. „Unser Ziel ist es, die Ausnahmesituation zu beenden und in eine neue Normalität überzugehen“, sagte Ministerpräsident Krisjanis Karins heute im lettischen Fernsehen. Die Regierung des baltischen EU-Landes werde dazu in der kommenden Woche die bestehende Regelung überprüfen. (dpa)

Gutscheine vom Reiseveranstalter bald staatlich abgesichert

11.46 Uhr: Die Bundesregierung will schwer getroffenen Reiseunternehmen helfen und hat dazu eine freiwillige Gutscheinlösung für Pauschalreisen beschlossen. Gutscheine als Entschädigung für coronabedingt abgesagte Pauschalreisen, die vor dem 8. März gebucht wurden, sind künftig bis zu hundert Prozent ihres Werts vom Staat abgesichert, wie das Justizministerium mitteilte. Bei einer Insolvenz des Reiseunternehmens gehen die Kunden damit nicht leer aus. Die Gutscheine seien freiwillig, Pauschalreisende könnten sie auch ablehnen, betonte das Ministerium. Eine verpflichtende Gutscheinlösung hatte die EU-Kommission abgelehnt. (afp)

Bayer hält baldige Covid-19-Medikamente für wahrscheinlich

11.26 Uhr: Bayer-Chef Werner Baumann rechnet bald mit ersten wirksamen Behandlungsmethoden gegen Covid-19-Erkrankungen. „Ich gehe davon aus, dass es in den nächsten Monaten einen Wirkstoff gibt, der den Krankheitsverlauf deutlich abmildern kann“, sagte er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Sobald klar ist, welche Wirkstoffe helfen können, wird im Raum stehen, wie wir die Nachfrage schnellstmöglich weltweit bedienen können“, sagte Baumann. Zu den Testkandidaten gehören auch die Bayer-Medikamente Resochin und Betaferon. Es werde möglicherweise nicht den einen Wirkstoff gegen Covid-19 geben, sondern unterschiedliche Wirksamkeiten in unterschiedlichen Stadien der Krankheit, betonte der Bayer-Chef. Die genauen Krankheitsverläufe müssten besser analysiert werden, um daraus die richtigen Behandlungsmuster ableiten zu können, verlangte Baumann. (dpa)

Kulturpolitiker einigen sich auf Öffnungsempfehlungen

11.24 Uhr: Die Kulturminister der Länder und Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) haben sich auf Eckpunkte für eine Öffnung weiterer kultureller Einrichtungen verständigt. Das Papier ist eine Vorlage für die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Länderregierungschefs, wie die Kulturministerkonferenz heute mitteilte. Zu den darin aufgezeigten Möglichkeiten zählen den Angaben zufolge beispielsweise Ticketingsysteme, ein Besucherstrommanagement und obligatorische Platzreservierungen. Auch die künstlerischen Programme sollen den Empfehlungen zufolge angepasst werden: Denkbar seien zum Beispiel „kleinformartige Darbietungen sowohl in geschlossenen Räumlichkeiten als auch im Freien, Freiluftaufführungen, Formate in kleinerer Besetzung als Alternativen und Mehrfachaufführungen“. Für die Kinos wird empfohlen, „möglichst nahe beieinanderliegende Wiedereröffnungstermine anzustreben“ – unter Beachtung der Schutzmaßnahmen und der Selbstverpflichtungen der Branche. (afp)

Inflation in Eurozone fällt auf 0,3 Prozent

11.10 Uhr: Ölpreisverfall und Krise drücken die Inflation im Euro-Raum weit unter die Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Verbraucherpreise zogen im April binnen Jahresfrist nur noch um 0,3 Prozent an und damit so wenig wie seit August 2016 nicht mehr, wie die Europäische Statistikbehörde Eurostat mitteilte. Damit revidierte sie eine erste Schätzung von 0,4 Prozent leicht. Im März hatte die Teuerung bei 0,7 Prozent gelegen. Die EZB strebt eine Inflation von knapp zwei Prozent an, verfehlt dieses Ziel jedoch seit Jahren. Energie verbilligte sich im April um knapp zehn Prozent zum Vorjahresmonat. Klammert man diesen Bereich aus, läge die gesamten Inflation mit 1,4 Prozent deutlich höher. Für Lebensmittel, Alkohol und Tabak mussten die Verbraucher hingegen wieder tiefer in die Tasche greifen. Hier gab es einen Preisanstieg von 3,6 Prozent. (rtr)

Die Zeit der Hamsterkäufe ist vorbei

11.02 Uhr: In den Läden gibt es wieder Toilettenpapier, Nudeln und passierte Tomaten: Diese Alltagsbeobachtung hat heute das Statistische Bundesamt mit aktuellen Absatzzahlen zu einzelnen Produkten untermauert. Danach hat sich das Käuferverhalten in der 20. Kalenderwoche (11.-17. Mai) wieder weitgehend auf dem Vorkrisenniveau eingependelt. Die Zeit der Hamsterkäufe in der Pandemie scheint vorbei zu sein. Weiterhin überdurchschnittlich gut verkaufen sich Seife (plus 38 Prozent) und Desinfektionsmittel (plus 152 Prozent), die zur Einhaltung der Hygienevorschriften benötigt werden. Weniger gefragt waren nach den ersten Lockerungen hingegen Wein (minus 21 Prozent) und Kondome (minus 13 Prozent). (dpa)

Aktuelle Zahlen aus Russland

10.14 Uhr: In Russland haben sich inzwischen mehr als 300.000 Menschen nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Die Behörden melden heute 8.764 Neuinfektionen, damit schwächt sich die Zahl etwas ab. Russland weist nach den USA weltweit die meisten Infektionsfälle auf. Binnen 24 Stunden starben landesweit weitere 135 Menschen an den Folgen der Erkrankung, insgesamt steigt die Zahl der Toten damit auf 2.972 Menschen. (rtr)

Kabinett berät über schärfere Auflagen für Fleischindustrie

9.57 Uhr: Das Bundeskabinett berät über Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie. Dazu sollen möglicherweise auch Werkverträge und das Subunternehmertum eingeschränkt werden. Das geht aus Eckpunkten für ein Arbeitsschutzprogramm für die Sitzung des Kabinetts hervor. Nach dem Vorschlag von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sollen vom Beginn des kommenden Jahres an das Schlachten und die Verarbeitung von Fleisch nur noch von Beschäftigten des eigenen Betriebs zulässig sein. Die Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie sind durch massive Corona-Ausbrüche in Firmen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen in der Kritik. Die vielfach aus Rumänien und Polen stammenden Arbeiter sind in der Regel bei Subunternehmen beschäftigt und in überfüllten und überteuerten Unterkünften untergebracht. (epd)

Pandemie belastet Tickethändler Eventim stark

9.14 Uhr: Die Pandemie hat das Geschäft des Veranstalters und Tickethändlers CTS Eventim im ersten Quartal stillgelegt. Der Umsatz verringerte sich in den ersten drei Monaten des Jahres um rund 35 Prozent auf 184,6 Millionen Euro. (dpa)

Flughafen Tegel schließt

9.07 Uhr: Der Berliner Flughafen Tegel kann am 15. Juni vorübergehend außer Betrieb gehen. Das beschlossen der Bund und die Länder Berlin und Brandenburg heute in einer Gesellschafterversammlung, wie eine Sprecherin der Berliner Senatsverwaltung für Finanzen sagte. Der entsprechende Antrag bei der Luftfahrtbehörde ist schon gestellt. Erholen sich die Passagierzahlen in den nächsten Wochen nicht deutlich, geht der Flughafen in eine zweimonatige Betriebspause. Nach ähnlichem Muster hatte Paris am 1. April seine Flughafen Orly geschlossen und die Flüge zum Flughafen Charles de Gaulle verlegt.

Die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg hat durch die Krise mit Einnahmeausfällen in dreistelliger Millionenhöhe zu kämpfen. Zuletzt flogen an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld nur etwa 2.000 Passagiere pro Tag. Ende des Jahres soll Tegel ohnehin endgültig vom Netz gehen. Nach mehreren geplatzten Terminen ist geplant, dass am 31. Oktober der neue Hauptstadtflughafen BER eröffnet wird und am 8. November die letzte Maschine in Tegel abhebt. (dpa)

Maskenpflicht in Spanien

8.31 Uhr: Die spanische Regierung schreibt das Tragen von Mund-Nasen-Schutzmasken in der Öffentlichkeit vor. Die Regelung gelte für alle Menschen mit einem Alter von über sechs Jahren. In geschlossenen öffentlichen Räumen müssen Masken getragen werden, im Freien gilt die Pflicht dann, wenn ein Mindestabstand von zwei Metern nicht eingehalten werden kann. (rtr)

Gastgewerbeeinnahmen brechen um fast die Hälfte ein

8.24 Uhr: Die Schließungen wegen der Pandemie haben drastische Umsatzeinbußen für das Gastgewerbe in Deutschland nach sich gezogen. Um fast die Hälfte brachen die Erlöse von Hoteliers und Gastwirten im März ein – sowohl im Vergleich zum Februar 2020 als auch zum Vorjahresmonat. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts gab es in allen Zweigen des Gastgewerbes die größten Umsatzeinbußen seit Beginn der Zeitreihen im Jahr 1994. Im Vergleich zum März 2019 brachen die Erlöse nach Angaben der Wiesbadener Behörde vom Mittwoch real um 45,4 Prozent ein, im Vergleich zum Februar 2020 fiel der Umsatz preisbereinigt um 44,6 Prozent. (dpa)

Bund plant 100 Millionen-Hilfspaket für Profivereine

8.20 Uhr: Der Bund will nach den Worten des Berliner CDU-Abgeordneten Frank Steffel auch schwächelnden Profisportvereinen helfen. „Wir wollen jetzt ein Paket für den Profibereich, dem wahrscheinlich in der kommenden Saison normale Spiele mit normaler Zuschauerbeteiligung unmöglich sein werden, auf den Weg bringen“, sagte der CDU-Obmann im Sportausschuss des Bundestages dem Berliner Radiosender 105,5 Spreeradio. Das Volumen solle „bei 100 Millionen Euro liegen“. In der Hauptstadt würde das „Basketball, Volleyball, Eishockey und Handball betreffen und zwar für Männer und Frauen in erster und zweiter Bundesliga“, sagte der CDU-Politiker dem Sender. Den Clubs würden Zuschauereinnahmen, Sponsorengelder und Einnahmen aus Bandenwerbung und Catering wegbrechen. Kommende Woche werde es weitere Gespräche geben, sagte Steffel. (dpa)

Kinderhilfswerk pocht auf Öffnung von Schulen und Kitas

8.10 Uhr: Das Deutsche Kinderhilfswerk ruft Bund, Länder und Kommunen auf, Schulen und Kitas wieder vollständig zu öffnen. „Die bisherigen eingeschränkten Lockerungen führen dazu, dass nach wie vor viele Kinder nicht in die Kita und nur sehr eingeschränkt in die Schule können“, sagt Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes. Dies sei ein „schwerer Eingriff in ihre Lebenswelt und ihre psycho-soziale Entwicklung“. Eine Öffnung von Kitas und Schulen unter angemessenen Schutzvorgaben sei nun „der logische nächste Schritt“. Vier medizinische Fachgesellschaften – die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene, die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin, die Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin und der Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte – hatten am Vortag ebenfalls eine Öffnung von Schulen und Kitas gefordert. (rtr)

Schulen in Polen bleiben zu

7.56 Uhr: Die Schulen in Polen bleiben einem Regierungssprecher zufolge voraussichtlich bis Ende Juni zu. Dann beginnen dort die Sommerferien. Vom 25. Mai an sollen jüngere Kinder wieder betreut werden, Unterricht soll es aber weiter nur über das Internet zu Hause geben. (rtr)

Lohnfortzahlung für Eltern wird verlängert

7.51 Uhr: Die Bundesregierung will die Lohnfortzahlung für Eltern auf bis zu 20 Wochen verlängern. Darauf habe sich die große Koalition verständigt, und dazu werde heute im Kabinett ein Beschluss gefasst, sagte Familienministerin Franziska Giffey im ZDF. Die Lohnfortzahlung werde für Mütter und Väter auf bis zu zehn Wochen ausgedehnt. Für Alleinerziehende, die wegen der Krise die Kinderbetreuung übernehmen müssen und nicht zur Arbeit können, werde sie auf bis zu 20 Wochen verlängert. „Das ist ein ganz wichtiger Schritt, um finanzielle Sicherheit zu geben“, sagte die SPD-Politikerin. Zudem werde dies dabei helfen, die Kitas schrittweise zu öffnen, bis man von der erweiterten Notbetreuung wieder zum vollen Regelbetrieb kommen könne. (rtr)

Mietwagen in Deutschland 11 Prozent günstiger

7.31 Uhr: Mietwagen für die Sommermonate in Deutschland sind durch die Pandemie aktuell günstiger als vor der Krise. Mietwagenkunden, die bereits zu Beginn des Jahres (Januar bis Mitte März) ihren Wagen in Deutschland für die Monate Juni, Juli, August oder September buchten, zahlten durchschnittlich 42,75 Euro pro Tag. Mit Beginn der Reise- und Kontaktbeschränkungen in Deutschland sank auch der durchschnittliche Tagesmietpreis auf nur noch 38,24 Euro. Das sind knapp 11 Prozent weniger als vor Beginn der Krise. (dpa)

Die Freibadsaison startet teilweise
Besucher eines Freibads mit Mundschutz

In NRW ist baden nun möglich – zunächst müssen aber die Kontaktdaten aufgeschrieben werden Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

5.30 Uhr: Zum Start der Freibadsaison in einigen Bundesländern müssen sich Gäste auf Zugangsbeschränkungen und neue Regeln einstellen. Der Sprung ins kühle Nass wird nicht überall uneingeschränkt möglich sein, wie Christian Ochsenbauer, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen (DGfB), sagte. Stattdessen wollten viele Bäder Zeitkarten anbieten, um die Besucherströme zu kanalisieren. Für die Becken empfiehlt die DGfB eine Zugangsbeschränkung, so dass die Abstandsregeln auch im Wasser eingehalten werden können. Über die Öffnung der Freibäder entscheiden die Länder: In Sachsen dürfen sie schon seit dem 15. Mai wieder die Pforten öffnen, in Nordrhein-Westfalen ab diesem Mittwoch (20.5.). Andere Bundesländer ziehen in den kommenden Wochen nach, Berlin etwa erlaubt Öffnungen ab dem 25. Mai. Bayern oder Baden-Württemberg wollen hingegen noch abwarten. (dpa)

Erste Hinrichtung in den USA seit Anfang März vollzogen

5.26 Uhr: In den USA ist erstmals seit der Ausbreitung des Coronavirus ein Strafgefangener hingerichtet worden. Im Bundesstaat Missouri wurde am Dienstagabend (Ortszeit) das Leben des wegen Mordes verurteilten Walter Barton mit der Giftspritze beendet. Es handelte sich um die erste Exekution in den Vereinigten Staaten seit Anfang März. (afp)

Seit elf Tagen weniger als 1.000 Neuinfektionen pro Tag

5.23 Uhr: Das Robert-Koch-Institut meldet 797 Neuinfektionen und damit den elften Tag in Folge weniger als 1.000 neue Fälle. Damit steigt die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungen in Deutschland auf 176.007, wie das RKI mitteilt. Die Zahl der Todesfälle legt binnen 24 Stunden um 83 auf 8.090 zu. Die Zahl der nachweislich Genesenen liegt dem RKI zufolge bei etwa 156.900, rund 1.200 mehr als am Vortag. (rtr)

Weiterhin wenige Neuerkrankungen in China

3.35 Uhr: China meldet nach Angaben der nationalen Gesundheitskommission fünf neue Coronavirus-Fälle binnen 24 Stunden, nach sechs einen Tag zuvor. Die Gesamtzahl der Sars-CoV-2-Infektionen in China steigt nach offiziellen Angaben auf 82.965, die Zahl der Todesopfer bleibt unverändert bei 4.634. (rtr)

Mehr als 1.000 Todesfälle binnen eines Tages in Brasilien

2.44 Uhr: In Brasilien sind erstmals mehr als 1.000 Todesopfer der Pandemie innerhalb von 24 Stunden verzeichnet worden. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurden seit dem Vortag 1.179 Todesfälle registriert. Die Gesamtzahl der offiziell gezählten Todesfälle in Brasilien stieg damit auf 17.971. Die Zahl der verzeichneten Infektionen wuchs auf 271.628.

Bei den Infektionszahlen liegt Brasilien weltweit inzwischen auf dem dritten Rang hinter den USA und Russland. Das Land hatte sich am Montag in der Statistik vor Großbritannien gesetzt. Nach Schätzungen von Experten könnten die Infektionszahlen jedoch um das 15-Fache höher sein als offiziell erfasst. In dem bevölkerungsreichsten lateinamerikanischen Land wird eine gewaltige Dunkelziffer vermutet, da es dort Corona-Tests nur in relativ geringem Umfang gibt. Experten erwarten zudem, dass der Höhepunkt der Ausbreitung des neuartigen Virus in Brasilien erst im Juni erreicht wird. (afp)

Notstand in Kolumbien gilt bis Ende August

2.05 Uhr: Kolumbiens Präsident Ivan Duque verlängert zum vierten Mal die landesweite Ausgangssperre. Die Beschränkung gelte nun eine weitere Woche bis zum 31. Mai, erklärt Duque. Das Andenland hat nach offiziellen Angaben fast 17.000 bestätigte Fälle und verzeichnet mehr als 600 Tote. Der Gesundheitsnotstand des Landes, der am 31. Mai enden sollte, werde zudem bis Ende August verlängert, fügt Duque hinzu. (rtr)

US-Staaten sollen bei Daten gestümpert haben

1.57 Uhr: Gesundheitsbehörden einiger US-Staaten sollen Corona-Statistiken verpfuscht oder sogar mit Tricks bewusst geschönt haben. In Virginia, Texas und Vermont etwa räumten Beamte ein, die Ergebnisse von Virus-Tests, die eine aktive Infektion zeigen, mit Antikörper-Tests kombiniert zu haben, die auf eine frühere Ansteckung hinweisen. Dadurch könne der Eindruck entstehen, dass ein bestimmter Staat beeindruckende Testzahlen vorzuweisen habe, erklärten Experten. Ein wahres Bild vom Ausmaß der Ausbreitung von Sars-CoV-2 liefere die Herangehensweise jedoch nicht. (dpa)

Wirtschaft steht für Trump an erster Stelle

1.09 Uhr: US-Präsident Donald Trump ordnet an, dass die Regulierung der Wirtschaft zurückgefahren wird. Er habe die Behörden angewiesen, „unnötige Vorschriften zu beseitigen, die die wirtschaftliche Erholung behindern“, sagt Trump. Das Dekret soll seiner Ansicht nach der Wirtschaft helfen, sich von den Auswirkungen der Coronaviruskrise zu erholen. (rtr)

Reisebeschränkung in den USA bis Juni verlängert

0.31 Uhr: Die USA verlängern die Beschränkungen von Reisen nach Mexiko und Kanada um weitere 30 Tage. Die Reisebeschränkungen sollten ursprünglich am Mittwoch aufgehoben werden, gelten nun aber bis zum 22. Juni. (rtr)

Hier finden Sie die Live-Ticker der vergangenen Tage. Alle Texte der taz zum Thema finden sich in unserem Schwerpunkt Coronavirus.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. In den vergangenen Monaten beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Ab wann Spiele wieder vor Publikum stattfinden, ist noch nicht klar.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de

Ihren Kommentar hier eingeben