+++ Corona News vom 15. Mai +++: Mit Mundschutz in die Kneipe

Ist es im Restaurant zu eng, müssen Gäste einen Mundschutz tragen. Dresdner Kreuzchor tritt bald wieder auf. Nachrichten zum Coronavirus im Live-Ticker.

Kellnerin mit Mundschutz bringt Burger

Auch so ein Burger möchte virenfrei bleiben Foto: Britta Pedersen/dpa

Den Live-Ticker bearbeitet Simone Schmollack.

Schutzmaskenpflicht bei zu geringem Abstand

Wo nicht ausreichend Abstand eingehalten werden kann, sollen Gäste in Restaurants in Nordrhein-Westfalen notfalls Schutzmasken tragen. Man prüfe, diese Regelung in die Corona-Schutzverordnung aufzunehmen, heißt es in einem Papier aus dem Landesgesundheitsministerium: „Es bestehen keine Bedenken dagegen, wenn ab sofort vor Ort so verfahren wird.“

Damit trägt das Ministerium dem Problem Rechnung, dass in Durchgängen in vielen Cafés oder Restaurants keine 1,5 Meter Abstand zu anderen Tischen gehalten werden können. Um das Infektionsrisiko trotzdem nicht zu groß werden zu lassen, sollen Gäste in Innenräumen beim Rein- und Rausgehen, aber auch beim Weg zur Toilette eine Schutzmaske tragen, wenn ansonsten nicht ausreichend Abstand gehalten werden kann. Für Kellnerinnen und Kellner gilt ohnehin eine Maskenpflicht.

Visiere, wie man sie derzeit oft bei Verkäufern sieht, hält das Land nach Ratschlägen des Robert-Koch-Instituts für keine ausreichende Alternative zu Schutzmasken. Da sie nicht eng am Gesicht anlägen, könnten sie die Verbreitung über die Atemluft nicht gleichwertig wie Masken verhindern. Ausnahmen könnten allerdings für Beschäftigte ohne nahen Kundenkontakt gelten. (dpa)

Kreuzchor will wieder auftreten

Der Dresdner Kreuzchor plant erste öffentliche Auftritte in der Corona-Krise, allerdings vorerst nur von einzelnen Chormitgliedern. Den Festgottesdienst am Himmelfahrtstag in der Kreuzkirche würden die Männerstimmen des Kreuzchores musikalisch mitgestalten, teilte der Chor am Freitag in Dresden mit. Zudem seien die Sänger der 11. und 12. Klasse am Samstag vor Pfingsten an der Vesper und am Pfingstsonntag am Gottesdienst beteiligt.

Mit dem Unterrichtsbeginn in Sachsen für alle Klassenstufen am Montag (18. Mai) werde auch der Probenbetrieb des Chores wieder anlaufen, allerdings nur in behutsamen Schritten und mit Einschränkungen, hieß es. Wann der gesamte Chor wieder zu hören sein wird, ist derzeit offen.

In der Leipziger Thomaskirche sind einzelne Mitglieder des Thomanerchores an diesem Wochenende wieder zu erleben. Bei der Motette am Samstagnachmittag singen Thomaner aus der 11. und 12. Klasse, ebenso dann im Gottesdienst am Sonntag. (epd)

Aktionen gegen Verschwörungsmythen

Mit Fakten gegen Missverständnisse, Lügen und Desinformationen: die Berliner Amadeu Antonio Stiftung und das Anne Frank Zentrum haben am Freitag im Rahmen eines Aktionstages gegen Verschwörungsmythen und Antisemitismus Tausende Menschen erreicht. Die Auftaktveranstaltung am Vormittag hätten im Internet mehr als 25.000 Nutzer live erlebt, davon mehr als 9.000 die ganze Veranstaltung, teilte die Stiftung mit. Die Veranstaltungen sind weiterhin auf Facebook und YouTube abrufbar. Insgesamt waren für Freitag und die nächsten Tage mehr als 30 Veranstaltungen, darunter Live-Diskussionen und Webinare, geplant.

Die zeitgleich gestartete Kampagne „seriously? #glaubnichtalles was du hörst!“ solle insbesondere Jugendliche ermutigen, sich mit Verschwörungserzählungen auseinander zu setzen, sagte Timo Reinfrank, Geschäftsführer der Stiftung. Deswegen konzentriere sie sich auch auf Instagram als jugendaffines Medium.

In vielen Kommentaren und Beiträgen auf Facebook und Instagram sei deutlich geworden, wie groß der pädagogische Unterstützungsbedarf sei. Die Stiftung kündigte an, in der nächsten Woche eine Handreichung für Pädagogen zur Auseinandersetzung mit Verschwörungserzählungen zu veröffentlichen. Sie soll auch für Homeschooling genutzt werden können. (epd)

Freie Fahrt für freie Tagestourist*innen

In Schleswig-Holstein wollen Land und Kreise am Wochenende entscheiden, ob es möglicherweise ab Christi Himmelfahrt bis über Pfingsten Beschränkungen beim Tagestourismus geben wird. Vom kommenden Montag (18. Mai) an können Tagestouristen zunächst wieder nach Schleswig-Holstein kommen und auch die Inseln wie Sylt, Amrum, Föhr oder Fehmarn besuchen. Das Einreiseverbot für touristische und Freizeitzwecke nach Schleswig-Holstein ebenso wie das Betretungsverbot für Inseln und Halligen entfällt. Die Kreise sollen aber die Möglichkeit erhalten, bei Bedarf eigene Regelungen umzusetzen, um den Tagestourismus zu begrenzen.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) will einen Touristenansturm in Schleswig-Holstein über Himmelfahrt und Pfingsten wegen der geplanten Lockerungen der Corona-Bestimmungen trotzdem verhindern. „Wenn sich jetzt tausende Menschen auf den Weg machen zu den Stränden von Nord- und Ostsee, dann wird es schwierig, die Kontaktregeln zu befolgen. Im Klartext: Es wird zu voll am Strand“, sagte Günther der Bild. Um das zu vermeiden, kündigte Günther harte Kontrollen in den Badeorten und an den Stränden an. (dpa)

Massentests in Moskau

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie haben in Moskau neue Massentests auf Antikörper begonnen. Damit will Europas größte Metropole einen besseren Überblick über den Verlauf des Ausbruchs bekommen. Nach Angaben der Stadtverwaltung werden seit Freitag „alle paar Tage“ 70.000 Moskauer nach dem Zufallsprinzip eingeladen, um sich auf Antikörper gegen Sars-CoV-2 untersuchen zu lassen. Bis Ende Mai sollen die Tests auf bis zu 200.000 pro Tag ausgeweitet werden.

Bürgermeister Sergei Sobjanin nannte es ein Vorhaben „von beispiellosem Umfang“. Die Ergebnisse seien ein wichtiger Indikator für weitere Lockerungen in der russischen Hauptstadt. Viele Menschen seien bereits infiziert gewesen, ohne es zu wissen, ist Sobjanin überzeugt.

Unterdessen stieg die Zahl erfasster Infektionen im Land binnen eines Tages um etwa 10.600. Damit sind nun rund 262.800 Fälle erfasst. Nach den USA ist Russland das Land mit der zweithöchsten offiziellen Infektionszahl. Der Statistik nach starben 2.418 mit dem Coronavirus infizierte Menschen, wie es am Freitag hieß. (dpa)

Iran meldet höchste Infektionsrate in einem Monat

Die Gesundheitsbehörden im Iran haben die höchste Zahl von Corona-Infizierten in gut einem Monat registriert. Die Zahl der Neuansteckungen stieg innerhalb von 24 Stunden um mehr als 2.100, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Teheran mitteilte. Zuletzt hatte es am 6. April so viele Fälle gegeben.

Insgesamt gibt es demnach im Iran 116.635 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Die Zahl der Todesopfer gab der Sprecher mit 6.902 an, das waren 48 mehr als einen Tag zuvor. Experten gehen aber von einer hohen Dunkelziffer aus.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums breitet sich das Virus zudem in weiteren Landesteilen aus. Für die Provinzen Lorestan, Sistan und Belutschistan sowie Ost-Aserbaidschan sprach die Regierung eine „Warnung“ aus. Derzeit gelten nur in der Provinz Chusistan im Südwesten des Landes Einschränkungen. Dort sind Geschäfte geschlossen. In anderen Landesteilen wurden die Auflagen im April gelockert. (afp)

Gutscheine für Kultur- und Sportevents

Für ausgefallene Kultur- und Sportveranstaltungen müssen Ticketkäufer vorübergehend auch Gutscheine akzeptieren. Der Bundesrat billigte am Freitag die im Bundestag beschlossene Lösung, die die Kulturszene vor Liquiditätsengpässen schützen soll. Betroffen sind alle Tickets, die vor dem 8. März gekauft wurden – für Konzerte, Festivals, Theatervorstellungen, Vorträge, Lesungen, Fußballspiele und andere Sportwettkämpfe. Auch Dauerkarten und Abos für Theater oder Fitnessstudios sollen über Gutscheine kompensiert werden.

Die Wertgutscheine können entweder für eine Nachholveranstaltung oder für ein anderes Angebot des Veranstalters eingelöst werden. Kunden können aber eine Auszahlung verlangen, wenn ein Gutschein wegen persönlicher Lebensverhältnisse unzumutbar ist. Nicht eingelöste Gutscheine werden Ende 2021 ausgezahlt. (dpa)

Niedersachsen will Pflegebonus aufstocken

Niedersachsen möchte den vom Bundesrat am Freitag beschlossenen Pflegebonus für Beschäftigte in der Altenpflege aufstocken. Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) setze sich dafür ein, dass das Land den Bonus von 1.000 auf 1.500 Euro erhöhe und dafür ausreichend Mittel zur Verfügung gestellt würden, teilte das Sozialministerium in Hannover mit. Die Aufstockung werde Teil des zweiten Nachtragshaushalts sein, der im Juni im Landtag beraten werden soll.

Wie viele Menschen in Niedersachsen von dem Bonus profitieren werden, der den Einsatz der Pflegekräfte in der Corona-Krise würdigen soll, konnte das Ministerium zunächst nicht exakt beziffern. In der Altenpflege arbeiten rund 90.000 Menschen. Der Pflegebonus ist eine gestaffelte Prämie des Bundes von bis zu 1.000 Euro, die Höhe richtet sich nach Funktion und Arbeitszeit. Mehrere Länder, darunter auch Bremen, hatten schon angekündigt, die Prämie auf 1.500 Euro aufzustocken. Sie soll steuerfrei bleiben. (dpa)

Viel mehr Anrufe bei der Kinderschutzhotline

Bei der vom Bundesfamilienministerium initiierten Kinderschutzhotline nimmt die Zahl der Anrufe in der Coronakrise stark zu. Allein in den ersten beiden Wochen im Mai habe medizinisches Personal in mehr als 50 Verdachtsfällen das Hilfsangebot genutzt und damit fast so häufig wie im gesamten April, sagte Teamleiter und Kinderarzt Oliver Berthold der Neuen Osnabrücker Zeitung.

„Wir werden teilweise wegen Verletzungen kontaktiert, die sonst nur bei Zusammenstößen mit Autos auftreten. Da geht es um Knochenbrüche oder Schütteltraumata“, sagte Berthold. Betroffen seien besonders Kleinstkinder, die noch nicht selbst laufen können. „Da liegt der Verdacht nahe, dass den Kindern massive Gewalt zugefügt wurde.“

Überraschend sei die Entwicklung für ihn nicht gewesen. Studien hätten belegt, dass in gesellschaftlichen Krisensituationen die Gewalt gegen die Schwächsten in der Gesellschaft zunimmt. „Das sind in aller Regel die Kinder.“ Angesichts der Ausgangsbeschränkungen der vergangenen Wochen sowie geschlossener Schulen und Kitas seien Extremsituation in Familien abzusehen gewesen. „Diese klare Nebenwirkung der Lockdown-Maßnahmen war zu erwarten, auch wenn die Maßnahmen aus epidemiologischer Sicht sinnvoll gewesen sein mögen.“ (epd)

Lula da Silva kritisiert Bolsonaro wegen lascher Regeln

Brasiliens früherer Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat seinem ultrarechten Nachfolger Jair Bolsonaro vorgeworfen, wegen unzureichender Maßnahmen gegen eine Ausbreitung des Coronavirus einen „Genozid“ zu verursachen. Die Regierung in Brasília mache aus jedem, der sich vor dem Erreger fürchte, „einen Feind“, kritisierte Lula. Der linksgerichtete Ex-Staatschef forderte die Amtsenthebung Bolsonaros.

Bolsonaro gilt als Gegner der Corona-Restriktionen in mehreren Bundesstaaten. Die vom Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19, an der bereits fast 14.000 Brasilianer verstorben sind, bezeichnete er als „kleine Grippe“. Der Präsident treibe das Land mit seinen Aufrufen, die Wirtschaft zu öffnen, ins „Chaos“, kritisierte Lula. „Ich bin katholisch, daher bete ich für die Brasilianer, damit sie dem Genozid entkommen, den Bolsonaro auslöst.“ (afp)

Massiver Einbruch des Tourismus in NRW

Im Zuge der Corona-Krise sind im März touristische Übernachtungen in NRW massiv zurückgegangen. Die Zahl der Übernachtungen sank um knapp zwei Millionen oder 54,2 Prozent im Vergleich zum März 2019, wie das Statistische Landesamt am Freitag mitteilte. Die Zahl der Gäste ging sogar um rund 64 Prozent auf 721.000 zurück. Bei Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland gab es einen Rückgang von fast 71 Prozent.

Im gesamten ersten Quartal des Jahres besuchten den Angaben zufolge 4,1 Millionen Gäste die Beherbergungsbetriebe und Campingplätze in Nordrhein-Westfalen. Das waren knapp 23 Prozent weniger als in den ersten drei Monaten des Vorjahres. (dpa)

Fluggesellschaft ohne Passagiere

Die Fluggesellschaft Cathay Pacific mit Sitz in Hongkong bezeichnet ihre Aussichten wegen der Coronavirus-Pandemie als „sehr düster“. Die Passagierzahlen von Cathay Pacific brachen im April um fast 100 Prozent ein. „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sehen wir noch keine unmittelbaren Anzeichen für eine Verbesserung“, sagte Ronald Lam, Manager bei Cathay Pacific. Das Hongkonger Unternehmen verbuchte im Zeitraum Januar bis April einen ungeprüften Verlust von 4,5 Milliarden Hongkong-Dollar (537,1 Millionen Euro). (rtr)

Altmaier: Energiewende muss weitergehen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat die Bedeutung neuer gesetzlicher Regeln für Planungs- und Genehmigungsverfahren beim Stromnetzausbau betont. Damit werde sichergestellt, „dass die Corona-Pandemie nicht zu Verzögerungen bei der Energiewende führt“, erklärte Altmaier. Zuvor hatte der Bundestag am Donnerstagabend das sogenannte Planungssicherstellungsgesetz und Änderungen im Energierecht verabschiedet; die abschließende Beratung im Bundesrat soll bereits am Freitag stattfinden.

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums gewährleistet das Planungssicherstellungsgesetz, dass Planungs- und Genehmigungsverfahren, die eine Beteiligung der Öffentlichkeit vorsehen, „weiter ordnungsgemäß durchgeführt werden können“. Bei Verfahrensschritten, die bislang die Anwesenheit der Beteiligten erforderten, erlaubt das Gesetz demnach „digitale Alternativen“ – etwa Telefon- oder Videokonferenzen.

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) kritisiert das Vorhaben hingegen scharf. Er befürchtet, dass im Windschatten der Coronakrise umstrittene Großprojekte genehmigt werden könnten, ohne dass die Öffentlichkeit und die Umweltverbände wirksam Einfluss nehmen könnten. (afp)

Fragenkatalog zu Hygienekonzept bei Westfleisch

Die Stadt und der Kreis Coesfeld haben einen Fragenkatalog zu einem am Donnerstag eingereichten Hygienekonzept von Westfleisch an das Unternehmen geschickt. „Erst wenn wir ein nachvollziehbares Konzept haben, können wir beurteilen, ob das Unternehmen den Betrieb wiederaufnehmen kann“, sagte Coesfelds Bürgermeister Heinz Öhmann (CDU). „Die Möglichkeit, Hygienestandards einzuhalten, eine Ausbreitung des Virus zu verhindern und die Wohnsituation nachhaltig zu verbessern, müssen unseres Erachtens ganz klar hieraus hervorgehen.“ Das Unternehmen solle die Fragen „kurzfristig“ beantworten, hieß es.

Beim Westfleisch-Werk in Coesfeld im Münsterland hatte der Kreis laut Angaben vom Donnerstag bislang 268 Corona-Nachweise unter den mehr als 1200 Mitarbeitern gezählt. Das Land Nordrhein-Westfalen hatte das Werk in der vergangenen Woche geschlossen und landesweite Tests in der Branche angeordnet.

Auch an einem Westfleisch-Standort in Oer-Erkenschwick bei Recklinghausen sind knapp 40 Beschäftigte betroffen. In anderen Werken des Unternehmens mit Sitz in Münster wurden nach jüngsten Angaben bei Tests keine Infektionen entdeckt. (dpa)

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte haben sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit soll der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie Anfang Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen: Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 5. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen sollen die Regeln gelockert werden: PatientInnen oder BewohnerInnen sollen wieder durch eine bestimmte Person besucht werden können.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport soll das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt sein. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga darf die Saison ab Mitte Mai mit Geisterspielen fortsetzen – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten. Was alles unter „Großveranstaltung“ fällt, wird noch geklärt.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios sollen die Ländern Lockerungen eigenständig verantworten.

■ Spielplätze sollen unter Auflagen wieder öffnen – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen werden wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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