+++ Corona News am Samstag +++: Benefizgala von Hollywood-Stars

Sogenannte Hygienedemos verliefen friedlich. Eilantrag auf Demo mit vielen Leuten untersagt. News zum Corona-Virus im Liveticker.

Schauspieler Jeff Bridges

Jeff Bridges als Jeffrey Lebowski im Film „The Big Lebowski“ Foto: dpa

Den Live-Ticker bearbeitet Simone Schmollack.

Hollywood-Stars unterstützen Filmschaffende

Stars wie George Clooney, Jeff Bridges, Michael Douglas, Hugh Jackman, Jodie Foster und Mira Sorvino haben bei einem Benefizevent während der Coronakrise Betroffenen in Hollywood Hilfe zugesagt. Bei der virtuellen Spendenshow in der Nacht zum Samstag schalteten sich zahlreiche Schauspieler und Künstler von zu Hause dazu. Oscar-Preisträger Clooney sagte mit gespieltem Ernst, er wolle seinen Fans gegenüber ganz ehrlich sein und mitteilen, dass er keine Hosen anhabe. In dem Livestream war nur sein Oberkörper zu sehen.

Neben Unterhaltung und Musikeinlagen ging es um ein ernstes Anliegen. Die Stars verwiesen auf die Notlage vieler Mitarbeiter im Filmgeschäft, die wegen der Coronakrise ihre Jobs verloren hätten. Die Organisation The Motion Picture & Television Fund, die Hilfsbedürftige in der Filmwirtschaft unterstützt, hatte die Spenden-Aktion ins Leben gerufen.

Die Stiftung wurde 1921 unter anderem von Charlie Chaplin und Mary Pickford gegründet, um in Not geratenen Filmschaffenden finanziell unter die Arme zu greifen. Dazu gehört auch ein Seniorenheim im kalifornischen Woodland Hills. Die Einrichtung ist von der Coronakrise betroffen, mehrere Bewohner sind an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. (dpa)

Eilantrag für Demo gegen Corona-Maßnahmen abgelehnt

Das Bundesverfassungsgericht hat den Eilantrag des Anmelders einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Fürstenwalde in Brandenburg gekippt. Die obersten Richter wiesen am Samstag seine Forderung nach einer Ausnahmegenehmigung für eine Versammlung mit dem Titel „Ostalgischer Frühling“ mit bis zu 975 Teilnehmern zurück (1 BvQ 55/20). In Brandenburg dürfen nach der geltenden Corona-Verordnung nur bis zu 50 Menschen im Freien an einer Demo teilnehmen.

Das Bundesverfassungsgericht bestätigte in seinem Beschluss die Befürchtung des Verwaltungsgerichts Frankfurt (Oder) und des Oberverwaltungsgerichts, dass die zum Schutz vor dem Coronavirus gebotenen Mindestabstände unterschritten würden. Bei einer Versammlung mit nahezu 1000 Teilnehmern sei eine Einhaltung der hier maßgeblichen Abstandsregelungen nicht hinreichend gesichert, erklärten die Karlsruher Richter. Dem Antragsteller sei die Ausübung seiner grundrechtlichen Freiheit aber dennoch möglich. (dpa)

RKI-Chef Wieler will keine Corona-Impfpflicht

Der Chef des Robert Koch-Instituts (RKI) Lothar Wieler hat sich gegen eine Impfpflicht gegen das Coronavirus ausgesprochen. „Wir haben keinen Anlass, an eine Impfpflicht zu denken“, sagte Wieler am Samstag in Schwerin. Die Bürgerinnen und Bürger seien definitiv klug genug zu wissen, wenn es einen sicheren Impfstoff gebe, dass dieser ihre Gesundheit fördern würde.

Zum Thema Impfstoff sei vor einigen Wochen eine Arbeitsgruppe beim RKI gegründet worden. Diese würde sich damit befassen, sofern es einen Impfstoff gebe, welche Bevölkerungsgruppen wie geimpft werden könnten. (dpa)

Demos gegen Corona-Maßnahmen weitgehend friedlich

Vor dem Hintergrund der Corona-Beschränkungen sind in vielen Städten Deutschlands am Samstag wieder hunderte Menschen zu sogenannten „Hygiene-Demos“ auf die Straße gegangen. In vielen Städten, darunter Hannover, Braunschweig Oldenburg, Osnabrück, Göttingen und Bremen, verliefen die Proteste bis zum Nachmittag weitestgehend friedlich.

Auf Bremens Bürgerweide demonstrierten etwa 300 Gegner der Corona-Beschränkungen. Die linke Szene der Hansestadt hatte im Vorfeld über das Internet zu Gegenaktionen aufgerufen rund 150 Aktivisten mobilisiert. Nach Polizeiangaben verliefen beide Kundgebungen ohne Zusammenstöße, allerdings mussten die Beamten wegen Nichteinhaltung von Maskenpflicht und Abstandsregeln wiederholt einschreiten.

Auch in Hannover verzeichnete die Polizei bei Demonstrationen in der Innenstadt Verstöße gegen Gesundheitsschutz-Auflagen. Rund 220 Teilnehmer protestierten weitgehend friedlich zwischen Steintor und Goseriedeplatz. Gegendemonstranten zündeten auf Hausdächern Bengalische Feuer und entrollten ein Spruchband auf dem „Aluhüte zu Altmetall“ zu lesen war.

In Braunschweig formierten sich laut Landesvorsitzendem der Polizei-Gewerkschaft, Dietmar Schilff, der die Kundgebung vor Ort beobachtete, rund 250 Kritiker der Corona-Auflagen. Demnach verliefen die Proteste bis zum späten Nachmittag ruhig und unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln. Im Vorfeld hatte die Stadt mit höheren Teilnehmerzahlen gerechnet.

Bereits am Freitag hatte die Kampagnenplattform Campact in Verden bei Bremen vor einer Teilnahme an den sogenannten „Hygiene-Demos“ gewarnt. Campact-Vorstand Felix Kolb hatte eigenen Angaben zufolge am Freitag eine entsprechende Mail an etwa 2,3 Millionen Unterstützer der Bürgerbewegung geschickt. Darin hatte er vor einer möglichen zweiten Infektionswelle gewarnt, da viele Demonstranten das Tragen von Masken verweigerten und Abstandsregeln missachteten.

Begleitet von rund 1.000 Polizisten sind in Berlin am Samstagnachmittag Dutzende Menschen zu verschiedenen Demonstrationen zusammengekommen. Allein auf dem Alexanderplatz fanden zeitgleich vier Kundgebungen statt, die von Polizeikräften und rot-weißem Flatterband umringt waren. Die Beamten achteten darauf, dass jeweils nicht mehr als 50 Demonstranten zusammenstanden. Innerhalb der Flatterbänder wurde der Abstand von 1,50 Metern eingehalten.

Mehr als 40 Demonstranten protestierten inmitten des Platzes mit Transparenten und einem Lautsprecherwagen gegen Verschwörungstheorien und für die Rechte von Flüchtlingen. Einige Meter weiter demonstrierten Dutzende mit lauter Musik gegen die Corona-Regeln und Impfpflicht. „Corona-Fehlalarm“ stand auf einem Banner, es wurden Zeitungen verteilt. Auch an den Absperrungen rund um den Rosa-Luxemburg-Platz versammelten sich Dutzende Menschen zum Protest gegen die Hygienevorschriften.

Für den Nachmittag war auf dem Alexanderplatz, vor der Volksbühne und dem Reichstagsgebäude von verschiedenen politischen Lagern zu Protesten aufgerufen worden – nicht alle waren erlaubt. Auf dem Alexanderplatz waren am vergangenen Samstag mehr als 1.200 Menschen unerlaubt zu teils aggressiven Protesten zusammengekommen.

Auch in München haben mehrere hundert Menschen gegen die coronabedingten Beschränkungen demonstriert. Sie haben sich am Samstag mehrere hundert Menschen auf der Theresienwiese versammelt. Kurz vor dem geplanten Beginn um 15 Uhr suchten die Veranstalter aber über Lautsprecher noch Freiwillige, die sich als Ordner darum kümmern sollen, dass Abstandsregeln eingehalten werden. Sonst dürften nicht mehr Menschen auf das Gelände. Zugelassen sind 1.000 Teilnehmer.

Die Polizei ist mit zahlreichen Beamten und deutlich sichtbar auf dem Gelände unterwegs. Bayernweit wollen am Wochenende Kritiker der coronavirusbedingten Auflagen bei rund 70 Demonstrationen in mehreren Städten ihren Unmut kundtun. (dpa)

WHO: Infektion über Türklinken ist nicht bekannt

Ob Menschen sich beim Berühren von Klinken, Haltegriffen oder Computertastaturen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 anstecken können, ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch nicht bekannt. Gleichwohl seien Desinfektionen empfehlenswert, heißt es in einer am Samstag in Genf veröffentlichten Hygiene-Empfehlung der WHO. Darin erwähnt sie eine Studie, wonach das Virus auf der Außenseite einer medizinischen Gesichtsmaske bis zu sieben Tagen überleben kann. Sämtliche Studien über die Lebensfähigkeit des Virus auf Oberflächen seien aber mit Vorsicht zu genießen. Sie seien in Laboren durchgeführt und ließen keine Rückschlüsse auf die echte Lebenswelt zu, so die WHO.

In der erwähnten Studie habe das Virus auf Edelstahl und Plastik bis zu vier Tage, auf Glas bis zu zwei Tage und auf Stoff und Holz einen Tag überlebt. In einer anderen Studie seien es vier Stunden bei Kupfer, 24 Stunden bei Pappe und 72 Stunden bei Plastik und Edelstahl gewesen.

Obwohl bislang keine Studie Ansteckungen mit Sars-CoV-2 über die Berührung von Oberflächen nachgewiesen habe, sei dies nach Erfahrungen mit anderen Coronaviren nicht auszuschließen. Deshalb sei Desinfizieren wichtig – in Kliniken, aber auch außerhalb, etwa bei Waschbecken, Toiletten, elektronischen Geräten, Handläufen von Treppen, Böden und Wänden.

Vom Versprühen von Desinfektionsmitteln rät die WHO ab, in Kliniken, Geschäften, Büros und Haushalten, aber auch im Freien, wie es vor allem in Asien viele Behörden machen. Straßen und Gehwege seien kein Reservoir für Viren, und es sei unwahrscheinlich, dass das Desinfektionsmittel auf unebenen Flächen lange genug wirken könne, um Erreger abzutöten.

„Menschen sollten niemals besprüht werden“, warnt die WHO. Das verhindere nicht die Weitergabe von Viren über Tröpfcheninfektion, sollten Menschen infiziert sein. „Das Besprühen von Personen mit Chlor und anderen giftigen Chemikalien kann zu Augen- und Hautreizungen und durch das Inhalieren zu einer Verkrampfung der Atemmuskeln sowie Magen-Darm-Störungen und Übelkeit und Erbrechen führen.“ (dpa)

Klinikum in Potsdam mit Vorzeigeprojekt werden

Das Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann will als Konsequenz aus dem Coronavirus-Ausbruch bei der Sicherheit künftig deutschlandweit führend sein. „Unsere Vision für das nächste Jahr ist, dass wir das sicherste Krankenhaus bundesweit werden, was die Versorgung von Pandemie-Patienten betrifft“, sagte Geschäftsführer Hans-Ulrich Schmidt. Das gelte als Schwerpunkt in Brandenburg, aber vielleicht auch als Vorzeigeprojekt für andere Krankenhäuser. Mit einem neuen Konzept solle eine sichere Versorgung geboten werden. Die Klinik stelle sich angesichts von Lockerungen der Corona-Maßnahmen auf eine neue Infektionswelle ein, „in der Hoffnung, dass sie nicht kommt“.

In dem größten Potsdamer Krankenhaus hatten sich im März Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2-bei Patienten und Mitarbeitern gehäuft. Anfang April trat ein Aufnahmestopp für neue Patienten außer Notfällen in Kraft. Bisher starben 45 Covid-19-Patienten. Die Klinik ist für die medizinische Versorgung von etwa einer halben Million Menschen zuständig.

Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) hatte die bisherigen Geschäftsführer beurlaubt und neue eingesetzt. Bis Juli soll die Klinik wieder in Normalbetrieb gehen. Geplant ist ein Umbau in eine „Covid-Klinik“, eine „Nicht-Covid-Klinik“ und eine Klinik für Verdachtsfälle.

Eine Expertenkommission geht seit Donnerstag Ursachen des Ausbruchs auf den Grund und prüft Defizite. Die Klinik ist derzeit mit rund 200 Patienten belegt – das sind 23 Prozent der normalen Kapazität. „Die Situation ist wirtschaftlich angespannt“, sagte Steckel. „Aber das Klinikum ist nicht existenziell bedroht.“ (dpa)

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte haben sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit soll der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie Anfang Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen: Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 5. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen sollen die Regeln gelockert werden: PatientInnen oder BewohnerInnen sollen wieder durch eine bestimmte Person besucht werden können.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport soll das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt sein. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga darf die Saison ab Mitte Mai mit Geisterspielen fortsetzen – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten. Was alles unter „Großveranstaltung“ fällt, wird noch geklärt.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios sollen die Ländern Lockerungen eigenständig verantworten.

■ Spielplätze sollen unter Auflagen wieder öffnen – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen werden wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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