+++ Corona News am 29. Juni +++: Gütersloh muss weiter stillhalten

Einschränkungen in Gütersloh werden um eine Woche verlängert. In Warendorf laufen die Regelungen aus. Nachrichten zum Coronavirus im Live-Ticker.

Menschen, manche sommerlich gekleidet, manche in Schutzanzügen

Was kommt da noch auf Gütersloh zu? Foto: Martin Meissner/ap

Den Live-Ticker bearbeitet Anselm Denfeld.

Remdesivir-Behandlung soll 2.340 Dollar kosten

15.46 Uhr: Der US-Biotechkonzern Gilead hat die Behandlungskosten für sein als Hoffnungsträger geltendes Medikament Remdesivir für Corona-Patienten festgelegt. Der Preis für eine fünftägige Behandlung mit dem Mittel, das Gilead ursprünglich zum Einsatz gegen Ebolainfektionen entwickelt hatte, soll in den USA und anderen Industrieländern 2.340 Dollar pro Patient betragen, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Für Privatpatienten sollen es 3.120 Dollar sein.

Der Preis war Gegenstand hitziger Debatten, seit die US-Gesundheitsbehörde FDA im Mai den Einsatz des Mittels in Notfällen bei Covid-19-Patienten genehmigt hatte. Experten hatten gefordert, Gilead dürfe die Pandemie nicht für Profit-Zwecke ausnutzen. Der nun festgelegte Preis liegt unter den 5.080 Dollar, die die US-Forschungsgruppe für Arzneimittelpreise (ICER) empfohlen hat. Analysten gehen gleichwohl davon aus, dass Gilead mit Remdesivir in den nächsten Jahren Einnahmen in Milliardenhöhe erzielen könnte. Zuletzt hatte die europäische Arzneimittelbehörde EMA grünes Licht für einen bedingten Einsatz des Medikaments bei Covid-19-Patienten in der EU gegeben. Die Europäische Kommission muss aber noch die Freigabe erteilen. (rtr)

Einschränkungen im Kreis Gütersloh eine Woche verlängert

15.27 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies bleibt das öffentliche Leben im Kreis Gütersloh für eine weitere Woche eingeschränkt. Für den Nachbarkreis Warendorf dagegen laufen Einschränkungen um 0 Uhr in der Nacht zu Mittwoch aus, wie der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet, CDU, am Montag in Düsseldorf sagte. (rtr)

Lufthansa setzt mehr Flieger ein

15.15 Uhr: Die Lufthansa fährt ihren Flugbetrieb verstärkt hoch und will bis Ende Oktober mehr als 380 Flugzeuge einsetzen. „Damit ist wieder die Hälfte der Flotte der Lufthansa Group in der Luft“, erklärte der Konzern am Montag. Dies seien 200 Flugzeuge mehr als noch im Juni. „Nach und nach öffnen sich die Grenzen wieder. Die Nachfrage steigt, kurz- und auch langfristig“, sagte Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister. (rtr)

BVB rechnet mit Verlust von 45 Millionen Euro

15.13 Uhr: Wie der an der Börse notierte Fußball-Bundesligist am Montag in einer Ad-Hoc-Mitteilung bekanntgab, wird für das Geschäftsjahr 2019/20 ein Verlust von rund 45 Millionen Euro erwartet. Im Vorjahr blieben noch rund 17,4 Millionen Euro an Nettogewinn hängen. Allerdings steht der Ausblick „unter dem Vorbehalt werterhellender Tatsachen sowie möglicher weiterer Transfererträge“. Der mögliche Fehlbetrag sei auf die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie zurückzuführen. Vor allem die Spiele ohne Zuschauer kosteten Einnahmen. Dank der gute Ertragslage in den vergangenen Geschäftsjahren und eines zum 30. Juni 2019 vorhandenen Konzerneigenkapitals in Höhe von rund 355 Millionen Euro sieht sich der BVB jedoch gewappnet, die erwarteten Verluste zu tragen. (dpa)

Fluggesellschaft SAS kündigt 1600 Mitarbeiter:innen

14.35 Uhr: Knapp 1.600 Mitarbeiter:innen der skandinavischen Fluggesellschaft SAS in Dänemark hatten am Montag laut einem Agenturbericht ihre Kündigung im Postkasten. Dabei handele es sich hauptsächlich um Pilot:innen, Kabinenpersonal und Mitarbeiter:innen in den Flughafenterminals, berichtete die dänische Nachrichtenagentur Ritzau. Die Airline bestätigte ihr die Zahlen. SAS hat im Zuge der Coronakrise starke Einbußen verzeichnen müssen und bereits im April angekündigt, ihre Personalstärke um bis zu 5.000 Stellen nahezu halbieren zu wollen. Betroffen sind neben den dänischen auch die schwedischen und norwegischen Mitarbeiter. (dpa)

24 positive Tests in der amerikanischen Fußball-Liga

14.32 Uhr: Seit der Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs der Mannschaften der ersten US-Fußball-Liga sind 24 Spieler und Betreuer positiv auf das Coronavirus getestet worden. Insgesamt 18 infizierte Spieler der Major League Soccer (MLS) und sechs Betreuer habe man seit Beginn der Testserien Anfang Juni ermitteln können, teilte die Liga-Organisation am Montag mit. 668 Spieler wurden nach Angaben der MLS regelmäßig getestet. Die amerikanische Fußball-Liga setzt ihre Saison ab dem 8. Juli mit einem Turnier in Florida mit allen 26 Mannschaften fort. Vor der Reise nach Orlando haben alle Spieler, Trainer, Schiedsrichter, Club- und Ligamitarbeiter zwei weitere Tests in einem 24-Stunden-Abstand und einem Abstand von etwa 72 Stunden nach Anreise zu absolvieren, teilte die MLS mit. (dpa)

Riexinger: Konjunkturpaket hat „soziale Schieflage“

14.31 Uhr: Linken-Chef Bernd Riexinger hat den vom Bundestag beschlossenen Konjunkturmaßnahmen eine „eindeutige soziale Schieflage“ bescheinigt. Als ein Beispiel führte Riexinger am Montag an, dass für Erwerbslose „nichts dabei“ sei. Es wäre „dringend geboten gewesen, die Hartz-IV-Sätze zu erhöhen“, da im Zuge der Coronakrise mehr Menschen arbeitslos würden und in Hartz IV abzurutschen drohten. Zudem sei für Pflegekräfte im Konjunkturpaket „im Kern nichts vorgesehen“.

„Wie wurden Pflegekräfte im Bundestag, in der ganzen Gesellschaft beklatscht“, sagte Riexinger in Berlin. „Passiert ist jetzt nichts.“ Es gebe weder eine klare Ansage, dass jetzt mehr Pflegekräfte eingestellt würden, noch bekämen die Krankenhausbeschäftigten „auch nur einen Cent mehr“. Der Bundestag hatte zuvor das Paket zur Stärkung der Konjunktur in der Corona-Krise gebilligt. (afp)

Mit der Pandemie steigt die Arbeitslosigkeit Foto: Jan Woitas/dpa

Höchstwert: Iran meldet 162 Todesfälle binnen eines Tages

14.31 Uhr: Der Iran meldete am Montag einen Tagesrekord bei der Zahl der Corona-Opfer: 162 Infizierte seien in vergangenen 24 Stunden gestorben, erklärte das Gesundheitsministerium in Teheran. Der bisherige Tageshöchststand von 158 Corona-Toten war Anfang April registriert worden. (rtr)

Elf Spuckattacken gegen NRW-Polizist:innen seit Februar

14.11 Uhr: Vom 1. Februar bis Ende Mai ist es in NRW elf mal zu Spuckattacken gegen Polizist:innenen gekommen. Acht Mal behaupteten die Täter selbst, sie hätten Corona. Zwei Mal ist die Polizei sich sicher, obwohl die Beschuldigten nichts sagten. Bei einer Tat lagen keine Aussagen oder Hinweise auf eine Infektion vor. Ob sich ein Beamter tatsächlich angesteckt hat, weiß das Innenministerium nicht, wie aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD im Landtag hervor geht. Demnach hatte es sogar einen Internetaufruf zu Spuckattacken gegen Polizist:innen gegeben. Dabei „lag die Zielrichtung konkret darin, Polizeibeamte mit dem Coronavirus anzustecken“, so das Ministerium. (dpa)

Corona-Krankenhaus mit 10.000 Betten aus Karton in Indien

14.10 Uhr: 10.000 Betten aus Karton sollen Indien helfen, mit den rasch zunehmenden Infektionen zurechtzukommen. Sie stehen in einem ungenutzten Gebäude einer religiösen Sekte in der Hauptstadt Neu Delhi – dem Epizentrum Indiens. Von der zuständigen Behörde hieß es, dass man sie schnell aufbauen könne und dass sie jeweils umgerechnet 14 Euro kosteten. Um mehr Platz für Kranke bereitzustellen, stattet Indien auch Züge, Hotels und Stadien mit Betten aus. Kürzlich sagte der Regierungschef von Neu Delhi, Arvind Kejriwal, dass die Todeszahlen Anfang Juni wegen eines Mangels an Krankenhausbetten und Testmöglichkeiten in der Hauptstadt gestiegen seien. Inzwischen sei die Lage besser, aber es sei unklar, wie lange das so bleibe. Auch Krematorien in der Hauptstadt rüsten auf und bauen mehr Öfen, berichteten lokale Medien.

Indien ist auf Platz vier der am meisten von Corona betroffenen Länder der Welt – nach Russland, Brasilien und den USA. Inzwischen gibt es dort mehr als eine halbe Million Corona-Fälle, und mehr als 16.000 Menschen mit dem Virus sind gestorben. (dpa)

Niedrige Mehrwertsteuer ermuntert kaum zum Konsumieren

13.56 Uhr: Die Mehrheit der Bürger fühlt sich nach einer Umfrage durch die Mehrwertsteuersenkung nicht ermuntert, mehr Geld auszugeben. Entsprechend äußerten sich in der am Montag veröffentlichten Befragung des Yougov-Instituts 57 Prozent. 24 Prozent gaben an, sich dazu ermuntert zu fühlen. 19 Prozent machten keine Angabe. Zweck der Mehrwertsteuersenkung ist es, den Konsum anzukurbeln und damit die in der Corona-Krise leidende Wirtschaft. (dpa)

Gericht bestätigt Einschränkungen im Kreis Gütersloh

13.26 Uhr: Der derzeit eingeschränkt geltende Lockdown im Kreis Gütersloh ist rechtmäßig. Das hat das Oberverwaltungsgericht des Landes Nordrhein-Westfalen am Montag in Münster entschieden. Ein Bewohner der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock hatte die Überprüfung einer Landesverordnung verlangt. Die Regionalverordnung ist nach dem Corona-Ausbruch in einem Schlachtbetrieb der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück in Kraft getreten und gilt im ganzen Kreisgebiet bis zum 30. Juni.Der Antragsteller kritisiert, dass auch Städte wie sein Wohnort und Versmold, Borgholz oder Halle in Westfalen betroffen sind, obwohl es dort keine oder kaum Infizierte gibt. Diese Ansicht teilt das OVG nicht. Wegen der Vielzahl der positiven Corona-Tests unter Mitarbeitern im Schlachtbetrieb bei Tönnies bestehe eine hinreichend konkrete Gefahr des Überspringens auf die übrige Bevölkerung. Das Land habe daher seinen Ermessensspielraum mit Schutzmaßnahmen für den gesamten Kreis nicht überschritten.(dpa)

Eine Person macht einen Drive-In-Rachenabstrich

Eine Person in Gütersloh macht einen Drive-In-Rachenabstrich Foto: Jonas Güttler/dpa

Tennis-Damenchefin über US Open: „Geradezu absurd“

12.44 Uhr: Die deutsche Damen-Tennischefin Barbara Rittner ist nach den Vorfällen bei der umstrittenen Adria-Tour noch nicht davon überzeugt, dass die US Open im September wie geplant stattfinden. „Ich glaube, alle Spielerinnen und alle Spieler beäugen jetzt genau, was passiert, und die Adria-Tour war natürlich eine absolute Katastrophe“, sagte die 47-Jährige am Sonntagabend im NDR.

Die US Open sollen am 31. August in New York beginnen, das besonders hart vom Coronavirus betroffen war. „Ich persönlich hätte mir gewünscht, dass das Turnier an einen anderen Ort verlegt wird“, sagte Rittner. „Es ist für mich ein ganz komisches Gefühl, dort hinzureisen ein paar Wochen später und so zu tun, als sei nichts und ein Tennisturnier zu spielen. Das finde ich geradezu absurd.“ (dpa)

Bundestag beschließt Steuer-Senkung und Familienbonus

12.31 Uhr: Der Bundestag hat das Konjunkturpaket zur Stärkung der Konjunktur in der Corona-Krise gebilligt. Die Maßnahmen, deren Herzstück die Absenkung der Mehrwertsteuer im zweien Halbjahr 2020 ist, wurde am Montag in einer Sondersitzung des Parlaments mit den Stimmen von Union und SPD beschlossen. FDP und AfD stimmten mit Nein, Linke und Grüne enthielten sich. Die Mehrwertsteuer wird nach einem Beschluss des Bundestags für ein halbes Jahr von 19 auf 16 Prozent gesenkt.Außerdem sollen Familien zum Anschub der Konjunktur einen Bonus von 300 Euro pro Kind bekommen. Damit die Änderungen in Kraft treten können, bedarf es am Nachmittag noch der Zustimmung des Bundesrats. (dpa)

Höchste Zahl an Neuinfektionen in Tschechien seit April

12.10 Uhr: Tschechien hat die höchste tägliche Zahl an Neuinfektionen seit Anfang April registriert. Am Sonntag wurden 305 bestätigte Erkrankungsfälle gemeldet, während es am Samstag noch 260 gewesen waren. Nach Einschätzung von Gesundheitsminister Adam Vojtech handelt es sich nicht um eine zweite Welle. Grund für den sprunghaften Anstieg sei ein lokaler Infektionsherd in der Industrieregion Mährisch-Schlesien, sagte der 33-Jährige am Montag. Dort finden derzeit Reihenuntersuchungen unter Bergleuten des staatlichen Steinkohleförderers OKD statt.Während die Maßnahmen im Rest des Landes weiter gelockert werden, kommt es in der östlichen Region zu Verschärfungen. Unter anderem sind dort bis auf Widerruf nur Versammlungen von bis zu 100 Menschen zulässig. (dpa)

Steinmeier: Demokratie hat sich in Coronakrise bewährt

12.05 Uhr: In der Pandemie hat sich nach Einschätzung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Stärke der Demokratie und die Schwäche autoritärer Systeme bewiesen. „Die vergangenen Wochen haben gezeigt: Unsere Demokratie kann auf existenzielle Bedrohungen reagieren, und zwar schnell, entschieden und kraftvoll“, sagte Steinmeier am Montag in Berlin. „Wir sind gemeinsam in der Lage, in kürzester Zeit umzusteuern, gewohnte Pfade zu verlassen und auch unter Ungewissheitsbedingungen zu entscheiden, notfalls Irrtümer einzuräumen und zu korrigieren.“

Bei einem Forum zum Thema „Testfall Corona – Wie geht es unserer Demokratie“ erinnerte Steinmeier daran, dass es zuletzt in vielen Teilen der Welt, auch in Europa, eine „Faszination des Autoritären“ gegeben habe. Es sei aber unübersehbar, dass im Kampf gegen die Pandemie weder markige Sprüche noch Kraftmeierei, weder Demagogie noch Selbstüberschätzung helfen, sagte der Bundespräsident.

Berlin: Mehr jüngere Menschen infizieren sich mit Corona

11.26 Uhr: Unter den Neuinfizierten in Berlin steigt der Anteil jüngerer Menschen. Das gab Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci am Montag bekannt. „Bei den Neuinfizierten beobachten wir, dass im Durchschnitt weniger Ältere betroffen sind, stärker im Bereich Altersgruppe Kinder und deren Eltern, aber auch Jugendliche“, sagte die SPD-Politikerin. Der Altersdurchschnitt der Neuinfizierten liegt nach ihren Angaben aktuell bei etwa 40 Jahren, dieser Wert sinke bereits seit einiger Zeit. Im Bundesdurschnitt sind Menschen, die sich mit dem Coronavirus anstecken, laut Kalayci 49 Jahre alt.

Kalayci machte deutlich, dass sich die Lage in Berlin nach einem starken Anstieg der Neuinfektionen in zwei Häuserkomplexen in Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg inzwischen wieder etwas positiver darstelle. Zuletzt sei die Zahl neuer Infektionen wieder moderat zurückgegangen. Am Sonntag war die Zahl bestätigter Corona-Infektionen in Berlin gegenüber dem Vortag um acht auf 8.175 gestiegen. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus starben bisher 213 Menschen. (dpa)

Testzentrum am Frankfurter Flughafen eröffnet

11.23 Uhr: Am Frankfurter Flughafen ist „Walk-in“-Corona-Testzentrum eröffnet worden. Passagiere, die von Deutschlands größtem Flughafen abfliegen oder dort landen, könnten dort ab sofort einen Schnelltest machen, teilte das Diagnostikunternehmen Centogene am Montag mit. Den Angaben zufolge ist es die erste derartige Einrichtung in Deutschland. Der Test kann in einem Proben-Entnahmezentrum in unmittelbarere Nähe des Hauptterminals des Flughafens entweder am Vortag oder aber am Tag des Abflugs gemacht werden. (rtr)

Jugendaktivist:innen fordern Nein zum Konjunkturpaket

Eine junge langhaarige Person mit Gesichtsmaske

Ein:e Erb:in der Folgen des Konjunkturpakets Foto: Carsten Rehder/dpa

11.13 Uhr: Jugendaktivist:innen sehen ihre Zukunft und die kommender Generationen durch das Corona-Konjunkturpaket bedroht. Der Sprecher des Jugendrats der Generationen Stiftung, Elia Mula, forderte am Montag den Bundestag auf, die für „falsche Investitionen“ vorgesehenen Milliardenhilfen nicht zu verabschieden und stattdessen einen Generationenrettungsschirm aufzuspannen. Es müsse dringend mehr Geld in soziale Gerechtigkeit und Klimagerechtigkeit fließen, betonte er. „Sonst ist es leider zu spät.“ Konkret kritisierte er die Kaufprämie für E-Autos, die nur für kurzfristigen Profit sorge, und den „viel zu späten“ Kohleausstieg, mit dem es unmöglich sei, die Klimaziele einzuhalten. Bundestag und Bundesrat befassen sich in dieser Woche mit dem Konjunkturpaket zur Abmilderung der Coronakrise. Am Montag standen bei Sondersitzungen beider Häuser unter anderem die zeitweise Reduzierung der Mehrwertsteuer sowie ein Kinderbonus auf der Tagesordnung.

Spahn kritisiert Pläne für Massentests in Bayern

10.53 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn distanziert sich von anlasslosen Corona-Massentests, wie sie die bayerische Landesregierung plant. „Testen, testen, testen – aber gezielt“, das sei die mit dem Robert-Koch-Institut entwickelte nationale Teststrategie, schrieb der CDU-Politiker am Montag auf Twitter. Zuvor hatte die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml, CSU, eine „Corona-Testoffensive“ angekündigt. „Allen Bürgerinnen und Bürgern Bayerns wird deshalb zeitnah angeboten, sich bei einem niedergelassenen Vertragsarzt auch ohne Symptome testen zu lassen.“ Die Kosten wolle der Freistaat übernehmen, soweit sie nicht von Krankenkassen getragen werden. Spahn verwies darauf, dass es präventives Testen im Pflegebereich oder anderen Teilen des Gesundheitswesens sowie bei lokalen Ausbrüchen wie im nordrhein-westfälischen Kreis Gütersloh geben müsse. „Einfach nur viel testen klingt gut, ist aber ohne systematisches Vorgehen nicht zielführend“, kritisierte er jedoch. (rtr)

Nahaufnahme von Spahns Gesicht

Spahn würde lieber Tests für bestimmt Branchen und Gesellschaftsbereiche sehen Foto: Salvatore Di Nolfi/dpa

Wimbledon 2021 nicht gegen Pandemie versicherbar

10.21 Uhr: Das weltberühmte Rasen-Tennisturnier in Wimbledon wird sich trotz der Coronakrise im kommenden Jahr nicht für einen Pandemiefall versichern können. Das berichtete die britische Tageszeitung The Telegraph unter Berufung auf Aussagen des Turnier-Organisators Richard Lewis. Das Grand-Slam-Turnier in London, das am kommenden Montag begonnen hätte, habe in diesem Jahr kaum finanziellen Schaden genommen, da die Veranstaltung mit einer siebenstelligen Summe gegen übertragbare Krankheiten versichert wurde. Das gleiche Verfahren sei jedoch im nächsten Sommer aufgrund der aktuellen Lage unmöglich, erklärte Lewis. Übertragbare Krankheiten seien derzeit nicht versicherbar. (dpa)

Nur rund 6.700 Neuansteckungen – für Russland ein Erfolg

9.44 Uhr: In Russland melden die Behörden 6.719 festgestellte Neuinfektionen. Das ist der geringste tägliche Zuwachs seit dem 29. April. Insgesamt liegt die Zahl der ermittelten Ansteckungen nun bei 641.156. Die Zahl der Todesfälle steigt in den vergangenen 24 Stunden um 93 auf 9.166. (rtr)

Grüne und SPD wollen Abschaffung von Riesenschlachthöfen

9.38 Uhr: Nach den Corona-Ausbrüchen in Schlachthöfen haben die Grünen eine völlige Umstellung der Fleischerzeugung in Deutschland gefordert. „Die großen Schlachthöfe müssen zugemacht werden. Wir müssen das dezentralisieren“, sagte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt am Sonntagabend in der Internetsendung „Bild Live“. Es gehe jetzt um eine andere Politik und andere Rahmenbedingungen in der Fleischindustrie.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil äußerte sich in der Sendung ähnlich. „Ich glaube, das ganze System ist zu groß geworden an dieser Stelle“, sagte Klingbeil. Ihm gehe es darum, dass die Landwirte gegenüber den Schlachthöfen gestärkt würden. „Und ich persönlich bin der Meinung: Wir brauchen kleinere Schlachthöfe. Wenn Tiere durch halb Europa gefahren werden, dann sieht man, dass das System nicht mehr gesund ist.“ (afp)

EU will Länder nach Corona-Situation einstufen

9.10 Uhr: Die EU legt nach spanischen Angaben bis spätestens Dienstag eine Liste der Covid-19-sicheren Länder vor. Die Liste werde 15 Staaten umfassen, in die man nach epidemiologischen Kriterien sicher reisen könne, sagt die spanische Außenministerin Arancha Gonzalez Laya dem Hörfunksender Cadena SER. Die Pandemie lasse im größten Teil Europas nach. (rtr)

Fleisch-Freunde unter sich: Hoeneß unterstützt Tönnies

8.37 Uhr: Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß hat Schalkes Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies gegen Kritik im Zuge des massiven Corona-Ausbruchs in dessen Fleischbetrieb verteidigt. Der 68 Jahre alte Hoeneß sagte in der Sendung Blickpunkt Sport des Bayerischen Fernsehens er stehe Tönnies (64), dem er schon lange freundschaftlich verbunden ist, bei. „Ich muss ehrlich sagen: Wenn Fehler gemacht wurden, muss man dazu stehen. Das tut er ja.“, sagte Hoeneß. „Aber dass man dann alles, was er so geleistet hat, was er für eine große Firma aufgebaut hat, jetzt plötzlich in Schutt und Asche redet, das kann es nicht sein.“

Tönnies steht als Firmenchef und als Boss des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 aktuell massiv unter Druck. Im Stammwerk des Tönnies-Fleischkonzerns im Kreis Gütersloh hatten sich weit über 1.000 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Deshalb gab es heftige Kritik an den Arbeitsbedingungen im Unternehmen von Tönnies. Uli Hoeneß, Sohn eines Metzgers, hat in seinem Leben selbst eine Wurstfabrik aufgebaut. (dpa)

Tönnies und Hoeneß auf einem Podium

Uli Hoeneß (l.) und Clemens Tönnies auf einem Kongress im Jahr 2018 Foto: Roland Weihrauch/dpa

IWF hält Schuldenschnitte für möglich

8.08 Uhr: Der Internationale Währungsfonds (IWF) stellt sich angesichts der Pandemie auf neue Schuldenkrisen ein. Ärmere Länder würden „mehr Schuldenstundungen brauchen, in einigen Fällen vielleicht auch Schuldenschnitte“, sagte IWF-Chefökonomin Gita Gopinath dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Um den wachsenden Schuldenstand Deutschlands sorge sie sich nicht. Im Streit über das geplante 750-Milliarden-Hilfspaket der EU plädiert sie dafür, den Krisenländern nicht nur Kredite, sondern auch direkte Transfers zukommen zu lassen. „Es ist wichtig, dass ein erheblicher Teil des Pakets aus Zuschüssen besteht statt aus Krediten, sonst fördert es die wirtschaftliche Erholung nicht.“ (rtr)

7-Tage-Inzidenz im Kreis Gütersloh noch deutlich über 50

7.48 Uhr: Unmittelbar vor der Entscheidung über eine Verlängerung des regionalen Lockdowns liegt im Kreis Gütersloh die Kennziffer der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner:innen innerhalb der vergangenen sieben Tage noch deutlich über der Marke von 50. Das geht aus den am Montag veröffentlichten Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Demnach setzte sich nach sehr hohen Werten durch den Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies der Abwärtstrend bei der sogenannten Sieben Tage-Inzidenz fort. Laut den jüngsten RKI-Daten gab es im Kreis Gütersloh nun 112,6 solche Fälle innerhalb der vergangenen sieben Tage nach zuvor 132,9 am Sonntag und 164,2 am Samstag. Am Dienstag hatte dieser Wert noch 270,2 betragen. Im Kreis Warendorf, in dem ebenfalls viele Tönnies-Mitarbeiter wohnen, war die wichtige Kennziffer für die Pandemie-Bekämpfung schon am Freitag auf 47,9 gefallen. (dpa)

Seoul erwägt wieder strengere Corona-Maßnahmen

7.24 Uhr Die Behörden in Südkoreas Hauptstadt erwägen strengere Maßnahmen gegen das neue Coronavirus. Die Regierung sei bereit, stärkere Einschränkungsmaßnahmen in Seoul durchzusetzen, wenn der Ausbruch noch größer werde, kündigte Gesundheitsminister Park Neung Hoo am Sonntagnachmittag an. Das Zentrum für Krankheitskontrolle und -prävention berichtete am Montag, es seien 42 neue Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 registriert worden. Damit stieg die Zahl der Infektionen auf 12.757, 282 Menschen starben mit dem Virus. 24 der neuen Infektionen sind dem Zentrum zufolge in Seoul und Umgebung registriert worden. Mindestens zwölf Fälle stünden in Verbindung mit Einreisen aus dem Ausland.

Die strengsten Maßnahmen würden in Kraft treten, wenn sich die Zahl der Infektionen mehr als zwei Mal innerhalb einer Woche verdoppelte, sagte Gesundheitsminister Park. Konkret nannte er etwa das Verbot von Treffen von mehr als zehn Menschen, die Schließung von Schulen und das Pausieren von professionellen Sportveranstaltungen sowie Auflagen für nicht lebensnotwendige Geschäfte. (dpa)

Achter Impfstoffkandidat in China für Tests zugelassen

6.55 Uhr: Chinas Militär hat grünes Licht erhalten für die Nutzung eines Covid-19-Impfstoffkandidaten. Das teilt die Firma Cansino Biologics mit, die gemeinsam mit der Forschungseinheit der Armee für die Entwicklung verantwortlich ist. Klinische Studien hätten gezeigt, dass der Impfstoffkandidat Ad5-nCoV sicher und in gewissem Umfang effizient sei. Ad5-nCoV ist einer von acht Impfstoffkandidaten, die von chinesischen Firmen entwickelt und die für Tests an Menschen zugelassen wurden. (rtr)

RKI: Die aktuellen Zahlen aus Deutschland

4.55 Uhr: Die Zahl der bestätigten Infektionen in Deutschland steigt um 262 auf 193.761, wie aus Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Die Zahl der Todesfälle steigt um vier auf 8.961. (rtr)

Australien verzeichnet wieder mehr Fälle

4.22 Uhr: Australien verzeichnet den größten Anstieg neuer Fälle seit etwa zwei Monaten. Der Bundesstaat Victoria gibt 75 neue Infektionen in den vergangenen 24 Stunden bekannt. Zwar fehlen zunächst Zahlen aus mehreren anderen Landesteilen. Der Anstieg ist jedoch schon jetzt der größte in Australien seit dem 11. April. Victoria erwägt nun die Wiedereinführung von Beschränkungen wie ein Abstandsgebot, sagen Gesundheitsbehörden. Die Maßnahmen waren ab Mai gelockert worden. (rtr)

Peking testet acht Millionen Menschen auf Coronavirus

3.34 Uhr: Infolge des neuen Coronavirus-Ausbruchs in Peking hat die chinesische Hauptstadt millionenfach Coronatests durchgeführt. Wie die Lokalbehörden mitteilten, wurden bis Sonntag 8,3 Millionen Proben gesammelt und 7,7 Millionen Tests in der 20-Millionen-Metropole abgeschlossen. Als Reaktion auf den Ausbruch auf einem Pekinger Großmarkt hatten die Behörden vor zwei Wochen die zweithöchste Sicherheitsstufe ausgerufen, womit die chinesische Stadt teilweise abgeriegelt wurde. Wer Peking verlassen will, muss einen negativen Coronatest vorweisen und darf nicht in einem der Risikogebiete leben. Seit dem neuen Ausbruch wurden über 300 Infektionen in Peking festgestellt. (dpa)

Kalifornien nimmt Lockerungen zurück

3.21 Uhr: Angesichts weiter steigender Infektionszahlen nimmt Kalifornien einige Lockerungen zurück. Gouverneur Gavin Newsom ordnete für sieben Landkreise – darunter Los Angeles – die Schließung von Bars an. Dies gelten in den USA als häufige Infektionsherde. Am Freitag schlossen Texas und Florida gleich alle Bars. Kalifornien ist mit fast 40 Millionen Einwohnern – grob halb so viele wie Deutschland – der bevölkerungsreichste US-Bundesstaat. (rtr)

Eine Barkeeperin wird beim Mixen gefilmt

Lieber Digital Drinks bestellen als gar nicht Foto: Jeff Chiu/ap

Brasilien: wieder unter 1.000 Todesfälle binnen 24 Stunden

0.50 Uhr: In Brasilien wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in den vergangenen 24 Stunden 30.476 neue Infektionen und 552 weitere Todesfälle verzeichnet. Insgesamt gebe es damit mehr als 1,34 Millionen bekannte Fälle und 57.622 Todesfälle. (rtr)

Über 500.000 Todesfälle weltweit

0.10 Uhr: Nach Daten der Nachrichtenagentur Reuters hat die weltweite Zahl der bekannten Todesfälle durch die Pandemie die Schwelle von 500.000 überschritten. Demnach sterben gegenwärtig mehr als 4.700 Menschen pro Tag an Covid-19, wie aus den Daten vom 01. bis zum 27. Juni hervorgeht. (rtr)

Arizona meldet Höchstwert bei Neuansteckungen

0.00 Uhr: Der US-Bundesstaat Arizona verzeichnet einen starken Anstieg bei den bestätigten Neuinfektionen. Die Zahl der nachgewiesenen Fälle habe sich binnen einem Tag um 3.857 erhöht, teilen die Gesundheitsbehörden mit. Es handle sich um den größten Tagesanstieg seit Beginn der Pandemie. (rtr)

Hier finden Sie die Live-Ticker der vergangenen Tage. Alle Texte der taz zum Thema finden sich in unserem Schwerpunkt Coronavirus.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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