Neue Coronawelle in Deutschland: Armut macht krank

Die erste Coronawelle ging eher von Party-Deutschen aus. Nun sind Menschen in prekären Verhältnissen betroffen.

Von oben fotografierte Autos. Menschen in weißen Anzügen sprechen mit den Fahrern oder Fahrerinnen

Zweite Welle: Eine Corona-Teststation in Gütersloh Foto: Guido Kirchner/dpa

Schmutziger Waschbeton mit Graffiti, ein seit Jahren leerstehendes Fleischgeschäft im Erdgeschoss, zum Innenhof Satellitenschüsseln und kleine Balkons, auf denen Teppiche gereinigt werden: Der große Wohnblock nördlich des Berliner Ostbahnhofs ist trotz seiner zentralen Lage keine gute Adresse. Schon im Normalfall leben die Menschen, unter ihnen viele mit Migrationshintergrund, hier dicht gedrängt, große Familien in kleinen Wohnungen. In dieser Woche wurde es noch enger: Nachdem 44 BewohnerInnen positiv auf Corona getestet wurden, wurden in dem Haus etwa 200 Menschen unter Quarantäne gestellt. Von den vielen Kindern, die sonst vor dem Gebäude spielen, ist seit Tagen nichts zu sehen.

Jetzt gibt es also wieder Massenausbrüche von Coronainfektionen und Aus­gangsbeschränkungen in Deutschland. Interessant dabei: Die Lebensumstände der Menschen, die vor allem betroffen sind, sind anders als bei den Erkrankungen von vor drei Monaten.

Die erste Coronawelle ging eher von finanziell besser gestellten Menschen aus. Skitouristen brachten das neue Virus aus Ischgl in Tirol mit, Geschäftsreisende aus Asien. Verbreitet wurde es dann oft bei zutiefst bürgerlichen Festen, etwa dem Karneval im nordrhein-westfälsichen Heinsberg oder dem Starkbierfest im beschaulichen oberpfälzischen Kreis Tirschenreuth, wo am 18. März die bundesweit erste Ausgangssperre verhängt wurde.

Dass die Infektionszahlen in Deutschland wieder steigen, ist eindeutig: Zuvor waren die täglich gemeldeten neuen Coronainfektionen elf Wochen lang kontinuierlich gesunken. Jetzt liegen sie mit etwa 600 am Tag immer noch weit unter den 5.500, die zum Höhepunkt im April gemeldet wurden, es sind aber fast doppelt so viele wie noch eine Woche zuvor.

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Der Ausbruch unweit des Berliner Ostbahnhofs ist nach Ansicht des Robert Koch-Instituts (RKI), an das alle deutschen Coronainfektionen gemeldet werden müssen, ein typischer Fall. Bei den Ausbruchsgeschehen der jüngsten Zeit sei klar zu sehen, „dass es Armut ist, dass es sozial prekäre Verhältnisse sind, die hier sehr förderlich zur Ausbreitung von Covid-19 beitragen“, sagt Ute Rexroth.

Sie ist beim RKI verantwortlich für Datenauswertung. Konkrete Zahlen dazu kann das Amt zwar nicht liefern, denn zentral erfasst werden von Infizierten nur Alter, Geschlecht und Wohnort, nicht aber Wohnsituation, Religion oder ein möglicher Migrationshintergrund. Doch aus den Berichten der örtlichen Gesundheitsämter gehe klar hervor, dass derzeit „ganz stark die sozial prekären Wohnumfelder, also Armut“, ein entscheidender Risikofaktor seien, sagt Rexroth.

Bei den Ausbrüchen unter ErnteehelferInnen und in der Fleischproduktion bei Tönnies scheinen beengte Wohnverhältnisse ebenfalls eine wichtige Rolle gespielt zu haben. 13 Tönnies-MitarbeiterInnen hätten in einem kleinen Einfamilienhaus mit verschimmelten Räumen gelebt, berichtete etwa die Deutsche Welle.

Beengte Wohnverhältnisse
Eine Frau reicht einer anderen Frau ein Windelpaket über einen Absperrzaunaun

Windellieferung an Menschen unter Quarantäne in Verl Foto: Martin Meissner/ap

Und auch im Berliner Bezirk Neukölln hat es zuletzt vor allem die Armen getroffen: Vor zwei Wochen verhängte das Gesundheitsamt dort eine Komplettquarantäne über einen Gebäudekomplex aus sieben zusammenhängenden Wohnhäusern. 369 Haushalte sind betroffen, bis vorigen Freitag wurden knapp 800 Menschen getestet, davon waren – Stand Mittwoch – 106 positiv, 45 davon Kinder.

Was die Häuser eint: Viele der Familien dort gehören einer rumänischen Pfingstlergemeinde an. Zwar gibt es bis heute keinen Beweis, dass ein Gottesdienst der Gemeinde zum „Superspreading-Event“ wurde, wie Boulevardmedien zunächst spekulierten, „aber zahlreiche Gemeindemitglieder, die alle bei einem Gottesdienst waren, sind positiv“, sagte der Sprecher von Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD). Zur Begründung, warum nicht wie sonst nur betroffene Haushalte unter Quarantäne gestellt wurden, sondern – erstmalig in Berlin – ganze Häuser, erklärte er, eine solche „sozial-räumliche Eindämmungsstrategie“ habe das Robert Koch-Institut wegen der „sehr beengten Wohnverhältnisse“ und der engen Kontakte der BewohnerInnen unter­ein­ander empfohlen.

VertreterInnen von Roma-Verbänden überzeugt dies nicht, sie werfen den Behörden Antiziganismus vor. „Ich glaube nicht, dass man sich getraut hätte, ein ganzes Haus mit ‚Deutschen‘ unter Quarantäne zu stellen“, sagt Milan Pavlovic vom Roma Informations-Centrum der taz.

Sozialberater im Bezirk, die mit der Zielgruppe rumänischer EU-BürgerInnen arbeiten, haben ein derartiges Ausbruchsgeschehen offenbar kommen sehen. Eine Mitarbeiterin eines Trägers, die aus Angst vor beruflichen Schwierigkeiten anonym bleiben möchte, sagte der taz, man habe das Neuköllner Gesundheitsamt fast zwei Wochen vor der verhängten Quarantäne darauf aufmerksam gemacht, dass in einer rumänischen Pfingstlergemeinde Covid-19 kursiere. „Wir haben gewarnt, dass es enge soziale Kontakte mit Treffen in kleinen Wohnungen gibt und schnell etwas geschehen muss.“

Ute Rexroth vom Robert-Koch-Institut

„Es sind sozial prekäre Verhältnisse, die sehr förderlich zur Ausbreitung von Covid19 beitragen“

Dennoch habe das Amt zunächst auf die Kontaktverfolgung der positiv Getesteten gesetzt statt auf Reihen-Tests in der Community. „Das funktioniert aber nicht“, sagt die Beraterin. „Die Menschen trauen Externen nicht, viele haben – aus gutem Grund – Misstrauen gegenüber Behörden und würden ihre Kontakte niemals preisgeben.“ Weiter sagte sie, trotz der Aufklärungsarbeit der Träger gebe es viel Unwissenheit in der Community über Corona. Für viele sei ihre Gesundheit zudem nicht so wichtig wie der Existenzkampf, man gehe auch krank zur Arbeit, aus Angst, sonst den Job zu verlieren.

Kultursensibilität angemahnt

Natürlich gelte all dies nicht für die gesamte Zielgruppe, betont sie: „Es gibt auch Familien, die finanziell gut dastehen, ausreichend Wohnraum haben und alles schnell verstehen.“ Dennoch hätten die Behörden ihrer Ansicht nach früher und kultursensibel mit Sprachmittlern die Community informieren und einbeziehen müssen – dann wäre der Ausbruch vielleicht nicht so schlimm geworden.

Auch bei weiteren Ausbrüchen in Göttingen und Magdeburg und bei der Masseninfektion beim Fleischproduzenten Tönnies in Gütersloh hat das Coronavirus zuletzt vor allem Menschen getroffen, die in beengten Verhältnissen wohnen und arbeiten. Könnte das auch daran liegen, dass viele der jetzt Infizierten von wichtigen behördlichen Informationen, die über Ansteckungsrisiken, Hygieneempfehlungen und risikominderndes Verhalten aufklären, gar nicht erreicht wurden?

Felix Rebitschek beschäftigt sich mit solchen Fragen. Der Psychologe forscht am Harding-Zentrum für Risikokompetenz an der Universität Potsdam zu Risikokommunikation und dazu, wie Menschen Entscheidungen, etwa zum Umgang mit gesundheitlichen Risiken, unter Unsicherheit treffen.

Er sagt: „Uns fehlen hier schlicht noch die Daten, um beurteilen zu können, ob tatsächlich nicht verfügbare, unzureichende, schlecht verstandene oder falsche Informationen möglicherweise mit dazu geführt haben, dass sich so viele Menschen angesteckt haben.“ Im Fall der Tönnies-Arbeiter halte er dies allerdings für unwahrscheinlich. „Wer unter den höchst problematischen Bedingungen leben und arbeiten muss, wie sie sich vielen der Beschäftigten in der fleischverarbeitenden Industrie darstellen, der kann noch so gebildet und gut informiert sein – vermutlich hat er kaum eine Chance, sich nicht zu infizieren.“

Und auch in Großsiedlungen mit vielen Bewohnern mit teils geringen Deutschkenntnissen sei das Risiko, sich mit dem Virus anzustecken, in erster Linie wegen der dort beengten Wohnverhältnisse hoch: Wer sich mit vielen anderen einen Fahrstuhl, Treppenhaus oder Innenhof teilen müsse, der sei statistisch betrachtet nun einmal weitaus stärker gefährdet, sich zu infizieren als Menschen, die als Kleinfamilie im Einfamilienhaus lebten – unabhängig von sprachlichen oder medizinischen Kenntnissen.

Betroffene informieren sich anders

Die Annahme, die oft aus Ost- und Südeuropa zugewanderten Menschen in den Corona-Hotspots von Göttingen oder Berlin-Neukölln seien per se schlechter informiert und erkrankten deswegen häufiger, teilt der Wissenschaftler so nicht. Häufig, sagt Rebi­tschek, spielten die Heimatmedien für sie eine wichtige Rolle, um Risiken einzuschätzen und sich entsprechend zu verhalten. „Jetzt wissen wir natürlich häufig nicht, was diese Medien schrei­ben oder senden“, sagt er. Auch hier gebe es Forschungsbedarf.

In Neukölln immerhin, wo die Qua­ran­täne an diesem Samstag nach zwei Wochen endet, sind nach Angaben des Bezirks inzwischen „So­zial­ar­bei­ter*innen sowie Sprach­mitt­le­r*innen für die verschiedenen Muttersprachen vor Ort im Einsatz“, zudem „Integrationslots*innen“ und „Neu­köllner Stadtteilmütter“ – das sind ehemalige Flüchtlinge oder MigrantInnen, die zwischen Behörden und Landsleuten vermitteln.

Und was die Ausbrüche in der Fleisch­industrie betrifft: Auch da stoßen die Lebens- und Arbeitsbedingungen der rumänischen ArbeiterInnen auf immer mehr Kritik.

Die Sorge vor einem neuen Corona-Lockdown scheint etwas möglich zu machen, was zuvor seit Jahren nicht passiert ist: Die Gesellschaft nimmt wahr, unter welchen Bedingungen Menschen in diesem Land leben und arbeiten. Und sie hat erstmals als Ganzes ein Interesse daran, etwas daran zu ändern.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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