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live Blaue Welle bei den US-MidtermsDie Rechtsextremisten sind nicht unaufhaltbar

Wow, ist das blau! Die Demokraten gewinnen beide Kammern des Kongresses – und einige Gouverneursposten dazu. Die US-Midterms im Liveticker.

In den USA finden Zwischenwahlen statt (engl.: „Midterms“). Alle 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses und rund ein Drittel des Senats werden neu gewählt. Auch 36 von 50 Gouverneursposten stehen zur Wahl, und in allen 50 Bundesstaaten werden die Landesparlamente neu gewählt.

Hochrechnungen zufolge gewinnen die Demokraten die Mehrheit in beiden Parlamentskammern, auch den umkämpften Senat. Die Demokraten erhalten nach aktuellen Hochrechnungen mindestens 231 von 435 Sitzen im Repräsentantenhaus und im Senat 54 von 100 Sitzen. Nach North- und South Carolina „flippte“ Texas, inzwischen sind auch Kansas, Iowa, Ohio und Maine sicher blau. Auch vier neue Gouverneursposten gehen an die Demokraten.

Mit ihrer Mehrheit im Senat und Repräsentantenhaus können sie künftig die Handlungsmöglichkeiten des Präsidenten einschränken. So könnten sie neue Finanzmittel blockieren oder Untersuchungsausschüsse einsetzen.

11.03 Uhr: Spaniens Ministerpräsident sieht Ende der rechtsextremen Welle

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez sieht in den Ergebnissen der US-Zwischenwahlen eine Absage an eine rechtsgerichtete Politik. Die Wähler ‌in den USA votierten gegen Maßnahmen, die „nur arm machen“, sagte Sanchez mit Blick auf die Niederlagen der Republikaner von US-Präsident Donald Trump. Die US-Bürger hätten genug von Hass, Sexismus und der Leugnung des Klimawandels. Die rechtsextreme Welle, die konservative Bewegungen auf beiden Seiten des Atlantiks beflügelt habe, breche eher zusammen, als dass sie wachse. Ähnliches hört man auch von SPD und Grünen. (maf/rtr)

10.39 Uhr: Keine Entwarnung für den Rest der Welt

Die Wählerinnen und Wähler in den USA haben US-Präsident Donald Trump die Grenzen seiner Macht aufgezeigt. Ein außenpolitischer Kurswechsel in Washington sei aber nicht zu erwarten, sagt die USA-Expertin Stormy-Annika Mildner, die Direktorin der transatlantischen Denkfabrik Aspen Institute Germany in Berlin. „Die Wahlergebnisse sind für Europa keine Entwarnung“, sagt sie. Man solle die Ergebnisse nicht als Rückkehr zur traditionellen amerikanischen Außenpolitik missverstehen. „Gerade in der Außenpolitik sollten wir den Einfluss des Kongresses nicht überschätzen: Trump wird an seiner America-First-Politik festhalten.“ (maf/afp)

🐾 Trump wird jetzt noch gefährlicher

Bei den Midterms in den USA gewinnen die Demokraten beide Kammern des Kongresses zurück. Es ist ein deutliches Votum gegen die Politik Trumps – der nun noch gefährlicher wird, kommentiert taz-Auslandsredakteur Bernd Pickert. (taz)

09.30 Uhr: Irans Parlamentspräsident freut sich über „Nein“ zum Krieg

Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf sieht in der US-Wahl eine Absage der ‌Bürger an den Krieg mit seinem Land. „Die Amerikaner haben ‚Nein zum Krieg‘ gesagt, und wir unterstützen diese Botschaft“, schrieb Ghalibaf auf der Online-Plattform X. Die Regierung in Washington dürfe den Willen der Öffentlichkeit nicht ignorieren und den Iran daher nicht angreifen. Er drohte der US-Führung mit einem „Albtraum“, sollte sie den Willen der Bevölkerung missachten, um „internationalen Geldgebern und Erpressern“ zu dienen. (maf/rtr)

09.01 Uhr: Musks monetäre „Wahleinmischungs-Weltraum-Laser“ gescheitert

Elon Musk macht nach der krachenden Niederlage der von ihm massiv unterstützten Republikaner bei den US-Kongresswahlen auf lustig: „Ich schätze mal, meine Wahleinmischungs-Weltraum-Laser haben dieses Mal nicht funktioniert“, schrieb der Tech-Milliardär am Mittwoch auf der Onlineplattform X.

Der reichste Mann der Welt hatte für die in den USA als Midterms bezeichneten Wahlen fast eine halbe Milliarde Dollar in den Wahlkampf der Republikaner von Präsident Donald Trump gepumpt. Allein im Senatsrennen im Südstaat Texas unterstützte Musk den Republikaner Ken Paxton mit mehr als 200 Millionen Dollar (178 Millionen Euro). (ras/afp)

08.53 Uhr: Demokratische Siege im Süden

Die Bedeutung der demokratischen Siege in South Carolina und Texas sowie die Stärke von Jon Ossoff und Keisha Lance Bottoms in Georgia sind in ihrer Bedeutung kaum zu überschätzen. Seit der Implementierung der Southern Strategy durch die Republikaner in den 60er Jahren gilt der Süden als sichere Bank für die Konservativen. Die Wahl an diesem Dienstag könnte hier der Beginn einer Zeitenwende sein. (sem)

08.41 Uhr: Bislang keine Vorwürfe zu Manipulation

Die vielen Befürchtungen, dass die Trump Regierung in die Wahl eingreifen oder sie manipulieren könnte, haben sich nicht bewahrheitet. Vom Versagen eines Wahlzettel-Scanners in New York und einigen leeren Bombendrohungen abgesehen, verlief die Wahl überaus ruhig und regulär. Anscheinend hat sich die Vorhersage bewahrheitet, dass es sich bei einem überwältigenden Sieg der Demokraten für Trump nicht lohnt, die Wahl zu sabotieren. Allerdings sind es bis zum Einsatz des neuen Parlaments auch noch zwei Monate. (sem)

08.30 Uhr: Abdul El-Sayed zieht in den Senat ein

Auch in Michigan ist die Messe gelesen: Der linke Demokrat Abdul El-Sayed zieht für den Bundesstaat in den Senat nach Washington. Im Wahlkampf hatte ihn nicht nur sein republikanischer Konkurrent Mike Rogers, sondern auch Präsident Trump als Muslimbruder und radikalen Dschihadisten dargestellt. Nach 85 Prozent ausgezälter Stimmen liegt er mit 52 zu 46 Prozent vorne. (pkt)

08.16 Uhr: Republikaner verlieren schwarze Wählerschaft

Laut einer CNN-Umfrage haben ganze 89 Prozent der Afroamerikaner für die Demokraten gestimmt, nachdem Trump bei dieser Bevölkerungsgruppe noch vor zwei Jahren einen starken Zuwachs für die Republikaner erreicht hatte. Trumps aggressive Politik gegen DEI (Diversity, Equity and Inclusion), so wie das Gerrymandering, das ihnen an vielen Orten die Stimme raubte, sind nach hinten losgegangen. Politico spricht von einem „Blacklash“. (sem)

08.13 Uhr: „Alhamdulillah“ mit Augenzwinkern

Obwohl Michigan noch nicht eindeutig entschieden ist, ruft Abdul El-Sayed seinen An­hän­ge­r:in­nen mit breitem Grinsen ein „We did it“ entgegen. Dann tut er etwas, das er sonst nicht so oft tut: Er beendet die ersten Zeilen seiner Rede mit „Alhamdulillah!“ Das bedeutet „Gelobt sei Gott“, erklärt er – „für die Rechten“, fügt er mit einem Augenzwinkern hinzu.

Im Wahlkampf war El-Sayed von den Republikanern wegen seiner Religion heftig angegangen worden. Er wurde als „Dschihadist“ beschimpft und ihm wurde Antisemitismus vorgeworfen. Nun dankt er seinen An­hän­ge­r:in­nen dafür, dass sie trotzdem zu ihm gehalten haben: „Ihr habt auf den unwahrscheinlichsten aller Kandidaten gesetzt. Ihr habt mich in euren Häusern wilkommengeheißen, in euren Kirchen, euren Synagogen euren Veteranen- und Gewerkschaftshallen […]. Mir euer Vertrauen, euren Glauben und eure Güte gegeben.“ Er hoffe, dass er all das im Dienst seiner Wäh­le­r:in­nen als Senator mit nach Washington nehmen könne. (fsch)

07.54 Uhr: Demokratischer Kandidat führt mit 28 Stimmen Vorsprung – in Mississippi (!!!)

Es wäre die ultimative Bombe: Selbst im erzrepublikanischen Mississippi liegt derzeit der demokratische Senatskandidat Scott Colom in Führung – mit 28 Stimmen bei 97 Prozent Auszählung. Egal was passiert: Die Demokraten werden darüber nachdenken, dass die Landkarte möglicher Swing States für 2028 nach diesen Midterms womöglich ganz anders aussieht als gedacht. (pkt)

07.45 Uhr: Vier neue demokratische Gou­ver­neu­r:in­nen

Nicht nur beide Kammern des Kongresses werden durcheinandergewirbelt. Auch Gouverneursposten werden neu vergeben; zur Wahl standen 36 von insgesamt 50. In vier davon haben die Demokraten den Republikanern die Posten abgeluchst: Georgia, Iowa, Ohio, und Texas werden künftig demokratisch regiert.

In Georgia fährt Keisha Lance Bottoms einen historischen Sieg gegen den Milliardär Rick Jackson ein und wird die erste schwarze Frau an der Spitze eines Bundesstaates. Die Demokratin Gina Hinojosa gewinnt nach 30 Jahren republikanischer Regierung in Texas gegen Greg Abbott und wird damit als erste Latina Gouverneurin. Amy Acton gewinnt das sonst zuverlässig republikanische Ohio gegen Vivek Ramaswamy, der im Wahlkampf mit härtesten Schmierenkampagnen aufgefallen war. Und in Iowa gewinnt Rob Sand gegen den republikanischen Kandidaten Zach Lahn. (ras)

07.30 Uhr: Besonders Jüngere und Hispanics wenden sich von Trump ab

Die Wählerbefragung der AP deutet darauf hin, dass sich besonders viele junge Menschen und Hispanics von den Republikanern abwandten, verglichen mit Donald Trumps Wahlsieg vor zwei Jahren. Da waren die unter-30-Jährigen noch gleichmäßig zwischen Trump und Kamala Harris aufgeteilt. Nun gaben sieben von zehn jungen Wäh­le­r:in­nen an, bei der Wahl zum Repräsentantenhaus für die demokratischen Kan­di­da­t:in­nen gestimmt zu haben.

Auch unter den Hispanics schnitten die Republikaner schwächer ab: Nur etwa ein Drittel gab an, bei der Wahl zum Repräsentantenhaus im eigenen Wahlkreis die Republikaner unterstützt zu haben. Vor zwei Jahren hatten etwa vier von zehn für Trump gestimmt. Bundesweit sagten rund sechs von zehn hispanischen Wähler:innen, sie hätten bei der Wahl zum Repräsentantenhaus für die demokratischen Kan­di­da­t:in­nen gestimmt.

Die Wirtschaft und der Zustand der Demokratie waren laut Nachwahlbefragungen die wichtigsten Themen für die meisten Wähler:innen. Dahinter folgten Migration, Gesundheitsversorgung und erst sehr viel später kamen Kriminalität und Außenpolitik. (fsch)

07.17 Uhr: Aus Rot wird Blau

In Anchorage, Alaska, ist es 21.15 Uhr, in Chicago schon nach Mitternacht. Alle Wahllokale sind geschlossen, jetzt wird nur noch ausgezählt. Aber schon jetzt ist völlig offensichtlich: Die demokratische blaue Welle, der „Bluenami“, hat selbst Staaten mit traditionell stramm republikanischer Wählerschaft überrollt. Auf der „magischen Wand“ des TV-Senders CNN wird die Dimension dieser Wahlschlappe deutlich.

Statt Zitterpartien über Wochen gibt es schon jetzt ein deutliches Ergebnis: Die Demokraten haben beide Kammern des Kongresses geholt. Nach North- und South Carolina „flippte“ Texas, inzwischen sind auch Kansas, Iowa, Ohio und Maine sicher blau.

Wenn das mal nicht der schnelle „Erdrutschsieg“ ist, von dem Kollege Bernd Pickert vor der Wahl geschrieben hatte… (ras)

07.15 Uhr: Golfen statt Weltpolitik

Susan Glasser weist in einem spitzen Kommentar im New Yorker auf Trumps letzte Rede vor der Wahl hin, in der er über die Renovierung des reflektierenden Basins auf der Mall geprahlt hat. Jetzt habe er ja noch zwei Jahre seine anderen großen Projekte zu vollenden: seinen Trump-Bogen und einen Weltklasse-Golfplatz. Davon, Amerika wieder „Great“ zu machen, könne hingegen keine Rede mehr sein. (sem)

07.12 Uhr: El-Sayeds Vorsprung wächst in Michigan

Jetzt kommen sie in Michigan doch voran mit der Auszählung. Beim Stand von 74 Prozent ausgezählter Stimmen liegt Abdul El-Sayed mit 51,7 gegen 46,3 Prozent der Stimmen vorne. Bei seiner Wahlparty warten enthusiastische An­hän­ge­r*in­nen sehnsüchtig darauf, dass sein Sieg endlich bestätigt wird und er zu ihnen spricht. (pkt)

07.00 Uhr: Letzte Wahllokale geschlossen

Mit Alaska hat auch der letzte Bundesstaat die Wahllokale geschlossen. Zurzeit führt die Demokratin Mary Peltola gegen den republikanischen Kandidaten Dan S. Sullivan mit 54,1 zu 42,8 Prozent der Stimmen. Auf Daniel J. Sullivan fallen 1,5 Prozent der Stimmen. Wie bitte? Ja, richtig gelesen: Bei der Kongresswahl stehen zwei Sullivans auf dem Wahlzettel, neben dem amtierenden republikanischen Senator Dan auch der völlig unbekannte pensionierte Lehrer Daniel.

Die Republikaner vermuten dahinter ein Manöver der Demokraten. „Die Kampagne meiner Gegnerin ist buchstäblich darauf ausgerichtet, die Menschen in Alaska in die Irre zu führen, zu lügen und zu betrügen“, sagte der republikanische Kandidat am Dienstag vor Reportern in Anchorage, der größten Stadt Alaskas. „Wir erleben den größten Wahlbetrugsskandal in der Geschichte des Bundesstaates Alaska – vielleicht einen der größten in der Geschichte des US-Senats.“ Peltola bestreitet, von dem Manöver Kenntnis gehabt zu haben. (ras/ap)

06.35 Uhr: Missouri verteidigt Abtreibungsrecht

Auch im konservativen Missouri verteidigen die Wäh­le­r*in­nen das Recht auf Abtreibung. Erst 2024 hatte der Bundesstaat ebenfalls per Referendum entschieden, dieses Recht in der Verfassung des Staats zu verankern. Eine rechte Initiative hatte jetzt ein Referendum angesetzt, um dieses Recht wieder zurückzunehmen und außerdem jegliche geschlechtsangleichende Behandlung für trans Personen zu verbieten. Mit 55,2 zu 44,8 Prozent ist die Initiative gescheitert. (pkt)

06.37 Uhr: James Talarico predigt zu seinen Anhängern

Der in Texas erfolgreiche demokratische Kandidat James Talarico, ein zutiefst gläubiger Pfarramtsanwärter, spricht zu seinen Anhängern in biblischen Gleichungen. In diesem Kampf von David gegen Goliath seien die Texaner seine Steinschleuder gewesen, sagt er, und erzählt noch ein paar bewegende Anekdoten aus seinem Leben. Eigentlich eine klassische Wahlkampfrede – auch wenn das nun eigentlich vorbei sein sollte. Muss ihm halt noch jemand sagen. (pkt)

06.28 Uhr: Die Demokratischen Headquarters kriegen den Hals nicht voll

Wer als Unterstützer der Demokraten in den entsprechenden Mailing Lists steht, wird in den Monaten vor wichtigen Wahlen mehrmals täglich mit Bettelmails bombardiert. Das müsste doch jetzt mal vorbei sein? Nö. Mail von 20 Minuten nach Mitternacht, Washingtoner Zeit:

„We can’t believe our eyes. Democrats have already flipped SIX Senate seats BLUE in North Carolina, South Carolina, Ohio, Kansas, Iowa and Texas.

We are beyond proud of this team. Whether you’ve donated, knocked doors, made calls, sent texts, or volunteered at campaigns – thank you for being a part of this movement.

You have changed the course of history tonight.

We hope you’re filled with as much joy and hope as we are. If you’re ready to turn that hope into action, please, consider chipping in a $7 investment to power our work to keep control of Congress and take back the White House in 2028. We can’t let this blue tsunami end tonight – we need you on our team.“

Wer sich jetzt immer noch nicht aus diesen Listen austrägt, ist wirklich hardcore. (pkt)

06.15 Uhr: Auch Maine wird demokratisch

Aus Portland, Maine, berichtet eine CNN-Reporterin, die langjährige republikanische Senatorin Susan Collins habe ihren demokratischen Herausforderer Troy Jackson angerufen und ihm zum Wahlsieg gratuliert. Das ist eigentlich früh: In Maine sind erst rund 65 Prozent der Stimmen ausgezählt. Allerdings liegt Jackson mit 52,2 gegen 47,7 Prozent von Collins vorne. Damit gewinnen die Demokraten einen weiteren Senatssitz hinzu, jetzt sind es schon sieben. (pkt)

06.12 Uhr: Warum kommt Michigan nicht voran?

In Michigan, wo der linke Demokrat Abdul El-Sayed gern erster muslimischer Senator der Vereinigten Staaten werden möchte, sind noch immer erst 44 Prozent der Stimmen ausgezählt. Das liegt an Wayne County, dem Bezirk, zu dem auch Detroit gehört. Hier leben rund 18 Prozent der Bevölkerung des Bundesstaates, und die Gegend wählt demokratisch, zählt aber furchtbar langsam. Erst 3 Prozent der Stimmen sind ausgezählt – und wohl auch deshalb steht es zwischen El-Sayed und dem republikanischen Kandidaten Mike Rogers gerade nur 50,0 % zu 48,1 %. Eine blöde Zitterpartie, die eigentlich klar für El-Sayed ausgehen müsste. Es wäre im Übrigen kein Zugewinn für die Demokraten, der Sitz war auch vorher schon demokratisch. (pkt)

06.05 Uhr: Iowa ist jetzt blau

Auch in Iowa nehmen die Demokraten den Republikanern einen Senatssitz ab. Der vom ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama unterstützte Demokrat Josh Turek setzte sich gegen Ashley Hinson durch, meldet nach den Fernsehsendern auch die Agentur AP.

Der Erfolg ist entscheidend für den Kampf um die Mehrheit in der 100 Sitze zählenden Parlamentskammer. Iowa galt lange als politisch umkämpfter Bundesstaat, hatte sich bei vergangenen Wahlen aber zunehmend zu einer Hochburg der Republikaner entwickelt. (dpa)

05.56 Uhr: Trump will bei Fox News eingreifen

Fox-News-Moderator Sean Hannity macht den Krieg im Iran für die Niederlage der Republikaner verantwortlich und behauptet, die Fundamente der Wirtschaft seien solide. Er spielt das Ergebnis als typisches Midterm-Ergebnis herunter, bei denen die Opposition immer gut abschneide. Trump wütet derweil gegen Fox, zweifelt die Prognosen an und beklagt, dass Fox „viel zu viel Zeit auf die gestörten Demokraten verwendet.“ Er versucht, in eine laufende Sendung einzugreifen in dem er dem Moderator Greg Gutfield eine SMS schickt. Seine Partnerin im Studio, Jessica Tarlov, die Trump als „dumm wie ein Stein“ bezeichnet hatte, sagt: „Drück das einfach weg.“ (sem)

05.53 Uhr: „USA, USA“- und „F*CK DONALD Trump“-Rufe in Washington

Im Außenbereich der Metrobar ist die blaue Hölle los. Die Demokraten haben den Senat gewonnen. Die Menschen werfen ihre Arme in die Luft und schreien abwechselnd „USA, USA“ und „F*CK DONALD Trump“. Ein junger Mann, eingewickelt in eine US-Flagge, versucht über den Lärm hinweg am Telefon jemandem die Wahlergebnisse zu erläutern. Um ihn herum fällt man sich gegenseitig um den Hals.

„Das ist das beste Ergebnis, das wir uns hätten wünschen können!“, sagt Rohan Singh aus Michigan. „Ich hatte gehofft, das wir den Senat kriegen, aber ich dachte, wir müssen bis morgen früh warten, bis wir sicher sind“. Im Heimatstaat des 26-Jährigen lässt das Ergebnis für den linken Senatskandidaten Abdul El-Sayed wohl noch etwas auf sich warten. Aber Rohan ist auch hier zuversichtlich. (fsch)

05.47 Uhr: „Das Volk hat gesehen, was wir gesehen haben – und fand es abscheulich.“

Der umstrittene linke Streamer Hasan Piker gibt ein Interview auf Democracy Now. „Trump hat es sich nach seinem knappen Sieg 2024 zu bequem gemacht. Er dachte, er sei beliebt. Aber das amerikanische Volk hat gesehen, was wir gesehen haben – und fand es abscheulich.“ Was die linke Agenda angeht, sagt er: „Wir wollen lediglich moderate sozialdemokratische Veränderungen, wie viele Länder sie längst genießen.“ (sem)

05.44 Uhr: Trump: Alle anderen sind schuld

Trump schreibt auf Truth Social, wenn der texanische Gouverneur Greg Abbott nicht so ein „RINO“ geworden wäre, hätte er gewonnen. RINO steht für Republican in Name Only (Republikaner nur dem Namen nach). Ausgerechnet Abbott, einer der krassesten rechten Hetzer und Migrationsfeinde! Dass Trump in den letzten Wochen zigmal in Texas aufgetreten ist und den Leuten gesagt hat, sie sollten so abstimmen, als stünde sein Name auf dem Stimmzettel – egal. Es sieht aber ganz so aus, als hätten die Wählenden genau das gemacht. (pkt)

05.29 Uhr: Erdrutschsieg der Demokraten!

Die Midterm Elections 2026 sind die schwerste Klatsche für eine US-Regierungspartei seit langer Zeit. Die Republikaner verlieren die Mehrheiten in beiden Häusern des Kongresses. Im Senat stehen die Demokraten derzeit bei 50 Sitzen – als Nächstes dürfte auch in Iowa der demokratische Sieg bestätigt werden (NBC hat das schon entsprechend bestätigt, New York Times und CNN noch nicht), damit haben sie die Mehrheit. Und ein paar Sitze kommen noch dazu.

Dass die Republikaner das Repräsentantenhaus verlieren würden, war erwartet worden. Schon um diese Zeit ist klar, dass es so kommt – und der bisherige demokratische Fraktionschef Hakeem Jeffries im nächsten Kongress zum Sprecher des Hauses gewählt werden wird. „Amerika ist wieder da!“, rief Jeffries bei einer Demokratischen Wahlparty aus. Wie groß die Mehrheit sein wird, stellt sich in den nächsten Stunden heraus.

Bemerkenswert: Der Sieg der Demokraten ist derart eindeutig, dass bislang von den befürchteten Sabotageaktionen und Anfechtungen durch die Republikaner nichts zu sehen ist. (pkt)

05.28 Uhr: Hakeem Jeffries, Speaker of the House

Hakeem Jeffries spricht in Washington zu seinen Wählern. Der Abgeordnete aus New York wird der neue Sprecher des Repräsentantenhauses und somit der mächtigste Demokrat im Land. „Das amerikanische Volk hat gesprochen, im Norden und Süden, im Osten und Westen: Sie haben genug vom Extremismus und von der Korruption. Dies ist kein blauer Augenblick und kein roter. Das ist ein rot-weiß-blauer. Heute hat Amerika gewonnen.“ (sem)

05.18 Uhr: Bestätigt: Demokraten gewinnen Kansas

Das ewig republikanische Kansas schickt den Demokraten Adam Hamilton nach Washington, den ersten demokratischen Senator seit 94 Jahren. (pkt)

05.07 Uhr: Demokraten gewinnen in Texas und Ohio

Jetzt wird es wirklich crazy. In Texas gewinnt nicht nur James Talarico den Senatssitz, auch der Gouverneursposten geht den Repulikanern verloren. Greg Abbott, einer der konservativsten Gouverneure der USA, ist abgewählt, stattdessen bekommt Texas mit Gina Hinojosa die erste Latina an der Spitze des Staates.

Und in Ohio geht auch der frühere Senatssitz von Trumps Vize JD Vance an die Demokraten. Wahnsinn!! (pkt)

05.00 Uhr: Texas geht an Talarico

Texas geht an den christlichen Kapitalismuskritiker James Talarico. Erstmals seit 1988 gewinnt hier ein Demokrat das Rennen um einen Senatssitz. Sein Gegner Ken Paxton war intensiv von Donald Trump unterstützt worden. (fsch)

04.56 Uhr: Vivek Ramaswami in Ohio geschlagen

Bei der Gouverneurswahl in Ohio ist Trumps Kandidat Vivek Ramaswamy vernichtend geschlagen. Neue Gouverneurin wird die Demokratin Amy Acton, die im Wahlkampf einer besonders widerlichen Schmierenkampagne ausgesetzt war. (pkt)

04.55 Uhr: „Trump ist ein Irrer“

In Colorado wird die Demokratische Sozialistin Melat Kiros mit 78,3 Prozent der Stimmen in den Kongress gewählt. Im Interview mit Democracy Now sagt sie „Trump ist ein Irrer, eine gestörte Person, der keinen Respekt vor menschlichem Leben hat. Wir müssen ihn zur Rechenschaft ziehen.“ (sem)

04.52 Uhr: So reden schlechte Verlierer …

„Ich stand nicht auf dem Stimmzettel, und wenn ich darauf gestanden hätte, hätten wir einen ERDRUTSCHSIEG errungen! Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit in dieser Angelegenheit“, schreibt US-Präsident Donald Trump auf Truth Social. Seine miserablen Beliebtheitswerte und die vielen Republikaner, die im Wahlkampf nichts mit ihm zu tun haben wollten, sprechen eine andere Sprache. (fsch)

04.35 Uhr: What's the matter with Kansas?

Wurde in Kansas mit Adam Hamilton gerade der erste demokratische Senator seit 1932 gewählt? Nach Auszählung von 88 Prozent der Stimmen liegt Hamilton mit 53 zu 44 Prozent vorn. (sem)

04.30 Uhr: Ergriffene Moderatoren

Bei CNN sprechen Jon King und Jake Tapper schon über die Charakteristiken einer Welle, und das Expertenpanel diskutiert, ob Trump mit seiner Rolle als „lame duck“ irgendwie klarkommen kann.

Wer übrigens Fan von Jon Kings „magic wall“ ist, kann sich die inzwischen auch auf dem eigenen Rechner anschauen, das macht schon Spaß. (pkt)

04.28 Uhr: Trumps Wählerbasis schwindet

Nachwahlbefragungen zufolge zeigt Trumps Wählerbasis Auflösungserscheinungen. Demnach verzeichneten die Republikaner bei den Zwischenwahlen deutliche Rückgänge bei männlichen Schwarzen, Latinos, Jüngeren, evangelikalen Christen und Wählern ohne Hochschulabschluss. Die Unterstützung für die Partei unter den 18- bis 29-Jährigen fiel von mehr als 40 Prozent im Jahr 2024 auf 25 Prozent. Bei den Hispanics sank sie von fast der Hälfte auf rund ein Drittel, bei Schwarzen Männern von 21 auf 13 Prozent. Eine andere Altersgruppe ging jedoch zahlreich zur Wahl und könnte den Republikanern helfen, ihre Verluste zu begrenzen: Über 65-Jährige stellten bei den Zwischenwahlen einen größeren Anteil der Wähler als 2024. Sie tendieren leicht zu Trumps Partei. (rtr/ras)

04.22 Uhr: Ekstase bei der episkopalischen Kirchengemeinde

Auf der Upper West Side von New York ist die Stimmung bei der Wahlparty einer episkopalischen Kirchengemeinde extatisch. Weingläser klirren, Fäuste werden in die Luft gereckt. Eine Gästin sagt „die amerikanischen Wähler sind endlich aufgewacht.“ Das Gefühl macht sich breit, dass dies der Anfang von Trumps Ende ist. (sem)

04.09 Uhr: Tsunami! Tsunami! Tsunami!

„Tsunami, Tsunami, Tsunami!“, brüllen die Kids vor den Fernsehern in der Metrobar in Washington DC als Annie Andrews den Senatssitz für South Carolina holt. Die Demokraten haben jetzt 2 Plätze im Senat dazugewonnen. Für eine Mehrheit brauchen sie 4. (fsch)

04.08 Uhr: Pizza für die blaue Welle

In der Metrobar im todsicher demokratisch wählenden Washington DC gibt es im Falle einer blauen Welle für alle eine Pizza um sonst. In einem alten U-Bahnwagon quetschen sich Millennials mit Baseballkappen und warten auf die Ergebnisse, die bei NPR auf einer Leinwand übertragen werden. Als die Demokratin Keisha Lance Bottoms als „projected Winner“ in Georgia verkündet wird, rastet die Menge aus.

Der klare Star des Abends: James Talarico, dessen Chancen im Senatsrennen in Texas immer größer werden. „Er ist ein Christ aber kein christlicher Nationalist“, sagt ein junger Mann mit Cowboyhut einem „I'm a Talafreako“-T-Shirt. Seinen Namen will er lieber nicht sagen, aus beruflichen Gründen. „Ich glaube, dass er das richtige für die Arbeiterklasse tun wird“, fügt er hinzu. (fsch)

04.06 Uhr: In New York schließen die Wahllokale

Hier in New York haben gerade die Wahllokale geschlossen. In Florida war die Wahl schon vor zwei Stunden zu Ende. In kaum einem Staat haben die Republikaner so aggressiv die Wahlbezirke neu gezogen, wie dort. Trotzdem haben Demokraten drei der vier neuen Wahldistrikte für das Repräsentantenhaus gewonnen, im vierten liegen sie vorne. Ähnliches wird für Texas und North Carolina erwartet. Es ist nicht einfach, die Schadenfreude zu unterdrücken. (sem)

04.05 Uhr: Virginia stimmt für Abtreibungsrecht

In Virginia holen sich die Menschen per Referendum wieder, was der konservative Oberste Gerichtshof ihnen 2022 genommen hat: Mit rund zwei Dritteln der Stimmen entscheiden die Wähler*innen, dass reproduktive Rechte inklusive Abtreibung in der Verfassung des Bundesstaates verankert werden. (pkt)

04.01 Uhr: Historischer Sieg in Georgia

Die Demokratin Keisha Lance Bottoms gewinnt in Georgia und wird erste afroamerikanische Gouverneurin der USA. In Florida gewinnt der Republikaner Byron Davis, ebenfalls Afroamerikaner. Das sind zwei schwarze Gouverneure im tiefen Süden. (sem)

04.00 Uhr: Guten Morgen, guten Abend!

Ab jetzt verfolgen wir die US-Wahlnacht, vor Ort und am Rechner. In New York ist Sebastian Moll am Start, in Washington DC Hansjürgen Mai und Fabian Schroer, in Berlin hängt Bernd Pickert am Rechner, und Raoul Spada baut alles in den Ticker ein und verfolgt die Agenturen.

Zu diesem Zeitpunkt scheinen die Demokraten ihr erstes Ziel bereits erreicht zu haben: Sie werden das Repräsentantenhaus kontrollieren. Drei Sitze mussten sie den Republikanern nur abnehmen. Bislang sind es schon vier, und laut der fortlaufenden CNN-Rechnung liegen Demokratische Kandidaten in 59 weiteren bislang republikanischen Wahlkreisen vorne.

Um auch die Kontrolle des Senats zu übernehmen, müssen Demokraten den Republikanern mindestens 4 Sitze abnehmen und keinen verlieren. Einen haben sie bereits: North Carolina schickt den Demokraten Roy Cooper nach Washington.

Derzeit liegen die Demokraten überall vorne, wo sie sich Chancen auf Zugewinne ausgerechnet haben. Geht das auch nur ungefähr so aus, ist das heute nach tatsächlich ein „Bluenami“, ein Erdrutschsieg für die Demokraten.

Aber dafür ist es noch zu früh. (pkt)

01.50 Uhr: Scharia hinterm Kapitol

Im Union Pub direkt hinter dem Kapitol in Washington ist es so laut wie bei einem Footballspiel. Der Ton der ungefähr 50 Fernseher, die die aktuellen Umfragen auf CNN übertragen, ist voll aufgedreht, trotzdem versteht man kein Wort. Hier treffen sich Politikerinnen, Regierungsangestellte und eine Menge Medienmenschen mit Kameras. Man denkt, das müssten alles Demokraten sein. Doch in der Schlange vorm Herrenklo sagt ein Mann im Poloshirt zu seinem Kumpel: „Wenn Abdul El-Sayed in Michigan gewinnt, führt er sofort die Scharia ein.“ (fsch)

🐾 Wer? Wann? Was? Wie?

Die Zwischenwahlen am 3. November können entscheidend sein für die Zukunft der USA. Aber was passiert da genau? Amerika-Redakteur Bernd Pickert erklärt, worauf es ankommt.

🐾 Wann gibt es welche Ergebnisse?

In den USA geht es nicht nur um die zwei Kammern des Kongresses. Auch zahlreiche Gouverneursposten und Landesparlamente werden neu gewählt. Wann gibt es welche Ergebnisse? Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Wahlnacht.

🐾 Was macht Trump, wenn er die Wahlen verliert?

Sollten die US-Demokraten die Kongresswahlen gewinnen, können die Republikaner einiges sabotieren. Manche Tricks sind illegal – manche schlicht bizarr. US-Korrespondent Sebastian Moll zum schlechtesten aller Verlierer im Weißen Haus.

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