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Solarpflicht in BerlinBerlin geht ein Licht auf

Bis 2035 soll ein Viertel des Berliner Stroms von Solaranlagen kommen. Seit Beginn der Solarpflicht 2023 sind bereit 69.000 Anlagen in Betrieb.

„Windenergiemeister werden wir nicht werden“, scherzt Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD). Aber Solarenergiemeister könne Berlin schon werden. „Wir liegen im Plan“, zeigt sich Giffey auf der Senatspressekonferenz am Dienstag optimistisch.

Der Plan ist tatsächlich ambitioniert. Im Rahmen seiner Bestrebungen, bis 2045 klimaneutral zu werden, will Berlin schon bis 2035 ein Viertel seines Stroms aus Solaranlagen gewinnen. Um das zu erreichen, hat der Senat bereits 2023 eine Solarpflicht beschlossen. Demnach sind Eigentümer verpflichtet, beim Bau neuer Gebäude sowie bei wesentlichen Dachumbauten eine Photovoltaikanlage zu installieren und zu betreiben.

Berlin ist damit neben Hamburg, Bremen, NRW und Baden-Württemberg Vorreiter in Deutschland. In Bayern dagegen, das immer wieder kritisch auf die Hauptstadt schaut, sind die Investoren von Wohngebäuden von der Solarpflicht ausgenommen.

Am Dienstag hat Giffey den Kolleginnen und Kollegen der schwarz-roten Senatskoalition den „Bericht zur Umsetzung der Solarpflicht“ vorgelegt. Waren vor Beginn der Verordnung vom 1. Januar 2023 nur 16.000 Solaranlagen installiert, sind es inzwischen 69.000 Anlagen. „Das dient der Versorgung von 200.000 Haushalten“, so Giffey.

Ein wichtiger Akteur bei der Umsetzung des „Masterplans Solarcity Berlin“ ist die BVG. Bereits 2024 haben die Verkehrsbetriebe vier neue Anlagen in Betrieb gebracht. Die leistungsstärkste mit rund 175 kW befindet sich auf dem Straßenbahnbetriebshof Nalepastraße in Schöneweide. Eine weitere mit rund 134 kW ist auf dem Zentralen Bauhof an der Conrad-Blenkle-Straße.

Auch Mieterstrom wird gefördert

„Zwei starke Landesunternehmen zeigen, wie Energiewende geht“, war schon vor einem Jahr BVG-Chef Henrik Falk voll des Lobes für sein Unternehmen und die Berliner Stadtwerke, die die Anlagen errichtet haben.

Allerdings greift das Land den Erbauern von Solaranlagen auch kräftig unter die Arme. Schon 2022 wurde das Programm SolarPlus aufgelegt. Seitdem sind 35.800 Bewilligungen für Förderungen ausgesprochen worden. Die Fördersumme beläuft sich auf insgesamt 53,1 Millionen Euro.

Anfang 2026 wurde das Programm neu aufgestellt, sagt Giffey nun. So unterstütze SolarPlus S kleinere Projekte bei Ein- und Zweifamilienhäusern und Reihenhäusern. Mit SolarPlus L würden größere Vorhaben gefördert. „Die Antragstellung und Bearbeitung für kleine Projekte wurde durch eine pauschale Förderung deutlich vereinfacht und beschleunigt“, heißt es in einer Pressemitteilung des Senats.

Unterstützt werden aber nicht nur landeseigene Unternehmen wie die BVG, sondern auch Wohnungsgenossenschaften. Ein Beispiel dafür ist das Mieterstrom-Projekt der Genossenschaft Berliner Bär in der Karl-Frank-Straße in Treptow-Köpenick. „Damit können wir den Mieterinnen und Mietern günstigen und sauberen Strom anbieten“, so Giffey.

Im Haushalt sind für SolarPlus 2027 12,5 Millionen Euro an Fördergeldern vorgesehen. „Der Senat“, sagte Giffey im Hinblick auf die derzeitigen Verhandlungen über die Bildung einer neuen Landesregierung, „ist handlungsfähig.“

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