Satellitenbilder von Gaza aktualisiert: Google Maps zeigt die Verwüstung in Gaza
Das meistgenutzte Navigationssystem von Google Maps hat die Satellitenbilder des Gazastreifens aktualisiert. Die Bilder zeigen das Ausmaß der Zerstörung.
Google Maps hat seine Satellitenbilder des Gazastreifens aktualisiert. Sie zeigen das extreme Ausmaß der Zerstörung in Gaza durch die Angriffe Israels, die nach dem Hamas-Überfall am 7. Oktober 2023 begannen. Die neuesten Aufnahmen stammen von Januar und Februar 2026, andere sind noch aus dem vergangenen Jahr – je nach Region. Veröffentlicht wurden sie aber offenbar erst in den letzten Tagen.
Jede:r mit der Google-Maps-App kann nun selbst sehen, wie weit fortgeschritten die Zerstörung bereits Anfang dieses Jahres war. Ganze Landstriche sind praktisch nicht mehr existent. Wo auf Google Maps noch eine Moschee, ein Fußballplatz oder ein Restaurant als Pin markiert ist, zeigt das Satellitenbild nur noch Schutt.
Laut eines UN-Berichts von Anfang des Jahres wurden innerhalb von zwei Jahren 200.000 Tonnen Sprengstoff vom israelischen Militär auf Gaza abgeworfen. Das entspreche dem Energieäquivalent von 13 Hiroshima-Atombomben, heißt es dort weiter.
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Im Süden des Gazastreifens lag das palästinensische Geflüchtetenlager Tel al-Sultan. Zuletzt zeigten die Aufnahmen auf Google Maps den Zustand des Ortes noch im Mai 2024, kurz bevor das israelische Militär das Zeltlager ebenfalls im Mai 2024 aus der Luft bombardierte. Damals wurden in dem Camp bei Rafah laut Angaben der palästinensischen Autonomiebehörde knapp 30 Menschen getötet. Seither folgten weitere Angriffe. Wo vor dem Bombardement noch Zelte und Unterkünfte standen, zeigen die aktualisierten Bilder auf Google Maps nur noch Überreste.
Auch auf den Aufnahmen von Gaza-Stadt ist die Zerstörung der letzten Jahre deutlich zu erkennen. Vor den israelischen Angriffen, die auf den 7. Oktober folgten, lebten etwa 650.000 Menschen in der Stadt. Laut einem Bericht des Satellitenzentrums der Vereinten Nationen (UN Satellite Centre – Unosat) wurden bis Oktober 2025 etwa 83 Prozent der Gebäude beschädigt.
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An einigen Stellen hat Google Maps die Satellitenansicht noch nicht aktualisiert. So ist in Gaza-Stadt aus der Vogelperspektive eine Linie zu sehen, die sich senkrecht durch die Stadt zieht. Im westlichen Teil stammen die Aufnahmen schon aus Juli 2025, im östlichen Teil noch von Dezember 2024. Während Anfang Dezember 2024 zumindest noch einige Gebäude mehr standen – auch hier sind die Trümmer schon deutlich sichtbar –, sind aber wenige Monate später praktisch keine Häuser mehr zu erkennen. Zwischen den Ruinen sind Zelte zu sehen. Das macht erkennbar, mit welcher Geschwindigkeit das israelische Militär die Stadt im Norden des Gazastreifens angriff.
Auch wenn Google seine Satellitenbilder erst jetzt aktualisiert hat, stammen selbst die neusten nur von Anfang des Jahres. Andere Unternehmen bieten tagesaktuelle Satellitenbilder an, manche auch kostenlos. Etwa die Nasa. Nur sind die häufig in schlechterer Auflösung. Zudem ist Google Maps für sehr viel mehr Menschen einfacher zugänglich, als die von Journalist:innen oder Expert:innen genutzten Anbieter von Satellitenbildern.
Die etwa 2 Milliarden monatlichen Nutzer:innen von Google Maps sehen das Ausmaß der Zerstörung des Gazastreifens nun etwas näher der Realität entsprechend. Andere ebenfalls häufig genutzte Navigationsapps wie die Karten-App von Apple haben noch nicht nachgezogen.
Letztlich zeigt die aktualisierte Google-Karte, was auch vorher schon bekannt war: Die humanitäre Situation im Gazastreifen ist dramatisch. Seit Oktober 2023 sind mehr als eine Million Palästinenser:innen auf der Flucht. In einer Mitteilung von August 2026 gehen UN Behörden davon aus, dass auch seit dem löchrigen Waffenruheabkommen im Oktober 2025 die Zerstörung von Gebäuden im Gazastreifen nochmals um 9 Prozent gestiegen ist. Insgesamt analysierte Unosat anhand von Satellitenaufnahmen, dass insgesamt mehr als 201.290 Gebäude im Gazastreifen beschädigt sind. Das entspricht 82 Prozent der gesamten Infrastruktur. Zwei Drittel davon seien komplett zerstört.
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