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Grüne Jugend Berlin zu Rot-Grün-Rot„Ein Bündnis mit der CDU werden wir nicht unterstützen“

Die Grünen haben sich zu wenig positioniert bei Themen, die jungen Menschen wichtig sind, sagt Elina Schumacher, Abgeordnete der Grünen Jugend Berlin.

Adam Schwedhelm

Interview von

Adam Schwedhelm

taz: Frau Schumacher, 42 Prozent der Jung­wäh­le­r:in­nen bis 24 Jahrein Berlin haben die Linke gewählt – nicht die Grünen. Warum spricht die Klima- und Umweltpartei die Jugend nicht mehr an?

Elina Schumacher: An der Jugend hat sich erst mal gar nichts geändert. Wir hatten einfach einen großen Hype um die Linken – und die Zuspitzung: Wer nicht die CDU will, wählt links. Mir hat bei den Grünen eine Abgrenzung gefehlt und eine klare Priorität für eine rot-grün-rote Koalition.

Im Interview: Elina Schumacher

ist Mitglied der Grünen Jugend. Für die Berliner Wahl zum Abgeordnetenhaus stand sie für die Grünen auf Listenplatz 9. Aufgewachsen ist sie unweit des Braunkohlreviers im Rheinland.

taz: Aber Spitzenkandidat Werner Graf hat im taz-Interview gesagt: „Ich trete an, um die CDU in die Opposition zu schicken.“ Und hat klargemacht, dass er in einem Linksbündnis die größten Schnittmengen sieht.

Wir müssen jetzt ordentliche Politik machen in den Bereichen: Klima, Verkehr, Feminismus

Elina Schumacher, Grüne Jugend

Schumacher: Aber trotzdem war die Linke die Gegenspielerin zur CDU, und leider nicht die Grünen. Junge Menschen, die eine progressive Koalition wollten, haben sich vermutlich im Zweifel eher für die Linken entschieden.

taz: Was hätten die Grünen besser machen müssen?

Schumacher: Ich hätte mir beim Wahlkampf eine stärkere Positionierung gewünscht, gerade für die Themen junger Menschen. Zum Beispiel Wehrpflicht, das treibt junge Menschen total um. Wir müssen jetzt ordentliche Politik machen in den Bereichen: Klima, Verkehr, Feminismus.

taz: Über die Wehrpflicht entscheidet aber nicht das Landesparlament, um das es bei der Wahl ging.

Schumacher: Bei den Linken war das aber Thema. Und bei den Jugendprotesten, die gerade groß stattfinden, sowieso. Auf Landesebene in Berlin haben die Grünen an sich eine gute Position, trauen sich aber nicht, sie zu kommunizieren. Beim Klima ist es genauso: 15.000 Menschen sind diesen Sommer an Hitze gestorben. Aber das ist kaum Thema.

taz: Werner Graf hat das durchaus thematisiert.

Schumacher: Es haben die alleinstehenden grünen Themen gefehlt, die es nicht so groß bei den Linken gibt.

taz: Vielleicht haben Wäh­le­r*in­nen auch links gewählt, weil sie Sorge haben, dass die Grünen am Ende doch mit SPD und CDU koalieren?

Schumacher: Aus meiner Perspektive ist Schwarz-Rot-Grün gerade nicht möglich. Wir sind vier Kan­di­da­t*in­nen von der Grünen Jugend, die jetzt ins Abgeordnetenhaus einziehen. Für uns ist ganz klar Rot-Grün-Rot das Ziel. Ein Bündnis mit der CDU werden wir nicht unterstützen. Auch wenn die Linken und die SPD wahrscheinlich Probleme miteinander haben, hat die SPD nicht wirklich eine andere Option, vor allem wenn sie zukunftsgerichtete Politik machen will.

taz: Gerade reden alle über den Chef vom Remmo-Clan, der bei der Linken-Party in Neukölln war, der Partei wird außerdem Antisemitismus vorgeworfen. Steht das einer rot-grün-roten Koalition im Weg?

Schumacher: Das müssen die Linken selber regeln. Wenn die Linken regieren wollen, müssen sie sich zusammenreißen. Deswegen bin ich sehr gespannt, wie sie jetzt in die Verhandlungen reingehen und sich da präsentieren.

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