Projekt der Stanford University: KI für leckere Burger
Das klassische Fast Food kann ganz unklassisch daherkommen: nämlich nachhaltig, gesund und lecker. Ausgerechnet mit KI, zeigen Forscher:innen.
Foto: Living Matter Lab/EurekAlert/dpa
A uch das noch. Dass Technik besser dividieren und Wurzeln ziehen kann als ein Mensch, besser Schach und Go spielt – geschenkt. Dass Roboter mittlerweile schneller einen Halbmarathon laufen als Athlet:innen – in Ordnung. Dass künstliche Intelligenz sich mittlerweile sogar überzeugender als Mensch ausgibt, als Menschen selbst das schaffen, und damit besser durch den leidigen Captcha-Dschungel navigiert – ärgerlich, aber verschmerzbar.
Doch nun das. Forscher:innen der kalifornischen Stanford Unversity haben eine KI entwickelt, die den perfekten Burger designt. Burger machen, das hat nämlich nicht nur was mit pappigen Brötchen, feigenblattmäßigen Gemüsekomponenten und einem braunen Ding in der Mitte zu tun, das zum Beispiel aus Fleisch, Fisch, Pilzen oder Bohnen bestehen kann. Und schon gar nicht nur mit Erfahrung im Burgerdesign.
Denn: Die Zahl der plausiblen Kombinationen ist einfach zu riesig: Auf 10 Septillionen kommen die Forscher:innen – das ist eine 1 mit 43 Nullen. Das kann kein Mensch alles ausprobieren, selbst wenn er:sie von Geburt bis Tod nichts anderes macht, als Burger zu kreieren und offensichtlich unsinnige Kombis gleich weglässt. Wobei – was ist bei Fast Food schon offensichtlich unsinnig? Pommes mit Milchshake etwa. Hätte eine KI vor dem Hype womöglich verworfen. Großer Fehler, denn das ist echt ein Ding, also für manche zumindest.
Zum Aufwachen piept das Smartphone, beim Frühstück streikt der Kaffeeautomat und abends will das smarte Thermostat mal wieder vor uns schlafen gehen. Svenja Bergt fragt in ihrer Kolumne: Was machen die ganzen digitalen Tools mit uns und mit dem Leben?
Und, wie schmeckt's?
In Sachen Burger luden die Forscher:innen dann zum Testessen. Echte Menschen natürlich, die für die Wissenschaft die Ergebnisse der KI probieren durften. Oder mussten. Und das war durchaus überraschend. Denn es ging in der Studie nicht nur um das, was KI kann. Sondern auch um Nachhaltigkeit und gesunde Ernährung. Die Burger mit Bohnen- und Pilz-Füllung schnitten deutlich besser ab in Sachen Nachhaltigkeit und Nährstoffgehalt als die von Menschen komponierten – und beim Geschmack mindestens ebenso gut.
Da steckt doch Potenzial drin. Was ist etwa mit Softdrinks? Da weigern sich die Hersteller ja hartnäckig, den Zuckergehalt nennenswert zu reduzieren, anscheinend aus Angst, dass die bunte Brühe dann zum Ladenhüter wird. Wenn die Industrie das also nicht selbst schafft – bestimmt hat die KI hier ein paar Ideen für weniger Zucker und trotzdem Geschmack. Oder Autos. Gingen die nicht auch in mehr öko bei gleichbleibender Kund:innenzufriedenheit?
Und die Bundesregierung könnte sich ja gleich ein ganzes, möglichst breit akzeptiertes Klimaschutzprogramm schreiben lassen. Ließe sich auch prima verkaufen: geringer Personaleinsatz (Bürokratieabbau!) plus KI (Zukunftstechnologie!). Und ganz ehrlich: Selbst wenn die KI hier den üblichen Anteil Quatsch fabriziert – viel schlimmer als die aktuellen Klimaschutz-Nicht-Pläne wird es wohl kaum werden.
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