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Hitze in DeutschlandMehr Tote als im Straßenverkehr

Mit 6.830 Sterbefällen erreicht dieses Jahr schon jetzt einen traurigen Rekord. Doch es gibt noch eine zweite Zahl, die uns alarmieren müsste.

Entscheidend ist die durchschnittliche Temperatur innerhalb einer Woche: Liegen die Nacht- und Tagwerte gemittelt sieben Tage lang über 20 Grad Celsius, ermittelt das Robert-Koch-Institut (RKI) die Zahl der Hitzetoten. In solchen Wochen verzeichne man bei den Sterbefällen „deutlich höhere Werte im Vergleich zu kühleren Sommerwochen“, schreibt die biomedizinische Leitforschungseinrichtung der Bundesregierung in ihrem aktuellen „Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität“. Demnach sind dieses Jahr bislang 6.830 Menschen an Hitze gestorben.

Zumindest mit 90-prozentiger Sicherheit: Die Toten können nämlich nicht gezählt werden. „Auf dem Totenschein steht Hitze normalerweise nicht als Ursache“, erklärt Henny Annette Grewe vom Public Health Zentrum Fulda. Normalerweise stünden Ursachen wie Herzstillstand oder Lungenversagen auf den Totenscheinen, obwohl diese direkt auf Überhitzung zurückzuführen seien. „Eine Ausnahme ist der ‚Hitzeschlag‘, also das Zusammenbrechen des Kreislaufes mit Organversagen – was an heißen Tagen etwa auf Baustellen immer wieder vorkommt“, erklärt die Professorin, die seit vielen Jahren zum Einfluss des Klimawandels auf unser Gesundheitssystem forscht.

Um die Zahl der Hitzetoten herauszubekommen, wird ein statistisches Verfahren angewandt. Während es Erfahrungswerte gebe, wie viele Menschen in einem Bundesland oder einer Stadt pro Tag üblicherweise sterben, komme es bei Hitzewellen zu Übersterblichkeit. „Mehr Menschen verlieren ihr Leben als ‚normal‘. Das sind dann – mit etlichen Kontroll- und Sicherungsfaktoren überprüft – die hitzebedingten Todesfälle“, so Grewe.

So viele Tote zuletzt bei Corona

Das RKI spricht in seinen Wochenberichten von „Schätzungen“: Demnach hatte es in diesem Jahr bis zur großen Hitzewelle Ende Juni 810 Hitzetote gegeben. Als die Temperaturen dann auf neue Höchstwerte kletterten – 41,7 Grad gemessen in Ostbrandenburg – stieg die Zahl der Hitzetoten auf 4.310 Menschen binnen einer Woche: Zuletzt gab es solche Dimensionen während der Hochphase der Coronapandemie im Winter 2020. Und weil es vor allem im Süden Deutschlands auch jetzt noch überdurchschnittlich warm ist, gab es bis in die Kalenderwoche 27 nun 6.830 Hitzeopfer.

Damit steuert der Sommer 2026 auf einen neuen Rekord zu: Im Dürresommer 2018 hatte das Robert-Koch-Institut 8.500 Hitzetote registriert, im Jahr darauf wurden 7.000. In den letzten drei Jahren starben laut RKI jeweils um die 3.000 Menschen an hohen Temperaturen. Das Alarmierende daran: Selbst das waren mehr als im Straßenverkehr in Deutschland ums Leben kamen.

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1 Kommentar

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  • Na also - ein Tempolimit ist offensichtlich überflüssig. 🫣