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Terror in SyrienTote und Verletzte in Damaskus

Bei einem Anschlag auf ein Café sterben mindestens neun Menschen, 20 werden verletzt. Der „Islamische Staat“ könnte für die Tat verantwortlich sein.

Julia Neumann

Aus Beirut

Julia Neumann

Umgefallene Stühle, blutverschmierter Boden. Hunde schnüffeln nach Sprengstoff, die Polizei sperrt den Weg rund um den Justizpalast ab. Das sind die Szenen am Donnerstagmorgen in der syrischen Hauptstadt Damaskus. In der Nacht ist eine Bombe in einem Café in Damaskus explodiert – nur 100 Meter entfernt vom Justizpalast. Neun Menschen wurden getötet und 20 verletzt, darunter einige lebensgefährlich, so die Behörden. Täter und Motiv sind bisher unbekannt.

In dem Café sind hohe Sachschäden entstanden, das Gerichtsgebäude blieb unversehrt. Die Straße, in der sich das Café und der Justizpalast befinden, ist hoch frequentiert: Märkte sind in der Nähe, täglich gehen Tausende Menschen im Justizpalast ein und aus.

Nach der Explosion versprach der Gouverneur von Damaskus Maher Marwan von der Treppe des Gerichtsgebäudes aus Gerechtigkeit. In dem Café sei ein Sprengsatz deponiert worden. Mindestens ein Verdächtiger sei verfolgt und festgenommen worden.

„Böswillige Akteure“, versuchten, das Land zu destabilisieren, sagte der Gouverneur, ohne weitere Angaben zu den mutmaßlichen Tätern zu machen. Die Ermittlungen liefen noch. Forensische Ermittler hätten begonnen, Beweise zu sichern, Überwachungsaufnahmen auszuwerten und Zeugen zu befragen, meldet die staatliche Nachrichtenagentur Sana.

Vor Gericht

Die Täter könnten der Organisation „Islamischer Staat“ (Daesh) oder aber auch deren Splittergruppen nahestehen. Sie könnten aber auch Verbündete des Assad-Regimes sein. Denn im Justizpalast stehen diese Tage hohe Vertreter des Assad-Regimes vor Gericht – wegen Drogenhandels, Folter und Kriegsverbrechen gegen die eigene Bevölkerung.

Es ist der dritte Anschlag seit dem Sturz des Assad-Regimes. Am 22. Juni 2025 hatte sich ein Attentäter der dschihadistischen Gruppe Saraja Ansar al-Sunna in einer orthodoxen Kirche in Damaskus in die Luft gesprengt und 25 Menschen getötet. Am 19. Mai tötete eine Autobombe einen syrischen Soldaten und verletzte 18 Menschen vor einem Gebäude des Verteidigungsministeriums. Am 26. Dezember 2025 tötete Sarja Ansar al-Sunna acht Menschen durch einen Anschlag auf eine alawitische Moschee in Homs.

Das Syrische Netzwerk für Menschenrechte (SNHR) dokumentierte in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 428 Zivilist*innen, die in Syrien gewaltsam zu Tode gekommen seien. Eine gute Nachricht darin: Das sind 85 Prozent weniger als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres. Im vergangenen Jahr wurden an der Westküste sowie in Suwaida im Süden über 3.000 Menschen massakriert. An den Gewalttaten waren auch Truppen der staatlichen Armee beteiligt.

Angst um die eigene Sicherheit

Seit dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2025 hat die Übergangsregierung in Damaskus viel zu tun. Interimspräsident Ahmad al-Scharaa muss die radikalen islamistischen Kämpfer in seinen eigenen Reihen unter Kontrolle bringen. Diese hatten bei der Militäroffensive gegen Assad geholfen.

Alawit*innen, Kur­d*in­nen und Drus*­in­nen waren von brutalen Gewaltakten durch radikale Gruppen und Teile der neuen Regierungstruppen betroffen. Sie sorgen sich weiter um ihre Sicherheit. Das Vertrauen in die „neuen“ Sicherheitsbehörden und Soldaten, die meisten sehr junge Männer, ist niedrig. Ahmed al-Scharaa wiederum ist Islamisten nicht radikal genug. Mehrere „IS“-Anschläge auf ihn sollen verhindert worden sein.

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