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Rassismus in DeutschlandBaden nur für Deutschländer

Ein Strandbad in Sachsen-Anhalt verweigert Gästen den Zugang, die über zu geringe Deutschkenntnisse verfügen. Der Betreiber nennt das „konsequent“.

dpa/taz | Menschen ohne ausreichende Deutschkenntnisse werden in ein Strandbad in Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt nicht mehr eingelassen. „Wir müssen uns sicher sein, dass die Besucherinnen und Besucher unsere Baderegeln verstehen und so konsequent sein, um die Sicherheit der Badegäste gewährleisten zu können“, sagt der Geschäftsführer des Heidebades in Halle, Mathias Nobel, der Deutschen Presse-Agentur. Falle am Eingang auf, dass es Verständnisprobleme gebe, werde im Einzelfall entschieden, wie verfahren werde. Nobels eigenartige Begründung: Es gehe vor allem darum, dass die Badegäste wüssten, wie sie sich am Wasser verhalten müssten. Für seine Entscheidung sei er auch kritisiert worden. „Wir bleiben da aber konsequent.“

Vor allem an heißen Tagen wie am vergangenen Wochenende sei auch am Einlass des Bades so viel los, dass eine neue Regelung habe gefunden werden müssen – ergänzend zu den Hinweisschildern, die an mehreren Stellen im Bad zu finden sind, so der Geschäftsführer. Seit die neue Einlassregel vor wenigen Tagen eingeführt worden sei, seien vereinzelt Menschen nicht eingelassen worden.

Anlass, die Regel ins Leben zu rufen, sei ein Vorfall vom vergangenen Wochenende gewesen. Nobel – selbst Rettungsschwimmer – musste ein Kleinkind aus dem Wasser retten, das in viel zu tiefem Wasser war. Vor allem die Kinder müssten verstehen, wie sie sich am Wasser zu verhalten hätten und in Aufsicht von Personen sein, die ebenfalls wüssten, wie sie zu handeln hätten.

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Außerdem müssten die Menschen von den Rettungsschwimmern angesprochen werden können. Komme eine Gruppe ohne auch nur eine Person, die ausreichend Deutsch verstehe, kämen bei ihm und seinem Team Bedenken auf, sagte Nobel.

Mit der neuen Regelung wolle er auch seine Bademeister entlasten. In der Vergangenheit habe es Diskussionen gegeben, weil diese nicht dazu bereit gewesen seien, die Schwimmregeln einzeln in ein Übersetzungsprogramm zu sprechen, behauptete der Chef des Heidebades. Und dass sein Personal nun mal an der Belastungsgrenze sei.

AfD bei über 40 Prozent

In Sachsen-Anhalt wird am 6. September ein neuer Landtag gewählt. Die rechtsextreme AfD liegt in Umfragen bei über 40 Prozent und könnte unter Umständen sogar die absolute Mehrheit erreichen. Schon bei der letzten Wahl 2021 kam die AfD auf fast 21 Prozent.

Die Zahl rechter Gewalttaten ist in dem Bundesland seit Jahren auf einem besorgniserregend hohen Niveau. So erfasste die Mobile Opferberatung Sachsen-Anhalt im vergangenen Jahr 229 rechte, rassistische, antisemitische und queerfeindliche Angriffe, 130 davon waren rassistisch motiviert, unter den Betroffenen waren 68 Kinder und Jugendliche.

Anmerkung der Redaktion: Die ursprüngliche Dachzeile dieser Meldung lautete „Rassismus in Ostdeutschland“. Um eine Verallgemeinerung und Stigmatisierung Ostdeutschlands zu vermeiden, haben wir sie nachträglich angepasst.

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