Öffentlich-Rechtliche in Großbritannien: BBC will 200 Stellen streichen
Der Sender BBC muss sparen. Laut einem Zeitungsbericht sollen in einem ersten Schritt 200 Stellen in der Nachrichtenredaktion wegfallen.
rtr | Die BBC will einem Zeitungsbericht zufolge Hunderte Stellen in ihrer Nachrichtenredaktion streichen. Dies sei der erste Schritt eines umfassenden Personalabbaus bei der britischen Sendergruppe, berichtete die Financial Times am Montag unter Berufung auf Insider. Die Maßnahmen sollen demnach in der kommenden Woche angekündigt werden.
Die Abteilungen des Senders wurden angewiesen, ihre Kosten um etwa ein Zehntel zu senken. Insgesamt dürften rund 2000 Arbeitsplätze wegfallen, um Hunderte Millionen Pfund einzusparen. In der Nachrichtenredaktion arbeitet etwa ein Viertel der mehr als 20.000 BBC-Beschäftigten. Die Sparte beliefert die verschiedenen Sender, Apps, die Website sowie die regionalen Programme der BBC mit Nachrichten.
Die Nachrichtenabteilung werde die Kürzungspläne voraussichtlich als erste vorstellen, so die FT. Da die Ausgaben in diesem Bereich größtenteils aus Personalkosten bestünden, falle der Stellenabbau dort im Vergleich zu anderen Abteilungen überproportional hoch aus. Insider warnten laut der Zeitung, dass die Einschnitte sich auf bestimmte Radiosendungen auswirken und für das Publikum spürbar sein dürften.
Hintergrund der Sparmaßnahmen sind die in den kommenden Monaten anstehenden Verhandlungen mit der britischen Regierung über die künftige Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt. Die BBC lehnte eine Stellungnahme laut FT ab. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte den Bericht zunächst nicht überprüfen.
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 210 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen
meistkommentiert