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Nachfrageboom bei veganem LebensmittelTofu ist alle

In vielen Supermärkten stehen Kun­d:in­nen vor leeren Tofu-Regalen. Die Nachfrage übersteigt das Angebot. Indizien deuten auf schlichtes Marktversagen.

dpa/taz | „Mir doch Wurst“, sagt der Fleischfresser und greift zum Schweinekotelett. Wer sich aber tierfrei ernähren will, stößt aktuell in Supermärkten immer wieder auf Probleme. Denn Tofu ist alle.

In Lebensmittelgeschäften in Deutschland sind unterschiedlich große Regallücken zu beobachten. Die Warenverfügbarkeit sei eingeschränkt, sagt ein Sprecher des Handelskonzerns Rewe. „Ein Grund ist die rasant gestiegene und nach wie vor sehr hohe Nachfrage.“

Hinzu kämen Kapazitätsengpässe bei einzelnen Herstellern. Eigenmarken und Markenprodukte sind betroffen. Eine rasche Entspannung ist laut Rewe nicht in Sicht. Nicht im Sommer. Nicht im Herbst. Eine vollständige Normalisierung dürfte sich frühestens Ende 2026 einstellen, so der Sprecher. Der vegane Weihnachtsbraten steht also noch nicht infrage.

Tofu-Restbestände in der taz Kantine

Wer gerade dringend Tofu sucht, kann in der taz Kantine fündig werden. Auf der Speisekarte am heutigen Mittwoch steht zum Beispiel „Spaghetti in Tofu-Carbonara (vegan)“. Die taz Kantine ist nicht nur für Mitarbeiter:innen, sondern öffentlich zugänglich.

Tofu ist ein rein pflanzliches Lebensmittel aus Sojabohnen, dass in der veganen Küche als Allrounder eingesetzte wird. Vor allem als Fleischersatz ist es beliebt.

Auch andere Händler berichten von einer gestiegenen Nachfrage. Im Einzelfall könne es vorkommen, dass bestimmte Artikel vorübergehend nicht verfügbar seien, sagte eine Sprecherin von Kaufland. Der Discounter Aldi Nord teilte mit: Sollten Artikel kurzzeitig vergriffen sein, würden die Regale zügig wieder aufgefüllt. Zuvor hatten andere Medien berichtet.

Hersteller hat Produktionsprobleme

Der große Tofu-Hersteller Taifun schreibt auf seiner Internetseite: „Leider konnten wir zuletzt nicht alle Produkte in der nachgefragten Menge zur Verfügung stellen.“ Vorübergehende Produktionsprobleme hätten eine stark reduzierte Naturtofu-Menge verursacht, die Basis aller Produkte sei. In der Folge seien Lagerbestände deutlich zurückgegangen, im Einzelhandel seien Produkte deshalb teilweise „nicht so gut verfügbar“.

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Indizien deuten daraufhin hin, dass dahinter auch schlichtes Marktversagen steckt. Erst Mitte Mai hatte das Statistische Bundesamt mitgeteilt, dass die Produktion von vegetarischen oder veganen Fleischalternativen in Deutschland nach langem Boom erstmals leicht gesunken sei. Im vergangenen Jahr wurden 124.900 Tonnen Fleischersatzprodukte hergestellt und damit 1,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Das ist natürlich fatal, wenn gleichzeitig die Nachfrage steigt.

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