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Libanon im Jahr 2050Werden Drohnen das Überleben der Bienen in Libanon sichern?

Klimakrise, Pestizide und schrumpfende Grünflächen bedrohen den Bestand der Bienen in Libanon. Wie sich das stoppen lässt, erklärt Imker Dani Obeid.

Interview von

Rouba Abo Ammo

taz: Herr Obeid, wie gut können sich Bienen veränderten klimatischen Bedingungen anpassen?

Dani Obeid: Das kommt darauf an.

taz: Auf was?

Obeid: Ob es noch genug Blüten geben wird. Viele Gebiete, die einst als natürliche Weideflächen für Bienen dienten, sind geschrumpft oder verschwunden.

Sonderbeilage der taz panterstiftung

Wie die arabische Welt der Zukunft begegnet

Im Jahr 2050 droht der Region der Klimakollaps. Gibt es nur noch Hitze? Oder auch Hoffnung? 25 Journalistinnen aus 16 arabischsprachigen haben im Rahmen des zweijährigen Projekts MENA Green Panter (2024-2026) der taz panterstiftung erfrischende Antworten erarbeitet. Am 17. Juni 2026 findet der taz panter talk in Berlin dazu. Eine Podcastfolge dazu gibt es im Format Freie Rede. Alle Texte, die im Rahmen dieses Projektes erschienen sind, können Sie hier lesen.

taz: Die Zukunft der Bienen liegt also in den Händen der Menschen?

Im Interview: 

Dani Obeid ist Professor an der Fakultät für Landwirtschaft und Veterinärwissenschaften der Libanesischen Universität

Obeid: Wenn man sie der Natur überlassen würde, würde es auch weiterhin Bienen geben, aber in weitaus geringerer Zahl. Menschliches Eingreifen erhöht die Zahl der Kolonien, vor allem in landwirtschaftlichen Gebieten. Bienen sind nicht nur Teil natürlicher Ökosysteme, sondern auch ein wichtiger Bestandteil moderner Agrarsysteme.

taz: Nicht die Bienen, sondern die Imker müssen sich anpassen?

Obeid: Ja, denn traditionelle Imkereipraktiken reichen nicht mehr aus. Ernte- und Fütterungszeiten müssen heute laufend an stark schwankende Wetter-, Temperatur- und Blütezyklen angepasst werden. Auch Wasser ist zum Problem geworden – viele frühere Quellen sind versiegt, weshalb Imker ihre Bienen bei großer Hitze teils direkt mit Wasser versorgen.

taz: Wird man diesen Aufwand auch in Zukunft betreiben?

Anlass zu vorsichtigem Optimismus bietet der rasante technologische Fortschritt: Drohnen, Datenanalyse und künstliche Intelligenz ermöglichen schon heute einen effizienteren Umgang mit Wasser und helfen beim Anbau in der Landwirtschaft. Ein Krieg oder eine Energiekrise kann Länder allerdings dazu veranlassen, wieder verstärkt auf fossile Brennstoffe zu setzen und so jahrelange Umweltbemühungen zunichtezumachen.

taz: Was folgern Sie daraus?

Technologie ist keine Zauberlösung. Sie muss mit ernsthafter Umweltpolitik kombiniert werden, um die Auswirkungen der Klimakrise einzudämmen und damit die Zukunft der Bienen zu sichern.

Rouba Abo Ammo, Journalistin aus Beiru mit über 17 Jahren Erfahrung im Journalismus. Sie ist eine engagierte Verfechterin der Sensibilisierung für den Klimawandel durch den Journalismus.

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