+++ Nachrichten im Irankrieg +++: Macron telefoniert mit Trump und Peseschkian
USA und Iran müssten erneut verhandeln, fordert Frankreichs Präsident. Pakistan schlägt ein zweites Treffen vor. Tanker „Rich Starry“ passiert Hormus.
Südkorea kündigt humanitäre Hilfen für Iran an
Die südkoreanische Regierung hat humanitäre Hilfen für die iranische Bevölkerung angekündigt. Das Außenministerium in Seoul teilte am Dienstag mit, geplant seien Hilfen im Umfang von 500.000 US-Dollar. Diese sollten über das Rote Kreuz übermittelt werden, hieß es. Dem vom wieder aufgeflammten Konflikt zwischen Israel und der Schiitenmiliz Hisbollah betroffenen Libanon sei bereits humanitäre Hilfe im Umfang von zwei Millionen Dollar zur Verfügung gestellt worden. Die Hoffnung sei, dass der südkoreanische Beitrag helfen könne, die humanitäre Krise in den betroffenen Regionen zu lindern, erklärte das Ministerium. (ap)
IWF senkt Prognosen für Weltwirtschaft und Deutschland
Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet mit einem etwas schwächeren Wachstum der Weltwirtschaft als bislang. „Erneut droht die Weltwirtschaft aus der Bahn zu geraten“, heißt es anlässlich des neuesten Ausblicks der Organisation. Waren es vergangenes Jahr noch „höhere Handelsbarrieren und verstärkte Unsicherheit“ – das dürfte eine milde Umschreibung für die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump sein – belasten jetzt das eingebrochene Angebot von Rohstoffen infolge der blockierten Straße von Hormus und die Unsicherheit durch den Krieg. Bei vielen Nationen korrigierte der IWF seine Prognosen nach unten – die Annahmen seien allerdings nur dann gültig, sofern der Krieg in Dauer, Intensität und Umfang begrenzt bleibe und die wirtschaftlichen Störungen bis Mitte 2026 abklingen würden. Für Deutschland bedeutete dies nur ein Vierteljahr nach der jüngsten Anhebung wieder eine Korrektur nach unten: 2026 dürfte die deutsche Wirtschaft nun um 0,8 Prozent wachsen – noch im Januar hatten die Konjunkturexperten ihre Erwartungen auf 1,1 Prozent nach oben gehievt. (dpa)
Britische Finanzministerin wirft Trump „Torheit“ vor
Angesichts der gravierenden wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges hat die britische Finanzministerin Rachel Reeves US-Präsident Donald Trump „Torheit“ vorgeworfen. „Das ist ein Krieg, den wir nicht begonnen haben. Es ist ein Krieg, den wir nicht wollten“, sagte Reeves am Dienstag der Zeitung „Daily Mirror“. „Ich bin sehr frustriert und wütend darüber, dass die USA in diesen Krieg gezogen sind, ohne einen klaren Exit-Plan, ohne eine klare Vorstellung davon, was sie erreichen wollten.“ (afp)
US-Erzeugerpreise steigen nach Ausbruch des Iran-Kriegs nicht so stark wie gedacht
Trotz des Ölpreisschocks haben die US-Hersteller ihre Preise nicht so stark angehoben wie erwartet. Die Erzeugerpreise stiegen im März um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Arbeitsministerium am Dienstag mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Anstieg von 1,1 Prozent gerechnet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat legten die Erzeugerpreise um 4,0 Prozent zu. Dies ist der größte Anstieg seit Februar 2023. Experten hatten sogar einen Zuwachs von 4,7 Prozent auf dem Zettel, nach 3,4 Prozent im Februar. Die Erzeugerpreise dienen als frühe Hinweisgeber für die Entwicklung der Verbraucherpreise. (rtr)
Bloomberg: Iran erwägt Aussetzung von Lieferungen durch Straße von Hormus
Der Iran erwägt einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge, keine eigenen Handelsschiffe mehr die Straße von Hormus passieren zu lassen. So sollten mögliche Gespräche mit den USA über eine Beendigung des Krieges nicht gefährdet werden, meldet Bloomberg. Das US-Militär hat als Gegenmaßnahme zur Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran seinerseits begonnen, den Schiffsverkehr von und nach iranische Häfen zu blockieren. Die Verhandlungsteams der USA und des Irans könnten Insidern zufolge noch in dieser Woche für Gespräche zur Beendigung des Krieges nach Pakistan zurückkehren. (rtr)
Erste Hilfslieferungen erreichen Iran auf dem Landweg
Erstmals seit Beginn der Angriffe der USA und Israels Ende Februar haben internationale Organisationen Hilfsgüter auf dem Landweg in den Iran gebracht. Darunter seien unter anderem Medikamente und Zelte, teilten das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) am Dienstag in Genf mit. Hilfslieferungen über den See- oder Luftweg sind wegen des Krieges blockiert, Güter liegen in Depots in Dubai. Helfer beschreiben den Bedarf nach den massiven Angriffen auf den Iran seit dem 28. Februar als hoch. Derzeit gilt eine zweiwöchige Feuerpause. Die IFRC lieferte nach eigenen Angaben rund 200 Trauma-Kits sowie Zelte und Decken auf Lastwagen über eine neue Route aus der Türkei.
Die Lkw hätten am Sonntag die iranische Grenze überquert und sollten am Dienstag in der Hauptstadt Teheran eintreffen, sagte IFRC-Sprecher Tommaso Della Longa. „Für uns ist das sehr wichtig, da es einen neuen Weg darstellt, um Hilfe in den Iran zu bringen, und wir sind sehr optimistisch, dies auszuweiten“, erklärte er. „Früher war es sehr einfach, ein Flugzeug oder ein Boot zu nehmen und innerhalb weniger Stunden Hilfsgüter direkt in den Iran zu bringen.“ Das IKRK teilte mit, eine erste Lieferung mit fünf Lastwagen aus Jordanien habe den Iran am Montag erreicht. Neun weitere sollen im Laufe der Woche folgen. Die Lastwagen des IKRK enthalten Hilfsgüter wie Eimer, Decken und Matratzen für rund 25.000 Menschen – unter ihnen sind viele Binnenflüchtlinge. (rtr)
Macron fordert neue Friedensgespräche zwischen USA und Iran
Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat US-Präsident Donald Trump und den iranischen Präsidenten Massud Peseschkian in Telefonaten zur Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen aufgerufen. Die in Islamabad unterbrochenen Verhandlungen müssten wieder aufgenommen, Missverständnisse ausgeräumt und weitere Eskalationen vermieden werden, habe er in den Telefonaten am Montag gefordert, teilte Macron mit. Es sei von entscheidender Bedeutung, dass der Waffenstillstand von allen strikt eingehalten werde und auch den Libanon einschließe. „Ebenso wichtig ist es, dass die Straße von Hormus so schnell wie möglich bedingungslos, ohne Kontrollen und ohne Mautgebühren wieder geöffnet wird“, schrieb Macron auf der Plattform X. Unter diesen Voraussetzungen sollten die Verhandlungen mit Unterstützung der wichtigsten Beteiligten rasch wieder aufgenommen werden können. (dpa)
Iran-Krieg befeuert Russlands Öleinnahmen
Russland hat die Einnahmen aus seinem für die eigene Kriegswirtschaft wichtigen Ölgeschäft dank der höheren Preise im Zuge des Konflikts im Nahen Osten im März wieder kräftig gesteigert. Die Exporterlöse hätten sich im vergangenen Monat auf 19 Milliarden Dollar nahezu verdoppelt, teilte die Internationale Energieagentur (IEA) am Dienstag in Paris mit. Im Februar vor Beginn des Kriegs der USA und Israels gegen den Iran waren sie den Angaben zufolge noch auf 9,75 Milliarden Dollar und damit den niedrigsten Stand seit Beginn des Ukraine-Kriegs vor vier Jahren gefallen. Die Rohölexporte stiegen der IEA zufolge um 270.000 Barrel pro Tag auf 4,6 Millionen Barrel pro Tag. Dies sei vor allem auf höhere Lieferungen über den Seeweg zurückzuführen, da die Druschba-Pipeline durch die Ukraine weiterhin außer Betrieb sei. Die russische Rohölproduktion sei im März auf 8,96 Millionen Barrel pro Tag von 8,67 Millionen im Februar gestiegen.
Allerdings dürfte Russland kurzfristig Schwierigkeiten haben, die Ölproduktion über das Niveau von Anfang des ersten Quartals hinaus zu steigern, erklärte die IEA. Grund seien Schäden an der Hafen- und Energieinfrastruktur durch ukrainische Angriffe. Die Ukraine hatte in den vergangenen Wochen russische Häfen an der Ostsee und am Schwarzen Meer sowie Raffinerien verstärkt mit Drohnenangriffen beschädigt. Sie will damit die Einnahmen der Führung in Moskau zur Finanzierung ihres Angriffskriegs schwächen. (rtr)
Außenminister: Israel will „Frieden und Normalisierung“ mit Libanon
Die israelische Regierung strebt nach den Worten von Außenminister Gideon Saar nach Frieden und einer Normalisierung der Beziehungen zum Nachbarland Libanon. „Wir wollen Frieden und Normalisierung mit dem Staat Libanon erreichen“, sagte Saar am Dienstag bei einer Pressekonferenz wenige Stunden vor dem geplanten Beginn von Gesprächen zwischen den Botschaftern beider Länder in Washington. Israel und der Libanon „haben keine größeren Streitigkeiten untereinander. Das Problem ist die Hisbollah“, sagte der Außenminister mit Blick auf die proiranische Miliz im Libanon. Seit Beginn des Irankriegs Ende Februar hat die proiranische Hisbollah ihre Angriffe auf Israel wieder verstärkt. Israel flog daraufhin massive Luftangriffe auf Teile des Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze. Die gegenseitigen Angriffe gingen trotz einer zwischen den USA und dem Iran vereinbarten Waffenruhe weiter.
In Washington sollten am Dienstag Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon beginnen. Die Gespräche auf Botschafterebene finden im US-Außenministerium statt, Vermittler ist US-Außenminister Marco Rubio. Über die Ziele herrscht Uneinigkeit: Die libanesische Präsidentschaft will über eine Waffenruhe zwischen der Hisbollah-Miliz und Israel verhandeln. Israel schließt dies vorerst aus und fordert zunächst eine Entwaffnung der vom Iran finanzierten Miliz. Israel und der Libanon unterhalten bisher keine diplomatischen Beziehungen und befinden sich formell seit 1948 im Kriegszustand. (afp)
Insider: Fokus der Gespräche zu Hormus auf Sanktionen und Sicherheit
Frankreich und Großbritannien wollen bei diplomatischen Treffen in dieser Woche über eine mögliche multinationale Mission zur Straße von Hormus beraten. Die Gespräche sollten in mehreren Arbeitsgruppen stattfinden, sagt eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Demnach sollen vor einem für Freitag geplanten Treffen unter britischem und französischem Vorsitz mehrere Themen erörtert werden. Dazu zählten mögliche Sanktionen gegen den Iran und die Zusammenarbeit mit der Industrie zur Sicherung des Seeverkehrs. Weitere Themen seien die Wahrung der Freiheit der Schifffahrt, Wirtschaftsmaßnahmen gegen den Iran für den Fall einer anhaltenden Schließung der Straße von Hormus sowie die Freilassung von Seeleuten und festsitzenden Schiffen. (rtr)
Rotes Kreuz liefert erstmals wieder Notfallhilfe nach Iran
Das Rote Kreuz hat erstmals seit Kriegsbeginn Notfallhilfe nach Iran geschickt. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) teilte am Dienstag mit, es habe die Hilfsgüter an den Iranischen Roten Halbmond (IRCS) übergeben. Darunter seien fünf Lkw-Ladungen, die am Montag ausgeliefert worden seien. Die Güter, darunter Decken, Kanister, Planen, Hygieneartikel und Solarlampen, sollen fast 25.000 Menschen zugute kommen. Weitere Hilfen in Form von neun Lkw-Ladungen sollen dem Roten Halbmond im Laufe der Woche übergeben werden. (ap)
EU-Kommission: Derzeit kein Mangel an Kerosin in EU
In der Europäischen Union gibt es nach Angaben der EU-Kommission derzeit keine Anzeichen für einen Mangel an Kerosin. Es könnten jedoch in naher Zukunft Versorgungsprobleme auftreten, sagt ein Sprecher der Kommission in Brüssel. „Die Rohöllieferungen an die europäischen Raffinerien sind weiterhin stabil, zusätzliche Lagerfreigaben sind derzeit nicht erforderlich. Dies bleibt jedoch unsere größte Sorge“, sagt der Sprecher. Zuvor hatten europäische Fluggesellschaften die EU einem von der Nachrichtenagentur Reuters eingesehenen Dokument zufolge um Notfallmaßnahmen gebeten. Als Gründe wurden die Folgen des Irankrieges genannt, darunter weitreichende Luftraumsperrungen und die wachsende Sorge, es könne zu Engpässen bei dem Treibstoff kommen. (rtr)
Katar: Kein Gespräch mit Iran über Stopp der Angriffe gegen Geld
Katar weist Berichte über angebliche Zahlungen an den Iran zur Abwehr von Angriffen als falsch zurück. „Es gab absolut keine Gespräche zwischen Katar und dem Iran über die Zahlung von Geld, um iranische Angriffe auf Katar zu beenden“, sagt der Sprecher des Außenministeriums, Madschid al-Ansari. Behauptungen, es habe solche Gespräche gegeben, seien unwahr. „Es gibt eine enge Abstimmung mit Pakistan und den USA, unsere Forderungen werden über diese Kanäle vorgebracht“, fügt er vor der Presse hinzu. (rtr)
Weltbankvorstand Donohoe warnt vor Folgen
Weltbank-Vorstand Paschal Donohoe warnt angesichts des Irankrieges vor dem Verlust von Millionen von Arbeitsplätzen und einem erschwerten Zugang zu Essen in Schwellen- und Entwicklungsländern. „Wir sind sehr besorgt über die Auswirkungen, die dieser Konflikt auf die Verfügbarkeit und die Preise von Lebensmitteln haben könnte“, sagte der Ex-Chef der Eurogruppe der Deutschen Presse-Agentur. Nach Angaben des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen könnten bis Mitte 2026 bis zu 45 Millionen Menschen zusätzlich wegen des Krieges hungern. Im Zuge des Nahost-Konfliktes könnten Donohoe zufolge zudem bis zu 15 Millionen Jobs verloren gehen. „Jeder Tag, an dem der Konflikt andauert, bringt uns näher an das obere Ende unserer Schadensprognosen“, sagte er. (dpa)
Tanker „Rich Starry“ passiert Straße von Hormus
Ein Tanker hat die Straße von Hormus durchquert. Die „Rich Starry“ passierte die Meerenge am Dienstagmorgen, nachdem sie am Montag einen Ausfahrtsversuch abgebrochen hatte. Das Schiff, ein Chemikalien- und Öltanker, hatte laut dem Schifffahrtsdatenunternehmen Lloyd’s List vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate gewartet. Das US-Militär erklärte am Montag, die Blockade gelte nur für Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder von dort kommen. Es war zunächst unklar, ob die „Rich Starry“ zuvor im Iran angelegt oder iranisches Öl geladen hatte.
Die Kontrollbehörde des US-Finanzministeriums (Ofac) hat das Schiff mit der iranischen Schifffahrt in Verbindung gebracht. Es fährt unter der Flagge Malawis, eines jener Binnenländer, die häufig im Zusammenhang mit sogenannten False-Flag-Operationen genannt werden. Dabei werden Schiffe unter ausländischer Flagge registriert, ohne dass die Eigentümer eine Verbindung zu diesen Ländern haben, was die Kontrolle erschwert. Die „Rich Starry“ war laut Marinetraffic, einem Anbieter von Schifffahrtsanalysen, auf dem Weg in den Hafen von Sohar im Oman, außerhalb der Straße von Hormus. Lloyd’s List berichtete unter Berufung auf Schiffsregister- und Trackingdaten, dass der Tanker einer chinesischen Reederei gehöre und auf dem Weg nach China sei. (ap)
Italien setzt Verlängerung von Verteidigungsabkommen mit Israel aus
Italien setzt die automatische Verlängerung des Verteidigungsabkommens mit Israel aus. Das habe die Regierung „angesichts der aktuellen Lage im Nahen Osten“ entschieden, erklärt Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in Verona italienischen Nachrichtenagenturen zufolge. Details zu dem Abkommen nennt sie nicht. (rtr)
IEA rechnet wegen Irankrieg mit geringerer Ölnachfrage
Durch die Auswirkungen des Irankriegs geht die internationale Energieagentur IEA für dieses Jahr mittlerweile von einer geringeren Öl-Nachfrage aus. Aufs Jahr gesehen erwartet die IEA einen Nachfragerückgang von 84.000 Barrel pro Tag, wie es in ihrem monatlichen Ölmarktbericht heißt. Damit senkt die in Paris ansässige Agentur ihre Prognose deutlich. Im März war sie noch davon ausgegangen, dass die Nachfrage dieses Jahr um etwa 644.000 Barrel (je 159 Liter) pro Tag steigen werde. Allerdings liegen beiden Monatsberichten leicht unterschiedliche Werte für die Nachfrage nach Öl im vergangenen Jahr zugrunde. Insgesamt geht die Organisation von einer täglichen Rohöl-Nachfrage von gut 100 Millionen Barrel aus. (dpa)
Xi: China wird „konstruktive Rolle“ bei Friedensbemühungen spielen
China wird nach den Worten von Präsident Xi Jinping eine „konstruktive Rolle“ bei den Bemühungen um eine Friedenslösung für die Golfregion spielen. Die nationale Souveränität der Staaten im Nahen Osten und in der Golfregion müsse „respektiert“ werden, forderte Xi laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag in Peking bei einem Treffen mit dem Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohammed bin Sayed Al Nahyan. „Die Souveränität, Sicherheit und territoriale Integrität der Golfstaaten im Nahen Osten sollten aufrichtig geachtet werden“, sagte Xi laut dem staatlichen Fernsehsender CCTV. „Die Sicherung der Autorität der internationalen Rechtsstaatlichkeit darf nicht bedeuten: ‚Nutze sie, wenn es passt, lass‘ es, wenn es nicht passt'“, fügte Xi hinzu. Xi äußerte sich erstmals persönlich zum Irankrieg. (afp)
Iran: Fehlender US-Wille verhinderte Einigung in Islamabad
Der iranische Präsident Massud Peseschkian macht mangelnden guten Willen und Maximalforderungen der USA für das Scheitern eines Abkommens in Islamabad am vergangenen Wochenende verantwortlich. Dies äußert er in einem Gespräch mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron, wie die amtliche iranische Nachrichtenagentur Irna meldet. Europa könne eine konstruktive Rolle spielen, um die USA zur Einhaltung des Völkerrechts zu bewegen. Drohungen, Druck und militärische Maßnahmen würden die „selbstgemachten Probleme“ der USA in der Region nur verschärfen. Diplomatie sei der bevorzugte Weg zur Beilegung von Streitigkeiten, erklärt Peseschkian demnach weiter. (rtr)
Iran schätzt Kriegsschäden auf rund 230 Milliarden Euro
Die iranische Regierung schätzt die Kriegsschäden nach mehr als fünf Wochen der Bombardierungen auf umgerechnet gut 229 Milliarden Euro. Es handele sich dabei um eine vorläufige Schätzung, sagte Irans Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Ria Nowosti in einem Interview. Um das gesamte Ausmaß bewerten zu können, sollen der Sprecherin zufolge in einem ersten Schritt die Schäden an Gebäuden begutachtet werden. Danach würden wirtschaftliche Verluste und ausgefallene Steuereinnahmen analysiert. Irans Regierung werde Entschädigungen einfordern. Dies sei auch ein Thema in den Verhandlungen am vergangenen Wochenende mit den USA gewesen. (dpa)
Inselstaat Tuvalu erklärt Notstand
Der Inselstaat Tuvalu im Pazifik hat wegen Sorgen um seinen Treibstoffnachschub den Notstand ausgerufen. Die Maßnahme gelte für zwei Wochen und nur für die Hauptinsel Funafuti, erklärte am Montag Staatschef Tofiga Vaevalu Falani. Sie sei aufgrund der „zunehmenden Instabilität der Stromerzeugungs- und Stromverteilungssysteme sowie der realen Risiken für die Kraftstoffversorgung“ getroffen worden. Die Zuverlässigkeit der Versorgung mit grundlegenden Dienstleistungen auf Funafuti sei gefährdet. Auf Funafuti liegt die Hauptstadt des winzigen Inselstaates, dort leben zwei Drittel der insgesamt rund 10.000 Einwohner. Tuvalu arbeitet daran, die Energieproduktion von Diesel auf Sonnenkraft umzustellen. 2021 musste der Staat noch rund 70 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts für Diesel ausgeben, aktuell sind es noch etwa 25 Prozent. (afp)
Frankreich: Libanon muss Teil von Waffenruheabkommen sein
Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot hat eine Berücksichtigung des Libanons im Waffenruhe-Abkommen im Krieg der USA und Israels gegen den Iran gefordert. „Die Waffenruhe muss unbedingt den Libanon miteinschließen, der unter keinen Umständen der Sündenbock der israelischen Regierung sein darf“, sagte Barrot am Dienstag im französischen Radiosender RFI. Die israelischen Angriffe auf den Libanon seien „nicht hinnehmbar“, da sie die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran untergrabten und die militante Hisbollah stärkten, sagte Barrot. „Den Libanon zu zerstören, den libanesischen Staat anzugreifen, schwächt die Hisbollah nicht – im Gegenteil, es stärkt sie.“ (ap)
Sánchez betrachtet China als wichtigsten Partner bei Friedenssuche
Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat China zu mehr Einsatz für ein Ende des Irankriegs aufgefordert. „Ich finde es sehr schwierig, außer China noch andere Gesprächspartner zu finden, die diese im Iran und in der Straße von Hormus entstandene Situation lösen können“, sagte Sánchez am Dienstag nach einem Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Peking. Er betrachte China als wichtigsten globalen Gesprächspartner, der helfen könne, den Krieg im Iran und andere Konflikte wie den Ukraine-Krieg zu beenden. Sánchez forderte die Volksrepublik auf, sich stärker diplomatisch zu engagieren. Spanien wolle verhindern, dass diejenigen, die Verbrechen begehen, straffrei ausgehen. „Das Völkerrecht wird heute verletzt, und zwar im Wesentlichen von einem Land: der israelischen Regierung“, sagte er und warf Israel Völkermord im Gazastreifen vor. Die Reaktion des Iran auf den Krieg sei ebenfalls „absolut illegal“. (ap)
China: US-Blockade iranischer Häfen „gefährlich und unverantwortlich“
China hat eine Blockade iranischer Häfen durch die USA als „gefährlich und unverantwortlich“ kritisiert. Die USA hätten trotz einer vereinbarten Waffenruhe ihre Militärpräsenz verstärkt und eine gezielte Blockade verhängt, sagt der Sprecher des Außenministeriums, Guo Jiakun. Dieses Vorgehen verschärfe den Konflikt, untergrabe die brüchige Waffenruhe und gefährde zudem die Sicherheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus. China fordere alle Parteien auf, die Waffenruhe zu achten, auf Dialog zu setzen und praktische Schritte zur Deeskalation der Spannungen in der Region zu unternehmen. (rtr)
Holocaust-Gedenktag in Israel – landesweit heulen Sirenen
Israel gedenkt der sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust. Für zwei Minuten kam am Vormittag das öffentliche Leben zum Erliegen, als landesweit Sirenen heulte. Autos hielten an, Fußgänger verharrten in stillem Gedenken. Überschattet wird der Gedenktag auch in diesem Jahr durch kriegerische Auseinandersetzungen in der Region. Zum Auftakt der Gedenkzeremonien in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem sagte Staatspräsident Izchak Herzog am Montagabend, Israel befinde sich seit dem Hamas-Massaker im israelischen Grenzgebiet vor zweieinhalb Jahren im Krieg. Herzog warnte auch vor einer weltweiten Welle des Antisemitismus. Er rief Staats- und Regierungschefs der Welt zu mutigem Handeln dagegen auf.
Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu warf dem Iran bei der Gedenkzeremonie erneut vor, die Vernichtung Israels anzustreben. Er bekräftigte, es werde keinen zweiten Holocaust geben und man werde es dem Iran nicht erlauben, Atomwaffen zu bekommen. Thema der diesjährigen Gedenkveranstaltungen in Yad Vashem ist „die jüdische Familie während des Holocaust“. Während der NS-Zeit wurden von 1933 bis 1945 rund sechs Millionen Juden ermordet. In Israel leben heute nach Angaben der zuständigen Behörde noch rund 109.000 Holocaust-Überlebende. Ihr Durchschnittsalter beträgt 88 Jahre. (dpa)
Insider: USA und Iran setzen Friedensgespräche in Islamabad fort
Die Verhandlungsteams der USA und des Iran kehren im Laufe dieser Woche für Friedensgespräche nach Islamabad zurück, wie vier Insider der Nachrichtenagentur Reuters sagen. (rtr)
Vance: Papst soll sich auf moralische Fragen konzentrieren
US-Vizepräsident J. D. Vance hat Papst Leo XIV. empfohlen, sich aus der amerikanischen Politik herauszuhalten. „In manchen Fällen wäre es das Beste für den Vatikan, sich auf moralische Angelegenheiten zu konzentrieren“, sagte Vance in einem Interview des Senders Fox News am Montag (Ortszeit). Hintergrund ist ein scharfer Schlagabtausch zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Oberhaupt der Katholischen Kirche. Am Wochenende hatte Leo erneut verlangt, die aktuellen Kriege zu beenden und an die Regierenden appelliert, Frieden einkehren zu lassen. Trump hatte ihm darauf vorgeworfen, eine „schreckliche“ Außenpolitik zu betreiben. Dass sich der Papst für die Dinge einsetze, die ihm wichtig sind, sei gut, aber die US-Politik solle er dem Präsidenten der Vereinigten Staaten überlassen, sagte Vance im Fox-News-Gespräch. (dpa)
Medien: USA forderte vom Iran Pause bei Urananreicherung
Die USA haben bei den Verhandlungen mit dem Iran in Pakistan US-Medienberichten zufolge eine 20-jährige Pause der iranischen Urananreicherung gefordert. Washington habe Teheran aufgefordert, zuzustimmen, 20 Jahre lang kein Uran anzureichern, berichtete das Wall Street Journal am Montag (Ortszeit) unter Berufung auf mit den US-iranischen Verhandlungen am Wochenende vertraute Kreise.
Im Gegenzug sah der US-Vorschlag demnach eine Lockerung der Sanktionen vor. Wie die New York Times berichtete, schlug der Iran daraufhin vor, seine nuklearen Aktivitäten fünf Jahre lang auszusetzen. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor gefordert, dass der Iran sein Atomprogramm vollständig einstellt. Die Gespräche zwischen Delegationen beider Länder unter pakistanischer Vermittlung über ein Ende des Irankrieges waren am Wochenende ohne Ergebnisse zu Ende gegangen. (afp)
Ölpreise sinken leicht
Die Ölpreise sind am Dienstag zunächst mit der Hoffnung auf eine Einigung zwischen den USA und dem Iran leicht gesunken. Am Morgen wurden für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee 98,62 US-Dollar gezahlt und damit 0,74 Prozent weniger als am Vortag. Stärker fiel der Preis für Rohöl aus den USA. Hier ging die Notierung am Morgen um 1,72 Prozent auf 97,38 Dollar zurück. Zuletzt haben neue Gespräche zwischen den USA und dem Iran nach der Darstellung von US-Vizepräsident J. D. Vance „große Fortschritte“ gemacht.
Nach Einschätzung von Analysten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) ist aber weiter völlig unklar, ob sich in den kommenden Tagen eine Lösung des Konflikts finden lasse. Hinzu kommt die Blockade der US-Marine der Straße von Hormus, die am Montag begonnen hat. „Die US-Marineaktion wird den wirtschaftlichen Druck auf den Iran sicherlich erhöhen“, kommentierten Experten des Center for Strategic and International Studies. „Eine US-Blockade wird auch den Druck auf die Energiepreise verschärfen und der Weltwirtschaft weiteren Schaden zufügen“, heißt es weiter. (dpa)
Pakistan schlägt 2. Verhandlungsrunde in Islamabad vor
Pakistan hat eine zweite Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran in Islamabad in den nächsten Tagen vorgeschlagen. Das sagten zwei pakistanische Regierungsvertreter, die anonym bleiben wollten, der Nachrichtenagentur AP. Die Gespräche sollten stattfinden, bevor die Waffenruhe im Krieg am 22. April ausläuft. Obwohl die erste Verhandlungsrunde am vergangenen Wochenende ohne Abkommen zu Ende ging, sei diese Teil eines andauernden diplomatischen Prozesses gewesen und keine einmalige Angelegenheit.
Aus US-Regierungskreisen verlautete, dass die USA und der Iran vor dem Auslaufen der Waffenruhe neue direkte Gespräche in Erwägung zögen und diese am Donnerstag stattfinden könnten. Die Gespräche über eine neue Verhandlungsrunde seien noch im Gange, hieß es. Ein Diplomat eines der vermittelnden Länder im Konflikt zwischen den USA und dem Iran sagte hingegen, dass sich die beiden Seiten schon auf eine neue Verhandlungsrunde geeinigt hätten. Den Angaben zufolge war Islamabad als erneuter Veranstaltungsort im Gespräch. Zudem sei auch Genf eine Option, erklärten US-Regierungsvertreter.
US-Präsident Donald Trump hatte am Montag gesagt, dass der Iran angerufen habe und die Iraner „einen Deal ausarbeiten“ wollten. Vizepräsident J. D. Vance sagte Fox News, dass es bei den Verhandlungen am Wochenende durchaus Fortschritte zu der Forderung der USA gegeben habe, dass Atommaterial aus dem Iran entfernt werde und es einen Mechanismus gebe, damit der Iran in Zukunft kein Uran anreichern könne. „Sie haben sich auf uns zubewegt“, sagte Vance. (ap)
Lawrow zu Gesprächen über Irankrieg in China
Der russische Außenminister Sergej Lawrow ist am Dienstag zu Gesprächen in Peking eingetroffen, um unter anderem vor dem Hintergrund des Krieges in der Golfregion die Zusammenarbeit mit China zu intensivieren. In China wurden am Dienstag noch weitere Vertreter von Ländern begrüßt, die vom Irankrieg und seinen wirtschaftlichen Auswirkungen betroffen sind, darunter der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Vietnams, To Lam, und der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohammed bin Sayed Al Nahyan.
Lawrow und Chinas Außenminister Wang Yi wollten in Gesprächen „Meinungen austauschen und Positionen koordinieren über die Entwicklung bilateraler Beziehungen, die Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen und internationale und regionale Angelegenheiten von gemeinsamem Interesse“, teile das Außenministerium in Peking im Vorfeld mit. Dem russischen Außenministerium zufolge wollten beide über den Krieg in der Ukraine und die Situation im Nahen Osten beraten. Chinas Ministerpräsident Li Qiang sagte unterdessen dem Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Peking sei bereit, „weiter eine konstruktive Rolle zu spielen und zur Wiederherstellung von Frieden und Ruhe in der Golf-Region beizutragen“. Peking hatte Berichten zufolte Iran zu den Gesprächen mit den USA gedrängt. (afp)
Historische Verhandlungen zwischen Israel und Libanon
Israel und Libanon wollen am Dienstag in Washington erstmal seit mehr als 40 Jahren mit einander verhandeln. Die Gespräche auf Botschafterebene finden im US-Außenministerium statt. Über die Ziele herrscht Uneinigkeit: Die libanesische Präsidentschaft will über eine Waffenruhe zwischen der Hisbollah-Miliz und Israel verhandeln. Israel schließt dies vorerst aus und fordert eine Entwaffnung der vom Iran finanzierten Miliz.
Die israelische Armee hatte am Mittwoch nach der Vereinbarung einer Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran ihre Angriffe im Libanon verstärkt und nach eigenen Angaben zahlreiche Hisbollah-Stellungen ins Visier genommen. Israel und der Libanon unterhalten bisher keine formalen diplomatischen Beziehungen und befinden sich formell seit 1948 im Kriegszustand. Die Hisbollah hat Libanons Regierung aufgefordert, die Verhandlungen abzusagen. Die Hisbollah lehnt die von Israel geforderte Entwaffnung ab und fordert den kompletten Abzug der israelischen Truppen im Land. (afp/dpa/taz)
Guterres zu Irankrieg: Einigung nicht über Nacht möglich
UN-Generalsekretär António Guterres hat nach dem Scheitern der Friedensverhandlungen zwischen dem Iran und den USA am Wochenende in Pakistan zu deren Fortsetzung gemahnt. Auch wenn es keine Einigung gegeben habe, so hätten die Gespräche selbst doch die „Ernsthaftigkeit des Engagements“ betont und stellten somit einen bedeutenden Schritt hin zu einem neuen Dialog dar, teilte der Sprecher des UN-Chefs mit. „Angesichts der tief verwurzelten Differenzen kann eine Einigung nicht über Nacht erzielt werden, und der Generalsekretär ruft dazu auf, die Gespräche konstruktiv fortzusetzen“, so der Sprecher. Zugleich müssten die zweiwöchige Waffenruhe eingehalten und die Freiheit der Schifffahrt bewahrt bleiben. Dies gelte auch für die Straße von Hormus, wo am Nachmittag eine Seeblockade durch die USA begonnen hatte.
„Störungen im Seehandel durch die Straße von Hormus haben bereits weit über die unmittelbare Region hinaus direkte Auswirkungen gezeigt und zu einer zunehmenden wirtschaftlichen Instabilität sowie zu Unsicherheiten in vielen Sektoren weltweit geführt“, teilte der Guterres-Sprecher mit. Die Unterbrechung der Lieferungen von Düngemitteln verschärfe zudem die Ernährungsunsicherheit für Millionen schutzbedürftiger Menschen weltweit und trage zu steigenden Lebenshaltungskosten bei. (dpa)
IEA-Chef: April könnte schwieriger werden als März
(AFP) – Der April könnte laut dem Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, für die Energiemärkte und Weltwirtschaft aufgrund des Irankrieges ein noch schwierigerer Monat werden als der März. Während im März noch Lieferungen aus der Region eingetroffen seien, die „lange vor Beginn der Krise verladen wurden“, sei im April „nichts verladen worden“, sagte Birol am Montag vor Reportern nach der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Washington. Die Welt steht Birol zufolge vor einer großen Herausforderung in Bezug auf Energiesicherheit. „Kein Land ist gegen dieses Problem immun“, sagte er. „Je länger die Unterbrechung anhält, desto gravierender wird das Problem.“
Der Chef des französischen Energieriesen TotalEnergies, Patrick Pouyanné, sagte bei der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank, eine Öffnung der Straße von Hormus, selbst mit einer Maut, wie vom Iran angestrebt, sei ihrer Schließung vorzuziehen. „Die Wiedereröffnung und der freie Verkehr durch die Straße von Hormus, selbst wenn man dafür irgendjemandem zahlen muss, ist von grundlegender Bedeutung für die Freiheit der Märkte und für die globalen Märkte“, sagte Pouyanné. Doch dauerten dieser Krieg und diese Blockade länger als drei Monate and, werden „wir mit ernsthaften Versorgungsproblemen konfrontiert sein“, insbesondere bei Flugbenzin und Diesel.
Seit Beginn des Irankrieges Ende Februar ist die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, durch de facto gesperrt, Ölanlagen in mehreren Golfstaaten wurden zudem bei Angriffen bechädigt. Diese Entwicklungen ließen weltweit die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen. (afp)
Hisbollah-Chef: Verhandlungen mit Israel sind sinnlos
Hisbollah-Chef Naim Kassim hat eine Absage der geplanten Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon in den USA gefordert. In einer Fernsehansprache am Montag erklärte er, seine schiitische Miliz werde „die Frontline sprechen lassen“. Die Hisbollah – mit der Israel ohnehin nicht verhandeln will – verweigere sich Gesprächen mit Israel, erklärte Kassim. „Diese Verhandlungen sind sinnlos.“ Das für Dienstag geplante Treffen zwischen der libanesischen Botschafterin in den USA, Nada Hamadeh Moawad, und dem israelischen Botschafter in Washington, Jeciel Leiter, markiert die ersten direkten Gespräche zwischen Gesandten der beiden Länder, die keine diplomatischen Beziehungen unterhalten, seit Jahrzehnten.
Kassim sprach von einem kostenlosen Entgegenkommen. Die Möglichkeit, sich dagegen zu entscheiden, gebe es noch immer. Der Hisbollah-Chef sprach sich für eine Rückkehr zu der Waffenruhe zwischen seiner Miliz und Israel vom November 2024 aus. Diese war durch indirekte Gespräche unter Vermittlung der USA, Frankreichs und der Friedensmission der Vereinten Nationen im Libanon zustande gekommen. Kassim kritisierte den libanesischen Präsidenten Joseph Aoun, Ministerpräsident Nawaf Salam und dessen Regierungskabinett neben der diplomatischen Öffnung gegenüber Israel auch dafür, die militärischen Aktivitäten der Hisbollah verboten zu haben. (ap)
Israels Armee: Stadt Bint Dschbeil im Südlibanon vollständig eingekesselt
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben die Stadt Bint Dschbeil im Süden des Libanon vollständig eingekesselt. „Die Streitkräfte der 98. Division haben die Einkesselung der Stadt Bint Dschbeil abgeschlossen und mit einem Angriff auf sie begonnen“, teilte der Armeesprecher Avichay Adraee am Montag im Onlinedienst X mit. In der vergangenen Woche hatten israelische Soldaten demnach bei direkten Gefechten und bei Luftangriffen in der Stadt und ihrer Umgebung mehr als hundert Hisbollah-Kämpfer getötet.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte in einer Kabinettssitzung, die Kämpfe im Südlibanon konzentrierten sich seit Sonntag auf Bint Dschbeil. „Die Kämpfe gehen weiter. Sie haben nicht aufgehört – sie dauern ununterbrochen an. Gestern und heute haben sie sich auf Bint Dschbeil konzentriert“, sagte er laut einem am Montag von seinem Büro veröffentlichten Video. Die vom Iran unterstützte und mit der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas verbündete Hisbollah-Miliz erklärte, sie liefere sich seit mehreren Tagen Gefechte mit israelischen Soldaten in Bint Dschbeil. (afp)
Trump: Iran hat angerufen
US-Präsident Donald Trump sagt, der Iran wolle ein Abkommen schließen. Der Iran habe „heute Morgen angerufen“ und „möchte eine Einigung erzielen“, sagt Trump vor Reportern. Reuters konnte diese Behauptung zunächst nicht überprüfen. Trump sagt weiter, er werde keiner Vereinbarung zustimmen, die es Teheran ermögliche, Atomwaffen zu besitzen. Die jüngsten Gespräche in Pakistan seien in Bezug auf Nuklearfragen ins Stocken geraten und eine Blockade von Schiffen, die die Straße von Hormus passieren, habe begonnen. (rtr)
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