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Militärregierung in MaliHeimliche Gespräche mit bewaffneten Islamisten

Malis bedrängte Militärregierung lässt Gefangene frei und spricht mit der bewaffneten Islamistengruppe JNIM. Offiziell lehnt sie Gespräche weiter ab.

Soldaten der malischen Armee bewachen eine Brücke bei Markala Foto: Tack Julien/ABACA/imago

Angesichts der Ausbreitung von Angriffen bewaffneter islamistischer Gruppen in Mali hat die Militärregierung von General Assimi Goïta offenbar erstmals erfolgreiche Verhandlungen mit JNIM (Gruppe für die Unterstützung des Islams und der Muslime) geführt. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf malische Sicherheitskreise berichtet, wurden Anfang vergangener Woche 198 islamistische Kämpfer aus der Haft entlassen – im Gegenzug für eine Feuerpause bei den wiederholten JNIM-Angriffen auf Tanklastwagen und die Treibstoffversorgung von Malis Hauptstadt Bamako.

Man habe bei den Gesprächen in der Vorwoche die „Öffnung eines Korridors“ vereinbart, um „Konvois von Tanklastwagen passieren zu lassen“, wurden die Quellen in Malis Sicherheitsapparat zitiert. Diese „Feuerpause“ solle bis zum muslimischen Tabaski-Fest Ende Mai andauern.

Offiziell lehnt Malis Militärregierung jeden Dialog mit den bewaffneten Islamisten ab, und sie war auch gegen Dialogversuche der gewählten Zivilregierung, die 2020 von der Armee gestürzt wurde.

Aber nachdem mehrere Jahre lang alle Versuche gescheitert sind, die Terrorgruppen rein militärisch zu besiegen und auf lokaler Ebene zahlreiche Gemeinden ohnehin Stillhalteabkommen mit JNIM geschlossen haben, kommt nun offenbar auch der Staat nicht daran vorbei.

Schon 2025 gab es erste Gespräche

Erste Berichte über informelle Gespräche gab es im Juni 2025. Die erste Treibstoffblockade, die JNIM im Herbst 2025 um Bamako durchsetzte, wurde offenbar ebenfalls durch Verhandlungen beendet, wie malische Zeitungen Anfang Dezember 2025 berichteten. Im Gegenzug für die Freilassung von 115 Häftlingen hätten die Islamisten gekidnappte Tanklastwagenfahrer freigelassen und die Wiederherstellung der Strom- und Wasserversorgung ermöglicht, hieß es damals. Doch seit einigen Wochen wird Treibstoff in Bamako wieder knapp.

Ob die Gespräche der Auftakt zu einem politischen Dialog in Mali sind, darf bezweifelt werden, denn offiziell ist von so etwas nach wie vor keine Rede. Von den freigelassenen Häftlingen starben zwei bereits in der Nacht zu Montag – eine Folge miserabler Haftbedingungen. „Sie waren sehr krank, ebenso sieben andere“, erklärte eine mit den Freilassungen betraute Organisation.

Malis Streitkräfte vermeldeten derweil am Montag im Westen Malis eine erfolgreiche Militäroperation gegen JNIM, bei der 40 „Terroristen“ getötet und 12 „Geiseln“ befreit worden seien.

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