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Merz schmeißt seinen Büroleiter rausEin überfälliger Wechsel

Sabine am Orde

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Sabine am Orde

Der Merz-Vertraute Schrot wird durch den Geschäftsführer der CDU-Parteizentrale ausgetauscht. Der Schritt zeigt: Des Kanzlers Probleme sind groß.

Jacob Schrot (CDU) musste seinen Platz als Büroleiter im Kanzleramt räumen Foto: dts/imago

A uf den ersten Blick sieht es wie eine nicht allzu bedeutende Personalie aus. Bundeskanzler Merz tauscht seinen Büroleiter aus, ein politischer Beamter folgt also auf einen anderen. Aber man kann den Rausschmiss von Jacob Schrot, einem engen Vertrauten des Kanzlers, durchaus als Zeichen werten: Dass Merz verstanden hat, dass sich im Kanzleramt und in dem Zusammenspiel mit Fraktion und Partei etwas ändern muss, soll seine Kanzlerschaft nicht weiter belastet werden. Der Wechsel war überfällig.

Der CDU-geführte Teil der Bundesregierung hat in den vergangenen Monaten handwerklich erstaunlich schlecht regiert. Das liegt unter anderem daran, dass zu vielen Leuten an Schlüsselpositionen die Regierungserfahrung fehlt. Es liegt aber auch daran, dass viele Stimmen gar nicht zum Kanzler durchgedrungen sind. Das hat das bei Merz ohnehin vorhandene Gefühl, dass er es sowieso am besten weiß und Beratung eher überschätzt wird, weiter verstärkt.

Hier kommt der gerade mal 35-jährige Schrot ins Spiel, der an Merz’ Seite eine beeindruckende Karriere hingelegt hat. Wer Zweifel an seinem Einfluss hat, sollte sich Merz’ Antrittsbesuch im Oval Office vor Augen führen. Dort war es Schrot, der ganz vorne auf dem Sofa saß, nur eine Armlänge vom Kanzler entfernt. Erst dann folgte der außenpolitische Berater Günter Sautter.

Schrot hat den Ruf, vieles selbst kontrollieren zu wollen und Merz weitgehend abgeschirmt zu haben. Dass Merz ihm außerdem den Aufbau des Nationalen Sicherheitsrat übertragen hat, dürfte seinen Job zudem überlastet haben. Mit dem Wechsel vom außenpolitisch versierten Schrot zu Philipp Birkenmaier wird die wirtschaftspolitische Expertise im Umfeld des Kanzlers gestärkt, auch gilt „der Neue“ als in der CDU gut vernetzt. Das alles kann helfen. Dass allerdings mit Birkenmaier im Jahr wichtiger Landtagswahlen der Bundesgeschäftsführer aus der CDU-Zentrale abgezogen wird, ist bedenklich – und zeigt, als wie drängend das Problem im Kanzleramt offensichtlich betrachtet wird.

Ob es in der Bundesregierung künftig runder läuft, hängt natürlich nicht nur von Merz’ Büroleiter ab. Kanzleramtsminister Thorsten Frei und Fraktionschef Jens Spahn machen weiter, beide haben – wie der Kanzler selbst – ihren Anteil an den Problemen. Ob sich etwas ändert, liegt auch an ihnen. Wenn nicht, wäre Schrot doch nur ein Bauernopfer gewesen.

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Sabine am Orde
Innenpolitik
Jahrgang 1966, Politikwissenschaftlerin und Journalistin. Seit 1998 bei der taz - in der Berlin-Redaktion, im Inland, in der Chefredaktion, jetzt als innenpolitische Korrespondentin. Inhaltliche Schwerpunkte: Union und Kanzleramt, Rechtspopulismus und die AfD, Islamismus, Terrorismus und Innere Sicherheit, Migration und Flüchtlingspolitik.
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