zurück in die zukunft:
Foto: Illustration:The Picture Art Collection/Alamy/mauritius images
Wer würde am Wochenende nicht gern einen ausgedehnten Spaziergang über das nächstgelegene Gewässer machen? Ausgerüstet mit zwei spitz zulaufenden Holzbrettern an den Füßen und einem an den Schultern befestigten Miniheißluftballon für den nötigen Auftrieb schlendert es sich bestimmt gut über den Berliner Wannsee oder den Flückigersee in Freiburg. Sogar für das kleine Kind scheint eine Flamme über dem Kopf kein Problem zu sein. Wem das doch zu heikel ist, der kann es mit etwas Akrobatik auf dem „Schaufeleinrad“ versuchen. Als hätte man das Rad einer Wassermühle zwischen den Beinen, kann man damit über den See treten.
Die Berliner Schokoladenfabrik Hildebrand & Sohn stellte sich so jedenfalls ein zukünftiges Hobby, den „Wasserspaziergang“, vor. Insgesamt zwölf Sammelbilder von 1900 zeigten Visionen über das Leben im Jahr 2000. Schnell entstand ein Hype um die Sticker, die den Schokoladentafeln beigelegt waren. Vielleicht wurden die Bilder schon damals auf dem Schulhof getauscht, wie heute Fußballsticker: Wasserspaziergang gegen unterirdische Stadt?
Auf dem Wasser laufen zu können – welche touristischen Möglichkeiten das mit sich bringen würde! Nach ein paar Trainingseinheiten auf dem Wannsee könnte man sich auch auf stürmischere Gewässer wagen. Statt Reisen im Van gäbe es Wandertouren auf dem Atlantik, Wildwassersafaris und Auslandssemester über dem Marianengraben.
Einziger Nachteil: Vielleicht wird es auf die Dauer etwas heiß für den Kopf, wenn der Brenner des Ballons knapp über dem Haaransatz lodert. Immerhin wäre das Löschwasser griffbereit. Sophie Fichtner
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