Hitzewelle Ende Juni: Rekordhitze führte zu Extrembelastung in den Notaufnahmen
Laut Robert-Koch-Institut war der Anteil der Hitzepatient:innen Ende Juni sechsmal so hoch wie normal. Ein Extremwert, wie er nie zuvor registriert wurde.
Die Hitzewelle Ende Juni hat nicht nur zu Rekordtemperaturen geführt, sondern auch das Gesundheitssystem in Deutschland extrem belastet. Darauf deuten Zahlen hin, die das Robert-Koch-Institut (RKI) am Montag erstmals veröffentlicht hat. Demnach war der Anteil der Patient:innen, die wegen Hitzefolgen in Notaufnahmen behandelt wurden, am letzten Juni-Wochenende sechsmal so hoch wie üblich. Ein Extremwert, der alle seit Januar 2022 erfasste Zahlen deutlich übersteigt.
Die Werte stammen aus einem Datenprojekt, mit dem die Belastung von Notfallstationen analysiert wird. Bisher waren Zahlen zu grippeähnlichen Erkrankungen, zu Coronafällen und zu Gastro-Infektionen veröffentlicht worden. Die Berechnung der „hitzeassoziierten Notaufnahmevorstellungen“ wird nun seit Montag erstmals ausgewiesen. Die seien in der letzten Juni-Woche „deutlich gestiegen“, schreibt das RKI in einem Post auf Bluesky.
In der Grafik wird der „relative Anteil“ der Kranken mit entsprechenden Symptomen im Vergleich aller Notaufnahmepatienten angegeben. Hierzu werden in der Statistik unter anderem Patient:innen mit Schäden durch Sonnenlicht, Sonnenbrand, aber auch mit Problemen des Kreislaufsystems bezeichnet.
Üblicherweise liegt der relative Anteil der Hitzepatient:innen bei 1,0 bis 1,2 Prozent. In den Sommermonaten 2022 und 2025 war er kurzzeitig auf 3,0 bis 3,6 Prozent angestiegen. Höhere Werte gab es bisher nie. Am Samstag, 27. Juni, sprang der Wert jedoch auf 6,3 Prozent, am Sonntag noch etwas höher auf 6,4 Prozent. Das waren die beiden Tage, an denen am Ende eines mehrtägigen Hitzedoms über Deutschland die Rekordtemperaturen von bis zu 41,7 Grad gemessen worden waren.
Die vom RKI veröffentlichten Zahlen beruhen nur auf den Daten von 36 Kliniken, die sich an der Erfassung beteiligten. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 1.100 Notaufnahmen. Die Daten sind damit ausdrücklich nicht repräsentativ. Sie sind jedoch ein weiteres Indiz, dass die durch den Klimawandel beförderte Hitzewelle ein Extremereignis mit dramatischen Folgen war.
Laut dem Statistischen Bundesamt sind an dem Sonntag mehr als 4.400 Menschen gestorben. Normal sind für einen Junitag rund 2.500 Sterbefälle. Am Donnerstag wird das RKI seinen neuen Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität veröffentlichen. Es ist gut möglich, das klar wird, dass es in diesem Sommer mehr Hitzetote gab als in allen analysierten Jahren zuvor.
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