piwik no script img

das portraitLisa Altenburg ist nach zwei Babys wieder Weltspitze

Vor wenigen Tagen hat Hockey-Bundestrainer Xavier Reckinger den erweiterten Kader für die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio bekannt gegeben. Unter den 24 Spielerinnern: Lisa Altenburg vom Club an der Alster aus Hamburg. Das ist einerseits absolut nachvollziehbar, immerhin ist die 30-Jährige eine Weltklasse-Stürmerin.

Andererseits ist diese Nominierung eine sehr besondere. Die gebürtige Mönchengladbacherin hat zum zweiten Mal etwas geschafft, was vielen anderen Leistungssportlerinnen nicht gelingt: nach der Geburt eines Kindes zügig wieder das bekannte Leistungsniveau zu erreichen. Nicht wenige Top-Sportlerinnen beenden wegen des Wunsches nach einer eigenen Familie frühzeitig ihre Laufbahn.

Lisa Altenburg hat schon nach der Geburt ihrer Tochter Sophie im Mai 2013 mit ihrem Zeitmanagement und ihrer Beharrlichkeit alle verblüfft – letztlich auch sich selbst. Im Oktober jenes Jahres plagten sie noch Zweifel, ob sie wieder zu alter Leistungsstärke zurückfinden würde. „Das war total zäh, eine Qual. Ich habe mich gefragt, ob ich das noch einmal will“, sagte Altenburg damals. Sie erhielt Unterstützung. Vor allem ein Netzwerk aus Babysittern half. Und so war sie nach nur sieben Monaten wieder zurück in der Weltspitze. Seitdem ist sie nach Siegen gelegentlich jubelnd mit einem Kleinkind im Arm auf dem Spielfeld zu sehen.

Nach der Geburt ihres zweiten Kindes im vergangenen Sommer widerlegte die Studentin der Ernährungswissenschaften sogar ihren Club-Trainer Jens George. Der hatte nicht mehr daran geglaubt, dass seine Angreiferin wieder in den Profisport zurückkehren würde. Doch Lisa Altenburg ist wieder da. Und nun darf die zweimalige Mutter mit dem großen Ehrgeiz sogar von ihren dritten Olympischen Spielen träumen. Christian Görtzen

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen