Worüber man keine Witze machen sollte: Entschuldigung!
taz-Kolumnist Christian Specht bittet um Entschuldigung. Er hat einen Witz darüber gemacht, dass Deniz Yücel im Gefängnis war. Das tut ihm sehr leid.
C hristian Specht, Jahrgang 1969, ist politisch engagiert und setzt sich für mehr Mitwirkungsmöglichkeiten von Menschen mit Beeinträchtigung in den Medien ein. Seit 2017 ist er der erste Mensch mit Beeinträchtigung im Vorstand der Lebenshilfe. Er hat ein Büro in der taz und zeichnet (un)regelmäßig den „Specht der Woche“.
Ich will mich bei Deniz Yücel entschuldigen. Ich habe letzte Woche einen schlimmen Witz darüber gemacht, dass er im Knast saß. Das war gar keine gute Idee von mir. Ich verstehe auch, dass die taz-Leser irritiert sind, und will mich auch bei ihnen entschuldigen.
Es ist schlimm für Menschen, wenn sie im Gefängnis sitzen, sie leiden darunter sehr. Du hast da nur deine Zelle, kannst dich nicht frei bewegen, nicht rausgehen, nicht deine Familie oder Familie treffen. Es ist ganz schlimm. Besonders auch, wenn es Journalisten sind, die in den Knast gebracht werden, oder andere Menschen, die einfach nur ihre Meinung sagen, so wie in der Türkei. Für Deniz war diese Zeit ganz schlimm, das hat er mir selbst erzählt. Was wäre gewesen, wenn sie ihn da nie wieder rausgelassen hätten? Katastrophe! Darüber sollte man keine Witze machen, auch ich nicht.
Ich wünsche mir, dass die anderen Leute, alle die im Knast sitzen, weil sie die Wahrheit sagen, endlich freigelassen werden. Deniz und ich haben wegen meinem schlechten Witz telefoniert. Ich habe mich bei ihm entschuldigt. Und ich hoffe, dass es wieder okay wird mit uns. Protokoll: Johannes Drosdowski
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