Weltausstellung 2035: Wegner dementiert Expo-Absage
Der CDU-Regierungschef spricht von einem „richtigen Schub“ für Berlin-Brandenburg durch eine Weltausstellung. Olympia soll aber Priorität bleiben.
Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa
Regierungschef Kai Wegner (CDU) will von einer Absage für die Weltausstellung Expo im Jahr 2035, die ihm die Grünen-Fraktion vorhält, nichts wissen. Eine gemeinsame Bewerbung mit Brandenburg könne vielmehr „einen richtigen Schub für die Metropolregion bedeuten“, sagte Wegner am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. Der Regierungschef blieb aber bei seiner Haltung, dass eine Olympiabewerbung Priorität habe. Die schwarz-rote Landesregierung hatte am Dienstag das dafür nötige Konzept beschlossen, das bis Anfang Juni an den Deutschen Olympischen Sportbund gehen soll.
Linksfraktionschef Tobias Schulze hatte Wegner in der Fragestunde des Parlaments zu einem Update gedrängt: Ob die Expo schon verloren sei, weil Flächen am Ex-Flughafen Tegel nicht zur Verfügung stünden, wollte Schulze wissen. Laut Wegner gibt es unterschiedliche Meinungen zur Verfügbarkeit des dortigen Geländes. Schulze regte an, auch den CleanTech Business Park in Marzahn in Betracht zu ziehen.
Wegner aber favorisiert einen anderen Standort: „Ich glaube, in Schönefeld ist die ideale Fläche für eine Expo.“ Dort, in der Nähe des Flughafens BER an der Berlin-Brandenburger Landesgrenze, gastiert unter anderem alle zwei Jahre die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung ILA. Diesen Standort hatte der Regierungschef schon Ende Januar ins Gespräch gebracht. In Brandenburgs Landesregierung zeigte man sich damals davon überrascht und bestritt auch, dass es schon von Wegner erwähnte Gespräche gegeben habe.
Das soll inzwischen anders sein. „Wir sind in Gesprächen mit Brandenburg“, sagte Wegner, auch wenn er das in Zeitungen manchmal anders lese. In dem Mitte März unterschriebenen Koalitionsvertrag des neuen dortigen Bündnisses aus SPD und CDU taucht der Begriff Expo allerdings nicht auf.
SPD-Senatorinnen über Expo uneins
In den vergangenen Monaten war Wegner auch aus der Berliner Wirtschaft heraus vorgeworfen worden, eine große Chance für Berlin auszulassen. Nach seinen Worten am Donnerstag im Parlament ist es aktuell aber nicht so, dass – wie aus der Opposition zu hören – gerade eine Bewerbungsfrist für die Expo auslaufen würde.
Im Senat prallen dazu gänzlich unterschiedliche Meinungen aufeinander, auch innerhalb der ihn tragenden Parteien. Während Innen- und Sportsenatorin Iris Spranger allein die Bewerbung für Olympische Spiele, 2036, 2040 oder 2044 im Blick hat, hält ihre für Wirtschaft zuständige Parteifreundin Franziska Giffey (SPD) auch eine zeitgleiche Expo-Bewerbung für möglich.
Auch der SPD-Spitzenkandidat für die Abgeordnetenhauswahl am 20. September, Steffen Krach, drängt auf eine Expo-Bewerbung. CDU-Mann Wegner war zumindest zeitweise der Ansicht, dass Berlins Chancen auf den Zuschlag für die deutsche Olympiabewerbung durch einen parallelen Griff nach der Expo geschmälert würden.
Grünen-Fraktionschefin Bettina Jarasch hatte den Regierungschef am Mittwoch erneut kritisiert: „Alle wissen, dass der Olympiatraum von Berlin längst geplatzt ist, umso irritierender ist das Irrlichtern des Senats bei der Expo-Frage“, war von ihr zu lesen. „Ja, nein, ja, vielleicht und nun doch nein: Wegner schlingert wie ein Auto, das ins Schleudern geraten ist, anstatt eine klare Richtung vorzugeben“, warf sie ihm vor. „Mit seinem Agieren macht Wegner kaputt, was gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten ein Lichtblick werden könnte.“ Die Grünen haben in ihrem Programm für die Abgeordnetenhauswahl angekündigt, die Expo nach Berlin holen zu wollen.
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