Wahlkampfkosten-Erstattung gestoppt: Kein Geld für die NPD
Der Bundestag stoppt die Wahlkampfkosten-Rückerstattung an die NPD. Grund ist eine nicht beglichene Millionenstrafe der rechten Partei. Die zeigt sich nicht überrascht.
BERLIN afp | Der Bundestag hat alle Zahlungen an die rechtsextreme NPD eingestellt, weil die Partei eine Millionenstrafe wegen falscher Angaben in einem Rechenschaftsbericht nicht beglichen hat.
„Es wird kein Geld ausgezahlt“, zitierte Spiegel Online am Samstag eine Sprecherin des Bundestags. Dies betreffe zum einen 113.000 Euro, die der NPD aus dem Jahr 2012 zustehen würde, zum anderen Abschlagszahlungen für das laufende Jahr. Auch die Landesparlamente seien aufgefordert worden, ihre Zahlungen an die NPD vorerst zu stoppen.
Die Sprecherin sagte, die NPD hätte eigentlich 1,27 Millionen Euro Strafe an die Bundestagverwaltung überweisen müssen. Dazu hatte das Bundesverwaltungsgericht laut Spiegel Online die Partei verurteilt, weil sie in einem Rechenschaftsbericht fehlerhafte Angaben gemacht hatte. Bis jetzt sei dieses Geld nicht eingegangen, sagte die Bundestagssprecherin.
Die NPD bekommt wie jede Partei laut Parteiengesetz für jede erhaltene Stimme bei Europa-, Bundestags- und Landtagswahlen 85 Cent, ab vier Millionen Stimmen 70 Cent. Zudem legt der Staat für jeden Euro, den die Partei als Mitgliedsbeitrag oder Spende bis zu 3.300 Euro einnimmt, 38 Cent obendrauf. Das Geld zahlt der Bundestag quartalsweise aus.
NPD-Sprecher Frank Franz sagte Spiegel Online, die Zahlungseinstellung sei keine große Überraschung. Die Partei sehe darin auch den „gezielten Versuch“, sie im wichtigen Wahlkampfjahr 2013 zu behindern. Die NPD prüfe rechtliche Schritte.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert