WDR-Umfrage zu Wohlstand: Das ist doch nicht gerecht!
Hallo Sozialdemokratie, das wäre etwas für euch: 81 Prozent der Deutschen halten Wohlstand für ungerecht verteilt. Liegt die Zahl der Betroffenen höher?
Foto: Florian Boillot
afp | 81 Prozent der Deutschen empfinden die Verteilung des Wohlstands im Land als ungerecht. Das ergab eine am Montag veröffentlichte repräsentative Umfrage im Auftrag des WDR, für die Infratest dimap im April bundesweit 2.084 Menschen aus der deutschsprachigen Bevölkerung ab 16 Jahren befragte. Nur 15 Prozent der Befragten äußerten die Ansicht, dass der Wohlstand in Deutschland gerecht verteilt sei.
Anhänger aller im Bundestag vertretenen Parteien kritisieren demnach die Wohlstandsverteilung in Deutschland mehrheitlich als ungerecht. Besonders ausgeprägt sei das Ungerechtigkeitsempfinden der Umfrage zufolge in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie in der Region Berlin und Brandenburg, wo es jeweils 90 Prozent ungerecht finden, wie der Wohlstand verteilt ist.
Der WDR-Umfrage zufolge sprechen sich auch jeweils eine Mehrheit der Deutschen für eine Rückkehr zur Vermögenssteuer und für eine höhere Erbschaftssteuer aus. Demnach befürworten 64 Prozent der Deutschen eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer. 29 Prozent sprechen sich dagegen aus.
Zustimmung erhält eine Rückkehr zur Vermögenssteuer, die seit 1997 nicht mehr erhoben wird, neben Sympathisanten von Linken (88 Prozent), Grünen (87 Prozent) und SPD (84 Prozent) auch von Menschen, die der Union nahestehen (62 Prozent). Unter AfD-Anhängern sind 52 Prozent dagegen und 42 Prozent dafür.
Eine Erhöhung der Steuer auf hohe Erbschaften wird laut der Umfrage ebenfalls mehrheitlich (61 Prozent) unterstützt; jeder Dritte (32 Prozent) ist dagegen. Auch hierfür zeigen sich Anhänger von Grünen (88 Prozent), Linke (85 Prozent), SPD (78 Prozent) und Union (64 Prozent) mehrheitlich offen, während unter Sympathisanten der AfD 62 Prozent dagegen sind und jeder Dritte (33 Prozent) dafür.
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