Versicherer ziehen vorläufige Flutbilanz: 7 Milliarden Euro Schaden

Die Flutkatastrophe ist das bislang teuerste Ereignis für die Versicherer. Sie wollen Vorschläge für bessere Policen gegen Naturgefahren vorlegen.

2 zerstörte kleine Häuser vor einem Weinberg

Zerstörte Häuser in Mayschoss im Ahrtal nach der Flut Foto: Andreas Kranz/reuters

BERLIN taz | Die durch die Flutkatastrophe im Westen und Süden Deutschlands bislang ermittelten versicherten Schäden liegen bei rund 7 Milliarden Euro. Das teilte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Mittwoch mit.

Bei den Überschwemmungen in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Bayern Mitte Juli kamen mindestens 180 Menschen ums Leben. Der materielle Schaden ist immens. Er geht weit über den versicherten hinaus. Am Mittwoch hat der Bundestag erstmals über ein Hilfspaket von Bund und Ländern in Höhe von bis zu 30 Milliarden Euro für die betroffenen Regionen beraten.

Für die Versicherungsbranche ist die Flutkatastrophe das bislang teuerste Ereignis in der Geschichte der Bundesrepublik. „Mit fortschreitender Schadenaufnahme und -regulierung zeigt sich erst die Dimension dieses Extremereignisses“, sagte Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), am Mittwoch in Berlin. Die Branche hat bislang 200.000 Schäden an Wohngebäuden, Betrieben und Hausrat erfasst, für die rund 6,5 Milliarden Euro fällig werden. Außerdem müssen die Versicherer für rund 50.000 beschädigte Kraftfahrtzeuge voraussichtlich etwa 450 Millionen Euro zahlen.

Allerdings: Bei Schäden an Gebäuden und Hausrat durch Überschwemmung zahlen die Gesellschaften nur, wenn ein sogenannter Elementarschutz besteht. Aber nur 46 Prozent der Wohngebäude haben diesen Zusatzschutz, in Rheinland-Pfalz sind es noch weniger. Dafür sind nicht immer die Ei­gen­tü­me­r:in­nen verantwortlich. In Gebieten mit hohem Überschwemmungsrisiko sind die Policen sehr teuer oder gar nicht zu bekommen.

Nach der Flutkatastrophe haben Ver­brau­cher­schüt­ze­r:in­nen und Po­li­ti­ke­r:in­nen deshalb die Einführung einer Pflichtversicherung gegen solche Schäden gefordert, wie es sie etwa in der Schweiz gibt und früher in Baden-Württemberg gab. Die Assekuranz wehrt sich dagegen. „Wir werden zusammen mit unseren Mitgliedsunternehmen bis zum Herbst Ideen vorlegen, wie sich die Verbreitung von Naturgefahrenversicherungen zu risikogerechten Preisen signifikant erhöhen lässt“, sagte Asmussen.

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