Update-Aus für Windows 7: Software-Opa in Rente

Am 14. Januar beendet Microsoft die Unterstützung für sein beliebtes Betriebssystem Windows 7. Experten sprechen von einer „tickenden Zeitbombe“.

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BERLIN taz | Am Dienstag geht das von vielen Windows-User*innen geliebte Windows 7 in Rente. Künftig wird Hersteller Microsoft für Privatpersonen keine Sicherheitsupdates, Software-Patches oder technischen Support bieten, wie es auf der Website heißt. Für Unternehmen unterstützt Microsoft Windows 7 noch bis 2023.

Zwar kann das Betriebssystem künftig weiter benutzt werden, Nutzer*innen sind dann aber gefährdet, da sich neben bereits vorhandenen Einfallstoren neue Möglichkeiten für kriminelle Hacker bieten, den heimischen PC oder das Netzwerk sämtlicher IoT-Geräte zu infiltieren. Experten sprechen gar von einer „tickenden Zeitbombe“. Die Update-Unterstützung für die Windows 2008-Serverversion endet ebenfalls am Dienstag. Windows 7-Nutzer*innen sollen künftig mit einem Dauer-Pop-Up genervt werden.

2009 veröffentlichte Microsoft Windows 7 und hatte schon nach einem halben Jahr mehr als 90 Millionen Stück verkauft. 2010 hatte Windows 7 seinen ungebliebten, besonders fehleranfälligen Vorgänger Vista bei den Verkaufszahlen überholt, im Oktober 2011 dann sogar den vorherigen Darling Windows XP. In Deutschland lief im Juli 2019 noch auf knapp einem Viertel aller Desktoprechner Windows 7.

Doch warum war und ist Windows 7 bei Windows-Nutzer*innen immer noch so beliebt? Das Online-Medium techradar vermutet, dass es vor allem daran lag, dass Windows Vista als Vorgänger und Windows 8 als Nachfolger schlicht besonders schlecht waren. Windows 7 dagegen bot ein schickes und effizientes Design und war dazu schnell und ressourcensparend.

Windows 10 sammelt Telemetriedaten

Also nun auf Windows 10 umsteigen? Microsoft hat den kostenlosen Wechsel von 7 auf 10 mittlerweile offiziell beendet, mit ein paar Tricks lässt sich die Lizenz aber immer noch kostenlos übertragen. Doch von der Usability ist Windows 10 ein klarer Rückschritt, was vor allem an der Rückkehr der verhassten Kacheln und des überladenen Explorers im Startmenü liegt. Mit Modifikationen können sich User*innen helfen.

Datenschutztechnisch ist Windows 10 ein Problem, da es Telemetriedaten sammelt. Updates werden in der Regel automatisch installiert und können nicht mehr verhindert werden. Verbraucherschützer geben Tipps, wie man seine Privatsphäre schützen kann. Ein Umstieg auf kostenlose Linux-Distributionen wie Debian oder Ubuntu ist aus Sicht des Datenschutzes sinnvoll, dazu ist man vom Tech-Riesen Microsoft unabhängig. Allerdings werden Spezialprogramme und neueste Computerspiele nicht immer von Linux-Distributionen unterstützt.

Problematisch wird es bei Behörden, die veraltete Windows-Versionen noch weiter nutzen. Erinnerungen werden wach an Windows XP, das noch über Jahre nach dem offiziellen Update-Aus durch teure Sonderlizenzen weiter am Leben gehalten wurde. In Berlin ist bereits jetzt klar, dass die Verwaltung das Update auf Windows 10 nicht schafft.

Von 82.000 behördlichen IT-Arbeitsplätzen waren Ende Dezember vergangenen Jahres nur 60 Prozent umgestellt, wie die Innenverwaltung mitteilt. Eine sechsstellige Summe sei für den erweiterten Service von Microsoft eingeplant. Am Berliner Kammergericht liefen gar noch einige Datenbanken bis September 2019 mit Windows 95.

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