: Unterstützung für VW-Kunden
DIESEL-SKANDAL Wolfsburger behaupten Spitzenplatz unter Autobauern
dpa/rtr | Im Streit über Entschädigungen für europäische Volkswagen-Kunden will die EU-Kommission Verbraucherschützer stärken. Man arbeite mit Verbraucherschutzbehörden zusammen, um sicherzustellen, dass die Konsumenten in der EU fair behandelt würden, teilte EU-Justizkommissarin Věra Jourová mit. Die Brüsseler Behörde hat laut einem Sprecher vorige Woche im Zusammenhang mit dem Dieselskandal Fragen an alle Verbraucherschutzorganisationen in der EU verschickt. Sie will herausfinden, welche Lösungen die nationalen Behörden den Verbrauchern angeboten haben.
Im September sollen bei einem Treffen in Brüssel mit Verbraucherschützern kurzfristige Lösungen gefunden und soll über langfristige Maßnahmen beraten werden. Die Kommission fordert das Recht, nationale Behörden auffordern zu können, Missstände EU-weit abzustellen, und zwar dann, wenn Unternehmen in 75 Prozent der Mitgliedsländer, die 75 Prozent der EU-Bevölkerung stellen, gegen Verbraucherrechte verstoßen. Nach Angaben der Europäischen Verbraucherschutzorganisation (BEUC) haben Verbände in Belgien, Spanien und Italien bereits Klage gegen VW wegen des Abgasskandals eingereicht.
Laut einer Studie konnte VW im ersten Halbjahr seine Position als absatzstärkster Autobauer vor Toyota weltweit behaupten. Nach Schätzungen des Center of Automotive Management (CAM) verkaufte der Konzern bis Ende Juni 5,04 Millionen Fahrzeuge, ein Plus von 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Toyota lag mit einem Absatz von 4,99 Millionen Pkws knapp dahinter. Der Abstand zum US-Rivalen General Motors vergrößerte sich, die Auslieferungen der Opel-Mutter verringerten sich um 1,8 Prozent auf 4,77 Millionen Fahrzeuge. Allerdings schätzt CAM die Rendite von VW niedriger ein als die der Konkurrenz, da die Milliardenforderungen wegen der Manipulation von weltweit 11 Millionen Dieselautos belasten.
Allerdings wird der Skandal für Volkswagen in den USA womöglich billiger, als gedacht. Die kalifornische Umweltbehörde CARB machte den Wolfsburgern Hoffnung, dass sie eine Reparatur der fast 600.000 betroffenen Dieselautos mit 2- und 3-Liter-Motoren genehmigen wird. Der Konzern reagierte erleichtert.
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