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Ukraine-Verhandlungen in GenfZaudern hat noch keinen Krieg beendet

Kommentar von

Mathias Brüggmann

Die Ukraine konnte 200 Quadratkilometer Gebiet zurückgewinnen. Mit genug Druck der EU ließe sich Putin zu echter Verhandlungsbereitschaft zwingen.

D ass New Yorker Immobilieninvestoren effizienter sind als professionelle Di­plo­ma­t:in­nen auf internationalem Parkett, wird dieser Tage eindrücklich bewiesen: Steve Witkoff, einst Trump-Anwalt und Trump-Wahlkampfspender, verhandelt als Unterhändler des US-Präsidenten in Genf derzeit sogar zeitlich und räumlich parallel Lösungen für den russischen Überfall auf die Ukraine und das iranische Atomprogramm.

Scherz beiseite: Es ist erbärmlich, wie der Westen versucht, Großkonflikte einzuhegen oder zu lösen. Die EU steht kommentierend am Spielfeldrand, hat nichts dafür getan, selbst eingewechselt zu werden, um auf dem diplomatischen Spielfeld aufzulaufen. Die USA kicken mit einer, gemessen an ihrer Erfahrung, Drittligamannschaft. Ergebnis offen.

Da die Verhandlungsführung von Trump vollkommen falsch angelegt war, kam es zunächst zu einem Treffen mit Russlands Herrscher Wladimir Putin in Alaska – mit einem vorläufigen, für Russland gegenüber der Ukraine sehr günstigen Deal. Erst danach folgten Verhandlungen mit beiden Seiten. Logischerweise haben sich die russischen Unterhändler in die Schützengräben zurückgezogen und verteidigen den Alaska-Deal, der ukrainische Gebietsabtretung und russische Wirtschaftskooperation mit den USA vorsieht.

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Dass man sie daraus vertreiben kann, hat die Ukraine dieser Tage eindrücklich bewiesen: 200 Quadratkilometer ukrainischen Staatsgebiets konnten Kyjiws Truppen den russischen Besatzern abringen, die durch das Abschalten des US-Satellitensystems Starlink für Moskaus Soldateska zwischenzeitlich „blind“ waren.

Das beweist, dass das oft verbreitete Narrativ, die Ukraine sei ohnehin verloren, falsch ist. Die Ukraine stemmt sich weiter erfolgreich gegen Russlands Aggression. Europa muss das endlich mit allen Kräften unterstützen, um echte Verhandlungsbereitschaft Putins zu erzwingen. Bisher sind Witkoffs Gespräche Scheinverhandlungen zum Zeitgewinn Russlands – begleitet von brutalen Angriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur, um mit Bildern entsetzlich frierender Menschen Verhandlungsdruck auf Kyjiw auszuüben.

Die militärische Realität ist eine andere: Die Ukraine kann Russland zurückdrängen – auch in unser aller Interesse –, wenn genügend Unterstützung kommt und wenn Sanktionen gegen Russland verschärft und – siehe Starlink – konsequent umgesetzt werden. Sonst werden sich Kyjiws Truppen künftig wieder schleichend immer weiter zurückziehen müssen.

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