US-Geheimdienste suchen Whistleblower: Angst vor Snowden II
Edward Snowden hat den USA mit seinen Enthüllungen schwer zugesetzt. Gibt es jetzt noch einen Whistleblower, der ähnlich viel weiß – und plaudert?
WASHINGTON dpa | Die USA fürchten, dass es nach dem Whistleblower Edward Snowden einen weiteren Enthüller von Geheimdienstinformationen geben könnte. Das berichtete der TV-Sender CNN unter Berufung auf namentlich ungenannte Regierungsbeamte. Der Sender verweist dabei auf die Webseite The Intercept des US-Journalisten und Snowden-Helfers Glenn Greenwald. Dabei gehe es um Datenbanken mit Namen von bekannten oder mutmaßlichen Terroristen.
Unklar sei aber, über wie viele Daten der „neue Enthüller“ verfüge. Unklar sei auch, „wie viel Schaden das anrichten könnte“, berichtete der Sender. Ersten Einschätzungen der Regierungsbeamten zufolge handele es sich um Material von einer geringeren Geheimnisstufe als die Veröffentlichungen Snowdens.
Die größte von The Intercept veröffentlichte Datenbank namens „Terrorist Identities Datamart Environment“ enthalte etwa eine Million Namen, heißt es unter Berufung auf eine ebenfalls namentlich nicht genannte Quelle.
Die gesammelte Datenmengen seien nach dem vereitelten Sprengstoffattentat des „Unterhosen-Bombers“ auf ein US-Flugzeug beim Landeanflug auf Detroit Weihnachten 2009 sprunghaft angestiegen.
Greenwald hatte bereits in der Vergangenheit angedeutet, dass es weitere Whistleblower geben könnte.
Snowden hatte vor einem Jahr mit Enthüllungen über das weltweite und millionenfache Sammeln von Telefon- und Internetdaten durch den US-Geheimdienst NSA Empörung ausgelöst. Auch das Handy von Bundeskanzlerin Angela Merkel war überwacht worden.
Der Ex-NSA-Mitarbeiter Snowden lebt derzeit in Russland im Asyl.
Unser Mittel gegen Antifeminismus
Wir machen linken Journalismus aus Überzeugung: kritisch, unabhängig und frei zugänglich für alle. Es gibt keinen Bezahlzwang, keine Paywall. Das geht nur, weil sich viele freiwillig beteiligen und unsere Arbeit unterstützen. Auch im Digitalen muss Journalismus, der für mehr Gleichberechtigung eintritt, finanziert werden. Unsere Leser:innen wissen: Journalismus entsteht nicht aus dem Nichts. Damit wir auch morgen noch unsere Arbeit machen können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon über 48.000 Menschen machen mit und finanzieren damit die taz im Netz - kostenlos für alle. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5 Euro sind Sie dabei. Jetzt unterstützen
meistkommentiert