Trumps Migrationskurs: Kindergärtnerin in Chicago festgenommen
Vor den Augen von Kindern nehmen US-Beamte eine Kindergärtnerin fest. Das von einem Vater aufgenommene Video davon löst bundesweit Diskussionen aus.
Foto: Erin Hooley/ap
dpa | Die Festnahme einer kolumbianischen Kindergärtnerin an ihrem Arbeitsplatz durch Beamte der US-Einwanderungsbehörde (ICE) in Chicago sorgt in den USA für Aufsehen. In einem Video des Vorfalls ist zu sehen, wie zwei ICE-Agenten eine schreiende Frau aus dem Kindergartengebäude zerren, während die Frau beteuert, im Besitz gültiger Papiere zu sein. Der Einsatz soll am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) vor den Augen von Kindern und Betreuen stattgefunden haben.
Das Video wurde von dem Vater eines Kindergartenkindes aufgenommen, später in den sozialen Medien geteilt und von US-Medien aufgegriffen. Eltern, Kollegen und Politiker kritisierten den Einsatz scharf. „Das sind mit die erschreckendsten Videoaufnahmen, die ich je in meiner Amtszeit gesehen habe“, sagte der Lokalpolitiker Matt Martin dem Lokalsender NBC Chicago. „Bewaffnete Beamte patrouillierten in der Einrichtung, während sich Erzieherinnen und Kinder darin aufhielten“, sagte Martin weiter und forderte die sofortige Freilassung der Kindergärtnerin.
Nach Angaben des US-Heimatschutzministeriums (DHS) soll die Kindergärtnerin illegal aus Kolumbien in die USA eingewandert sein und im Oktober Menschenhändler bezahlt haben, ihre beiden Kinder in das Land zu schmuggeln.
Die Razzien der Migrationsbehörde ICE sind Teil der verschärften Migrationspolitik der Trump-Regierung. Diese spricht mit Blick auf die Razzien von kriminellen Ausländern und Migranten, die sich illegal ohne gültige Papiere in den Vereinigten Staaten aufhielten. Kritiker werfen der Regierung Willkür vor.
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