Trumps Feldzug gegen erneuerbare Energie: US-Regierung bezahlt Unternehmen fürs Canceln von Windparks
Zwei weitere Unternehmen sollen Geld in die fossile US-Wirtschaft stecken, mit dem sie ursprünglich Offshore-Anlagen aufbauen wollten.
Foto: Kenny Holston/imago
Die US-Regierung von Donald Trump zahlt erneut Energieunternehmen dreistellige Millionensummen, damit die ihre Pläne für Offshore-Windparks aufgeben und stattdessen in klimaschädliche Öl- und Gasprojekte in den USA investieren.
Der Deal: Die Unternehmen stecken noch mal so viel Geld in fossile Projekte, wie sie zuvor an Pacht für Offshore-Flächen vor den US-Küsten gezahlt hatten. Können sie das nachweisen, löst das Innenministerium die Pachtverträge auf und zahlt das Geld zurück.
Das Vorgehen scheint zur Gewohnheit zu werden. Im März hatte die US-Regierung schon den französischen Energiekonzern TotalEnergies mit fast einer Milliarde US-Dollar dazu gebracht, Pläne für zwei mögliche Windparks im Atlantik zu streichen und sich stattdessen auf Öl- und Gasprojekte in den USA zu fokussieren.
Kritik kommt aus dem progressiven politischen Lager. „Anstatt die USA auf sauberere und sicherere Energiequellen umzustellen oder wie versprochen die Energiekosten zu senken, geht es bei Trumps Politik nur darum, die Taschen von Milliardären der fossilen Energieindustrie auf Kosten amerikanischer Familien zu füllen“, kritisierte David Arkush von der NGO Public Citizen.
Trumps Fake News über Windkraft
Trump lehnt Windenergie seit Langem ab. Er stützt sich dabei auf Falschbehauptungen, postulierte etwa, dass Windräder eigentlich umweltschädlich seien, Wale töten und nicht gut funktionieren würden.
Die erste der aktuellen Vereinbarungen zum Stopp von Windparks betrifft das Projekt Bluepoint Wind, das vor den Ostküsten-Bundesstaaten New York und New Jersey entstehen sollte. Dahinter stehen der Infrastrukturfonds Global Infrastructure Partners, der zum Investmentriesen Blackrock gehört, und Ocean Winds, ein Joint Venture des französischen Energiekonzerns Engie und der Erneuerbaren-Tochter des portugiesischen Energiekonzerns EDP. Sie sollen 765 Millionen US-Dollar bekommen.
Bei der zweiten Übereinkunft geht es um ein Projekt von Ocean Winds und dem britischen Offshore-Entwickler Reventus Power. Sie sagen nun für 120 Millionen US-Dollar den gemeinsamen Windpark Golden State Wind ab, der vor der kalifornischen Küste entstehen sollte.
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