Tödliche Grippeviren: Neue Infektionswellen

In China sind seit Jahresanfang mindestens 20 Menschen an der Vogelgrippe gestorben. Tote gibt es auch in Mexiko: Dort ist die Schweinegrippe die Ursache.

In Shanghai darf in den nächsten drei Monaten kein lebendes Geflügel verkauft werden. Bild: dpa

PEKING/MEXIKO-STADT dpa/ap | Wegen einer neuen Infektionswelle mit der Vogelgrippe H7N9 raten Chinas Behörden den Bürgern Fieber zu messen. Menschen mit einer Temperatur von mehr als 38 Grad Celsius und Kontakt zu lebenden Vögeln sollten umgehend Krankenhäuser zur Kontrolle auf den Erreger aufsuchen, empfahl Chinas Zentrum für Seuchenbekämpfung unter Berufung auf zuständige Behörden am Dienstag.

In der ostchinesischen Provinz Zhejiang hatten die Behörden das Handelsverbot mit lebendem Geflügel bereits am Montag ausgedehnt: Neben Hangzhou sind zwei weitere Städte betroffen. Im benachbarten Shanghai sollen Geflügelmärkte zum chinesischen Neujahr am Donnerstag und Freitag geschlossen bleiben, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua mitteilte.

In Hongkong sollten am Dienstag 20.000 Vögel gekeult werden, nachdem H7N9 auf dem Geflügelmarkt Cheung Sha Wan festgestellt worden war. Der gesamte Markt werde anschließend nach den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für 21 Tage geschlossen bleiben, kündigte der Hongkonger Gesundheitsminister Ko Wing-man am Montag laut Mitteilung an.

Seit Jahresanfang sind mindestens 20 Menschen an dem Virus gestorben, rund 100 wurden infiziert, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Im März 2013 war der Erreger erstmals bei Menschen nachgewiesen worden. Monatelang hatte H7N9 nur noch selten zu Todesfällen geführt, zum Jahresende hatte sich das Virus jedoch wieder schnell ausgebreitet.

Seit März sind nach Angaben des Zentrums für Seuchenbekämpfung insgesamt etwa 240 Menschen infiziert worden und mehr als 60 Patienten an dem Erreger gestorben.

Lebende Vögel gelten als die Hauptursache für Infektionen mit dem Erreger. "Es gibt keinen Hinweis auf eine dauerhafte Übertragung von Mensch zu Mensch", hatte die WHO am Montag mitgeteilt. Spezielle Kontrollen an Grenzen würde bisher nicht empfohlen, und es gebe bislang keine Reisewarnungen.

Schweingrippe in Mexiko

Während in China der Grippevirus vom H7N9 neue Opfer findet, breitet sich in Mexiko wieder der Erreger der Schweingrippe vom Typ H1N1. An dem Virus sind dort in diesem Jahr bislang mindestens 123 Menschen gestorben.

Insgesamt zählten die Behörden zwischen dem 1. und dem 23. Januar 1.261 Infektionen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Diese Zahlen lägen jedoch deutlich unter denen aus dem Jahr 2009.

Damals starben in Mexiko, das eines der Zentren einer Pandemie war, fast 1.500 Menschen, rund 70.000 Fälle wurden erfasst. Die Menschen warteten in langen Schlangen an den U-Bahnstationen der Hauptstadt, um sich impfen zu lassen. Das H1N1-Virus trifft im Gegensatz zu anderen Grippe-Viren junge Menschen besonders stark.

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