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Tiere im InternetKatze kopiert Mensch, der kopiert Katze

Weil Tiere im Internet so erfolgreich sind, werden sie nun von Menschen imitiert. Die KI mischt auch mit, ist aber schon zu schlau für eine gute Kopie

Vor lauter Tiervideos in meinem Instagram-Kanal krieg ich kaum noch mit, in welcher Trennungsschmerzphase sich das ehemalige Influencer-Paar Marie Nasemann und Sebastian Tigges gerade befinden. Mal sehe ich Katzen dabei zu, wie sie ihre menschlichen Dosenöffner imitieren. Mal sehe ich Papageien dabei zu, wie sie ihren vierbeinigen Mitbewohner imitieren (bellend). Mal sehe ich der KI dabei zu, wie sie versucht, Katzen zu imitieren und dabei scheitert. Und dann sehe ich Menschen, die ihre Haustiere imitieren und das überraschend realistisch. Mal sind es Hühner, mal Katzen.

Da alles von Katze im Internet erfolgreich ist, verhalten sich jetzt Menschen wie Katzen und erreichen damit viele Klickzahlen. Die Menschen versuchen, einen möglichst irren Blick zu inszenieren und abrupt seitlich wegzuspringen bei gleichzeitiger Ausfuhr aller Arme und Beine. Es ist sehr lustig. Das Duo Marty and Michael auf Tiktok ist dabei besonders lustig: Einer spielt den Menschen und der andere die Katze.

Wir haben es hier mit dem Phänomen „Copycat“ zu tun, das sprichwörtlich dafür steht, das ein Unternehmen das Geschäftsmodell eines anderen klaut. Benannt ist das Wort nach der Imitationskunst domestizierter Katzen, die sich gegenseitig imitieren.

Die Übersetzungsleistung, die die Menschen bei dieser Imitation vornehmen, ist der Kopierkunst der Katzen um Längen unterlegen, der der KI allerdings deutlich überlegen. Sicher wird die künstliche Intelligenz irgendwann von der echten Katze nicht mehr zu unterscheiden sein. Aber ob sie es auch schaffen wird, Menschen, die Haustiere imitieren, so darzustellen, wie Menschen eben Haustiere imitieren?

Vorläufig nicht, weil sie noch nicht in der Lage ist, sich dümmer zu stellen als sie ist. Glaube ich zumindest. Erst wenn die KI sich so zum Heini machen kann, wie es Menschen im Internet tun, werde ich anfangen, Panik zu kriegen.

Die Krönung wäre natürlich, wenn die Tiere irgendwann anfangen, das Social-Media-Verhalten von Menschen zu imitieren und uns wie das Duo Nasemann/Tigges täglich mit Statusupdates über ihre Beziehung samt Therapeuten- und Scheidungsterminen füttern.

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