Tag der Pressefreiheit: Technik fordert Medien heraus
Medienkompetenz und die Regulierung von IT-Konzernen sind heute wichtiger denn je. Derweil hat sich die Situation für Journalisten weltweit verschlechtert.
Die Warnung unter den Suchergebnissen zu Technologie und Pressefreiheit lautet lapidar: „KI-Antworten können Fehler enthalten.“ Heißt es in der Arzneimittelwerbung noch pflichtschuldig: „Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke“, lässt die KI Nutzende mit ihren Zweifeln allein.
Nicht nur Journalisten machen Fehler, auch Künstliche Intelligenz ist nicht perfekt: Weil sie vielleicht selektiv oder gar manipulativ mit Inhalten gefüttert wurde und weil Algorithmen Relevanzen quantitativ werten, aber nicht qualitativ einordnen können.
Soziale Medien, Internetplattformen und KI-Programme wollen selbsterklärend sein, profitieren aber davon, dass Nutzende nur begrenztes Wissen über den Umgang mit ihnen haben. Die Weiterentwicklung digitaler Technologien in Medien und Gesellschaft ist alternativlos. Die willkommenen Hilfsmittel sind gefährlich, wenn sie selbst über Inhalte entscheiden und zu Desinformation, Manipulation und Überwachung beitragen.
Der Text ist Teil der Sonderbeilage der taz panterstiftung zum Tag der Pressefreiheit, der am 2. Mai 2026 zusammen mit der wochentaz erscheint. Das Oberthema ist Technologie und Pressefreiheit. Die Publikation wird nur durch Spenden finanziert. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Pressefreiheit weltweit verschlechtert
Ohnehin hat sich die Situation für Journalisten und Medienschaffende weltweit verschlechtert, wie die neue Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen zeigt. Den stärksten Rückgang gab es demnach im rechtlichen Bereich, auch wird Journalismus immer häufiger kriminalisiert.
Gut ist die Situation nur noch in 7 von 180 Ländern. Zwar hat sich in Syrien die Situation nach dem Sturz des Assad-Regimes stärker als in allen anderen Ländern verbessert. Das ist erfreulich, trotzdem liegt Syrien nur auf Rang 141. Wie die Tabelle zeigt, sind Länder mit massiver krimineller Gewalt wie Mexiko besonders tödlich für Journalisten. In streng autoritär regierten Staaten wie Russland, Belarus, China und Vietnam bringen dagegen missbräuchlich angewandte Gesetze auffällig viele Reporter ins Gefängnis.
Um die Pressefreiheit zu schützen, müssen unabhängige Medien gestärkt und bedrohte Journalisten geschützt werden, nicht nur vor autoritären Regimen, sondern auch immer mehr vor den Gefahren moderner Digitaltechnologie. Die Stärkung von Demokratie, Pluralismus, faktenbasiertem Wissen und die Verhinderung von Meinungs- und Technologiemonopolen sollten dabei zentrale Ziele sein.
Am 2. Mai, zusammen mit der wochentaz, erscheint die Sonderbeilage der taz panterstiftung zum Tag der Pressefreiheit. Das Oberthema ist Technologie und Pressefreiheit.
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