Studie Female Founders Monitor: Weniger Frauen gründen Start-ups
Unter Gründer:innen ist die Gender-Lücke größer geworden. Eine Studie zeigt: Die Geschäftsmodelle scheinen dabei maßgeblich zu sein, zeigt eine Studie.

Start-ups sind junge Firmen, die schnell wachsende Geschäftsmodelle verfolgen und gerade in der Anfangsphase auf hohe Investitionen angewiesen sind. Das geht häufig mit einem hohen Druck, Risiko und einer hohen Arbeitsbelastung einher. Klassisch sind Software-basierte Geschäftsmodelle mit Vorbildern wie Google oder Amazon. Der niedrige Frauenanteil setzt sich nicht fort, wenn man über die Start-ups hinaus auf Existenzgründungen insgesamt blickt: Hier lag der Anteil der Gründerinnen 2023 bei 44 Prozent.
Als Ursachen für den akuten Rückgang macht die Studie aus, dass Frauen bei der Gründung eines Start-ups vor allem auf Geschäftsmodelle aus dem Bereich Kleidung und Lebensmittel setzen, bei denen Waren an Konsument:innen gebracht werden sollen. Die allgemeine Konsumzurückhaltung mache es für solche Geschäftsmodelle derzeit schwerer.
Grundsätzlich lägen die Ursachen für den geringen Frauenanteil jedoch bereits im Erziehungs- und Bildungssystem: Beispielsweise würden traditionelle Rollenbilder nicht ausreichend aufgebrochen. So würden 60 Prozent der Studentinnen bei der Berufswahl größeren Wert auf Arbeitsplatzsicherheit legen, bei Studenten seien es nur 32 Prozent.
Weitere Hürden
Später im Leben zeigten sich dann weitere Hürden wie eine mangelhafte Vereinbarkeit von Familie und Unternehmertum. In der Befragung gaben 81 Prozent der Frauen und 60 Prozent der Männer an, dass eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Unternehmertum der entscheidende Faktor sei, wenn es darum gehe, die Gender-Lücke abzubauen.
„Deutschland kann es sich nicht leisten, auf das Potenzial von Frauen zu verzichten“, sagt Verena Pausder, Vorstandsvorsitzende des Startup-Verbandes. In Zeiten von wirtschaftlicher Stagnation würden alle benötigt, die Konjunktur wieder nach vorne zu bringen.
Für die Studie wurden deutschlandweit mehr als 1.800 Gründer:innen und 1.000 Studierende befragt.
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