Starlink und die Ukraine : Schluss mit der Abhängigkeit
Die USA behindern die Ukraine in ihrem Abwehrkampf. Das sollte Europa eine Warnung sein, die EU muss endlich ihr eigenes Abwehrsystem aufbauen.
Foto: Valentyn Ogirenko/reuters
W er solche Freunde hat, braucht keinen Feind. Schamlos nutzt die Putin'sche Soldateska gerade aus, dass die Ukraine keine Luftabwehrraketen mehr hat, und feuert gezielt auf Kraftwerke, Wohnblocks, Rechenzentren, Schulen. Erleichtert wird der russischen Armee ihr dreckiges Handwerk nicht nur dadurch, dass die USA keine Patriot-Abwehrraketen mehr an Kyjiw liefert. Sondern auch dadurch, dass das Starlink-Satellitensystem des US-Milliardärs Elon Musk der ukrainischen Armee zeitweise nicht mehr zur Verfügung stand. Dadurch kann sie ihre Drohnengeschwader nicht ausreichend zielgenau auf Kommandozentralen, Geschützstellungen, Nachschublinien für Waffen und Treibstoff steuern.
Tech-Bro Musk will mit der Drosselung der Starlink-Kapazitäten seines Unternehmens SpaceX nichts zu tun haben: Die Steuerung des Satellitensystems obliege der US-Regierung. Für die ukrainische Armee bedeutet das – unabhängig davon, wer die Frequenzen drosselt – einen erheblichen Rückschlag bei der Operation Vivaldi. Mit dieser haben die ukrainischen Streitkräfte der russischen Armee im Donbass erheblich zugesetzt, zuvor russisch besetztes Territorium befreit. Dies scheint Musk und seinem Präsidenten Donald Trump nicht zu passen. Vor allem Trump ist aktuell wieder auf Annäherungskurs zum russischen Herrscher Wladimir Putin.
Für die EU und die europäischen Nato-Staaten muss dies ein letzter Weckruf sein. Sie müssen sich dringend unabhängig machen von US-Technologiekonzernen und eine eigene Satellitensteuerung aufbauen. Über das Govsatkom genannte Kommunikationssystem der EU hinaus, für das im Juni in Köln der Spatenstich stattfand.
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Schnell genug aufgebaut, würde das auch der Ukraine nutzen. Russland und China sind bereits dabei, eigene Systeme zu entwickeln. Allerdings ist Moskau mit dem Aufbau der Starlink-Alternative Rasswet bislang gescheitert: Viele Satelliten dafür erreichten die Umlaufbahn nicht.
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