So wird man ja wohl noch reden dürfen: Crash! Boomer! Bang!
Nach „Sportsfreund“ (2024) und „Baujahr“ (2025) wählt das Internet wieder das Boomerwort des Jahres. Und bitte: …
Wer Mode als „fesch“ oder seinen Kumpel als „Sportsfreund“ bezeichnet, ist höchstwahrscheinlich: Boomer. Auf Instagram und TikTok ließ der Influencer und Podcaster Levi Penell seine Community zum dritten Mal in Folge über das Boomerwort des Jahres abstimmen. Was wird es wohl sein? Zeit für einen kleinen, autofiktionalen Dialog zwischen Jung und Alt.
Tante: Du, wo ich dich schon mal zu Gesicht bekomme: Kannst du mir zeigen, wie ich Chat Tschibidi auf dem Handy installiere?
Nichte: ChatGPT? Safe, gib mal. Wofür brauchst du das?
Tante: Ich möchte nur wissen, ob junge Hüpfer meinen Kartoffelsalat noch essen. Ich bin zum Grillen bei einem Kollegen eingeladen und da dachte ich, was Kleines zum Schnabulieren schadet sicherlich niemandem.
Nichte: Das ist wirklich Peak-Boomer.
Tante: Danke!
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Nichte: LOL, das war kein Kompliment. (überreicht das Handy wieder)
Tante: Donnerwetter, das ging ja fix! Wahnsinn, was die jungen Leute alles können. (zieht ihre Lesebrille auf und tippt mit ihrem linken Zeigefinger die Frage ein)
Nichte: Ja, echt wild. Was kam raus?
Tante: „Der Kartoffelsalat nach Hausfrauenart mit Mayonnaise, Ei, Gewürzgurken und Zwiebeln ist nach wie vor sehr beliebt, vor allem bei Familienfeiern, Grillfesten und Buffets.“ Na, wer sagt’s denn!
Nichte: Chat Tschibidi.
Tante: Du bist mir ja echt ’n Witzbold.
Nichte: Wie alt ist dein Homie von der Arbeit eigentlich?
Tante: Baujahr 96. Letzten Sonnabend hat er zu seinem 30er eine riesige Fete geschmissen. Die haben es wohl so krachen lassen, dass zwei Beamte mitten in der Nacht angerückt sind.
Nichte: Läuft bei ihm!
Tante: Absolut. Bei der Firmenfeier letzten Juno hat der alte Sportsfreund mich stockbesoffen zum Tanzen aufgefordert.
Nichte: Sus. Und, hast du ihm gegönnt?
Tante: Selbstverständlich, ich hatte aber auch ordentlich einen im Tee. Bin schließlich kein Kind von Traurigkeit, das weißte ja.
Nichte: Richtige Ehrenfrau bist du. Das weiß ich.
Tante: Und der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Wie läuft es eigentlich in deinem Schauspielstudium? Deine Mutter hat erzählt, bei der letzten Aufführung hast du alle richtig vom Hocker gehauen!
Nichte: Cringe, dass sie dir das so erzählt. Aber ja, wenn’s dich juckt: War ganz stabil.
Tante: Na hör mal, ein bisschen angeben darf man doch mit seiner Nichte! Ich erinnere mich noch, als wär es gestern gewesen, wie du mit fünf Jahren schon sämtliche Liedtexte auswendig konntest. Der Chorleiter hat ganz schön große Augen gemacht.
Nichte: Lowkey bisschen süß, dass du immer so mit mir flexst.
Tante: Fachlich war der aber ein Griff ins Klo, wenn du mich fragst.
Nichte: Aber schon auch ’ne richtige Maus. Letztens hat er mich in der Stadt gespottet und wusste gar nicht, was er sagen soll, außer: Na, hat Hollywood schon angerufen? So lost.
Tante: So ist das mit den Männern im Alter. Dein Onkel ist auch dermaßen stumm und kleinkariert geworden. Karins Göttergatte ist vorige Woche übrigens einfach abgehauen. Was sagt man dazu …
Nichte: Den Kek so zu nennen, ist wirklich bodenlos.
Tante: Stimmt, Flachzange passt besser.
Nichte: Slay.
Tante: Neulich habe ich auf meinem Rechner alte Bilder von uns allen gefunden, Italien 2016. Die guten alten Zeiten. Weißt du noch, dass du damals unbedingt Animateurin sein wolltest und dich eines Abends einfach mit auf die Bühne gestellt hast?
Nichte: Ich schwör, Aura -1.000.
Tante: Quatsch mit Soße! „Girls just wanna have fun“ habt ihr damals performt. Alle waren total aus dem Häuschen und ich stolz wie Bolle.
Nichte: Checke, für dich war ich damals schon der Main Character.
Tante: Na logo. Ich öffne uns mal einen Sekt und krame die Fotoalben raus, ja? Wie sagt man so schön: So jung kommen wir nicht mehr zusammen.
Nichte: Rede!
Auflösung: Das Boomer-Wort des Jahres 2026 ist …
„Chat Tschibidi“
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