Silvesterbilanz am Neujahrsmorgen: Etwas ruhiger als in den Vorjahren
In Berlin zeigen Böllerverbotszonen Wirkung. Dort ist es deutlich ruhiger. In Bielefeld sterben zwei 18-Jährige durch selbstgebaute Knaller.
Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa
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dpa/taz | Die Silvesterfeiern in Deutschland sind offenbar etwas ruhiger und mit weniger Ausschreitungen verlaufen als im Vorjahr. Das zeigen die ersten Bilanzen der Polizei in den Bundesländern. Es gab aber auch wieder Tote: In Bielefeld starben zwei junge Männer durch Pyrotechnik.
Die größten öffentlichen Partys unter freiem Himmel in Deutschland gab es diesmal am Brandenburger Tor in Berlin, in Hamburg am Hafen und in der Münchner Innenstadt.
Tödliche Unfälle mit Pyrotechnik
In Bielefeld kamen zwei 18-Jährige bei Unfällen mit selbstgebauter Pyrotechnik ums Leben. In der Nähe von Rostock verlor ein 23-Jähriger durch einen explodierten Böller seine linke Hand. In Leipzig wurde ein 16 Jahre altes Mädchen beim Versuch, einen in Deutschland nicht zugelassenen Silvesterböller zu entzünden, schwer an der Hand verletzt.
Die Unfälle in Bielefeld passierten laut Polizei unabhängig voneinander. Die beiden jungen Männer erlitten tödliche Gesichtsverletzungen durch selbstgebaute Pyrotechnik.
Noch keinen Überblick gibt es, wie viele Menschen bundesweit verletzt wurden. Das Unfallkrankenhaus Berlin in Marzahn meldete 25 Patienten „mit zum Teil schweren Handverletzungen mit Teil- oder kompletten Amputationen von Fingern oder Teilen der Hand“. Und: „Besonders schlimm ist aber, dass wieder acht Kinder dabei sind, deren Leben sich durch diese schweren Verletzungen für immer verändert hat.“ Es wurde mit steigenden Zahlen gerechnet.
Vorsichtiges Aufatmen in Berlin
In Berlin verlief die Silvesternacht nach einer ersten Einschätzung der Polizei nicht ganz so problematisch wie in den vergangenen Jahren. Allerdings sei die Polizei immer wieder mit Böllern und Raketen angegriffen worden, sagte ein Sprecher. 21 Polizisten seien durch Knalltraumata nach dem Beschuss mit Böllern oder Gegenwehr von Verdächtigen leicht verletzt worden. Die Polizei nahm rund 400 Verdächtige kurzzeitig fest. Und auch am Silvesterabend und in der Nacht sei noch kiloweise illegale Pyrotechnik beschlagnahmt worden.
Die Freiluftpartys am Brandenburger Tor und an der Siegessäule verliefen nach Angaben der Polizei ohne Probleme. Tausende Menschen besuchten die offizielle Silvesterparty am Brandenburger Tor und bewunderten um 0.00 Uhr das große Feuerwerk. Einige hundert Meter entfernt fand auf der Straße des 17. Juni eine weitere Open-Air-Party mit mehreren Bühnen statt. Angemeldet war sie als Demonstration. Dort waren aber laut Polizei nur mehrere hundert Teilnehmer statt der angemeldeten 16.000.
An neuralgischen Punkten waren in diesem Jahr Böllerverbotszonen ausgerufen worden. Der Alexanderplatz, wo es an Silvester der vergangenen Jahre heftige Ausschreitungen mit Feuerwerk gegeben hatte, gehörte zu den Pyro-Verbotsbereichen. „Ich habe den Alex noch nie so friedlich gesehen an Silvester wie in diesem Jahr“, sagte ein Polizeisprecher.
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