heute in bremen: „Siemens soll sich menschlich zeigen“
Daniel Wittig, 18, ist Schüler, engagiert sich bei „Fridays for Future“ Bremen und will nach seinem Abitur Naturwissenschaften studieren.
Interview Sophie Lahusen
taz: Herr Wittig, morgen demonstrieren Sie bundesweit zum ersten Mal gegen einen einzelnen Konzern: Siemens. Worum geht es?
Daniel Wittig: In Australien plant der Kohlekonzern Adani die größte Kohlemine der Welt, Siemens hat sich an dem Projekt beteiligt und soll einen Teil der Signaltechnik stellen. Bis Ende der Woche will Siemens seine finale Entscheidung bekannt geben.
Auf der Homepage rühmt sich Siemens damit, bis 2030 klimaneutral werden zu wollen und damit ein Vorreiter unter den großen Konzernen zu sein, jetzt das?
Das ist der größte Widerspruch in sich und wirkt extrem scheinheilig. Man kann nicht auf der einen Seite für erneuerbare Energien werben und auf der anderen Seite Kohleabbau unterstützen.
Haben Sie Hoffnung, dass die bundesweite Demo Wirkung zeigt?
Im Gegensatz zu der Politik, die extrem träge ist und die wir oft genug bestreiken, hat diese Demo vielleicht einen direkteren Einfluss, weil es um eine einzige Entscheidung geht und Siemens agieren muss.
Das heißt?
Klimastreik von „Fridays for Future“: „#StopAdani. Siemens, schür keine Feuer“, Start: 10 Uhr, Bahnhofsplatz
Ich hoffe einfach, dass sich Siemens einmal menschlich zeigt und die wirtschaftlichen Interessen fallen lässt. Ende der Woche wissen wir mehr.
Jetzt geht es ausgerechnet um eine Kohlemine in Australien, das seit Wochen von katastrophalen Buschbränden heimgesucht wird.
Ja, das ist sehr makaber. Als ob das Silvesterfeuerwerk in Sydney nicht schon genug schlechten Geschmack bewiesen hätte. Ich frage mich wirklich, was bei dem australischen Premierminister falsch ist. Das macht mich so traurig.
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