Schulstart in Berlin: Die Ampel ist wieder da

Mit mehr Coronatests, Maskenpflicht und Impfungen will Senatorin Scheeres Präsenzunterricht ermöglichen. Auch ihr Stufenmodel kommt zurück.

Schultaschen stehen neben einer Schulbank

Richtiger Unterricht mit vollen Klassen: So geht's am Montag in Berlin los Foto: dpa

BERLIN taz | Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) setzt zum Beginn des neuen Schuljahres am kommenden Montag auf „sehr große Vorsicht“ vor allem aufgrund der Reiserückkehrer*innen. In den ersten zwei Wochen muss in geschlossenen Räumen in der Schule eine medizinische Maske getragen werden; in den ersten drei Wochen muss je­de*r Schü­le­r*in pro Woche dreimal getestet werden, Leh­re­r*in­nen zweimal pro Woche. Zugleich gilt eine Präsenzpflicht; alle Schü­le­r*in­nen müssen also in die Schule gehen. Dies teilte Scheeres am Dienstag nach der Sitzung des Senats mit.

Nach zwei Wochen soll entschieden werden, ob die Maskenpflicht verlängert wird. „Mein Ziel ist: so viel Präsenzunterricht wie möglich“, betonte die Senatorin. Sie führt zudem den von ihr vergangenes Jahr entworfenen Stufenplan wieder ein. Danach wird jede Schule einzeln jeden Donnerstag von den Amts­ärz­t*in­nen und Schulaufsichten bewertet und als grün, gelb oder rot eingeordnet. Grün stehe für normalen Regelbetrieb, Rot für eine Schließung, Gelb wiederum für Wechselunterricht mit Notbetreuung. Scheeres' Stufenplan hatte bis zum bundesweiten Lockdown Mitte Dezember gut funktioniert.

Insgesamt habe man inzwischen 8.000 Klassenzimmer mit Luftfiltern ausgestattet, so Scheeres; weitere 3.000 Geräte seien bestellt. Damit verfüge statistisch gesehen jedes zweite Klassenzimmer über einen solchen Filter, die vor allem für Räume vorgesehen seien, die sich schlecht oder gar nicht lüften ließen. Mit dieser Ausstattung sei Berlin mit Bremen bundesweit spitze.

Um Lernlücken, die während der inzwischen eineinhalb Jahre dauernden Pandemie entstanden sind, zu schließen, erhalten die Schulen zusätzliches Geld, das jede selbst verwalten kann, um zusätzliche Angebote zu finanzieren. Insgesamt handelt es sich um 30 Millionen Euro für alle Schulen, auch private. Um diese Lernlücken überhaupt zu erkennen, werden die Lehrkräfte verpflichtet, mit allen Schü­le­r*in­nen Lernstandserhebungen zu machen, etwa in Form von Vergleichsarbeiten oder digitalen Befragungen. Ebenfalls verpflichtend sind zwei Feedbackgespräche im kommenden Schuljahr.

Unklar bleibt, wie viele Leh­re­r*in­nen inzwischen gegen Corona geimpft sind

Scheeres geht davon aus, dass 20 bis 25 Prozent der Schü­le­r*in­nen durch die Folgen der Pandemie „wirkliche Probleme“ haben. Dazu gehörten nicht nur Lücken im Stoff, sondern auch psychosoziale Aspekte. „Manche Kinder sind lethargisch geworden. Wir müssen sie aktivieren, damit sie wieder lernen, aus sich selbst heraus aktiv zu werden“, so die SPD-Politikerin.

Nach dem Beschluss der Ge­sund­heits­mi­nis­te­r*in­nen der Länder vom Montag, auch allen 12- bis 17-Jährigen ein Impfangebot gegen Corona zu machen, will Berlin seine Angebote für diese Zielgruppe verstärken. In den Oberstufenzentren selbst soll ab Montag geimpft werden, um einer Verbreitung des Virus entgegenzuwirken. „Junge Menschen haben ein starkes Interesse, geimpft zu werden“, gab sich Scheeres überzeugt. In den jüngsten Jahrgängen wachse die Impfquote derzeit am schnellsten, ergänzte Gesundheitsstaatssekretär Martin Matz (SPD).

12- bis 16-Jährige sollten aber vor allem in den Impfzentren selbst immunisiert werden, so Matz, da dafür ein Beratungsgespräch mit den Erziehungsberechtigten nötig sei. Mit Aktionen wie „Langen Nächten des Impfens“ bis 24 Uhr ohne Termin etwa in der Arena sollen junge Menschen gezielt angesprochen werden.

Alle Lehrkräfte hätten inzwischen ein Impfangebot bekommen, betonte Scheeres. Unklar ist aber, wie viele es wahrgenommen haben, erläuterte Matz: In den Arztpraxen, zuletzt zuständig für rund 40 Prozent der Impfungen, würde die Berufsgruppe nicht erfasst.

Nach zehn Jahren war es Sandra Scheeres letztes Schuljahresauftakts-Pressekonferenz: Sie verzichtet auf eine weitere Legislatur als Senatorin. Anders als ihre Vorgänger habe sie stets mit den Herausforderungen zu kämpfen gehabt, die steigenden Schü­le­r*in­nen­zah­len mit sich bringen. So musste sie auch in diesem Jahr rund 2.400 Vollzeitstellen von Lehrkräften neu besetzen, eine besondere Herausforderung in Zeiten von Corona, wie sie sagte. Eingestellt worden seien rund 2.900 Menschen, teilweise in Teilzeit. Gut die Hälfte davon hätten eine Lehramtsausbildung; der Rest seien Quer­ein­stei­ge­r*in­nen und sonstige Bewerber*innen.

Etwa 700 Leh­re­r*in­nen würden in diesem Jahr Berlin den Rücken kehren; eine ähnlich hohe Zahl wie in den Vorjahren, so Scheeres. Teilweise geschehe dies aus privaten Gründen, teilweise aus finanziellen. Scheeres erneuerte daher die Forderung, dass auch Berlin Leh­re­r*in­nen wieder verbeamten müsse: „Doch die Koalitionspartner wollten das nicht, deswegen kommt es in dieser Legislatur nicht mehr.“

Scheeres gab sich am Dienstag entspannt: Trotz aller Herausforderungen und viel Kritik von fast allen Seiten sei die Vorstellung, wie Berlin ins neues Schuljahr startet, jedes Jahr „ein Sommerspaß gewesen“.

Nach zehn Jahren war es Scheeres' letzte Schuljahres-Auftakts-Pressekonferenz: Sie verzichtet auf eine weitere Legislatur als Senatorin. Anders als ihre Vorgänger hat sie mit den Herausforderungen zu kämpfen gehabt, die steigende Schü­le­r*in­nen­zah­len mit sich bringen. So musste sie auch in diesem Jahr rund 2.400 Vollzeitstellen von Lehrkräften neu besetzen, eine besondere Herausforderung in Zeiten von Corona, wie sie sagte. Eingestellt worden seien rund 2.900 Personen, teilweise in Teilzeit. Gut die Hälfte davon habe eine Lehramtsausbildung; der Rest seien Quer­ein­stei­ge­r*in­nen und sonstige Bewerber*innen.

Scheeres forderte Verbeamtung von Leh­re­r*in­nen

Etwa 700 Leh­re­r*in­nen würden in diesem Jahr Berlin den Rücken kehren; eine ähnlich hohe Zahl wie in den Vorjahren, so Scheeres. Teilweise geschehe dies aus privaten Gründen, teilweise aus finanziellen. Scheeres erneuerte daher die Forderung, dass auch Berlin Leh­re­r*in­nen wieder verbeamten müsse: „Doch die Koalitionspartner wollten das nicht, deswegen kommt es in dieser Legislatur nicht mehr.“

Nach zehn Jahren war es Scheeres' letzte Schuljahres-Auftakts-Pressekonferenz: Sie verzichtet auf eine weitere Legislatur als Senatorin. Anders als ihre Vorgänger hat sie mit den Herausforderungen zu kämpfen gehabt, die steigende Schü­le­r*in­nen­zah­len mit sich bringen. So musste sie auch in diesem Jahr rund 2.400 Vollzeitstellen von Lehrkräften neu besetzen, eine besondere Herausforderung in Zeiten von Corona, wie sie sagte. Eingestellt worden seien rund 2.900 Personen, teilweise in Teilzeit. Gut die Hälfte davon hätte eine Lehramtsausbildung; der Rest seien Quer­ein­stei­ge­r*in­nen und sonstige Bewerber*innen.

Etwa 700 Leh­re­r*in­nen würden in diesem Jahr Berlin den Rücken kehren; eine ähnlich hohe Zahl wie in den Vorjahren, so Scheeres. Teilweise geschehe dies aus privaten Gründen, teilweise aus finanziellen. Scheeres erneuerte daher die Forderung, dass auch Berlin Leh­re­r*in­nen wieder verbeamten müsse: „Doch die Koalitionspartner wollten das nicht, deswegen kommt es in dieser Legislatur nicht mehr.“

Scheeres gab sich am Dienstag entspannt: Trotz aller Herausforderungen und viel Kritik von fast allen Seiten sei die Vorstellung, wie Berlin ins neue Schuljahr startet, jedes Jahr „ein Sommerspaß gewesen“.

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