Sänger Patrick Bruel festgenommen: Verdacht auf sexualisierte Gewalt
Mindestens 13 Frauen haben dem beliebten französischen Sänger Patrick Bruel Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung vorgeworfen. Nun wurde er festgenommen.
ap | Der französische Sänger und Schauspieler Patrick Bruel ist wegen des Verdachts auf sexualisierte Gewalt gegen Frauen festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft in Nanterre teilte am Dienstag mit, mindestens 13 Frauen hätten dem 67-Jährigen Vergewaltigung, versuchte Vergewaltigung und sexuelle Nötigung vorgeworfen. Bruel sei seit Montag in Gewahrsam und bestreite die Vorwürfe.
Die Ermittlungen begannen der Staatsanwaltschaft zufolge nach Anzeigen von drei Frauen wegen sexueller Nötigung und versuchter Vergewaltigung. Die mutmaßlichen Taten sollen in den Jahren 1997, 2000 und 2001 begangen worden sein. Im Zuge der Ermittlungen seien weitere Frauen identifiziert und befragt worden, die wegen ähnlicher Vorwürfe ebenfalls Anzeige erstattet hätten.
Zudem seien weitere Verfahren an die Staatsanwaltschaft Nanterre abgegeben worden: eine in Westfrankreich geführte Untersuchung zu einem mutmaßlichen Fall aus dem Jahr 2012 in Dinard sowie Hinweise belgischer Behörden zu Anschuldigungen im Zusammenhang mit mutmaßlichen Taten 2010 in Brüssel. Bruels Anwälte teilten mit, ihr Mandant habe angekündigt, mit den Ermittlungen zu kooperieren. Die französischen Justizbehörden könnten bis zum Ende des Tages entweder ein vorläufiges Verfahren gegen Bruel einleiten oder ihn freilassen.
Sie wollen beim Googeln taz-Texte besser finden? Dann können Sie mit einem Google-Konto die neue Funktion „bevorzugte Quellen“ nutzen. Um die taz hinzuzufügen, müssen Sie nur diesen Link anklicken und einen Haken setzen.
Sie wollen Google lieber meiden? Dann nutzen Sie doch DuckDuckGo oder Ecosia.
Der Sänger avancierte in den 1980er- und 1990er-Jahren mit einer Reihe von Hits zu einem Superstar der französischsprachigen Welt. Er wirkte zudem in über 40 Film- und Fernsehproduktionen mit.
Bruel ist in Frankreich seit mehr als 30 Jahren für mehrere Generationen ein Idol. Der Sänger hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und „kategorisch“ seine Unschuld beteuert.
In den vergangenen Wochen rückten mehrere Medienberichte, insbesondere von dem französischen Investigativportal Mediapart, die jahrzehntelangen Anschuldigungen mehrerer Frauen gegen Bruel in den Fokus der Öffentlichkeit. Die Berichterstattung führte zu weiteren Anzeigen.
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 330 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen
meistkommentiert